Allgemeine Missverständnisse in der BDSM-Gemeinschaft

Source: https://onelittlekingdom.tumblr.com/post/614554049123139584/bdsm-101-common-misconceptions-of-those-who-visit


Viele, die zum ersten Mal (hier: nach „Tumblr“ gilt aber auch generell! — der Red.) die BDSM-Community erkunden, treten mit gefährlichem Viertelwissen, Vorurteilen und falschen Annahmen ein. Es folgt eine Liste von verbreiteten Missverständnissen und der Wahrheit dahinter.

  1. Submissive Menschen kann man sich einfach nehmen.

Submissive Menschen sind entweder in einer Beziehung oder sie sind es nicht. Wenn sie es sind, gehören sie niemandem außer ihrer eigenen Herrschaft. Kein anderer hat Rechte über sie. Wenn sie alleinstehend sind, können sich submissive Menschen dafür entscheiden, eine Beziehung mit der von ihnen gewählten Herrschaft zu führen. Während dieser Zeit gehören sie niemandem außer sich selbst. Kein anderer hat Rechte über sie.

  1. Eine bestehende Beziehung ist kein Hindernis für die Annäherung an einen submissive Menschen.

Die meisten Menschen in der BDSM-Community sind monogam. Einige Paare suchen sich Spielkameraden, und einige Einzelpersonen sind polyamorös. Wenn Sie sehen, dass jemand bereits in einer Beziehung ist, so ist dieser submissive Mensch in aller Regel nicht verfügbar. Suchen Sie Ihre nächste Beziehung anderswo.

  1. Submissive Menschen werden gerne mit Begriffen wie „Prinzessin“, „Kätzchen“, „Haustier“ und „Sklavin“ bezeichnet.

Dies sind Dinge, die sich eine Herrschaft verdient. Submissive Menschen wollen nicht von jemandem, dem sie sich nicht unterworfen haben, mit diesen Namen bezeichnet werden.

  1. Submissive Menschen werden gerne als „Hure“, „Schlampe“ und „Fotze“ bezeichnet.

Wieder falsch. Submissive Menschen, die auf Erniedrigung stehen, lassen sich gerne von selbst gewählten Partnern oder ihrer Herrschaft so nennen. Wenn ein Fremder einen dieser Titel benutzt, ist es einfach respektlos.

  1. Ich kann submissive Menschen so behandeln, wie ich will.

Nur weil sie gerne die Kontrolle aufgeben, macht sie das nicht unwürdig für Ihren Respekt. Tatsächlich gebührt ihnen in höchstem Maße Respekt dafür, dass sie der Herrschaft die Möglichkeit geben, ihre Hälfte der Machtdynamik zu erforschen.

  1. Dominante Männer erwarten, dass Sie deren weibliche Submissive einfach angraben.

Während einige dominante Männer dies genauso genießen, zieht es die große Mehrheit der Dominanten generell vor, dass ihre Beziehung respektiert wird. Behalten Sie Ihre Wünsche einfach für sich. Ist Ihnen nicht sicher, ob ein submissiver Mensch eine Herrschaft hat versuchen Sie doch einfach zu fragen.

  1. Es ist nichts Falsches daran, jeden Submissive Menschen, dem ich begegne, zu bitten, sich mir zu unterwerfen.

BDSM-Beziehungen erfordern ein hohes Maß an Vertrauen, das sich nur langsam aufbauen lässt. Jemanden, den Sie gerade erst kennen gelernt haben, zu bitten, Ihre Unterwürfigkeit zu zeigen, ist so, als ob Sie jemanden, mit der/dem Sie ein paar Mal gesprochen haben und das im Matheunterricht hinter Ihnen sitzt, bitten würden, Sie zu heiraten.

  1. Es ist nichts Falsches daran, jeden Dominanten, dem ich begegne, zu bitten, meine Herrschaft zu sein.

Auch dies ist völlig unangebracht. Warum sollten Sie einem nahezu fremden Menschen ein so hohes Maß an Kontrolle über dein tägliches Leben geben?

  1. Die submissiven Menschen sind alle gleich.

Jeder submissive Mensch will BDSM so machen, wie es für ihn am besten funktioniert. Während es augen- und auch wahrscheinlich viele gemeinsame Eigenschaften gibt, ist jeder dennoch einzigartig.

  1. Die dominanten Menschen sind alle gleich.

Auch dies ist nicht korrekt. Jeder hat nicht nur seinen eigenen Stil, sondern sie passen sich von Beziehung zu Beziehung an, um die Pflege und die Bedürfnisse ihres gegenwärtigen submissiven Menschen zu erfüllen.

Während diese Richtlinien in meinen Augen allgemeine Regeln darstellen, ist jede Person und jede Beziehung im Universum des BDSM anders. Wenn Sie sich bei etwas nicht sicher sind, lehnen Sie sich zurück. Beobachten und lernen Sie oder Sie verirren sich auf der dunklen Seite der Vorsicht und des Respekts (und werden zum Arschloch! — der Red.). Genießen Sie den Besuch unserer Gemeinschaft.

 

Was kümmert mich das Gewäsch von gestern?

Konrad Adenauer hätte es nicht besser formulieren können: „Es kann mich niemand daran hindern klüger zu werden!“


Und genau das geschieht mir jeden Tag. Bei so manchen Mitmenschen habe ich da meine Zweifel, aber tatsächlich sind diese recht selten. Offene und erwachsene Gespräche unter Menschen, die sich mögen, führen bei mir zu etwas. Sie bereichern mich und das jeden Tag aufs Neue.

Wenn es um BDSM geht, dann erst recht und wenn man sich dieses Blog ganz genau von vorne bis hinten durchliest, so wird man erkennen, dass ich mich in steter Veränderung befinde.

Sollte ein Dom(inus), denn nicht eine feste Haltung zu den Dingen haben?

Ja, und nein würde ich sagen. Habe ich mich früher darüber ausgelassen, was jede Sub in meinen Diensten machen muss, sehe ich das mittlerweile viel viel diverser. Ich bin heute wesentlich weicher als noch vor ein paar Jahren, weil ich erkannt habe, dass ich nicht alle meine Vorstellungen einfach so auf jede Sub anwenden kann. Jede einzelne ist einzig, wenn auch nicht immer artig ;-), und schon von daher muss ich jede Dame auch einzeln verfrühstücken.

Sie kommen mit ihren eigenen Wünschen und Bedürfnissen daher und ich muss diese immer wieder mit meinen eigenen abgleichen und oftmals korrigiere ich mich dabei mehr, als die Sub sich in meine Richtung verändern muss. Ich sehe mittlerweile einfach keinen Sinn darin, dass alles so laufen muss, wie ich das gerade so will.

Wo bleibt denn da der gestrenge Herr?

Oh, der ist durchaus vorhanden. Denn wenn ich die Bedürfnisse und Wünsche der Sub aufnehmen und mich mehr und mehr in ihren Grenzen bewege, statt sie in meine zu zwingen, so muss ich dann doch auch streng daran erinnern, dass die Sub mit eigenen Grenzen ankam und sie diese nun selbst vernachlässigen würde. Ich versuche die Sub also mehr in ihrer eigenen sich selbst auferlegten Spur zu halten, als sie auf meine zu bringen. Denn um auf meine Spur zu wechseln ist immer noch Zeit genug.

Und da kann ich durchaus ziemlich direkt und uneinfühlsam werden, wenn eine Sub ihre eigenen Ziele nicht verfolgt, obgleich sie dieses stets propagiert. Jedoch bin ich davon ab eine Sub über das Internet zu bestrafen. Wenn ich strafe, dann unmittelbar. Gespielt wird auf dem Platz 1:1. Mein Online-Schlafzimmer ist ziemlich verwaist 😉

Meinst Du, dass Deine Subs dies eventuell anders brauchen?

Schon möglich, dass ich mal jemandem begegne, der dies so will. Aber durch intensive Kommunikation zu den Damen ist hinreichend gesichert, dass sie eine Ohrfeige „vor Ort“ direkter wahrnehmen, als die Selbstzüchtigung über WhatsApp. Ich denke, dass eine Sub sich schon selbst genug bestraft, wenn sie mir mitteilen muss, dass sie was vergessen hat. Viele knabbern da durchaus ein paar Tage drauf rum. Und da ich für dieses Gefühl nur indirekt verantwortlich bin, reicht mir das mitgeteilte schlechte Gewissen völlig aus. Meine Führung ist eher belohnend, als strafend. Mittlerweile.

Wie kommt es zu diesen Veränderungen?

Ich glaube, dass grundlegende Erfahrungswerte gepaart mit einer sensitiven Offenheit, also die sogenannte Lebenserfahrung, für diese Veränderungen verantwortlich sind. Kein Mensch bleibt wie er ist. Irgendwelche Begebenheiten verändern einen Menschen immer. Meine persönliche Zufriedenheit, die ich erst so mit 40 wirklich gefunden habe ist das eine. Drei Ehen, langjährige Beziehungen, Familie, Kinder, Geburten und Tod machen was mit einem. Meine Herzgeschichte, die mich Mitte des Jahres 2020 zarte drei Jahre alt werden lässt. Aber vor allem auch das viele Vertrauen, dass Menschen in mich setzen, die mich nicht mal persönlich kennen, sondern sich eben nur aus meinem Blog und meinen Tweets heraus ein Bild von mir malen und dann per WhatsApp oder eMail um die Ecke kommen.

Eine meiner Damen meinte neulich, dass ich ein „Erzähl‘ es mir“-Mensch sei. Ich finde, dass ist ein großes Lob. Und ich spüre durchaus die Verantwortung dahinter. Sie erfüllt mich mit Freude, weil man mir Dinge anvertraut (nicht nur, aber vermehrt wegen BDSM, neuerdings auch mit Depression gepaart), welche man im üblichen Leben eben nicht los wird. Oder eben nur sehr schwer. Keine Ahnung, warum ich das Lob erhalte. Tatsache ist, dass ich einfach so bin, wie ich bin. Und offensichtlich ist das alles eine positive Eigenschaft, weswegen ich mir eine Prise „Faul und gefräßig sein“ gönnen darf 😉

Lust auf #Fuffzig?

Aber ja <3

Im November 2019 wird es wirklich ungeplant ein ganzes Wochenende mit dem #CircleOfFalbalus geben (#SecretNight am 07.11. und Theaterbesuch am 08.11.). Hier werden wir dann auch über den exakten Termin im Juni 2020 reden und über das Wann, Wie und Wo und Wer macht was und so. Ein SaveTheDate wird wahrscheinlich per 04.01.2020 rausgehen. Also dem Tag, an dem ich per Datum fünfzig werde.


Das Gespräch mit Master Falbalus führte Martin Mewes