Was kümmert mich das Gewäsch von gestern?

Konrad Adenauer hätte es nicht besser formulieren können: „Es kann mich niemand daran hindern klüger zu werden!“


Und genau das geschieht mir jeden Tag. Bei so manchen Mitmenschen habe ich da meine Zweifel, aber tatsächlich sind diese recht selten. Offene und erwachsene Gespräche unter Menschen, die sich mögen, führen bei mir zu etwas. Sie bereichern mich und das jeden Tag aufs Neue.

Wenn es um BDSM geht, dann erst recht und wenn man sich dieses Blog ganz genau von vorne bis hinten durchliest, so wird man erkennen, dass ich mich in steter Veränderung befinde.

Sollte ein Dom(inus), denn nicht eine feste Haltung zu den Dingen haben?

Ja, und nein würde ich sagen. Habe ich mich früher darüber ausgelassen, was jede Sub in meinen Diensten machen muss, sehe ich das mittlerweile viel viel diverser. Ich bin heute wesentlich weicher als noch vor ein paar Jahren, weil ich erkannt habe, dass ich nicht alle meine Vorstellungen einfach so auf jede Sub anwenden kann. Jede einzelne ist einzig, wenn auch nicht immer artig ;-), und schon von daher muss ich jede Dame auch einzeln verfrühstücken.

Sie kommen mit ihren eigenen Wünschen und Bedürfnissen daher und ich muss diese immer wieder mit meinen eigenen abgleichen und oftmals korrigiere ich mich dabei mehr, als die Sub sich in meine Richtung verändern muss. Ich sehe mittlerweile einfach keinen Sinn darin, dass alles so laufen muss, wie ich das gerade so will.

Wo bleibt denn da der gestrenge Herr?

Oh, der ist durchaus vorhanden. Denn wenn ich die Bedürfnisse und Wünsche der Sub aufnehmen und mich mehr und mehr in ihren Grenzen bewege, statt sie in meine zu zwingen, so muss ich dann doch auch streng daran erinnern, dass die Sub mit eigenen Grenzen ankam und sie diese nun selbst vernachlässigen würde. Ich versuche die Sub also mehr in ihrer eigenen sich selbst auferlegten Spur zu halten, als sie auf meine zu bringen. Denn um auf meine Spur zu wechseln ist immer noch Zeit genug.

Und da kann ich durchaus ziemlich direkt und uneinfühlsam werden, wenn eine Sub ihre eigenen Ziele nicht verfolgt, obgleich sie dieses stets propagiert. Jedoch bin ich davon ab eine Sub über das Internet zu bestrafen. Wenn ich strafe, dann unmittelbar. Gespielt wird auf dem Platz 1:1. Mein Online-Schlafzimmer ist ziemlich verwaist 😉

Meinst Du, dass Deine Subs dies eventuell anders brauchen?

Schon möglich, dass ich mal jemandem begegne, der dies so will. Aber durch intensive Kommunikation zu den Damen ist hinreichend gesichert, dass sie eine Ohrfeige „vor Ort“ direkter wahrnehmen, als die Selbstzüchtigung über WhatsApp. Ich denke, dass eine Sub sich schon selbst genug bestraft, wenn sie mir mitteilen muss, dass sie was vergessen hat. Viele knabbern da durchaus ein paar Tage drauf rum. Und da ich für dieses Gefühl nur indirekt verantwortlich bin, reicht mir das mitgeteilte schlechte Gewissen völlig aus. Meine Führung ist eher belohnend, als strafend. Mittlerweile.

Wie kommt es zu diesen Veränderungen?

Ich glaube, dass grundlegende Erfahrungswerte gepaart mit einer sensitiven Offenheit, also die sogenannte Lebenserfahrung, für diese Veränderungen verantwortlich sind. Kein Mensch bleibt wie er ist. Irgendwelche Begebenheiten verändern einen Menschen immer. Meine persönliche Zufriedenheit, die ich erst so mit 40 wirklich gefunden habe ist das eine. Drei Ehen, langjährige Beziehungen, Familie, Kinder, Geburten und Tod machen was mit einem. Meine Herzgeschichte, die mich Mitte des Jahres 2020 zarte drei Jahre alt werden lässt. Aber vor allem auch das viele Vertrauen, dass Menschen in mich setzen, die mich nicht mal persönlich kennen, sondern sich eben nur aus meinem Blog und meinen Tweets heraus ein Bild von mir malen und dann per WhatsApp oder eMail um die Ecke kommen.

Eine meiner Damen meinte neulich, dass ich ein „Erzähl‘ es mir“-Mensch sei. Ich finde, dass ist ein großes Lob. Und ich spüre durchaus die Verantwortung dahinter. Sie erfüllt mich mit Freude, weil man mir Dinge anvertraut (nicht nur, aber vermehrt wegen BDSM, neuerdings auch mit Depression gepaart), welche man im üblichen Leben eben nicht los wird. Oder eben nur sehr schwer. Keine Ahnung, warum ich das Lob erhalte. Tatsache ist, dass ich einfach so bin, wie ich bin. Und offensichtlich ist das alles eine positive Eigenschaft, weswegen ich mir eine Prise „Faul und gefräßig sein“ gönnen darf 😉

Lust auf #Fuffzig?

Aber ja <3

Im November 2019 wird es wirklich ungeplant ein ganzes Wochenende mit dem #CircleOfFalbalus geben (#SecretNight am 07.11. und Theaterbesuch am 08.11.). Hier werden wir dann auch über den exakten Termin im Juni 2020 reden und über das Wann, Wie und Wo und Wer macht was und so. Ein SaveTheDate wird wahrscheinlich per 04.01.2020 rausgehen. Also dem Tag, an dem ich per Datum fünfzig werde.


Das Gespräch mit Master Falbalus führte Martin Mewes