Die Trennung der Welten … Dom vs Sub … #Switcher

Wie geht das?
Auf der einen Seite als Dom mit Subs und auf der anderen Seite als „O“ einer Herrin zu existieren. Es ist ziemlich einfach, jedenfalls für mich, und ich möchte das mal erklären.


Wer dieses Blog verfolgt, der hat schon immer ahnen können, dass nach meiner Zeit als Sklave eines Mannes auch irgendwas zurück bleiben würde. Auch als ich mich lange Zeit eher auf dem dominanten Sektor betätigt habe, so waren gewisse Handlungen des Doms immer ein Stück weit submissiv ausgeprägt. Aber ich habe diese Submission von „damals“ nicht rausgelassen. Nein, darunter habe ich nicht gelitten. Aber da ich mir den Switcher nicht gönnen wollte, war ich halt der festen Meinung, dass ich nun für immer Dom bliebe.

Mit Beginn meiner diversen Tätigkeiten in der Sexarbeit jedoch habe ich festgestellt, dass der Dominus nicht so zieht. Und aus völlig pragmatischen Gründen habe ich meine Weiblichkeit hervor gekramt, welche mich dann halt auch wieder packte. Das ist nun so zwei oder drei Jahre so. Und ich sah, dass es gut war. Der Dom ist privat und die Sub geht anschaffen. Klare Trennung. Kein Problem. Auch nicht im #CircleOfFalbalus.

Nun ist es jedoch so, dass meine Weiblichkeit mehr in den Vordergrund rückt und ich möchte erklären, warum das so ist. Es ist purer Pragmatismus. Indem ich als Frau lebe, kann ich auch spontane Sexdates annehmen und muss mich dafür nicht mehr groß umziehen. Ich bin nun 50 Jahre alt und es ist für mich albern irgendwohin als Mann hin zu fahren, um sich dann im Auto umzuziehen. Dafür habe ich keine Zeit und Lust mehr. Außerdem habe ich so auch mehr Möglichkeiten mich im Alltag sicher zu bewegen. Das ganze nennt sich „transgender female“ im Gewande eines Crossdressers. Wo der Dominus strikt hetero ist, lebe ich als Frau meine Bi-Sexualität aus. Okay, meine Kunden sind mehrheitlich Männer und ich habe eine Herrin, aber auch das ist bi 😉

Wenn ich also nun früher von der Arbeit nach Hause kam, so habe ich den Mann ausgezogen und wurde zu Sarah. Nun bleibe ich Sarah und ziehe Sarah nur dann aus, wenn eine meiner Subs anwesend ist. Das ist für mich kein Problem für meine Gefühlslage. Schließlich bin ich nicht transsexuell und anerkenne meinen Penis als solchen und die Tatsache, dass manche Menschen Sarah mit „Martin“ ansprechen ist für mich nicht schlimm. Jedoch wird es Veränderungen geben, welche für die Sexarbeit einfach wichtig ist und für die Frau in mir soundso. Der Bart ist ab und die Körperhaare sind weg. Plötzlich pflege ich mich mehr und achte auf dies und das. Es wird darauf hinauslaufen, dass ich plane bis Ende 2021 komplett und dauerhaft haarfrei zu sein. Wenn ich als Frau in meinen Ausschnitt packe und da sind Stoppeln, werde ich ziemlich fuchsig. Außerdem werde ich mir eine sogenannte, und auf mich maßgeschneiderte, „Breast-Plate“ zulegen, so dass ich nicht mehr auf Einlegebrüste für einen BH angewiesen bin. Dann kann ich auch mal Blusen tragen, wo der eine Knopf mehr offen ist ;-). Eine Hormontherapie kommt für mich nicht in Frage.


Wo die Herrin das alles mit einem wohligen Blick auf sich zukommen sieht, haben die Subs natürlich Fragen. Schließlich haben sie sich in einen Mann verliebt und dieser gebärdet sich auf Twitter nun mehr als Frau als als Mann. Wie ist es mir möglich meinen Subs im #CircleOfFalbalus gerecht zu werden? Durch Kommunikation zB, wer hätte das gedacht. Sowohl Lisa und #3K haben Zeit mit Sarah verbracht (auf eigenen Wunsch), um zu sehen wie die so ist. Mit #3K gab es sogar einen echten Mädelsabend und wir haben uns auch als Subs ziemlich despektierlich über mich als Dom unterhalten. Offensichtlich scheint Sarah keine so schlimme Person zu sein, auch wenn klar ist, dass ich ihnen als Mann gegenübertrete, wenn es dommig wird. Sie mussten für sich erfühlen, wie es ist, wenn Sarah ihre Auftritte hat und ob das irgendwas mit Ihnen macht. Mittlerweile bin ich sogar ziemlich sicher, dass Lisa zB Sarah mal in Aktion mit der Herrin sehen möchte um das Gefühl abzurunden, dass alles okay ist.


Es ist aber auch schön zu wissen, dass die Herrin sich irgendwie in den #CircleOfFalbalus einfügt, was die Zeiten angeht. Denn schließlich muss auch sie akzeptieren, dass ich mich nicht dreiteilen kann. Aber unser beider Leben ist jenseits der Herrin-„O“-Bindung genug gefüllt und auch die Herrin hat noch andere Subs um sich herum, so dass sie ja auch nicht für mich immer greifbar wäre.

Ob und wie das alles auf Dauer funktioniert ist sicherlich nicht absehbar. Aber solange alle offen und ehrlich miteinander umgehen, habe ich meine persönliche Freiheit und alle bekommen genau die Person, die sie im Leben benötigen. Ob als Mann oder als Frau. Ob als Dom oder als „O“.