Respekt trotz fehlender Augenhöhe?

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Während im gleichen Augenblick der Ex unter (https://training-of-o.de/blog/2020/07/15/uebergriffigkeit-und-deren-notwendigkeit-im-d-s/) schreibt (Hö. Hö – Werbung!), setze ich mich mit einem Thema von Needie auseinander. Während ich die Meinung meines Ex #AusGruenden teile, wird er sich sicherlich auch von mir in diesen Thema gut vertreten fühlen.

Sie haben ja gar keine Ahnung, wie viel Augenhöhe in einer mir handelsüblichen BDSM-Beziehung vorhanden ist, liebe Leserinnen und Leser. Diese Augenhöhe zieht sich durch jede Phaser meiner Beziehungen, ob als Sub oder gar als „O“. Ich habe noch nie erlebt, dass jemand mit mir so respektlos umgegangen ist, dass sie/er die Grenzen des Besprochenen/Erlaubten durchbrochen hätte. Ende der Geschichte. Mal wieder 😉

Der Ex hat mal was über „Respektvolle Respektlosigkeit“ geschrieben und ich glaube, dass es das ganz gut trifft. Auch wenn ich als „O“ jede nur erdenkliche Demütigung meiner Herrin über mich ergehen lasse (n würde), so habe ich jedoch ihren Respekt vor mir. Dass ich ihr ein Spielfeld gebe, in welchem Sie sich komplett austoben könnte, erzeugt in ihr den Respekt, dass sie dieses Spielfeld nicht kaputt macht. Weil dann hätte sie ja keine „O“ mehr, die ihr das ermöglicht.

Eine gesunde BDSM-Beziehung kennt diese Momente, in welchem einer Herrschaft nach allem Möglichen ist, die Sub auch folgen würde, aber es im Gesicht der Sub zu lesen ist, dass was auch immer gerade gemacht werden soll, es wäre nicht gut für die Psychohygiene zwischen beiden Partnern. Das ist Respekt. Die/Der Dom, die sich selbst zurück nimmt, weil sie/er spürt, dass was auch immer gerade nicht geht. Wenn eine Herrschaft also erkennt, dass man in 99 von 100 Fällen einen Schritt zurück geht, dann ist das extrem respektvoll mir gegenüber. Persönlich würde ich aber auch durchaus erwarten (Heutiges Thema des Ex), dass die Herrschaft beim 100sten Mal gegen meinen Willen ihr Ding durchzieht. Da ich als „O“ im Metakonsens lebe muss ich diese Form der Dominanz, also gegen meinen Willen ohne Anführungszeichen, ab und an spüren.

Das finde ich im dann ziemlich anständig.

Und nun … weiß ich auch nicht. Habe … fertig 😉

„O“ … Sub oder Sklavin?

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Nun … wo fange ich an. Hmmm.

Wer dieses Blog verfolgt, stolpert an ziemlich vielen Stellen über die „O“. Nicht nur im Namen des Blogs ist sie verweigt, sondern auch in vielen Definitionen, Gedanken und Geschichten, die sich um dieses mir auf beiden Seiten der Gerte ziemlich heilige Thema bewegt. Wenn ich da so drüber schaue, dann komme ich heute zur Erkenntnis, dass ich mich in einem ganz entscheidenen Punkt vielleicht verirrt habe.

Habe ich die „O“ immer als Kombination aus „Sub“ und „Sklavin“ betrachtet, die beide Welten in ihrer Exzellenz vereint, habe ich das Erreichen dieses Zieles immer als „Besser als Sub“, respektive „Besser als Sklavin“ gesehen. Heute sehe ich das anders. Auch wenn die „O“ durchaus immer noch beide Welten vereint, steht sie jedoch neben „Sub“ und „Sklavin“ auf einer Ebene. Aber, immer noch, denke ich, dass eine „Sub“ mehrheitlich EPE geprägt (im D/s daheim) ist, während die „Sklavin“ mehrheitlich im Schmerz (im SM daheim) ist. Und die „O“ ist damit weder Sub, noch Sklavin, sondern eben „nur“ „O“.


Jenseits von Roissy haben sich viele Menschen mehr oder weniger kluge Gedanken gemacht, in wie weit die „O“ in eine Schublade passen kann. Ob sie nur dann „O“ ist, wenn sie strikt nach ihrer Biografie lebt oder ob es auch eine Teilzeit-„O“ geben kann. Heute denke ich, dass die meisten „O“’s in freier Wildbahn eher eine Teilzeitstelle angetreten haben. Habe ich das früher bemeckert, sehe ich das heute deutlich entspannter. Dabei möchte ich nicht mal auf meine eigene Biografie aus. Als selbstbewusste Frau und Sexarbeiterin, wie kann ich eine 24/7 „O“ sein? Wäre meine Herrin, dann nicht diejenige, die mich auf den Strich schickt? Oder besser schicken muss? (Sollte dies jemals ihr Kick werden, dann hätte ich damit keine Probleme – keine Frage.)

Die Leben, die wir heute so leben (müssen) machen es der Normalo-Frau fast unmöglich sich wirklich 24/7 als „O“ zu verdingen. Sie dürfte keine Kinder haben, keine weitere Familie, damit sie sich eben nur ihrer Herrschaft verpflichtet fühlen kann. Damit sie den jederzeitigen physikalischen Zugriff auf sie als „O“ eben auch gewährleisten kann. Kurze WA, frau wird einbestellt und „O“ hat die Beine in die Hand zu nehmen und zu erscheinen. Kann am Ende auch nur dann funktionieren, wenn die „O“ auch keinen Beruf hat, sondern nur Hobbys, die sie eben auch vernachlässigen muss, wenn ihre Dienste benötigt werden. Lassen wir die Kirche in Roissy und lassen wir den Frauen, die eine Teilzeitstelle als „O“ haben, wenigstens das Gefühl in diesen Zeiten „O“ zu sein.


In der Unterscheidung zwischen „Sub“ und „Sklavin“ stehe ich nach wie vor im Credo, dass keine Frau als „O“ ihr Treiben beginnen kann. Während „Sub“ und „Sklavin“ noch eine gewisse Form der Mitbestimmung innerhalb des D/s oder SM haben, ist die „O“ diese Mitbestimmung los. Sie hat sich dazu entschieden, dass eine Herrschaft über ihren Körper verfügt. Da geht es nicht mehr um Hausaufgaben vor einer Kamera, die man man eben so machen kann. Klingt nach D/s und ein wenig auch wie TPE, nur eben nicht ganz.

Wenn ich mein Beispiel nehme, dann bin ich als „O“ verpflichtet meiner Herrin meinen Körper für jeden Aspekt der Sexualität meiner Herrin zur Verfügung zu stellen. Im klassischen Sinn sehe ich mich eher als EPE (Erotic Power Exchange) und so gar nicht im SM. Ich kann Schmerzen überhaupt nicht sexualisieren und dennoch lasse ich es zu, dass meine Herrin mich schlägt. Weil ich mich als „O“ ganzheitlich auch für die Dinge anbiete, die mir gar keinen Spaß machen. Und niemals werden. Wo also eine Sklavin im Sinne des SM ihre Freude dran hat, bin ich raus. Und auch wenn klar ist, dass im D/s immer auch ein wenig Aua dabei ist, kann meine Herrin nach Belieben hin und her schwenken. Ich habe mich zu fügen. Ohne zu murren und zu knurren oder was zu fragen oder zu wollen. Ich habe als Masochistin zu funktionieren, auch wenn ich das überhaupt nicht bin.

Wenn ich an ein Kreuz gestellt und ausgepeitscht werde, dann habe ich keine guten Zeiten. Es tut mir weh und zwar immer. Wenn ich in einem Pornokino in eine Gruppe Männer geworfen werde, dann muss ich ab und an regelrecht gebremst werden. Weil einer geht noch, einer geht noch rein 😉 


Bitte nicht falsch verstehen: Es gibt Menschen, die sowohl EPE als auch SM gleichermaßen genießen können. Sie können devot und masochistisch veranlagt sein. Aber das ist eben keine zwangweise Kombination. Ich bin als „O“ devot und kann mich (weil ich es muss) auch masochistisch hingeben. Es ist eine Entscheidung. Aber nur weil es Menschen gibt, die EPE und SM gleichermaßen lieben, bedeutet das noch nicht, dass sie „O“ sind. „O“ ist frau (bitte verbessert mich!), wenn ich mich ganzheitlich als Dienerin der Herrschaft sehe. Frau hat eine sehr eingeschränkte NoGo-Liste (bei mir sind es fünf Dinge, die ich mir erlaube), aber selbst wenn die Herrschaft ihrer eigenen Lust folgend auf diese Dinge zurück greifen würde, dann bliebe ich ihre „O“. Es wäre kein Vergehen. Denn als „O“ darf ich Wünsche äußern (NoGo’s) und auch aktiv mitgestalten, aber am Ende darf die Herrschaft machen, wie, wo, wann und mit wem sie möchte.


 

Im EPE-Anteil macht mich das zu einer Sub. Im SM-Anteil zu einer Sklavin. Und irgendwie ist das alles EPE mit ein wenig TPE.

Ich stehe als „O“ einfach daneben. Und bin weder besser, noch schlechter. Ich bin eben nur „O“.


Sicherheitshinweis: Je mehr ich als „Sub“ oder „Sklavin“ mitbestimmen will, desto weniger kann ich „O“ sein. Wenn ich Freude an SM habe, aber keine Freude an EPE (Fremdficken und sowas), dann muss frau sich sehr wohl überlegen, ob sie die Existenz als „O“ anstrebt. Denn am Ende gibt es keinen Schnupperkurs „O“ mit langen NoGo-Listen. „O“ ist ganz oder gar nicht. Auch wenn mein Alter Ego sich gerne Frauen annimmt, die mal die „O“ geben wollen (Achtung Werbung, hihi) geht es um Metakonsens. Also das „Consensual Non-Consensual“ im BDSM. Man ist sich einig darüber, dass man sich nicht einigt. Der Herr führt, die Dame folgt. Ende der Geschichte. In der Sexarbeit ist das nicht wirklich umsetzbar und funktioniert zumeist nur mit Paaren, die schon etwas länger im D/s oder SM leben. Mit Einzeldamen gehen viele Dinge nicht, die privat in diversen Kreisen absolut üblich sind. In der Sexarbeit geht es immer um SSC, also Safe Sane und Consensual. Schon aus rechtlichen Gründen ist mir das sehr wichtig darzustellen. Vielen Dank.

Von der Sucht nach der Sub … #CircleOfFalbalus

Ich wurde mal „Subsammler“ genannt.

Schon ein komisches Wort. Ist das überhauüt möglich? Subs sammeln? Und was sammelt man dann eigentlich? Sind es Körper, die man mal erobert hatte und deren Angedenken nun im Regal stehen? Wie so eine Trophäe? Wie so Ritzen im Bettpfosten, dort eingeritzt, dass niemand die sehen kann? Sammelt man Subs, um sich selbst als heißer Feger zu feiern? Vor anderen damit anzugeben? „Schau mal, ich habe soundso viele Frauen im Bett gehabt, und Du lieber Kollege?“

Wenn ich mal die Karten auf den Tisch legen darf, dann habe ich seit Bestehen des #CircleOfFalbalus (ca. 5 Jahre) sexuellen Kontakt mit mehr als 20 Frauen gehabt. Sexarbeit inklusive. Ist das schon der viel besagte Hurensohn? Dieser Subsammler? Kopfverdreher? Ein Sich-Nicht-Festlegen-Woller? Der ungebundene Gebundene? Oder so?

Ehrlich gesagt … habe ich keine Antwort auf die Frage gefunden, was so ein Subsammler ist.

Ich weiß halt nur, dass je älter ich werde, ich offensichtlich auch ruhiger werde und eine gewisse Gelassenheit ausstrahle, die auf eine gewisse Sorte von Frauen anziehend zu wirken scheint. Ich muss nicht suchen. Ich werde angesprochen. Es scheint, als würde meine Auslegung des D/s, die hoffentlich auch andere Doms pflegen, einen ganz gewissen Nerv zu treffen. Weniger Schmerz, der jedoch dazu gehört, mehr Lust dort wo sie nicht vermutet wird. Mehr Tiefe, mehr Gespräche, weniger oberflächlich.

Und offensichtlich bin ich wohl dieses „süchtig“. Süchtig nach Leben. Nach Erfahrungen. Nach Wissen. Nach Lernen. Nach Fühlen, Spüren und Berühren. Besessen davon in meinen Gedanken, die sich immer wieder im BDSM-Kreis drehen, die Frau in den Mittelpunkt meiner Begierde stellen und alles zu tun oder zu lassen, um eine gute gemeinsame Zeit zu haben. Egal, wie lange die Zeit andauert.

Ich bin dankbar für meine Begegnungen, für die Subs und deren Vertrauen in mich. Dass ich es bin, den sie ausgewählt haben.

Jetzt ist es immer gerade richtig.

Die Trennung der Welten … Dom vs Sub … #Switcher

Wie geht das?
Auf der einen Seite als Dom mit Subs und auf der anderen Seite als „O“ einer Herrin zu existieren. Es ist ziemlich einfach, jedenfalls für mich, und ich möchte das mal erklären.


Wer dieses Blog verfolgt, der hat schon immer ahnen können, dass nach meiner Zeit als Sklave eines Mannes auch irgendwas zurück bleiben würde. Auch als ich mich lange Zeit eher auf dem dominanten Sektor betätigt habe, so waren gewisse Handlungen des Doms immer ein Stück weit submissiv ausgeprägt. Aber ich habe diese Submission von „damals“ nicht rausgelassen. Nein, darunter habe ich nicht gelitten. Aber da ich mir den Switcher nicht gönnen wollte, war ich halt der festen Meinung, dass ich nun für immer Dom bliebe.

Mit Beginn meiner diversen Tätigkeiten in der Sexarbeit jedoch habe ich festgestellt, dass der Dominus nicht so zieht. Und aus völlig pragmatischen Gründen habe ich meine Weiblichkeit hervor gekramt, welche mich dann halt auch wieder packte. Das ist nun so zwei oder drei Jahre so. Und ich sah, dass es gut war. Der Dom ist privat und die Sub geht anschaffen. Klare Trennung. Kein Problem. Auch nicht im #CircleOfFalbalus.

Nun ist es jedoch so, dass meine Weiblichkeit mehr in den Vordergrund rückt und ich möchte erklären, warum das so ist. Es ist purer Pragmatismus. Indem ich als Frau lebe, kann ich auch spontane Sexdates annehmen und muss mich dafür nicht mehr groß umziehen. Ich bin nun 50 Jahre alt und es ist für mich albern irgendwohin als Mann hin zu fahren, um sich dann im Auto umzuziehen. Dafür habe ich keine Zeit und Lust mehr. Außerdem habe ich so auch mehr Möglichkeiten mich im Alltag sicher zu bewegen. Das ganze nennt sich „transgender female“ im Gewande eines Crossdressers. Wo der Dominus strikt hetero ist, lebe ich als Frau meine Bi-Sexualität aus. Okay, meine Kunden sind mehrheitlich Männer und ich habe eine Herrin, aber auch das ist bi 😉

Wenn ich also nun früher von der Arbeit nach Hause kam, so habe ich den Mann ausgezogen und wurde zu Sarah. Nun bleibe ich Sarah und ziehe Sarah nur dann aus, wenn eine meiner Subs anwesend ist. Das ist für mich kein Problem für meine Gefühlslage. Schließlich bin ich nicht transsexuell und anerkenne meinen Penis als solchen und die Tatsache, dass manche Menschen Sarah mit „Martin“ ansprechen ist für mich nicht schlimm. Jedoch wird es Veränderungen geben, welche für die Sexarbeit einfach wichtig ist und für die Frau in mir soundso. Der Bart ist ab und die Körperhaare sind weg. Plötzlich pflege ich mich mehr und achte auf dies und das. Es wird darauf hinauslaufen, dass ich plane bis Ende 2021 komplett und dauerhaft haarfrei zu sein. Wenn ich als Frau in meinen Ausschnitt packe und da sind Stoppeln, werde ich ziemlich fuchsig. Außerdem werde ich mir eine sogenannte, und auf mich maßgeschneiderte, „Breast-Plate“ zulegen, so dass ich nicht mehr auf Einlegebrüste für einen BH angewiesen bin. Dann kann ich auch mal Blusen tragen, wo der eine Knopf mehr offen ist ;-). Eine Hormontherapie kommt für mich nicht in Frage.


Wo die Herrin das alles mit einem wohligen Blick auf sich zukommen sieht, haben die Subs natürlich Fragen. Schließlich haben sie sich in einen Mann verliebt und dieser gebärdet sich auf Twitter nun mehr als Frau als als Mann. Wie ist es mir möglich meinen Subs im #CircleOfFalbalus gerecht zu werden? Durch Kommunikation zB, wer hätte das gedacht. Sowohl Lisa und #3K haben Zeit mit Sarah verbracht (auf eigenen Wunsch), um zu sehen wie die so ist. Mit #3K gab es sogar einen echten Mädelsabend und wir haben uns auch als Subs ziemlich despektierlich über mich als Dom unterhalten. Offensichtlich scheint Sarah keine so schlimme Person zu sein, auch wenn klar ist, dass ich ihnen als Mann gegenübertrete, wenn es dommig wird. Sie mussten für sich erfühlen, wie es ist, wenn Sarah ihre Auftritte hat und ob das irgendwas mit Ihnen macht. Mittlerweile bin ich sogar ziemlich sicher, dass Lisa zB Sarah mal in Aktion mit der Herrin sehen möchte um das Gefühl abzurunden, dass alles okay ist.


Es ist aber auch schön zu wissen, dass die Herrin sich irgendwie in den #CircleOfFalbalus einfügt, was die Zeiten angeht. Denn schließlich muss auch sie akzeptieren, dass ich mich nicht dreiteilen kann. Aber unser beider Leben ist jenseits der Herrin-„O“-Bindung genug gefüllt und auch die Herrin hat noch andere Subs um sich herum, so dass sie ja auch nicht für mich immer greifbar wäre.

Ob und wie das alles auf Dauer funktioniert ist sicherlich nicht absehbar. Aber solange alle offen und ehrlich miteinander umgehen, habe ich meine persönliche Freiheit und alle bekommen genau die Person, die sie im Leben benötigen. Ob als Mann oder als Frau. Ob als Dom oder als „O“.

Frage: Ich möchte gern von Ihnen wissen, wie Sie zur Polyamorie bzw zum Aufbau des #CircleOfFalbalus gekommen sind.

Ich versuche das in zwei Teilen zu schreiben, auch wenn die Frage von hinten gelesen zu einem Teil wird.

Wirklich sicher eingrenzen kann ich das mit Poly nicht wirklich. So hat es sich einfach zunächst aus dem Gefühl ergeben, dass ich mindestens Polygam veranlagt bin. Also, dass ich ohne Probleme mich vom Herzen her an eine Person binden kann, aber dennoch körperlich auch mit weiteren Frauen Sex haben kann. Die Lust auf fremde Haut war aber noch nie wirklich für Swingerclubs geeignet, da es mich nicht wirklich triggert weitere Frauen zu beschlafen. Sondern durchaus, auch per Fremdgehen, nichts auszulassen.

Zwischen meinem 15. und 29. Lebensjahr war ich mit einer Frau zusammen und so ab dem 22. Lebensjahr auch mit Prostituierten unterwegs und auch wenn die Beziehung zu meiner ersten Frau ziemlich sexpositiv gewesen ist und tendentiell kein Grund für Geheimnisse bestand, so habe ich gewisse Dinge einfach gemacht. Weil etwas im Geheimen zu machen mich einfach gekickt hat. Vielleicht war das auch so eine Zeit als Ersatz dafür, dass ich keine wilde Pubertät hatte, wie andere diese hatten.

Was ich halt nur gemerkt hatte war, dass es mir leicht fiel zwischen den Gefühlen hier und den Gefühlen dort hin und her zu wechseln. Und das es kein Schauspiel war. Ich musste mich nicht anstrengen einer Frau irgendwas vorzumachen. Vom Inneren war ich immer zu 100% „dort“. Aber eine Entschuldigung für Fremdgehen soll das bitte nicht sein.

So habe ich mir da auch nie wirklich bis zu dieser Frage hier Gedanken darum gemacht, ob ich meine innere Welt versachlichen sollte um gedanklich auf mir selbst rumkauen. Es fühlte sich gut an (zumindest für mich) also war es auch gut (für mich).


Es hat jedoch ein paar Jahre gedauert, bis ich mir selbst eingestanden habe, dass Polyamorie für mich in der endgültigen Form wohl möglich wäre, aber ich mir mehr Gedanken darüber gemacht habe, ob das auch meine Partnerinnen so sehen könnten. Polyamorie ist für mich das Konstrukt, dass ein Mensch in der Lage ist, neben der Sexualität mit weiteren Frauen (Polygamie) auch den Alltag mit weiteren Frauen teilen zu wollen. Eventuell halt auch eine Woche bei und mit der einen Frau wirklich leben, danach mit einer anderen, danach mit einer anderen. Und zwar ohne, dass die Frauen sich untereinander zerfleischen, sondern sich als gleichgestellte Frauen sehen und gegenseitig unterstützen.

Und da haben wir dann auch schon den gedanklichen Knackpunkt. Polyamorie kann keine Einbahnstraße sein. Denn was ich für mich in Anspruch nehmen würde, muss ich zwangslaufig auch meinen Partnerinnen zugestehen. Also über die sexuelle Freiheit des Individuums, die ich auch in einer herkömmlichen Beziehung als gegeben ansehe, auch die Freiheit Liebe mit jedem anderen Mann auszuleben, welcher von meinen Partnerinnen gewünscht würde.

In die Nähe dieses Konstruktes, wenn auch entfert, bin ich gekommen, wenn ich Frauen getroffen habe, die selbst einen Partner hatten. Zusätzlich mit einem leichten Kink zu verheirateten Frauen, deren Partner jedoch die Amurösitäten ihrer Frauen erlaubten. Okay, ich habe das nicht abgefragt, sondern nur angenommen. Aber ich fühlte mich dann aus dem Schneider ein Fremdgeher zu sein. Sondern eine Möglichkeit dazu. Dabei muss ich aber auch eingestehen, dass ich nicht wirklich auf der Jagd gewesen bin, aber ich habe halt nichts anbrennen lassen, wenn mich eine Frau angesprochen hat. Hatte sie einen Ring am Finger war das ab und an schon genug.

Diese Philosophie hat zwar nicht wirklich was gebracht, die Anzahl von ONS sind wirklich extrem begrenzt und an zwei Händen abzuzählen, aber es war für mich völlig okay.


Je mehr ich also auch im BDSM „versumpfte“ desto weniger Interesse hatte ich an Frauen, die damit nichts anzufangen wussten und damit war die SwingerClub-Karriere endgültig vorbei. Am Ende wurde dann die Idee des #CircleOfFalbalus geboren. Nicht ganz ohne Unterhaltungen mit meiner Frau. Gerade auf Twitter habe ich Bilder gesehen, die einen „Zirkel des Sir Magnus“ oder so ähnlich besprachen und ohne mich wirklich mit der Idee zu beschäftigen, was ein Zirkel tatsächlich bedeuten sollte, schlug ich vor, dass ich einen Zirkel aufmachen wollte um Frauen den Weg ins BDSM zu zeigen (also eher Einsteigerinnen zu beschlagen) und diese mit dem Ziel an meinem fünfzigsten Geburtstag in einer Art „Upper Floor“ präsentieren zu können.

Zum einen wollte ich neben meiner Frau nicht ständig weitere Frauen, sondern nur wenige Partnerinnen, dafür feste. Was ihrem Gedanken des „Fire and Forget“, also niemals einen Mann mehr als einmal daten, völlig entgegen sprach. Dafür sollte es einen festen Rahmen geben.

a) Es kommt ein Kontakt zustande zwischen Frau X und mir.
b) Frau X und ich treffen uns auf ein Käffchen.
c) Frau X und ich sind uns einig.
d) Frau X fragt meine Frau, ob es okay sei mich zu daten.
e) Frau X und meine Frau unterhalten sich.
f) Es gibt ein Käffchen zu Dritt oder nur Frau X und meine Frau.
g) Meine Frau gibt Veto ab oder Freigabe.
h) Alles weitere liegt dann bei Frau X und mir.
i) Meine Frau behält sich vor bei Spieldates, mindestens beim ersten Mal anwesend zu sein.

Damit sind wir gestartet. Mittlerweile hat sich so viel Vertrauen zwischen meiner Frau mir eingeschlichen, dass dieses starre Konstrukt aufgegeben werden konnte.

So wuchs dann der Zirkel an und ich führe, sagen wir, polymonogame Beziehungen zu festen Partnerinnen. Einige haben meine Frau noch nie gesehen. Weil meine Frau sehr sicher weiß, dass ich niemals die Beziehung zu ihr gefährden würde und lieber den #CircleOfFalbalus komplett auflöse, falls es auch nur gefühlt in eine Richtung ginge, die meiner Frau als „Erste unter Gleichen“ den Rang abzulaufen. Auch die Damen im Zirkel kennen sich nicht alle persönlich, aber sie wissen voneinander und haben mehr oder weniger auch Kontakt zu einander.

Meine Frau und ich versuchen den kompletten Zirkel (inkl. Anwärtinnen) mindestens einmal im Jahr zusammen zu trommeln.