TPE … das unentdeckte Land?

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In Absprache mit allen Beteiligten kommt hier ein Hörbuch. Sowohl als MP3 und als MP4. Dauer: Etwas mehr als 20 Minuten.

Wer sich von TPE triggern lässt, sollte sich das eventuell NICHT anhören. BitteGerne.


MP4


MP3

https://training-of-o.de/download/Tpe.mp3

EPE … Fluch oder Segen?

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Was soll ich sagen? Ich bin eine EPEliererin 😉 Das „Erotic Power Exchange“ ist meine Spielwiese, mein Sandkasten und meine Lust. Es wird auch gesagt, dass EPE die Kunst sei aus der Befriedigung des Gegenübers die eigene Befriedigung zu holen. Und für mich, komplett zu Ende gedacht, stellt es sich so dar, dass EPE in einer Beziehung existiert, wenn ich als Sub das Recht auf einen eigenen Orgasmus aufgebe. Wer in diesem Blog wühlt, wird an vielen Stellen etwas zu EPE finden und ich weiche für keine meiner Ichs von meinen Darstellungen ab. Wer als Sub in einer EPE geleiteten Beziehung etwas für sich einfordert (zB einen Orgasmus zu haben), danach bettelt oder sonst wie verhält, um das zu erhalten, was man „rechtlich“ aufgegeben hat, der ist vielleicht noch Sub, aber hat die Ebene des EPE verlassen.

EPE kann ein Fluch sein auf eine gewisse Weise. Ich habe zB keinen Sex mit meiner Herrin, lebe also mit ihr als „never inside“ und Orgasmen schenke ich ihr, verzichte jedoch meinerseits komplett darauf als „never cum“. Aber ich beklage mich nicht darüber. Es ist eine sehr selbst gewählte Existenz, welche mir heilig ist. Bereits früher erwähnte ich, dass mein Dauerverschluss von meinem Selbstverständnis FemSub zu sein kommt. Auch das habe ich für mich entschieden. Meine Herrin zwingt mir das nicht auf. Sie muss eher damit leben, dass die Region „da unten“ eine NoGo-Area ist. Wenn ich mich als FemSub sehe, dann fühle ich als Frau und Frauen haben (in aller Regel) biologisch betrachtet keinen Penis. Deswegen existiert er auch nicht.

Es kam aufgrund einer kleinen Verletzung dazu, dass ich den Käfig abnehmen musste, blieb jedoch in weiblichem Gewande. Ich habe mich als „O“ natürlich dem Zugriff meiner Herrin gefügt, sie hat auch meine NoGo-Area respektiert, aber es hat sich für mich und am Ende auch für sie nicht richtig angefühlt. Es war gut, dass diese Situation entstand. So weiß ich nun, dass ich ohne den selbstgewählten Käfig nicht richtig … sagen wir … funktioneren kann. Ein tiefer Blick in die Augen hat dann gereicht um stillschweigend zu vereinbaren, dass ohne den Käfig nicht mehr gespielt wird.

EPE ist für mich ein Segen, weil ich mein privates Sexualleben als FemSub vollkommen jemandem anvertrauen kann. Etwas, was ich als submissive Sexarbeiterin nicht komplett kann. Irgendwo ist bei der Arbeit immer ein inneres Auge offen, welches den dominanten Kunden kontrollieren muss. Deswegen kann ich bei der Arbeit einfach nicht so loslassen, auch wenn mir die Tätigkeit selbst große Freude bereitet. Und ich glaube auch, dass ich mit meiner Vorstellung von EPE ganz exakt einen guten Punkt bei meiner Herrin getroffen habe. Sonst hätte sie mich wohl nicht angenommen. Mein innerer Antrieb ist, dass ich keine Fragen stelle und sie mich einfach führt. Natürlich im Rahmen unseres Konsens, der mich als „O“ in den Metakonsens führt.


Zu guter Letzt natürlich der Sicherheitshinweis, dass meine Form EPE zu denken und zu leben nicht als allgemeingültig betrachtet werden kann. Ich verrate sicherlich nicht zu viel, dass ich als „O“ absolut darauf angewiesen bin nicht monogam daheim nur von einer einzigen Person bespielt zu werden. Diese „O“ muss an die frische Luft, vorgeführt, ausgeliehen, vermietet oder gar (befristet) verkauft werden. Das ist der wesentliche Bestandteil meiner Existenz. Ohne diese „Außenwirkung“ würde ich eingehen wie eine Priemel. Ich bin mir bewusst, dass nicht jede Bindung, welche auf EPE basiert genau darauf aus ist. Monogames EPE ist ebenso vollkommen in Ordnung. Aber … nun … eben nicht für mich.

 

TPE und Alltag // Das Interview

Der eine oder andere hat sicherlich mitbekommen, dass ich mal einen Beitrag des Blogs https://bdsmkettensklave.wordpress.com/ auf meinem Twitterprofil geteilt habe. Und zugegeben, so mal für eine gewisse Zeit würde mich das ja durchaus reizen, aber es ist dann schon ziemlich krass dem TPE-Sklaven Michel … sagen wir … zuzulesen, wie er vor allem im #Kinktober diesen Jahres sein Leben und Dasein als Sklave seiner Ehefrau schildert und auch den Werdegang recht deutlich macht.

Da er meinen Einstiegsbeitrag für den #Kinktober ebenfalls als Ausgangspunkt nahm und mein WordPress meldete, dass sein WordPress mich verlinkt hat, konnte ich Kontakt zu ihm aufnehmen und wir haben uns zunächst ein paar übliche Dinge („Wie geht das mit WordPress?“, „Warum ist da ein Kommentar, wenn da eigentlich keiner ist?“ – TechTalk eben) ausgetauscht. Aber die wechselseitige Neugier wuchs durchaus, als habe ich durch ihn bei seiner Herrin anfragen lassen, ob wir nicht mal telefonieren könnten. Denn, Obacht, Michel darf kein Telefon haben.

Ich notiere dazu mal aus meinem Gedächtnis und einem mitgeschriebenen Zettel das 1,5 stündige Gespräch, welches nur 30 Minuten dauern sollte 😉


Herrin Helene, eine Kollegin aus nördlich von Hamburg, und ihr Sklave Michel sind seit nunmehr acht Jahren ein Paar und wirklich glücklich miteinander verheiratet. Kennengelernt haben sich die beiden über eine Anzeige des nur noch via Tor erreichbaren SM-Portals SMHH. Ein Kunde wollte gerne einen Gangbang als Sklave erleben, aber wie so oft gehen halt Masturbationsgrundlage und realer Wahnsinn weit von einander entfernt spazieren. Einen jedoch gab es, der sich meldete. Und das war Michel. Helene nahm zu ihm trotz Fakeverdacht Kontakt auf und war überrascht, dass er sich genauso verhielt, wie in der Anzeige beschrieben. Was in ihr noch mehr triggerte, weil er sich auch sonst „wie für sie gemacht“ darstellte. Und so verliebte sie sich auch in ihn.

Auch wenn ich primär nur mit Helene telefonierte, hörte ich Michel jedoch auch im Hintergrund und es war so viel Liebe und Verbundenheit zueinander zu spüren, wie ich es selten erlebe. Beide legen wert darauf, dass Michel niemals Kunde von Helene gewesen ist. Und auch obgleich Michel selbst Sexarbeiter ist (durch sie wurde) haben beide keine beruflichen Gemeinsamkeiten. Michel ist ein Cuckold mit der Dosierung „Never Inside“ und nein, sie haben keinen Sex miteinander. Helene bläst ihm ab und an mal einen, weil sie das gerne möchte, aber Michel sieht dies eher als Strafe an. Mein innerer mSub/DWT/Crossdresser konnte das sofort unterschreiben.

Natürlich fragte ich nach, wie das so mit dem Outing ist im TPE, worauf Helene meinte, dass sie das zumindest innerhalb der Familie nicht wirklich raus posaunen. Michel würde sie dann als „Meine Königin“ statt „Meine Herrin“ ansprechen und ihre Mutter findet das einfach nur goldig („Welche Frau möchte denn nicht von ihrem Mann als ‚Königin‘ tituliert werden?“). Auch wenn ab und an davon gesprochen wird, dass er ein „Armer Kerl“ sei, denn wenn Michel ihr ein Stück Kuchen auf den Tisch stellt, dann „müsste er nochmal los, um eine andere Gabel zu holen. Wenn er dann zum Tisch kommt und endlich sitzt, muss er noch die Milch für den Kaffee holen, worauf er dann nochmal losmuss und nochmal und so weiter.“ Im Freundeskreis sei es mal zu einem nicht gewünschten Outing der beiden gekommen, aber man habe das nicht weiter abschwächen müssen, weil der Freund zu dem Zeitpunkt betrunken war.

Helene berichtet mit sehr viel Zuneigung von all diesen Dingen und Michel gluckst wirklich zufrieden darüber im Hintergrund. Michel ist ein sehr angenehmer und hochintelligenter Zeitgenosse und auf dieser Ebene sind sich beide absolut ebenbürtig. Auch wenn Helene immer sagt, dass Michel keine einzige Minute allein bleiben darf und hätte sie Termine mit Übernachtung woanders, würde sie ihn bei einer Freundin abgeben. Diese dürfe genau so über ihn verfügen, als wäre diese Frau Helene. Michel bestätigt durchaus, dass ihm das nicht unbedingt gefällt, aber er vermittelt auch glaubhaft den Sklavengedanken des „Für Wen mache ich das? Für meine Herrin!“ und dann geht es wieder.

Ansonsten sei der Freundeskreis aber eher angepasst. Also man lebt schon in einer entsprechenden Blase und setzt sich damit nicht irgendwelchen Menschen und Meinungen aus, welche sexfeindlich seien. Irgendwie sieht Helene das genau so wie ich, dass wer fragt, die passende und offene Antwort bekommt und dann vielleicht bereut überhaupt gefragt zu haben.

Auf die Frage, wie die beiden sich das im Alter vorstellen, wenn die Knochen anfangen zu knacksen, meinen beide fast schon unisono: Wir bleiben zusammen und wir schaffen das gemeinsam. Das TPE wird sich sicherlich nicht mehr ganz so in der Körperlichkeit leben lassen, aber das bedeutet nicht, dass es an Intensität verlieren muss.


Fazit: Wir wollen uns in 2020 treffen und beide wollen auch mein „Alter Ego“ kennen lernen. Auch wenn ich als mSub/DWT sicherlich nicht dem TPE, sondern eher dem EPE verhaftet bin, könnte das aufgrund des gleichen Gedankenguts von Michel und mir eine sehr interessante Zeit sein. Da werde ich mir sicherlich nicht eine Herrin suchen, aber eventuell ergibt sich was im Rahmen der Sexarbeit. Bleiben Sie dran 🙂