Grande Opera // Offenbach oder auch: „Nie wieder Disse!“

Wer meinen Ex kennt, der weiß, dass auch ich nicht zu denjenigen Menschen gehöre, welche mit sich innerhalb sehr vieler Menschen auf sehr engem Raum wohlfühlen. Da stehe ich lieber auf einer Bühne und halte eine Rede 😉

Nun … die Einladung in die Grande Opera zu Offenbach (https://www.grande-opera.de/) war gesetzt und manchmal muss man einfach mal seine Komfortzone verlassen und sich dem wahren Masochismus hingeben. In eine Veranstaltung, die man nie besuchen wollte, weil eben (siehe oben). Nicht wegen der vielen Menschen an und für sich, sondern weil ich mir im Traum nicht vorstellen kann, wie hier auch nur irgendwie was mit BDSM stattfinden könne. Ein Vorurteil. Denn es ist nunmal keine BDSM-Veranstaltung in der Form, wie ich sie kenne.

Ein wohl bekannter DJ legte Mucke auf und die mehr oder weniger bekleideten Menschen auf engem Raum mussten beim Tanzen auf Tuchfühlung gehen und auf diese Art berührte gefühlt jeder irgendwann mal jeden. Also eher was für die Hedonisten dieser Welt, welche sich in diesem Sog wohlfühlen. Mein persönlicher Stock im Arsch mag sowas nicht, aber ich habe selbst erlebt, wie angenehm es sein kann, wenn ich jemandem in die Augen geschaut habe und sich flugs eine Hand auf meinem nackten Arsch befand und sich jemand an mich drückte. Aber nicht wirklich zielgerichtet, sondern abwartend. Also das Fehlen der Armlänge Abstand als gewollte Tatsache schien mir unter allen Menschen klar zu sein.

Und ich habe sehr angenehme, aber kurze Gespräche mit Menschen (Frauen und Männer) geführt, mit deren Hand auf meinem Arsch. Aber mangels Tanzbewegungen meinerseits blieb ich am Rande der Tanzfläche eher solo. Es wurde fast überall geküsst, gefingert, angefasst – aber nicht wirklich auf eine übergriffige Art und Weise. Bei manchen Menschen habe ich mir durchaus gedacht, WOW was für Showmenschen (Seht her – meine neue Corsage // Schaut her, bin ich nicht schön // Und hier … tüddeltüddel) und mich immer gefragt, wie kompliziert es sein muss diese Menschen für Sex zu gewinnen, wenn man bei all den filigranen Bekleidungen immer aufpassen muss, dass nichts kaputt geht.

Und doch wurde im „Verbotenen Zimmer“ in Slings gefickt und eine Dame wurde am Andreaskreuz gefloggert, na ja, eher gestreichelt, aber ich verurteile das nicht. Ich kniete mich hin, damit ich meine HighHeels mal nicht spüren musste und schwupps stand eine Dame mit einem irre langen Umschnalldildo vor mir und meinte: „Na, Du Süße? Willst Du mal probieren?“ – Das Gefühl einfach ein Angebot zu bekommen und zu wissen, dass es keine Verpflichtungen hat – ist schon schön. Ich habe ein wenig an dem Teil geblasen und ein bisschen wurde ich auch in den Rachen gefickt, aber dann nahm die Dame Abstand von mir, lächelte mich einfach nur an und meinte: „Du bist schon ein Luder, richtig?“ – Ich lächelte stumm. Die Dame holte ein Spray aus ihrem Täschchen, reinigte den Dildo, gab mir einen Kuss und ging ihrer Wege.

Da begriff ich erst, dass es hier nicht wirklich zielgerichtet zugeht, sondern man einfach nur locker drauf ist. Einfach in die Nacht leben und Spaß haben ohne gleich alles und jeden ficken zu müssen. Der Gedanke hat schon was. Aber eines störte mich und ich glaube, da komme ich nicht drüber weg.

Die Musik war nicht meine und ich mag nicht tanzen. Aber das People Watching war einfach sehr, sehr toll.