Bin ich ein guter Dom? Wie definiere ich das für mich?

Ich denke, dass ich ein guter Dom bin. Mittlerweile. Wenn ich mit meinen jüngeren Ich’s spreche, dann würden diese mir was husten.

Kontext: https://madeformisbehaviour.wordpress.com/2019/09/12/bin-ich-eine-gute-sub-wer-definiert-das/ by https://twitter.com/CrowswithHalos


Ich vergleiche mich nicht mehr mit anderen. Ich mache mein Ding. Und ich denke, dass ich an einem Punkt angekommen bin von mir zu behaupten, dass ich ein guter Dom bin.

Natürlich verfolge ich auf Twitter diverse „Mitbewerber“ um die submissive Gunst (zB https://twitter.com/MadameMinola https://twitter.com/Dominus_Berlin https://twitter.com/Ophelia_BDSM und https://twitter.com/derzauberer2), aber ich urteile nicht darüber, ob diese Menschen es besser oder schlechter handhaben. Gemeinsam haben wir alle unser Treiben im Sinne des BDSM und weil Menschen einfach unterschiedlich sind, sind wir es eben auch. Mit dem, was wir so machen, nicht machen, was wir gut finden und was nicht. Wichtig ist für mich, dass wir alle Töpfe sind und die dazu passenden Deckel auf uns hernieder gehen mögen.

Was mich persönlich zu einem guten Dom macht ist, dass ich meiner eigenen Definition folge. Und, weil meine Deckel mir das halt auch sagen. Gerne schaue ich über den Topfrand hinaus und sehe andere Deckel, aber die passen einfach nicht zu mir. Weil ich weiß, was zu mir passt und was nicht. Mich kümmert das Treiben anderer Töpfe wenig bis gar nicht, weil das Äpfel mit Birnen vergleichen würde. Es gibt Menschen, die eine arrogante Ader haben, eine mehr sadistische, eine mehr weiche, eine strengere, eine härtere … alles richtig, wichtig und gut. Auf das eben jeder Deckel einen Topf findet.

Natürlich rege ich mich darüber auf, wenn mir Vorurteile begegnen. Da diese nur dann auftreten, weil nicht das direkte Gespräch mit mir gesucht wurde. Und vielleicht bin ich da auch nicht viel anders und rede wenig mit anderen (Beitrag folgt noch!), aber ich sitze mit meiner Einstellung in mir ruhend und gefestigt und muss mich nicht mehr finden.


Meine Definition eines guten Dom (Kontext: Als Mann):

Es wird ein klares Bild geliefert. Er muss seine Einstellung zum BDSM nicht mehr suchen. Er ist nicht unsicher. Oft genug sind submissive Fachkräfte selbst unsicher. Da braucht es in meinen Augen jemanden, der ein Fels in der Brandung ist.

Er macht sein Ding. Er hat Vorlieben und Abneigungen und kann diese sicher argumentieren. Oft genug wissen Subs nicht wirklich was sie wollen. Da braucht es in meinen Augen jemanden, mit dem sie wirklich an sich arbeiten können. Auch Widerspruch der Sub gehört dazu.

Er erklärt, wenn er bestraft und lässt die Sub nicht im Dunkeln, warum sie bestraft wird.

Er kommuniziert. Er ist erreichbar und meldet sich ab, wenn er nicht erreichbar ist. Kommunikation alleine der Sub aufzubürden ist für mich die Hölle.

Er stellt klare Regeln auf. Und ist offen Regeln zu ändern, wenn die Sub ebenfalls die Gründe kommuniziert.

Er stellt nicht mehr Regeln auf, als er zu kontrollieren bereit ist oder kontrollieren kann. Er kennt seine Grenzen.

Er stellt lösbare Aufgaben und fordert mehr als er überfordert. Er überholt die Sub nicht und hängt sie dadurch ab.

Er lässt Fünfe gerade sein. Aber übt auch Druck aus, wenn er meint, dass die Sub es übertreibt.

Er ist ein Mensch und er weiß, dass die Sub auch ein Mensch ist. Er ist human-dominant.

Er liebt, was er macht. Und er macht, was er liebt. Alles andere ist halbherzig. Und das gilt auch für die Sub.


… das lasse ich dann mal so stehen …

Was kümmert mich das Gewäsch von gestern?

Konrad Adenauer hätte es nicht besser formulieren können: „Es kann mich niemand daran hindern klüger zu werden!“


Und genau das geschieht mir jeden Tag. Bei so manchen Mitmenschen habe ich da meine Zweifel, aber tatsächlich sind diese recht selten. Offene und erwachsene Gespräche unter Menschen, die sich mögen, führen bei mir zu etwas. Sie bereichern mich und das jeden Tag aufs Neue.

Wenn es um BDSM geht, dann erst recht und wenn man sich dieses Blog ganz genau von vorne bis hinten durchliest, so wird man erkennen, dass ich mich in steter Veränderung befinde.

Sollte ein Dom(inus), denn nicht eine feste Haltung zu den Dingen haben?

Ja, und nein würde ich sagen. Habe ich mich früher darüber ausgelassen, was jede Sub in meinen Diensten machen muss, sehe ich das mittlerweile viel viel diverser. Ich bin heute wesentlich weicher als noch vor ein paar Jahren, weil ich erkannt habe, dass ich nicht alle meine Vorstellungen einfach so auf jede Sub anwenden kann. Jede einzelne ist einzig, wenn auch nicht immer artig ;-), und schon von daher muss ich jede Dame auch einzeln verfrühstücken.

Sie kommen mit ihren eigenen Wünschen und Bedürfnissen daher und ich muss diese immer wieder mit meinen eigenen abgleichen und oftmals korrigiere ich mich dabei mehr, als die Sub sich in meine Richtung verändern muss. Ich sehe mittlerweile einfach keinen Sinn darin, dass alles so laufen muss, wie ich das gerade so will.

Wo bleibt denn da der gestrenge Herr?

Oh, der ist durchaus vorhanden. Denn wenn ich die Bedürfnisse und Wünsche der Sub aufnehmen und mich mehr und mehr in ihren Grenzen bewege, statt sie in meine zu zwingen, so muss ich dann doch auch streng daran erinnern, dass die Sub mit eigenen Grenzen ankam und sie diese nun selbst vernachlässigen würde. Ich versuche die Sub also mehr in ihrer eigenen sich selbst auferlegten Spur zu halten, als sie auf meine zu bringen. Denn um auf meine Spur zu wechseln ist immer noch Zeit genug.

Und da kann ich durchaus ziemlich direkt und uneinfühlsam werden, wenn eine Sub ihre eigenen Ziele nicht verfolgt, obgleich sie dieses stets propagiert. Jedoch bin ich davon ab eine Sub über das Internet zu bestrafen. Wenn ich strafe, dann unmittelbar. Gespielt wird auf dem Platz 1:1. Mein Online-Schlafzimmer ist ziemlich verwaist 😉

Meinst Du, dass Deine Subs dies eventuell anders brauchen?

Schon möglich, dass ich mal jemandem begegne, der dies so will. Aber durch intensive Kommunikation zu den Damen ist hinreichend gesichert, dass sie eine Ohrfeige „vor Ort“ direkter wahrnehmen, als die Selbstzüchtigung über WhatsApp. Ich denke, dass eine Sub sich schon selbst genug bestraft, wenn sie mir mitteilen muss, dass sie was vergessen hat. Viele knabbern da durchaus ein paar Tage drauf rum. Und da ich für dieses Gefühl nur indirekt verantwortlich bin, reicht mir das mitgeteilte schlechte Gewissen völlig aus. Meine Führung ist eher belohnend, als strafend. Mittlerweile.

Wie kommt es zu diesen Veränderungen?

Ich glaube, dass grundlegende Erfahrungswerte gepaart mit einer sensitiven Offenheit, also die sogenannte Lebenserfahrung, für diese Veränderungen verantwortlich sind. Kein Mensch bleibt wie er ist. Irgendwelche Begebenheiten verändern einen Menschen immer. Meine persönliche Zufriedenheit, die ich erst so mit 40 wirklich gefunden habe ist das eine. Drei Ehen, langjährige Beziehungen, Familie, Kinder, Geburten und Tod machen was mit einem. Meine Herzgeschichte, die mich Mitte des Jahres 2020 zarte drei Jahre alt werden lässt. Aber vor allem auch das viele Vertrauen, dass Menschen in mich setzen, die mich nicht mal persönlich kennen, sondern sich eben nur aus meinem Blog und meinen Tweets heraus ein Bild von mir malen und dann per WhatsApp oder eMail um die Ecke kommen.

Eine meiner Damen meinte neulich, dass ich ein „Erzähl‘ es mir“-Mensch sei. Ich finde, dass ist ein großes Lob. Und ich spüre durchaus die Verantwortung dahinter. Sie erfüllt mich mit Freude, weil man mir Dinge anvertraut (nicht nur, aber vermehrt wegen BDSM, neuerdings auch mit Depression gepaart), welche man im üblichen Leben eben nicht los wird. Oder eben nur sehr schwer. Keine Ahnung, warum ich das Lob erhalte. Tatsache ist, dass ich einfach so bin, wie ich bin. Und offensichtlich ist das alles eine positive Eigenschaft, weswegen ich mir eine Prise „Faul und gefräßig sein“ gönnen darf 😉

Lust auf #Fuffzig?

Aber ja <3

Im November 2019 wird es wirklich ungeplant ein ganzes Wochenende mit dem #CircleOfFalbalus geben (#SecretNight am 07.11. und Theaterbesuch am 08.11.). Hier werden wir dann auch über den exakten Termin im Juni 2020 reden und über das Wann, Wie und Wo und Wer macht was und so. Ein SaveTheDate wird wahrscheinlich per 04.01.2020 rausgehen. Also dem Tag, an dem ich per Datum fünfzig werde.


Das Gespräch mit Master Falbalus führte Martin Mewes

FemDom vs MaleDom

Wenn wir von weiblicher Dominanz (FemDom) oder männlicher Dominanz (MaleDom) sprechen, dann sagt das noch nichts darüber aus, ob ein männlicher Sub (mSub) oder ein weiblicher Sub (fSub) dominiert wird.

Um es zu vereinfachen (Quasi als Legende) werde ich folgende Abk. nutzen.

  • Fm – Weiblicher (Female) Dom -> männlicher Sub
  • Ff – Weiblicher Dom -> weibliche Sub
  • Mm – Männlicher (Male) Dom -> männliche Sub
  • Mf – Männlicher Dom -> weibliche Sub
  • Domina -> Gewerbliche FemDom (Kollegin des Domins)
  • Dommse -> Private FemDom
  • Dominus -> Gewerblicher MaleDom (Kollege der Domina)
  • Dom -> Privater MaleDom

Los geht’s


Basierend auf eigener Erfahrung gibt es einen ganz entscheidenden Unterschied zwischen FemDom und MaleDom. Und das ist nicht nicht nur das Geschlecht.

Während ich als mSub selbst bei einem MaleDom mehr sexuell und weniger sadistisch genutzt wurde (Verfügbarkeit in der sexuellen Unterwerfung inklusive Vermietung, Verpachtung und Verkauf) konnte ich bei den FemDoms feststellen, dass sie mehr auf sadistischen Dingen als auf die Nutzung als Sexobjekt aus waren.

Und ja, das hat auch seinen Sinn.

Auf mich selbst bezogen spielte mein Kopfkino bei FemDoms nicht wirklich eine Rolle. Es ging mehr oder weniger nur um deren eigene Bedürfnisse. Was prinzipiell ja auch in Ordnung ist, aber da ich mich zu jenem Zeitpunkt eher als Sub, denn als Sklave betrachtete, ging mir dieses Anbeten der FemDom zu ganz gewissen Gelegenheiten irgendwie gegen den Strich.

Wenn ich also in der Anbahnung immer andeutete, dass ich sexuell unbedingt geteilt werden wolle und solange das stimmig ist, ginge auch alles andere, habe ich halt selten FemDoms erlebt, die ihren Sub mehrheitlich anderen Männern oder Frauen zur Verfügung stellen wollten. Offensichtlich gehört dies nicht wirklich in das Kopfkino der FemDoms, denen ich diente.

Was ich bei FemDoms gelernt habe ist, wie viel Schmerz ich auszuhalten bereit bin, wobei alle eines immer beherzigt haben. Mein Penis als NoGo-Area (Da ich nur einen Hoden habe, war und ist mein Penis für dominante Menschen an mir stets und ständig nicht berührbar). Darüber gab es vielleicht verwunderte Blicke, aber das wurde respektiert. Neben dem Schmerz lernte ich dann aber auch, wie sich das anfühlt, wenn der Penis in einem Käfig eingeschlossen wird. Und es war sinnig zu wissen, dass „wenn ich ihn nicht anfassen soll, dann Du aber auch nicht.“

Ich hatte in meinem Leben drei FemDoms, weil ich als Hete eben auch im BDSM Hete bleiben wollte. Und ich würde das gerne mal wieder ausprobieren wollen, dass muss ich zugeben (Ich bloggte darüber), aber bisher ist mir halt im unverbindlichen Gespräch noch keine FemDom begegnet, die mich derartig anspricht. Die Kopfkino halt zu weit auseinander. Monogame Beziehungen zu dominanten Menschen lehne ich halt ab. Irgendwann muss ich als mSub regelmäßig für Fremde hinhalten, sonst langweile ich mich einfach.

Wusstet ihr nicht oder? Das mit den FemDoms? Nun ja. Jetzt wisst ihr es.
Jetzt wo ich mich mehr als Extrem-Switcher mit Hang zur Dominanz sehe, kann ich das gerne zugeben.

Bei meinem einzigen Herrn, den ich mir fast aus purem Frust aussuchte, wurde ich dann seinen Worten nach zu einer männlichen „O“. Ich wurde in Schmerz gebadet und ich hatte darauf auf das Leben bezogen wohl mehr Sexualkontakte zu Männern als jemals zu Frauen insgesamt. Seine Vorstellung von „O“ ist die, die mich bis heute als Dom (und als Dominus) prägt.

„Der Herr muss nicht laut werden. Er muss niemals herrisch sein. Seinen Worten ist Folge zu leisten, ohne Wenn und Aber. In vollem Wissen, dass er alles machen kann, aber im Vertrauen, dass er meine Grenzen respektiert. Ich kenne mein Safeword und nutze es weise, wenn überhaupt. Mein Herr will nicht, dass ich mich überfordere. Ich bin ihm genug.“

Da ich nur einen MaleDom gehabt habe, kann ich nichts Grundsätzliches sagen. Und auch wenn ich drei FemDoms hatte, so ist das ebenso wenig repräsentativ. Wenn ich jedoch ins Internet horche (und das ist ja auch nicht wirklich repräsentativ), dann scheinen FemDoms eher sadistisch und auf sich bezogen zu sein und MaleDoms eher sexuell ausgerichtet und der Sub mehr verpflichtet. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.

Da jede Beziehung anders ist und kein MaleDom einem anderen gleicht und genauso wenig eine FemDom wie die andere ist, scheint zumindest das sexuelle Teilen eher bei den MaleDoms verankert als bei den FemDoms. Ihr müsst halt ansprechen, was ihr wollt und euch dann entscheiden, ob es passt.

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