Covern, aber richtig

In einer Gesellschaft lebend, in welcher der schnelle Spaß getriggert durch diverse Online-Portale nur einen Klick weit entfernt ist und immer mehr Menschen in diesen Teil des Lebens vordringen und auch immer mehr neue Menschen hinzukommen, steht auch immer wieder die Frage im Raum:

Wie schütze ich mich, wenn ich mich zum Zwecke des BDSM mit einem mir fremden Menschen treffe? Dieses „Covern“ … kann ich das mal sehen?


Ich möchte aus meiner persönlichen Perspektive berichten, also wie ich die Dinge selbst handhabe und ich möchte nicht viele Worte verlieren, sondern einfach eine Stichwortliste zum Abhaken erzeugen.

Dabei gehe ich davon aus, dass dem Date nichts im Wege steht, also Datum und Uhrzeit sind bekannt und es handelt sich nicht mehr um ein Kaffeetrinken. Es geht nun zur Sache.

Du bist im Besitz der bestätigten Existenz Deines Gegenübers. Du hast also Vorder- und Rückseite eines Personalausweises. Weil ohne das, würdest Du ja nicht daten, richtig? RICHTIG?


  1. Du wendest Dich offen an einen Menschen, der Dein Vertrauen hat.
  2. Dein Gegenüber hat Einverständnis gegeben, dass Du die persönlichen Daten Deines Gegenübers an einen Menschen zu 1. weitergeben kannst.
    (Wenn das nicht vorliegt gibt es ja auch kein Date, nicht wahr?).
  3. Du teilst der Person zu 1. alle Daten mit: Ort, Datum, Uhrzeit, Zimmernummer des Hotels oder Adresse einer Dir unbekannten Spelunke. Und immer, wenn sich daran irgendwie was ändert, teilst Du das der Person zu 1. mit. Und vielleicht hast Du noch eine andere Person zu 1. jetzt als Backup? Kann ja nicht schaden.
    (Dass Du keinen Fremden in Deine eigene Wohnung lässt versteht sich von selbst!)
  4. Du verabredest mit der/den Person(en) zu 1. wann und mit welchen Worten Du Dich von Dir aus telefonisch meldest. Nein … Du wirst keine WhatsApp schreiben, auch keine Sprachnachricht. Du möchtest, dass die anderen Deine liebliche Stimme hören.
    (Dein Date möchte nicht gestört werden? Pech für das Date, denn dann darf das Date es sich selbst machen und Du fährst erst gar nicht los, klar oder?)
  5. Sich alle 60 Minuten zu melden ist natürlich vollkommen albern, aber vielleicht so, bevor Du den Partner triffst („Ich gehe nun da mal rein!“) und vielleicht vereinbart drei bis vier Stunden später („Es geht mir gut, es ist toll … ja, Du kannst jetzt auflegen. Melde mich morgen. <3“)
  6. Für den Fall, dass eben nicht alles okay ist, solltest Du mit den Personen zu 1. ein Stichwort vereinbaren, welches kontextuell in den Rahmen passt, aber von dem Gegenüber nicht als solches erkannt wird.

    Meine Frau hat bei unserem ersten Mal das Wort „Fabelhaft“ gewählt. Ein Wort, dass im Satz „Danke, es geht mir fabelhaft <3“ mir nicht aufgefallen wäre, wohl aber ihrer Besten, die am Telefon saß.

    (Wir sind nun im Jahre Fünf, also ist davon auszugehen, dass es damals nicht fabelhaft gewesen ist.)

  7. Ganz wichtig. Wenn Du mehrere Personen zu 1. hast, dann lege für Dich fest, wen Du zuerst anrufst. Und wenn alles okay ist, dann soll die erste Person es der zweiten sagen, diese der dritten. Wie so eine Kette. Wenn es aber total aus dem Ruder läuft, dann lass es nicht ewig und drei Tage bei der ersten Person klingeln, sondern wähle dann gleich die 110! und erst danach kannst Du es wieder bei der ersten Person versuchen.

Ich hoffe, dass ich mit diesem kurzen Abriss helfen kann.

Gerne könnt ihr mir eure Erfahrungen in den Kommentaren mit auf den Weg geben.