Vernünftig Unvernünftig – Rezension – @Ophelia_BDSM

„Ein Buch zu betrachten, dessen Zielgruppe ich vordergründig nicht bin, welches für mich persönlich irgendwie so gar nichts Neues darlegt, um es am Ende doch sehr neugierig zu verschlingen und eigene Theorien bestätigt sehe.“


Lia Ophée (aka https://www.instagram.com/lia_ophee/ aka https://meinlebenimpelz.wordpress.com/ aka https://twitter.com/ophelia_bdsm) ist eine mir sehr angenehme Person. Auch wenn der persönliche Kontakt nach zwei Versuchen (einmal zum #KaminabendBDSM 2.0 und einmal zur #SecretNight) bisher nicht funktioniert hat, so habe ich schon sehr früh einen Draht zu ihr gehabt. Ihr Engagement in Sachen #BDSM und „Wie verhindere ich Missbrauch?“ und ihre stete Aufklärung darum, vielleicht nicht immer ganz auf meiner Linie. Als ich nun davon Wind bekam, dass sie sich der Herstellung eines Ratgebers in Sachen #BDSM befleissigen würde, war ich Feuer und Flamme für diese Idee.


Ihr Werk ist sehr persönlich gehalten. Sie schildert „aus puren Pragmatismus“ alleine ihre Sicht auf die Dinge. Das macht noch keinen sonderlichen Unterschied, denn jeder, der noch so sehr den Gedanken abwehrt eben nicht das „Güldene Buch des #BDSM“ geschrieben zu haben, wird meistens ganz exakt mit diesem nichtexistenten Stammwerk im #BDSM in Verbindung gebracht. Ein Makel, den sie sich wird wohl oder übel gefallen lassen müssen. Letztlich ist es mit meinem Blog ja ähnlich. Viele finden es gut, manche finden es scheiße, manchen ist es Cervelatwurst. Eben, weil jeder seine ganz persönliche Sicht auf die Dinge hat.

Frau Ophée schafft es jedoch aus ihrer Sicht der Dinge (alleinstehend, BDSM interessiert) Worte und Wege für gerade diejeniegen zu ebnen, welche eben nicht in einer Partnerschaft leben und sich somit mit dem Partner auf den Weg in die dunkle Seite der Sexualität zu begeben. Welche übrigens, da bin ich mit ihr einer Meinung, deutlich bunter ist, als viele Vanillas das so glauben (können). Sie prangert nicht an, sie stellt Fakten dar. Sie fordert nicht auf, sie lädt ein. Sie lässt sich über sensible Themen wie #BDSMetoo aus, ohne diese abzuwerten. Sie gibt sehr viel von sich preis, damit die Leserinnen und Leser nachvollziehen können, warum sie Dinge so und so und somit für sich richtig sieht. Sie findet ausgleichende Worte, aber ist auch wenig diplomatisch, wenn es an die Essenz eines Extraktes geht.


Und ich stehe auch nach dem viertem Studium ihres Werkes schulerklopfend hinter mir und höre mich „Haste alles richtig gemacht, Alter“ 😉 sagen 😉


Sie entwickelt eine ziemlich ernsthafte Unbekümmertheit um den Leserinnen und Lesern deutlich zu machen, dass es einen Unterschied zwischen Doms und „Doms“ gibt und beschreibt Signale, wie die einen von den anderen auszufiltern sind. Denn es ist ihr wichtig, dass eine Frau, die sich als devot sieht und diese Neigung im #BDSM leben will, mitnichten alles hinnehmen muss (kann und darf). Dass zunächst sie selber Kontrolle über sich haben muss, bevor sie diese an jemand abgeben kann. Dass sie über sich selbst im Klaren sein muss und das dieses „einfach mal (mit)machen“ durchaus Folgen haben kann.

Manche Seelen werden in diesem Buch nur Hinweise darüber finden, dass #BDSM grundsätzlich mehr Potential für gewaltbehaftete Übergriffe, Straftaten habe. Das kann nur jemand behaupten, der #BDSM nicht versteht und sich auch nicht damit auseinander setzen will. Glauben Sie mir, jeder Vanilla-OneNightStand mit dem Typen aus der Kneipe ist grundlegend deutlich gefährlicher.


Ich möchte dieses Buch jedem ans Herz legen. Es zu lesen. Mehrfach. Mit dem Ziel seine eigenen Fehler als „Dom“ zu erkennen und danach zu handeln. Aber vor allem möchte ich es jeder devoten Seele ans Herz legen, damit sie von diesen „Doms“ schnell und zügig Abstand nimmt.

#RomanLeaks // Der alte Mann schreibt ein Buch

Ob das tatsächlich was wird hängt von vielerlei Faktoren ab. Vor allem geht es Selbstdisziplin.


Fragt mich bitte niemand nach Vertriebskanälen oder sonstwas, was mit der Veröffentlichung zu tun hat. Das ist für mich so in etwa, wie das Fell des Bären und dessen Verteilung vor dem Erlegen.

Ich bin nicht so ein doller Leser vor dem Herren. Mir liegen eher so spontane kurze Geschichten, die ich in ein bis zwei Stunden runter geschrieben habe, weil sie einem Denkfluss folgen. Ebengleich habe ich mich auch nicht mit wirklich mit den Konstruktionen beschäftigt, die ich fertig stellen sollte, damit ich diese Rahmenhandlung dann mit Leben füttern kann.

Aber ich habe damit begonnen mir ein Bild von den Protagonisten zu machen.


Da das Buch sich im Kontext des #BDSM bewegt, nicht notwendigerweise meinem, und ich ein Werk nicht epischen Ausmaßes aus der Sicht eines männlichen Doms aushändigen mag, kann es dabei zu Spuren autobiographischer Erlebnisschilderung kommen.

Ich möchte einen Einblick in die Gedanken eines Doms geben, die wahrscheinlich deutlich realistischer sind als bisherige Bücher, die in meinen Augen oftmals einfach nur romantisch verklärt um die Ecke kommen. Was kein Vorwurf ist. Meine Liebe für #50SOG ist ungebrochen.

Es geht dabei um die inneren Kämpfe mit der submissiven Fachkraft. Um spontane Gedanken. Dinge, die man besser nicht sagt, weil sonst alles kaputt gehen kann. Und wo man sich später denkt: ‚Hättest Du damals besser mal was gesagt.‘ Oder auch: ‚Warum hast Du Dein loses Mundwerk nicht halten können.‘

Ich bin der Meinung, dass es sich lohnen wird. Auch für mich. Gedanken erneut zu denken, Gefühle erneut zu erleben um alleine aus dem Schreiben heraus ein besserer Mensch zu werden.


Ich habe derzeit erstmal damit zu tun, meine Protagonisten zu charakterisieren. Da wären erstmal natürlich der Dom und seine Sub. Also ein Mann und eine Frau mit ihren jeweiligen Geschichten. Es wird Familie geben, Arbeitsplätze und ich möchte, dass diese beiden Menschen bereits seit ungefähr 8 Jahren als Dom und Sub zusammen sind. So kann ich mit meinen Gedanken einfacher in der Zeit vor- und zurückblättern.

Während dieser Phase ist noch nicht viel mit Geschichte schreiben, obgleich die Charakterisierung der Personen Einfluss auf die Geschichte hat und im Fluss des Schreibens ich sicherlich auch an den Punkt kommen werde, die Charakteristika ändern zu müssen.


Das eine ist nur ganz exakt sicher: Sollte ich es (auch) als Hörbuch herausbringen wollen, dann werde ich es selber lesen und der Auftrag geht zu @niksput nach Berlin <3.


Ob das am Ende jemand wirklich lesen will? Keine Ahnung. Das ist mir aber auch nicht so wichtig*.

*das ist natürlich gelogen!