Von der Sucht nach der Sub … #CircleOfFalbalus

Ich wurde mal „Subsammler“ genannt.

Schon ein komisches Wort. Ist das überhauüt möglich? Subs sammeln? Und was sammelt man dann eigentlich? Sind es Körper, die man mal erobert hatte und deren Angedenken nun im Regal stehen? Wie so eine Trophäe? Wie so Ritzen im Bettpfosten, dort eingeritzt, dass niemand die sehen kann? Sammelt man Subs, um sich selbst als heißer Feger zu feiern? Vor anderen damit anzugeben? „Schau mal, ich habe soundso viele Frauen im Bett gehabt, und Du lieber Kollege?“

Wenn ich mal die Karten auf den Tisch legen darf, dann habe ich seit Bestehen des #CircleOfFalbalus (ca. 5 Jahre) sexuellen Kontakt mit mehr als 20 Frauen gehabt. Sexarbeit inklusive. Ist das schon der viel besagte Hurensohn? Dieser Subsammler? Kopfverdreher? Ein Sich-Nicht-Festlegen-Woller? Der ungebundene Gebundene? Oder so?

Ehrlich gesagt … habe ich keine Antwort auf die Frage gefunden, was so ein Subsammler ist.

Ich weiß halt nur, dass je älter ich werde, ich offensichtlich auch ruhiger werde und eine gewisse Gelassenheit ausstrahle, die auf eine gewisse Sorte von Frauen anziehend zu wirken scheint. Ich muss nicht suchen. Ich werde angesprochen. Es scheint, als würde meine Auslegung des D/s, die hoffentlich auch andere Doms pflegen, einen ganz gewissen Nerv zu treffen. Weniger Schmerz, der jedoch dazu gehört, mehr Lust dort wo sie nicht vermutet wird. Mehr Tiefe, mehr Gespräche, weniger oberflächlich.

Und offensichtlich bin ich wohl dieses „süchtig“. Süchtig nach Leben. Nach Erfahrungen. Nach Wissen. Nach Lernen. Nach Fühlen, Spüren und Berühren. Besessen davon in meinen Gedanken, die sich immer wieder im BDSM-Kreis drehen, die Frau in den Mittelpunkt meiner Begierde stellen und alles zu tun oder zu lassen, um eine gute gemeinsame Zeit zu haben. Egal, wie lange die Zeit andauert.

Ich bin dankbar für meine Begegnungen, für die Subs und deren Vertrauen in mich. Dass ich es bin, den sie ausgewählt haben.

Jetzt ist es immer gerade richtig.

Die Trennung der Welten … Dom vs Sub … #Switcher

Wie geht das?
Auf der einen Seite als Dom mit Subs und auf der anderen Seite als „O“ einer Herrin zu existieren. Es ist ziemlich einfach, jedenfalls für mich, und ich möchte das mal erklären.


Wer dieses Blog verfolgt, der hat schon immer ahnen können, dass nach meiner Zeit als Sklave eines Mannes auch irgendwas zurück bleiben würde. Auch als ich mich lange Zeit eher auf dem dominanten Sektor betätigt habe, so waren gewisse Handlungen des Doms immer ein Stück weit submissiv ausgeprägt. Aber ich habe diese Submission von „damals“ nicht rausgelassen. Nein, darunter habe ich nicht gelitten. Aber da ich mir den Switcher nicht gönnen wollte, war ich halt der festen Meinung, dass ich nun für immer Dom bliebe.

Mit Beginn meiner diversen Tätigkeiten in der Sexarbeit jedoch habe ich festgestellt, dass der Dominus nicht so zieht. Und aus völlig pragmatischen Gründen habe ich meine Weiblichkeit hervor gekramt, welche mich dann halt auch wieder packte. Das ist nun so zwei oder drei Jahre so. Und ich sah, dass es gut war. Der Dom ist privat und die Sub geht anschaffen. Klare Trennung. Kein Problem. Auch nicht im #CircleOfFalbalus.

Nun ist es jedoch so, dass meine Weiblichkeit mehr in den Vordergrund rückt und ich möchte erklären, warum das so ist. Es ist purer Pragmatismus. Indem ich als Frau lebe, kann ich auch spontane Sexdates annehmen und muss mich dafür nicht mehr groß umziehen. Ich bin nun 50 Jahre alt und es ist für mich albern irgendwohin als Mann hin zu fahren, um sich dann im Auto umzuziehen. Dafür habe ich keine Zeit und Lust mehr. Außerdem habe ich so auch mehr Möglichkeiten mich im Alltag sicher zu bewegen. Das ganze nennt sich „transgender female“ im Gewande eines Crossdressers. Wo der Dominus strikt hetero ist, lebe ich als Frau meine Bi-Sexualität aus. Okay, meine Kunden sind mehrheitlich Männer und ich habe eine Herrin, aber auch das ist bi 😉

Wenn ich also nun früher von der Arbeit nach Hause kam, so habe ich den Mann ausgezogen und wurde zu Sarah. Nun bleibe ich Sarah und ziehe Sarah nur dann aus, wenn eine meiner Subs anwesend ist. Das ist für mich kein Problem für meine Gefühlslage. Schließlich bin ich nicht transsexuell und anerkenne meinen Penis als solchen und die Tatsache, dass manche Menschen Sarah mit „Martin“ ansprechen ist für mich nicht schlimm. Jedoch wird es Veränderungen geben, welche für die Sexarbeit einfach wichtig ist und für die Frau in mir soundso. Der Bart ist ab und die Körperhaare sind weg. Plötzlich pflege ich mich mehr und achte auf dies und das. Es wird darauf hinauslaufen, dass ich plane bis Ende 2021 komplett und dauerhaft haarfrei zu sein. Wenn ich als Frau in meinen Ausschnitt packe und da sind Stoppeln, werde ich ziemlich fuchsig. Außerdem werde ich mir eine sogenannte, und auf mich maßgeschneiderte, „Breast-Plate“ zulegen, so dass ich nicht mehr auf Einlegebrüste für einen BH angewiesen bin. Dann kann ich auch mal Blusen tragen, wo der eine Knopf mehr offen ist ;-). Eine Hormontherapie kommt für mich nicht in Frage.


Wo die Herrin das alles mit einem wohligen Blick auf sich zukommen sieht, haben die Subs natürlich Fragen. Schließlich haben sie sich in einen Mann verliebt und dieser gebärdet sich auf Twitter nun mehr als Frau als als Mann. Wie ist es mir möglich meinen Subs im #CircleOfFalbalus gerecht zu werden? Durch Kommunikation zB, wer hätte das gedacht. Sowohl Lisa und #3K haben Zeit mit Sarah verbracht (auf eigenen Wunsch), um zu sehen wie die so ist. Mit #3K gab es sogar einen echten Mädelsabend und wir haben uns auch als Subs ziemlich despektierlich über mich als Dom unterhalten. Offensichtlich scheint Sarah keine so schlimme Person zu sein, auch wenn klar ist, dass ich ihnen als Mann gegenübertrete, wenn es dommig wird. Sie mussten für sich erfühlen, wie es ist, wenn Sarah ihre Auftritte hat und ob das irgendwas mit Ihnen macht. Mittlerweile bin ich sogar ziemlich sicher, dass Lisa zB Sarah mal in Aktion mit der Herrin sehen möchte um das Gefühl abzurunden, dass alles okay ist.


Es ist aber auch schön zu wissen, dass die Herrin sich irgendwie in den #CircleOfFalbalus einfügt, was die Zeiten angeht. Denn schließlich muss auch sie akzeptieren, dass ich mich nicht dreiteilen kann. Aber unser beider Leben ist jenseits der Herrin-„O“-Bindung genug gefüllt und auch die Herrin hat noch andere Subs um sich herum, so dass sie ja auch nicht für mich immer greifbar wäre.

Ob und wie das alles auf Dauer funktioniert ist sicherlich nicht absehbar. Aber solange alle offen und ehrlich miteinander umgehen, habe ich meine persönliche Freiheit und alle bekommen genau die Person, die sie im Leben benötigen. Ob als Mann oder als Frau. Ob als Dom oder als „O“.

Urlaub mit … #3K

Nein, es soll sich nicht so anhören. Natürlich hat #3K einen Namen und den Damen im #CircleOfFalbalus ist er bekannt und sicherlich auch im Dunstkreis unser beider Twitter-Leben. Jedoch gibt es spezielle Gründe ihn einfach nicht auszusprechen. Aber ein Hashtag auf Twitter kann euch schon helfen die Beteiligten zusammen zu finden.


#3K wohnt von allen meinen Subs am Weitesten weg. Sie ist verheiratet, ihr Ehemann ist über mich informiert und unsere Bindung ist schon recht intensiv. Weitere Umstände bedingen jedoch, dass wir uns insgesamt nicht so oft sehen können. Wo die Herrin der „O“ sich ein wenig zurück nehmen muss, da sie in Köln residiert, ist Lisa nur gute zwei Autostunden entfernt, so dass gemeinsame Zeit mit diesen Damen öfter an den Wochenenden stattfinden kann. Mit #3K geht das nicht, dafür sehen wir uns insgesamt länger, zumeist für mehr als eine Woche. Und das hat schon was von Urlaub. Und dies ist mit der Grund, wie #3K es so sieht. Flucht aus dem Alltag, einfach nur Sub sein … und sich fügen.


Auch wenn ich meine Beziehung zu #3K hier nicht detailliert aufschreiben mag, so verbindet uns jedoch eine gemeinsame Sache so intensiv, dass ich diese umschreibend in den Vordergrund schieben möchte. Menschen haben verschiedene Bedürfnisse. Manche entstehen aus einem Zwang heraus und andere kommen komplett freiwillig daher. Bei #3K und mir ist es so, dass ich genau das liebe, was sie unbedingt braucht, weil ein Zwangsbedürfnis vorliegt. Nun könnte der werte Leser meinen, dass es sich hier um Ausbeutung meinerseits handelt. Aber dem ist nicht so. #3K ist hierfür in entsprechender Behandlung und wir haben ewig und drei Tage darüber diskuttiert. Schließlich bin ich ja kein Therapeut und möchte auch nicht in diese Rolle schlüpfen.

Zwischen #3K und mir existiert eine Regel, welche ich selten so ernst nehme. Denn wo es für sie sehr schwer ist um eine Ausnahme zu bitten, eine Frage, welche sie manchmal Stunden oder gar Tage beschäftigt, fällt es mir nicht immer leicht dieser Frage nach einer Ausnahme nicht zu entsprechen. Also eisenhart zu bleiben. Aber ganz genau so ist das vereinbart. Und es funktioniert. Und das nach einigem hin und her im letzten Jahr sogar sehr gut. Ja, ich weiß, dass die Neugier bei der Leserschaft groß ist, aber ich bleibe da ein wenig schwammig.

Unser Gefühl des vertrauten Miteinanders ist so auf eine schöne Art gewachsen, weil es mehrheitlich in Zeiten entstanden ist, in welchen wir uns nicht sehen können. So dass wir uns dann in den Zeiten, wo wir uns haben, einfach keine Gedanken darüber machen müssen. Wenn ich sie vom Bahnhof abhole fühlt es sich so an, als hätte ich sie vor wenigen Stunden erst dorthin gebracht. Und das obgleich zwischen den letzten beiden körperlichen Treffen fast sieben Monate lagen.


Diesmal habe ich ihr am Bahnhofsgleis nach einer Umarmung eine Leine an ihr Halsband angelegt und sie meinte, dass alleine derlei Gesten völlig ausreichen um sie schweben zu lassen. Keine Gedanken mehr an „Was mache ich hier und was denken die anderen nun über mich?“ sondern „Das ist mein Herr und der darf und soll machen, wie er meint. *schulterzuckgeräusch*“. Ein wahrlich seltenes Geschenk für mich, welches ich sehr zu schätzen weiß. Und das nächste mal werde ich ihr die Frage stellen, die dem Anlass entsprechend sein wird: „Na, schöne Frau, wie war Dein Tag?“

„O“ Lisa bittet zum Empfang …

… wenn man von nix wirklich eine Ahnung hat, dann kann man was erleben …


Tatsächlich ist es ja auch so, dass der alte, weiße, Hetero-Cis-Predator auch mal eingewickelt wird. Alles, was ich wusste war, dass Lisa und ich auf einer #SecretNight ein Paar kennengelernt haben und am Ende rauskam, dass die beiden Herren jeweils den Damen die Telefonnummer der jeweils anderen Dame zu übermitteln hatten. Und ab dann war Funkstille. Und das ziemlich lange.

Im Nachgang fing alles vor Corona an und die ganze Planung hätte auch schiefgehen können, wie mir gesagt wurde, hätte NRW sich nicht für etwas mehr Miteinander exakt fünf Tage vor dem Termin geöffnet. Nicht auszudenken, was mir/uns nicht passiert wäre. Lisa kam am Vorabend, also einem Donnerstag zu mir, und ich würde eine Adresse erhalten. Aufgrund der Organosation ging es dann am Freitag in zwei Autos los. Zu sagen, dass ich nun sonderlich aufgeregt gewesen wäre, wäre gelogen. Aber ich war sehr neugierig auf das, was da passieren sollte. Für Lisa war es sehr anders herum aus verständlichen Gründen.

Am Ziel angekommen erkannte ich den Ort der Handlung auch erst. Ein BDSM-Appartment, wo Lisa und ich schonmal waren und eine sehr entspannte Zeit miteinander hatten. Wir schauten uns um und stellten Umbauten fest, die uns nicht so gefielen. Das Andreaskreuz im Wohnzimmer war vorher richtig frei zugänglich. Nun steht dort ein halbes Sofa davor. Und eine TV-Ecke wo früher ein BDSM-Tanzplatz war. Es fehlte auch ein richtiger Tisch dort, wo mal einer war. Der Platz, der im Prospekt zu sehen ist und wo der Tisch stand, war nun ein Hochtisch mit Barhockern. Ziemlich nicht stilvoll. Aber: TjaNun.

Das andere Paar kam an und die Herren wurden ins Raucherzimmer geschickt.


Die Dame des anderen Paares kam später mit Lisa ins Raucherzimmer und es wurde uns ein Plan vorgestellt.

Freitag: Freies Spiel
Samstag: Vormittag und Nachmittag – Freies Spiel, am Abend „O“-Date.
Sonntag: Frühstück, Aufräumen und Abfahrt.


Ich möchte insgesamt gar nicht so sehr auf die Details eingehen, weil wichtiger als das die Herren bereits im Raucherzimmer sich darauf geeinigt hatten, die „O“’s zu tauschen, war, dass Lisa sich als „O“ präsentierte. Die beiden Damen haben einen Entwurf, den die Herren mal so für einen Abend der „O“ ausgedacht hatten, in die Tat umgesetzt. Wein, Essen, Unterhaltung, Vorstellung der „O“’s, Bekleidungskontrolle. Das die Dame des anderen Paares eine Doppelrolle als „Moderator“ des Abends und als „O“ hatte, fiel kaum auf.

Lisa war extrem aufgeregt. Wir hatten durchaus mal über das ein oder andere gesprochen. Sie meinte immer, dass sie eigentlich ein „Upper Floor“-Mädchen ist, wobei sie jedoch als meine Sklavin nicht wirklich unterfordert wäre. Es war das erste Mal, das Lisa sich Anderen so freizügig nackt gezeigt hatte und das erfüllt mich bis heute, Wochen später, immer noch mit Stolz. Denn bis dato stand sie sich dabei immer selbst im Weg. Da helfen auch schöne Worte nichts. Manche gordischen Knoten lösen sich dadurch, dass man sich selbst in eine Situation bringt, aus der man nicht rauskommt. Und genau das hat Lisa an diesem Wochenende vollbracht.

Lisa ist nun offiziell eine „O“-Novizin, weil es ihr eigener Wunsch ist, in diesen Bereich vorzudringen und diesen mit Leben zu füllen. Halt so, wie es im realistischen Rahmen geht. Sie ist extrem scheu und schüchtern, aber neugierig auf die neuen Aufgaben. Schauen wir mal, wie weit Corona es zulassen wird auch mal öffentlich aufzutreten, was ich als wesentlichen Sinn einer „O“-Schaft ansehe. Eine „O“, die nur im Schlafzimmer tätig ist, schullijung, ist für mich keine.


Manche Menschen sagen, dass ich ein Vulkanier bin. Und das ich mit Emotionen nicht so gut kann. Dass ich diese zu sehr versachliche. Was jedoch nicht bedeutet, dass Vulkanier keine haben. Und was Lisa angeht bin ich emotional kompromittiert.