Strandkorb, T-Rex, Catnails #DreiWortStory #Blogparade for @provokrokant

Aufgaben sind dafür da, dass man sich Ihnen stellt.


Es wäre ziemlich einfach zu sagen, dass Margot am Meer lebt oder am Wasser haust. Vor einigen Jahren hatte sie ihre Sachen gepackt und sich auf den Weg zur Küste begeben. Urlaub. Erholung. Abschalten. So was halt. Sie fühlte sich ohne hin viel zu sehr eingebunden in das tägliche Einerlei. Neue Gedanken mussten her. Und nirgends konnte sie diese so gut aufgreifen, wie im Strandkorb an der Nordseeküste.

Und tatsächlich war diesmal alles anders. Zum einen, weil sie ohne Sack und Pack fuhr, also Kinder und Mann hinter sich ließ und zum anderen wusste sie noch nicht, was in diesen zwei Wochen so geschehen sollte. Sie wollte nichts tun und sich davon auch nicht unterbrechen lassen. Nicht, dass ihre Familie ihr zu viel wurde, nein, es war eher ein Urlaub von allem. Ihr Mann war alt genug sich auch mal allein um die Kinder zu kümmern und seinen Alltag mit Kindern zu strukturieren, statt immer nur dann was zu machen, wenn man ihn was fragt. Ein Lächeln kam auf, als sie sein denkwürdiges Gesicht vor ihrem inneren Auge sah, als sie ihm sagte, dass sie zwei Wochen lang für niemanden erreichbar sein wolle.

Ihre Mutter meinte, dass eine gute Mutter sowas nicht täte. Ihre Schwester glaubte, dass eine Scheidung ins Haus stünde. Ihre Kinder sahen das ein wenig anders, es würde ziemlich langweilig werden, aber sie würden das schaffen, wenn sie nur glaubhaft versichern könne, dass sie auch wiederkäme. Solange die Kinder damit okay gehen, immerhin schon 16 und 17, kann sie auch los. Alle anderen sind erwachsen, tendenziell, und müssen das mal ab. Wie kommen Menschen auf die Idee, dass eine Familie immer 24/7 aufeinander glucken müsse? Oder dass eine Ehefrau nicht Urlaub ohne den Ehemann machen können? Nun ja.

Ihr kleiner Koffer war nicht gemacht für den Kieselsteinpfad und stolperte hinter ihr her, als sie sich von der Fähre runter den Weg zum Appartement bahnte. Viel hatte sie nicht dabei. Sie hatte nicht vor auf den Swutch zu gehen, sondern einfach eine Zeit lang eine Wohnung für sich allein zu haben ohne ständigen Lärmpegel. Schlüpfer, Shirts, Sandalen und die uralte Jogginghose aus ferner Jugend waren ihre Begleiter. Mal nicht aufrüschen für den Job, mal nicht jemandem hinterher räumen, sondern ganz allein nur für den eigenen Müll zuständig sein. Geschirr gebrauchen, ohne es gleich wegzuräumen und die gleichen Sachen mal drei Tage tragen. Falls was anhaben, schließlich sollte es ziemlich warm werden.

Sie konnte sich fast gar nicht daran erinnern, wie das mal war in der ersten eigenen Wohnung. Nur auf sich gestellt. Fern von den Eltern. Nur, dass es ihr jetzt, 20 Jahre später, überhaupt nicht davor graute allein zu sein. T-Rex wird diesmal ohne Kompromisse rauf und runter gehört. So laut oder leise, wie sie das will, während sie dazu unter der Dusche singen konnte, ohne dass ein Hund mitjaulte. Oder ein Ehemann leise weinte.

Ja, dafür war es Zeit.

Die Feinheiten bei der Übergabe des Feriendomizils waren schnell erledigt. Die Türe hatte sich geschlossen und sie inspizierte die Wohnung erneut. Küche gut. Wohnzimmer gut. Schlafzimmer gut. Badezimmer mit Dusche und Wanne gut. Alles gut. Simpel und einfach. Fenster auf. Blick hinaus. Einatmen. Ausatmen. Margot entleerte den Inhalt des Koffers auf das Bett und sortierte alles fein säuberlich auf die Seite, wo normalerweise der Mann schlief. Warum in die Schränke mit dem Kram. Wäsche kann sie hier waschen und zum Trocknen reichte eine kleine Wäschespinne im Wohnzimmer. Irgendwie ein wenig rebellisch, weil Wäscheständer im Wohnzimmer – geht ja gar nicht!

Ihr fiel ihr Badeanzug in die Finger. Der erste Badeanzug, der ihr immer noch passte, seitdem die Kinder geboren waren. Vorher trug sie nur Bikinis und machte die Männer verrückt. Warum sie damals auf ihre Mutter gehört habe, die meinte, dass eine Mutter keine Bikinis zu tragen habe. Tja, sie war jung und hatte keine Ahnung vom Leben. Sie glaubte, dass sie mit der Mutterschaft auch ihre Sexualität beendet habe. Nicht, dass sie keinen guten Sex mehr hätte, das nicht. Ihr Mann war immer sehr um sie bemüht und versuchte solide zwischen schnellen Orgasmus von ihm und dem langsamen von ihr zu vermitteln. Und doch war ein wenig die Luft raus. Man kannte sich einfach zu gut.

Mit den Kindern war es fast nicht mehr möglich spontan Sex zu haben. Sie wollte ihren Mann an einem Sonntagmorgen mal mit einem Blowjob wecken, als auf einmal die kleine Tochter neben dem Bett stand und fragte, ob sie da mitmachen dürfe. 13 Jahre danach musste sie darüber lachen, aber zu dem Zeitpunkt war es ziemlich peinlich und im Ergebnis gab es nur noch dann Sex, wenn die Kinder woanders übernachteten. Man arrangierte sich damit.

In den Regalen im Wohnzimmer standen ein paar alte Bücher herum. Die üblichen Verdächtigen wie Simmel und Pilcher. Reiseführer von der Insel, die auch schon mal neuer waren. Kniffelblöcke, Kniffelbecher, nebst einem Würfel zu wenig. Malefiz, herrjeh. Und die Fernbedienung für TV und Musikbox. Margot überlegte, was sie nun machen sollte und entschied sich dafür erstmal was einkaufen zu gehen, um den gähnenden Kühlschrank zu füllen.

Der Ort auf der Insel war nicht sonderlich groß. Kleine Reetdachhäuser, viel Grün drumherum. Bäckerladen, Fleischerladen und ein „Hier gibt es alles andere“-Laden mit rostigem Fahrradständer. Sie schlenderte durch die kleinen Gassen und dachte, ob hier mehr Schafe als Menschen leben würden und blieb vor einigen Schaufenstern stehen. Antiquitäten, Tonwaren, Postkarten. Sie wusste nicht, ob die Schilder alt waren oder auf alt gemacht wurden. Und während sie anfing sich eine Einkaufsliste im Kopf zurecht zu legen, fiel ihr Blick auf einen etwas versteckten Laden.

Über einer kleinen Türe, deren Lackierung stellenweise bereits abfiel stand: „Catnails

 

Fortsetzung am 16.10.2020


Diesmal in der Blogparade

 

01.10.2020 https://training-of-o.de/blog/2020/10/01/strandkorb-t-rex-catnails-dreiwortstory-blogparade-for-provokrokant/

 

04.10.2020 / 05.10.2020 https://senior525.wordpress.com/2020/10/06/das-knicklicht/ https://senior525.wordpress.com/2020/10/07/blockadeparade/

 

10.10.2020 https://bdsmkettensklave.wordpress.com/2020/10/10/rasur-wald-buch-dreiwortstory-blogparade-meinneuanfang/

 

13.10.2020 https://provokrokant.wordpress.com/2020/10/13/eiszeit-fehlersuche-cuckold-dreiwortstory-blogparade-fuer-eheherrin/

 

15.10.2020 https://sofiesgeheimewelt.wordpress.com/2020/10/15/postkutsche-weiblichkeit-und-meersalz-dreiwortstory-blogparade/

 

16.10.2020 https://www.sarah-blume.de/2020/10/16/erdbeermarmelade-ropemarks-schwimmbad-dreiwortstory-blogparade-for-positivchen/

 

Aufruf: https://training-of-o.de/blog/2020/09/06/aufruf-zu-einer-blogparade-thema-dreiwortstory/

Aufruf zu einer #Blogparade – Thema: #DreiWortStory

Manche Menschen fragen ja immer mal so in die Runde, über was sie denn so bloggen sollen. Und vielleicht heben wir das einfach mal auf eine andere Stufe?


Die Regeln:

a) Schreibt mir per Kommentar unter diesen Artikel, als DM auf Twitter drei Worte.
b) Diese Worte müssen keinen sinnhaftigen Zusammenhang ergeben.
c) Diese Worte müssen keinerlei Erotik in sich tragen.
d) Schreibt bitte Euren Twitternamen (also das mit dem @ wie zB @EmEmBDSM und nicht den Anzeigenamen (wäre bei mir Darth @Falbalus) oder den Link zu eurem Facebook-Profil oder sowas dazu.

Mein Versprechen:

a) Innerhalb des kommenden Monats (Oktober 2020) wird die #DreiWortStory veröffentlicht.
b) Diese Geschichte wird alle Deine Worte beinhalten (und zwar exakt genau diese und nicht die Mehrzahl oder Umschreibung), wenn auch nicht in der Reihenfolge, wie Du sie geschrieben hast.
c) Diese Geschichte wird eine (vielleicht sehr) erotische sein, die ihre Heimat nicht zwangsläufig nur im #BDSM haben wird. Es kann auch #Sexarbeit oder #Hotwifing werden. Was mir halt so passend dazu einfällt.
d) Ich werde jeden Einsender vorab über das Erscheinungsdatum per eMail informieren, aber … es wird nicht geleakt, weil die Geschichte ist eine Überraschung.

Das gilt erstmal für mich.


Und nun zu den Mitmenschen in der #Blogparade.

a) Ich habe bereits einige Mitmenschen angeschrieben, aber um das ganz noch ein wenig größer zu machen: Wer mitmachen will, der schreibt mir bitte eine DM auf Twitter.

b) Alle veröffentlichen zeitgleich die entsprechenden Beiträge mit den gleichen drei Worten und verlinken dann bitte auch die anderen Beiträge. Ja, WordPress hat eine Vorschau auf die URL und es ist möglich Artikel automatisch zeitversetzt in die Welt zu werfen. Unter allen Mitmenschen erstelle ich auf Twitter eine DM-Gruppe.

c) Mitmenschen, die kein WordPress haben oder gar keinen Blog ihr eigen nennen, können dann bei mir als Gast schreiben. Dafür würde ich entsprechende Gastzugänge bei mir einrichten.

d) Das wird sicher ein Spaß 🙂


Einsendeschluss für die Worte ist der 20.09.2020. Alle Autoren bitte bis zum 13.09.2020 bei mir melden. Wir werden den September benötigen um uns zusammen zu finden, damit jeder weiß wie das formale Drumherum sein muss, damit wir uns gegenseitig Reichweite schenken können. Jeder wird maximal vier bis fünf Beiträge im Oktober dann vor sich haben.

Pantoffeln//MilchSchnitte//Porno #DreiWortStory – @mariannsdotter

„Nichts ist so schwer, wie der Anfang!“, seufzte sie in sich hinein. Vor einem leeren Blatt Papier kauernd träumte sie sich Worte herbei, um die Leere zu füllen. Aber die Worte wollten heute einfach nicht so herbeifliegen, wie sie es sonst gewohnt war. Alles hatte sich auf eine Art verändert und jeder Anfang kam zu einem schnellen Ende. Nichts war schlüssig. Keine Idee ausgereift genug. Und das ausgerechnet heute. Einen Tag vor Redaktionsschluss.

Mit ihren Füßen spielte sie nervös an einem Pantoffel herum. Üblicherweise trug sie die nur, wenn sie krank war. Jogginghose, ungekämmt, nicht mal geduscht. Sie hielt ihre Nase an ihre Achsel und rümpfte diese. „Das muss wohl das Ende sein!“, hörte sie sich denken und stand vom Tisch auf und lief durch die Wohnung. Unter ihren Füßen spürte sie den Dreck. Er kam ihr heute mehr dreckig vor. Natürlich war ihr bewusst, dass sie nie gegen den Umweltmist anputzen wird können. Einmal das Fenster aufgemacht und die frische Luft brachte gleich neues Wegmachmaterial mit. Frühling, Pollen, Insekten. „Bäh!“.

Worüber sollte sie schreiben? Was war heute ihr Thema? Welche Gedanken sollten ihre Kolumne schmücken mit welcher sie ihre Leserschaft jede Woche so lustvoll animierte? 1000 Worte mussten her, aber ihr Kopf war so leer wie das Blatt Papier, welches auf dem Tisch lag. „Wahrscheinlich war es ein Fehler im Rausch der Gedanken einfach mal die Kolumne für vier Wochen vorgeschrieben zu haben?“. Doch ihre Katze antwortete nicht. Sie schaute sie nur teilnahmslos an, gähnte, streckte sich und zeigte ihr die kalte Schulter. „Tolle Hilfe!“. Doch es kam keine Antwort.

Ob wirklich alle Geschichten schon erzählt waren? Ob sie einfach eine alte Geschichte mal neu begutachten sollte? Schließlich ändert sich doch mit der Anzahl an Tagen seit Geburt auch gewiss die Einstellung zu dem ein oder anderen? Ihre ruhende Katzenherrin betrachtend lies sie alle Dinge rund um „D/s“, „BDSM“, „Casual D/s“, „EPE“, „TPE“, „LDR“ aufflackern. Hatte sie neulich nicht was auf „tumblr“ gelesen? Von weiteren Schubladisierungen? Sie setzte sich wieder an den Tisch. Eventuell würde ihr eine einfache Übersetzungsarbeit helfen.

As a submissive, I’m often asked what type of submissive I am.  There was a time when this question really gave me fits. For the most part, I abhor labels. I find them too restricting, and I tend not to like being stuffed into a box, confined by the label attached to it.

And yet, I’ve acknowledged before, and shall again, that labels can be useful at times. Since so many others tend to use labels to refer to specific traits, it’s good to know, at least generally, what they mean.

With that long preface, I’m going to address labels used to identify different types of submissives.

Als Submissive werde ich häufig gefragt, welche Art von Submissiver ich sei. Es gab eine Zeit, in der diese Frage mir wirklich Antworten gab. Zum größten Teil verabscheue ich Etiketten. Ich finde sie zu einschränkend und ich mag es nicht, in eine Schachtel gestopft zu werden, begrenzt durch das daran angebrachte Etikett.
Und doch habe ich bereits früher anerkannt und werde es auch wieder tun, dass Etiketten manchmal nützlich sein können. Da so viele andere dazu neigen, Etiketten zu verwenden, um sich auf bestimmte Merkmale zu beziehen, ist es gut, zumindest allgemein zu wissen, was sie bedeuten.
Mit diesem langen Vorwort werde ich mich mit Etiketten befassen, mit denen verschiedene Arten von Unterwürfigen identifiziert werden.

„Boah, das ist sperrig!“

Aber sei es drum. Der Text erschien ihr gerade recht. Sie blickte zur immer noch ruhenden Katze um ein Einverständnis zu erzwingen. Keine Antwort. „Nun gut, dann mal frisch ans Werk.“. Aber vorher noch ein wenig Nahrung. Ihr Blick in den vollen Kühlschrank machte sie ratlos. So viele Dinge und nur so wenig Schnöckis dabei. Mit beherztem Griff zog sie eine Milchschnitte hervor, während sie fast gleichzeitig auf den Knopf des elektrischen Koffeinspenders drückte. „Das letzte seiner Art!“, dachte sie ehrfurchtsvoll und entwickelte das Stück Kalorien-Ohne-Vitamine-Snack und begann mit ihrer Zunge die Milichcreme zu erkunden. „Du musst sie in Ehren halten und darfst nichts verschwenden!“. Sie hielt inne. Und ein Lächeln machte sich breit. Ob andere Frauen auch auf den lüsternen Gedanken kämen, bei Erlecken der Michcreme an eine Vulva zu denken? Die man herrlich bei einem Dreier lecken kann, während man selbst von hinten gestoßen wird? Oder man selbst geleckt wird, während man den Schwanz des Mannes der Besten Freundin blies?

Sie kauerte sich auf den Fußboden und leckte an der Süßigkeit. Irgendwie war das schon ein wenig merkwürdig. Das Zarte in der Mitte und das Rauhe an ihrem Zungenrand erinnerten sie durchaus an das ein oder andere, was in ihrem Leben so geschehen ist. Ob andere auch so von Kanll auf Fall diese „Dinge“ in den Kopf nehmen um die verwaiste Libido zu füttern? Wenigstens ein wenig? So vorne an? Schließlich schreibt sie von solchen Momenten in ihrer Kolumne. Wie lustvoll der Alltag sein kann, wenn frau es nur zuläßt. Jeder Moment kann zu einem lustvollen Moment werden. Wenn frau sich frei macht. Dabei müssen nicht gleich Sturzbäche zwischen den Beinen entstehen. Es ging ihr immer „nur“ um lustvolle Gedanken „zulassen“, auf dass der Alltag nicht alles platt mache.

An ihrem Tisch wieder angekommen, betrachtete sie ihre Katze. In sich ruhend. Nur leise bewegte sich der Körper. Ein sicherer Hinweis darauf, dass sie noch lebte, weil sie atmete. Ansonsten war nur Stille vorhanden. Und sie machte sich an den nächsten Absatz.

24/7 Submissive

A submissive who lives the life 24 hours a day, 7 days a week, is based on total power exchange. This is when one person surrenders total control to another for an indefinite period of time. In a relationship like this the power exchange is super-imposed over the other roles that these people may assume; such as parent or spouse. One person is always dominant and the other is always submissive to them. Sometimes also referred to as Lifestyle D/s. Due to the confusion created by the name 24/7 and the application of this principle to dynamics in which the participants don’t live together, and may not even live in the same city or country, other names have been suggested as alternatives – Full Spectrum Submissive being the most recent.

Ein(e) Devote(r), der das Leben 24 Stunden am Tag lebt. 7 Tage die Woche, basiert auf dem gesamten Stromaustausch.

Sie lachte auf. „Stromaustausch“. Der Google Translator verschlug ihr immer wieder aufs neue die Sprache. Auf der anderen Seite frug sie sich, wie TPE am sinnvollsten ins Deutsche zu transferieren sei. „Totaler Macht Austausch“. Mit einem Knurren änderte sie den Text und beließ es bei der englischen Bezeichnung. Deutsche Sprache war manchmal einfach viel zu sperrig und muss sich in den Ohren anderer irgendwie wie Klingonisch anhören: wabmeyvetlh chenmoH tam! Okay … von vorne.

Ein(e) Devote(r), der das Leben 24 Stunden am Tag lebt. 7 Tage die Woche, basierend auf dem gesamten Machtaustausch. Dies ist der Fall, wenn eine Person auf unbestimmte Zeit die vollständige Kontrolle an eine andere Person abgibt. In einer solchen Beziehung wird der Machtaustausch über die anderen Rollen gelegt, die diese Menschen übernehmen können. Zum Beispiel „Eltern“ oder „Ehepartner“.

Den Begriff „Eltern“ würde sie weglassen. Seit wann spielt man mit seinen Eltern oder Kindern. Auch wenn (kleine) Kinder irgendwie ja schon unter der totalen Kontrolle von Eltern stehen, so lässt diese nach, je größer die Kinder werden. Aber „Ehepartner“ hätte in der Übersetzung Konstanz. Sie kannte einige TPE-Beziehungen, in welcher die Menschen vor dem Gesetz gleichberechtigt verheiratet waren, aber in der Subschicht TPE galt.

Eine Person ist immer dominant und die andere ist ihnen immer unterwürfig. Manchmal auch als „Lifestyle D/s“ bezeichnet.

Sie musste sich erinnern, dass sie die Überschriften am besten nicht übersetzte. Viele Begriffe sind im Deutschen angekommen „as is“. Das sollte auch gut so bleiben.

Aufgrund der Verwirrung, die durch den Begriff „24/7“ entsteht, und der Anwendung dieses Prinzips auf Dynamiken, in denen die Teilnehmer nicht zusammenleben und möglicherweise nicht einmal in derselben Stadt oder demselben Land leben, schlage ich andere Namen als Alternative vor. „Full Spectrum Submissive“ ist die neueste.

TPE scheint also dieser Definition nach nur dann zu sein, wenn die Beteiligten tatsächlich zusammen wohnen. Ja, dies dachte sie auch schon immer. Guter Punkt.

Mittlerweile war sie bei 1357 Worten angekommen. Und würde sie nun weiter schreiben, dann würde es zuviel werden. Vielleicht könnte sie ja vorschlagen einen eigenen Artikel jenseits der Kolumne draus zu machen? Sie legte den Stift beiseite und begann ihre unleserlichen Worte in den PC einzutippen. TPE. Hmmm. Nein … das ist sie nicht. Sie würde sich sicherlich nicht ihr gesamtes Leben vorschreiben lassen. Obwohl vieles in ihrem Leben daran erinnerte. Immer dann, wenn sie ein wenig unbeholfen war und ihre Gedanken sortieren musste, war da ihr Göttergatte, der Entscheidungen für sie traf. Sie waren sinnvoll und auf den Punkt. Aber nein, das war kein TPE. Dafür war er auch nicht gemacht. Sie hatten darüber mal gesprochen, aber nur theoretisch. Er meinte, dass er dafür viel zu faul sei. Und er würde aus ihr soundso nur das hervorholen, was eh in ihr sei. Er würde dies nur für sie formulieren.

Sie wedelte den Gedanken zur Seite. Auf der einen Seite würde sie es gerne mal ausprobieren. Wie das so sei, sich ihm vollends hinzugeben. Also in allem. Auf der anderen Seite wüsste sie, dass sie beide das nicht lange durchhalten würden. Auf BDSM-Play-Partys die gehorchende Sklavin zu sein ist das eine. Aber zuhause galten andere und gemeinsam festgelegte Regeln. Sie vertraute ihm sehr. Sie würde sicherlich die eine oder andere Grenze für ihn übersteigen. Sie hatten sich auf EPE geeinigt. Das gefiel ihr sehr. Nicht zu entscheiden, was, wann, wo und vor allem auch mit wem Sex zu haben. Das war es, was sie beide verband. Ihr Sexleben war ein Porno.

TPE und Alltag // Das Interview

Der eine oder andere hat sicherlich mitbekommen, dass ich mal einen Beitrag des Blogs https://bdsmkettensklave.wordpress.com/ auf meinem Twitterprofil geteilt habe. Und zugegeben, so mal für eine gewisse Zeit würde mich das ja durchaus reizen, aber es ist dann schon ziemlich krass dem TPE-Sklaven Michel … sagen wir … zuzulesen, wie er vor allem im #Kinktober diesen Jahres sein Leben und Dasein als Sklave seiner Ehefrau schildert und auch den Werdegang recht deutlich macht.

Da er meinen Einstiegsbeitrag für den #Kinktober ebenfalls als Ausgangspunkt nahm und mein WordPress meldete, dass sein WordPress mich verlinkt hat, konnte ich Kontakt zu ihm aufnehmen und wir haben uns zunächst ein paar übliche Dinge („Wie geht das mit WordPress?“, „Warum ist da ein Kommentar, wenn da eigentlich keiner ist?“ – TechTalk eben) ausgetauscht. Aber die wechselseitige Neugier wuchs durchaus, als habe ich durch ihn bei seiner Herrin anfragen lassen, ob wir nicht mal telefonieren könnten. Denn, Obacht, Michel darf kein Telefon haben.

Ich notiere dazu mal aus meinem Gedächtnis und einem mitgeschriebenen Zettel das 1,5 stündige Gespräch, welches nur 30 Minuten dauern sollte 😉


Herrin Helene, eine Kollegin aus nördlich von Hamburg, und ihr Sklave Michel sind seit nunmehr acht Jahren ein Paar und wirklich glücklich miteinander verheiratet. Kennengelernt haben sich die beiden über eine Anzeige des nur noch via Tor erreichbaren SM-Portals SMHH. Ein Kunde wollte gerne einen Gangbang als Sklave erleben, aber wie so oft gehen halt Masturbationsgrundlage und realer Wahnsinn weit von einander entfernt spazieren. Einen jedoch gab es, der sich meldete. Und das war Michel. Helene nahm zu ihm trotz Fakeverdacht Kontakt auf und war überrascht, dass er sich genauso verhielt, wie in der Anzeige beschrieben. Was in ihr noch mehr triggerte, weil er sich auch sonst „wie für sie gemacht“ darstellte. Und so verliebte sie sich auch in ihn.

Auch wenn ich primär nur mit Helene telefonierte, hörte ich Michel jedoch auch im Hintergrund und es war so viel Liebe und Verbundenheit zueinander zu spüren, wie ich es selten erlebe. Beide legen wert darauf, dass Michel niemals Kunde von Helene gewesen ist. Und auch obgleich Michel selbst Sexarbeiter ist (durch sie wurde) haben beide keine beruflichen Gemeinsamkeiten. Michel ist ein Cuckold mit der Dosierung „Never Inside“ und nein, sie haben keinen Sex miteinander. Helene bläst ihm ab und an mal einen, weil sie das gerne möchte, aber Michel sieht dies eher als Strafe an. Mein innerer mSub/DWT/Crossdresser konnte das sofort unterschreiben.

Natürlich fragte ich nach, wie das so mit dem Outing ist im TPE, worauf Helene meinte, dass sie das zumindest innerhalb der Familie nicht wirklich raus posaunen. Michel würde sie dann als „Meine Königin“ statt „Meine Herrin“ ansprechen und ihre Mutter findet das einfach nur goldig („Welche Frau möchte denn nicht von ihrem Mann als ‚Königin‘ tituliert werden?“). Auch wenn ab und an davon gesprochen wird, dass er ein „Armer Kerl“ sei, denn wenn Michel ihr ein Stück Kuchen auf den Tisch stellt, dann „müsste er nochmal los, um eine andere Gabel zu holen. Wenn er dann zum Tisch kommt und endlich sitzt, muss er noch die Milch für den Kaffee holen, worauf er dann nochmal losmuss und nochmal und so weiter.“ Im Freundeskreis sei es mal zu einem nicht gewünschten Outing der beiden gekommen, aber man habe das nicht weiter abschwächen müssen, weil der Freund zu dem Zeitpunkt betrunken war.

Helene berichtet mit sehr viel Zuneigung von all diesen Dingen und Michel gluckst wirklich zufrieden darüber im Hintergrund. Michel ist ein sehr angenehmer und hochintelligenter Zeitgenosse und auf dieser Ebene sind sich beide absolut ebenbürtig. Auch wenn Helene immer sagt, dass Michel keine einzige Minute allein bleiben darf und hätte sie Termine mit Übernachtung woanders, würde sie ihn bei einer Freundin abgeben. Diese dürfe genau so über ihn verfügen, als wäre diese Frau Helene. Michel bestätigt durchaus, dass ihm das nicht unbedingt gefällt, aber er vermittelt auch glaubhaft den Sklavengedanken des „Für Wen mache ich das? Für meine Herrin!“ und dann geht es wieder.

Ansonsten sei der Freundeskreis aber eher angepasst. Also man lebt schon in einer entsprechenden Blase und setzt sich damit nicht irgendwelchen Menschen und Meinungen aus, welche sexfeindlich seien. Irgendwie sieht Helene das genau so wie ich, dass wer fragt, die passende und offene Antwort bekommt und dann vielleicht bereut überhaupt gefragt zu haben.

Auf die Frage, wie die beiden sich das im Alter vorstellen, wenn die Knochen anfangen zu knacksen, meinen beide fast schon unisono: Wir bleiben zusammen und wir schaffen das gemeinsam. Das TPE wird sich sicherlich nicht mehr ganz so in der Körperlichkeit leben lassen, aber das bedeutet nicht, dass es an Intensität verlieren muss.


Fazit: Wir wollen uns in 2020 treffen und beide wollen auch mein „Alter Ego“ kennen lernen. Auch wenn ich als mSub/DWT sicherlich nicht dem TPE, sondern eher dem EPE verhaftet bin, könnte das aufgrund des gleichen Gedankenguts von Michel und mir eine sehr interessante Zeit sein. Da werde ich mir sicherlich nicht eine Herrin suchen, aber eventuell ergibt sich was im Rahmen der Sexarbeit. Bleiben Sie dran 🙂