#TheTrainingOfO – Die Sache mit dem Safeword

Safewords sind wichtig
Safewords sind gut
Sub sagt es nicht
Sieh‘ was Dom dann tut.


Die Sache mit dem Safeword ist einfach eine Wichtige.
Ein Dom, der seiner Sub kein Safeword gibt, ist kein Dom.
Eine Sub kann mit einem Safeword machen, was sie mag.
a) Sie kann es sagen, wenn es passt ™.
b) Sie kann für sich beschließen, es nicht oder niemals auszusprechen.
c) Sie kann für sich entscheiden, es zurück zu geben, weil sie keines haben will.

Über das letztere habe ich lange nachgedacht.

Welche Verantwortung ergibt das auf meiner, der dominanten Seite? Kann ich damit umgehen?
Was passiert, wenn ich die Rückgabe, die ich in vollem Vertrauen erhalte, nicht annehmen mag?
Wie geht Sub damit um, wenn ich von ihr verlange eines zu haben, obwohl sie keines haben will?
Bin ich etwa bescheuert, weil ich ihr vielleicht nicht glaube, dass sie mir so sehr vertraut?
Oder lässt sie sich demütig eines einfach verpassen, um es gleich wieder zu vergessen, nur damit ich meine Ruhe habe?

Also, was ist, wenn konsensual a) ausgesprochen ist, aber Sub für sich nach c) „weiter macht“?


Eventuell ist das nicht unbedingt das Thema, was nun erwartet wurde als ich auf Twitter mal fragte, worüber ich so bloggen sollte. Und ich finde nun auch nicht den richtigen Dreh, um die Sache mit dem Safeword mit #TheTrainingOfO zu verbinden. Aber sei es drum. Ich mache die Blutgrätsche und frage einfach mal in den Raum: Hat eine „O“ ein Safeword? Ja, meine „O“ hat eines. Damit ist jetzt nicht Sarah gemeint, aber ja, sie hat auch eines.


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Übergriffigkeit und deren Notwendigkeit im D/s

Viele Legenden und Mythen ranken sich um den Begriff „Übergriffigkeit“ und tatsächlich ist im D/s nicht alles richtig oder falsch, nur weil es gerade geschieht.

Jedoch kommt es auf den genaueren Kontext an und basierend auf diesem Gedanken kommt eben auch der Definitionsgedanke aka SSC, RACK, META wieder auf.

Ich gebe mir Mühe, ist jedoch alles nur meine eigene Weisheit.


Wenn SSC (Safe Sane Consensual) anliegt, dann stelle ich für mich in Frage, ob D/s mit SSC überhaupt denkbar ist.
Es gibt ganz genaue Absprachen und innerhalb dieser Grenzen habe ich mich als Dom zu bewegen. Ob mir das nun passt oder nicht.

Ist Analsex auf der roten Liste, dann habe ich keinen Analsex.
Wenn ich diesen forciere, dann bin ich nicht nur übergriffig, sondern begehe eine Straftat.
Allerdings ist es auch zu kurz gesprungen nur dem Dom alleine die Schuld zu geben.

SSC entlässt auch die Sub nicht aus der Verantwortung im Zweifel das Safeword zu schmeißen, wenn Dom sich außerhalb der Regeln bewegt. Denn dafür hat sie eines.

Der Dom ist also nicht nur ein Straftäter, sondern die Sub ist zusätzlich auch dumm, wenn sie das Safeword nicht benutzt.


Ich höre nun stille Stimmen, die laut „VictimBlaming“ rufen, weil die Sub sich ja hingibt im Vertrauen, dass nichts im SSC geschieht, was nicht vereinbart war. Jedoch ist SSC in meinen Augen ein Konstrukt, an welchen zwei Menschen beteiligt sind. Ergo tragen beide zu gleichen Teilen die Verantwortung für das Geschehen. Auch während einer Session.

Ein Safeword zu schmeißen ist immer eine Klatsche, aber eben auch ein deutliches Signal, ein Korrektiv von unten nach oben. Man darf als Sub keine Angst haben es zu benutzen. Darüber muss Klarheit herrschen und ein Dom, der spätestens beim Safeword nicht reagiert ist kein Dom, sondern zusätzlich nicht nur Straftäter, sondern auch ein Arschloch.

Ich lasse das mal so hart wirken.


Jetzt kommen wir aber auch zu der Frage, was denn Übergriffigkeit im BDSM bedeutet?
Wann ist es „konsensuale“ Übergriffigkeit und wann nicht?
Und: Ist konsensuale Übergriffigkeit überhaupt existent, weil es schon ein Widerspruch in sich ist?
So ähnlich wie zB: „Demütigen Sie mich, aber bitte nur exakt so und so und so?“ Ist das dann noch Demütigung?

Wenn ich oben den Arschfick nehme, dann ist das ganz klar eine Strafttat. Es handelt sich um einen Akt, der von vorne herein ausgeschlossen ist. Schuld hat alleine der Dom, der die Grenze überschreitet. Es ist möglich darüber zu streiten, ob es eine Mitbeteiligung der Sub gibt, da diese kein Safeword geworfen hat. Ich halte das privat-juristisch für falsch.

Nehmen wir jedoch ein anderes Szenario: Der Dom greift der Sub an das Halsband und schleift sie hinter sich her um sie aufs Bett zu werfen.

Wenn das bereits übergriffig ist, dann muss das doch auf der roten Liste stehen, richtig? Es muss ausgesprochen sein, dass dies nicht gewollt ist. Oder ist das „konsensuale“ Übergriffigkeit, die nicht vielleicht sogar erwartet wird. „Der Dom solle sich nehmen, was er braucht!“. Wie exakt muss das Regelwerk sein, damit Dom sich immer zu 100% richtig verhalten kann?

Ich wage zu behaupten, dass D/s ohne eine gewisse Form des nicht erwarteten Zupackens, nicht als D/s bezeichnet werden kann. Vor allem, weil man nicht jede Situation von vorneherein kennt.

Auf eine konkrete Frage nach „Magst Du Ohrfeigen?“ muss ein bestimmtes „Ja!“ oder „Nein!“ oder „Habe ich keine Erfahrung mit!“ kommen. Wenn jedoch nur ein koketter Augenaufschlag kommt mit „Ich weiß nicht?“ ist das ein „Ja!“ oder „Nein!“? Nehmen wir an, das alles, was nicht „Ja!“ ist ein „Nein!“ sein muss, dann kann ich dem durchaus folgen. Was aber auch bedeutet, dass die Liste der Dinge, die NICHT erlaubt sind, ziemlich lang sein dürfte.

Meiner Meinung nach hat ein Dom sich in den Grenzen zu bewegen, welche gemeinschaftlich aufgestellt sind. Wenn jedoch Sub „jeden Tag nach Lust und Laune“ diese Grenzen ändert, was ihr gutes Recht als Individuum ist, dann kann ich das jedoch nicht mehr D/s nennen. Es fühlt sich dann eher als d/S an und eben auch nach „topping from the bottom“. Dann ist die Sub der dominante Part und führt den Dom nach ihren Wünschen an der Leine durch die Manege. Es degradiert den Dom zu einem reinen Wunscherfüller. Und bringt die Sub in den Bereich der Erlebnissexualität. Ich befürchte, dass mit D/s nicht gemeint ist, dass es eine dominante Sub und einen submissiven Dom gibt. 

Zu wissen, was man NICHT will ist sehr wichtig, aber wer weiß das schon so genau. Ich habe als Dom zu Beginn meiner bald 25 Jahre Dinge für nicht diskutabel gehalten, die mittlerweile liebgewordene und nicht mehr wegzudenkende Kinks sind. Ohrfeigen habe ich durch Lisa zu schätzen gelernt. Es ist für sie eine unbedingte Form der Demütigung, nicht nur für Strafen, sondern auch so zwischendurch. Weil mir danach ist. Sie hat mir dafür jedoch auch das OK gegeben, weil sie es mir erklärt hat, dass genau diese kontext-losen Demütigungen ihr Kick sind. Sie erwartet von mir Übergriffe dieser Natur, welche von anderen Subs komplett abgelehnt werden.

Ich bin also ein Spiegel meiner Sub und werde das immer sein. Und ich glaube, dass nur auf diese Art und Weise Übergriffe in Ordnung gehen. Allerdings ist das nur bedingt SSC. SSC verlangt, dass meine Ohrfeigen einen Grund haben. Sie sind Bestandteil einer tiefen Kommunikation. Sind sie auch: Der Grund ist, dass Lisa diese ohne Grund braucht, sie hat mir das nach langer Kommunikation ins Pflichtenheft geschrieben. Aber nach meinem Dafürhalten ist diese Regelung schon RACK.


Wenn SSC als ständige Basis gemeinsamen BDSM existiert, dann ist das eine gute Sache. Gerade als Anfänger auf beiden Seiten der Leine kann ich das nur empfehlen. Auch ich beginne ausnahmslos jede BDSM-Beziehung auch zu noch so erfahrenen Subs immer bei NULL. Ich nähere mich an, sie nähert sich an und vielleicht sind wir aufgrund der Erfahrung schneller an den Grenzen, weil wir wissen wie unsere Hasen laufen. Richtig ist, im SSC, dass Grenzen „gemeinsam“ verschoben werden. Es muss Klarheit über den „gemeinsamen“ Weg herrschen. Das Wunderwerk lautet Kommunikation. Miteinander sprechen hilft. Immer.


D/s ist in meinen Augen jedoch nur im RACK-Bereich denkbar. Der „Risk Aware Consensual Kink“ instruiert alle Beteiligten zwar auch im Konsens zu leben, es muss also eine gemeinsame Basis geben, die noch intensiver kommuniziert wurde. RACK ist für mich eine natürliche Fortentwicklung aus dem SSC heraus. Sie bedingt jedoch, dass meine Partnerin und ich eine tiefere Bindung zueinander haben. Ich bin mir nicht sicher, dass man RACK erreichen kann, wenn die Partner im BDSM auf eine gewisse Art „beliebig“ sind. Weswegen Sexarbeit immer SSC sein muss. Das habe ich mittlerweile verstanden.

Auf der anderen Seite begleite ich Kundinnen auf Playparties oder in Pornokinos, die meine Expertise als Begleiter genau in diese Spelunken zu schätzen wissen. Sie wollen meine Begleitung in die RACK-Welt, weil sie vorgeführt und fremdgevögelt werden wollen, weil der eigene Partner zwar ständig von „sowas“ spricht, aber es nicht in die Tat umsetzt. Sie nehmen billigend fremdes Sperma auf ihren Körpern in Kauf, weil sie mir vertrauen, dass ich mich selbst aus der Szene zurück halte und alles überwache. Ich bin also der Garant, dass im RACK nichts geschieht, was sie mir nicht erlaubt haben, was zu geschehen habe. Sie sind sich aber auch darüber bewusst, dass die ein oder andere Praktik eben Risiken birgt, die ich nicht unter Kontrolle haben kann.

Stellt sich nun also die Frage, ob ich derlei Anfragen ablehnen muss? Wenn eine selbstbewusste Frau sich mir öffnet und mich bittet ihre Bedürfnisse zu befriedigen, kann das nicht auch Inhalt von Sexarbeit sein? Oder darf ich das nur „ehrenamtlich“ machen? Also ohne Geld? Ich denke, dass es durchaus erlaubt sein muss, gerade wenn wir uns darüber Gedanken machen, dass eine sexpositive Frau sich nicht darüber definieren muss wechselnde Partner zu haben oder FemDom sein muss, sondern sich einen Sexarbeiter genehmigt, der ihre wildesten Träume im Rahmen der realistischen und intensiv besprochenen Möglichkeiten erfüllt. Die sich einen gewissen Traum von „manhandled slut“ erfüllen mag. Hinweis: Diese Vorgespräche dauern durchaus etwas länger und sind Inhalt intensiver Gespräche, die allesamt ihre Zeit Wert sind. Selbst wenn es am Ende nicht oder nur einmal geschieht.


Im RACK bin ich übergriffig. Ich muss es sein. Es wird erwartet, dass ich mir mehr als im SSC nehme, was ich will. Die Liste der NoGos ist deutlich kürzer. Die Partnerinnen wissen, was sie wollen und ich fackele dann nicht lang. #3K sagte mir, dass sie etwas Wichtiges mit mir besprechen wollte. Sie wusste nur nicht, wann der richtige Zeitpunkt wäre. Als der für sie richtige Zeitpunkt kam, hatte ich jedoch andere Pläne, die ich durchführte. Sie fügte sich, weil das nunmal auch nicht zu ihrem Nachteil ist, sich zu fügen. Und weil ich nicht wusste, dass sie mir was mitteilen wollte, war mein Zeitpunkt am Ende richtig. Wir haben dann später über ihr Thema gesprochen. Alles gut.

RACK ist auch das Spielfeld für Tunnelspiele (so mit Brennesseln und so). Das ich jedoch nicht „so ein Sadist“ bin führe ich das nur der Vollständigkeit halber auf.


Ohne nun noch auf die META-Ebene, als den Metakonsens aka „Consensual Non-Consent“, einzugehen, in welcher sich die „O“ bewegt, ist Übergriffkeit im D/s einfach notwendig, denn ohne sie wirkt die Magie des D/s nicht. Wer mit vielen Menschen spielt und sich auf diese Art nicht ganz so intensiv bindet/binden kann oder gar will, für den ist die „konsensuale“ Übergriffigkeit etwas völlig anderes, als für jemanden, der seinen Partner länger kennt. Daher kann meiner Meinung nach hier nicht wirklich in einem Schwarz/Weiß-Muster gedacht werden.

Meine Subs wissen, dass es einige Dinge gibt, die auf deren roten Listen stehen, die ich jedoch brauche. Sie sind sich jedoch auch darüber bewusst, dass ich nur gemeinsam mit ihnen die Dinge von der roten Liste angehe. Um sie in meine Welt zu holen, dass sie ihre Wohlfühlzone schrittweise um meine erweitern. Aus Neugier. Und aus purem Vertrauen in mich. Und ja, manchmal ist eine gewisse Form auch der „konsensualen“ Übergriffigkeit notwendig.

Von der Sucht nach der Sub … #CircleOfFalbalus

Ich wurde mal „Subsammler“ genannt.

Schon ein komisches Wort. Ist das überhauüt möglich? Subs sammeln? Und was sammelt man dann eigentlich? Sind es Körper, die man mal erobert hatte und deren Angedenken nun im Regal stehen? Wie so eine Trophäe? Wie so Ritzen im Bettpfosten, dort eingeritzt, dass niemand die sehen kann? Sammelt man Subs, um sich selbst als heißer Feger zu feiern? Vor anderen damit anzugeben? „Schau mal, ich habe soundso viele Frauen im Bett gehabt, und Du lieber Kollege?“

Wenn ich mal die Karten auf den Tisch legen darf, dann habe ich seit Bestehen des #CircleOfFalbalus (ca. 5 Jahre) sexuellen Kontakt mit mehr als 20 Frauen gehabt. Sexarbeit inklusive. Ist das schon der viel besagte Hurensohn? Dieser Subsammler? Kopfverdreher? Ein Sich-Nicht-Festlegen-Woller? Der ungebundene Gebundene? Oder so?

Ehrlich gesagt … habe ich keine Antwort auf die Frage gefunden, was so ein Subsammler ist.

Ich weiß halt nur, dass je älter ich werde, ich offensichtlich auch ruhiger werde und eine gewisse Gelassenheit ausstrahle, die auf eine gewisse Sorte von Frauen anziehend zu wirken scheint. Ich muss nicht suchen. Ich werde angesprochen. Es scheint, als würde meine Auslegung des D/s, die hoffentlich auch andere Doms pflegen, einen ganz gewissen Nerv zu treffen. Weniger Schmerz, der jedoch dazu gehört, mehr Lust dort wo sie nicht vermutet wird. Mehr Tiefe, mehr Gespräche, weniger oberflächlich.

Und offensichtlich bin ich wohl dieses „süchtig“. Süchtig nach Leben. Nach Erfahrungen. Nach Wissen. Nach Lernen. Nach Fühlen, Spüren und Berühren. Besessen davon in meinen Gedanken, die sich immer wieder im BDSM-Kreis drehen, die Frau in den Mittelpunkt meiner Begierde stellen und alles zu tun oder zu lassen, um eine gute gemeinsame Zeit zu haben. Egal, wie lange die Zeit andauert.

Ich bin dankbar für meine Begegnungen, für die Subs und deren Vertrauen in mich. Dass ich es bin, den sie ausgewählt haben.

Jetzt ist es immer gerade richtig.

Urlaub mit … #3K

Nein, es soll sich nicht so anhören. Natürlich hat #3K einen Namen und den Damen im #CircleOfFalbalus ist er bekannt und sicherlich auch im Dunstkreis unser beider Twitter-Leben. Jedoch gibt es spezielle Gründe ihn einfach nicht auszusprechen. Aber ein Hashtag auf Twitter kann euch schon helfen die Beteiligten zusammen zu finden.


#3K wohnt von allen meinen Subs am Weitesten weg. Sie ist verheiratet, ihr Ehemann ist über mich informiert und unsere Bindung ist schon recht intensiv. Weitere Umstände bedingen jedoch, dass wir uns insgesamt nicht so oft sehen können. Wo die Herrin der „O“ sich ein wenig zurück nehmen muss, da sie in Köln residiert, ist Lisa nur gute zwei Autostunden entfernt, so dass gemeinsame Zeit mit diesen Damen öfter an den Wochenenden stattfinden kann. Mit #3K geht das nicht, dafür sehen wir uns insgesamt länger, zumeist für mehr als eine Woche. Und das hat schon was von Urlaub. Und dies ist mit der Grund, wie #3K es so sieht. Flucht aus dem Alltag, einfach nur Sub sein … und sich fügen.


Auch wenn ich meine Beziehung zu #3K hier nicht detailliert aufschreiben mag, so verbindet uns jedoch eine gemeinsame Sache so intensiv, dass ich diese umschreibend in den Vordergrund schieben möchte. Menschen haben verschiedene Bedürfnisse. Manche entstehen aus einem Zwang heraus und andere kommen komplett freiwillig daher. Bei #3K und mir ist es so, dass ich genau das liebe, was sie unbedingt braucht, weil ein Zwangsbedürfnis vorliegt. Nun könnte der werte Leser meinen, dass es sich hier um Ausbeutung meinerseits handelt. Aber dem ist nicht so. #3K ist hierfür in entsprechender Behandlung und wir haben ewig und drei Tage darüber diskuttiert. Schließlich bin ich ja kein Therapeut und möchte auch nicht in diese Rolle schlüpfen.

Zwischen #3K und mir existiert eine Regel, welche ich selten so ernst nehme. Denn wo es für sie sehr schwer ist um eine Ausnahme zu bitten, eine Frage, welche sie manchmal Stunden oder gar Tage beschäftigt, fällt es mir nicht immer leicht dieser Frage nach einer Ausnahme nicht zu entsprechen. Also eisenhart zu bleiben. Aber ganz genau so ist das vereinbart. Und es funktioniert. Und das nach einigem hin und her im letzten Jahr sogar sehr gut. Ja, ich weiß, dass die Neugier bei der Leserschaft groß ist, aber ich bleibe da ein wenig schwammig.

Unser Gefühl des vertrauten Miteinanders ist so auf eine schöne Art gewachsen, weil es mehrheitlich in Zeiten entstanden ist, in welchen wir uns nicht sehen können. So dass wir uns dann in den Zeiten, wo wir uns haben, einfach keine Gedanken darüber machen müssen. Wenn ich sie vom Bahnhof abhole fühlt es sich so an, als hätte ich sie vor wenigen Stunden erst dorthin gebracht. Und das obgleich zwischen den letzten beiden körperlichen Treffen fast sieben Monate lagen.


Diesmal habe ich ihr am Bahnhofsgleis nach einer Umarmung eine Leine an ihr Halsband angelegt und sie meinte, dass alleine derlei Gesten völlig ausreichen um sie schweben zu lassen. Keine Gedanken mehr an „Was mache ich hier und was denken die anderen nun über mich?“ sondern „Das ist mein Herr und der darf und soll machen, wie er meint. *schulterzuckgeräusch*“. Ein wahrlich seltenes Geschenk für mich, welches ich sehr zu schätzen weiß. Und das nächste mal werde ich ihr die Frage stellen, die dem Anlass entsprechend sein wird: „Na, schöne Frau, wie war Dein Tag?“

„O“ Lisa bittet zum Empfang …

… wenn man von nix wirklich eine Ahnung hat, dann kann man was erleben …


Tatsächlich ist es ja auch so, dass der alte, weiße, Hetero-Cis-Predator auch mal eingewickelt wird. Alles, was ich wusste war, dass Lisa und ich auf einer #SecretNight ein Paar kennengelernt haben und am Ende rauskam, dass die beiden Herren jeweils den Damen die Telefonnummer der jeweils anderen Dame zu übermitteln hatten. Und ab dann war Funkstille. Und das ziemlich lange.

Im Nachgang fing alles vor Corona an und die ganze Planung hätte auch schiefgehen können, wie mir gesagt wurde, hätte NRW sich nicht für etwas mehr Miteinander exakt fünf Tage vor dem Termin geöffnet. Nicht auszudenken, was mir/uns nicht passiert wäre. Lisa kam am Vorabend, also einem Donnerstag zu mir, und ich würde eine Adresse erhalten. Aufgrund der Organosation ging es dann am Freitag in zwei Autos los. Zu sagen, dass ich nun sonderlich aufgeregt gewesen wäre, wäre gelogen. Aber ich war sehr neugierig auf das, was da passieren sollte. Für Lisa war es sehr anders herum aus verständlichen Gründen.

Am Ziel angekommen erkannte ich den Ort der Handlung auch erst. Ein BDSM-Appartment, wo Lisa und ich schonmal waren und eine sehr entspannte Zeit miteinander hatten. Wir schauten uns um und stellten Umbauten fest, die uns nicht so gefielen. Das Andreaskreuz im Wohnzimmer war vorher richtig frei zugänglich. Nun steht dort ein halbes Sofa davor. Und eine TV-Ecke wo früher ein BDSM-Tanzplatz war. Es fehlte auch ein richtiger Tisch dort, wo mal einer war. Der Platz, der im Prospekt zu sehen ist und wo der Tisch stand, war nun ein Hochtisch mit Barhockern. Ziemlich nicht stilvoll. Aber: TjaNun.

Das andere Paar kam an und die Herren wurden ins Raucherzimmer geschickt.


Die Dame des anderen Paares kam später mit Lisa ins Raucherzimmer und es wurde uns ein Plan vorgestellt.

Freitag: Freies Spiel
Samstag: Vormittag und Nachmittag – Freies Spiel, am Abend „O“-Date.
Sonntag: Frühstück, Aufräumen und Abfahrt.


Ich möchte insgesamt gar nicht so sehr auf die Details eingehen, weil wichtiger als das die Herren bereits im Raucherzimmer sich darauf geeinigt hatten, die „O“’s zu tauschen, war, dass Lisa sich als „O“ präsentierte. Die beiden Damen haben einen Entwurf, den die Herren mal so für einen Abend der „O“ ausgedacht hatten, in die Tat umgesetzt. Wein, Essen, Unterhaltung, Vorstellung der „O“’s, Bekleidungskontrolle. Das die Dame des anderen Paares eine Doppelrolle als „Moderator“ des Abends und als „O“ hatte, fiel kaum auf.

Lisa war extrem aufgeregt. Wir hatten durchaus mal über das ein oder andere gesprochen. Sie meinte immer, dass sie eigentlich ein „Upper Floor“-Mädchen ist, wobei sie jedoch als meine Sklavin nicht wirklich unterfordert wäre. Es war das erste Mal, das Lisa sich Anderen so freizügig nackt gezeigt hatte und das erfüllt mich bis heute, Wochen später, immer noch mit Stolz. Denn bis dato stand sie sich dabei immer selbst im Weg. Da helfen auch schöne Worte nichts. Manche gordischen Knoten lösen sich dadurch, dass man sich selbst in eine Situation bringt, aus der man nicht rauskommt. Und genau das hat Lisa an diesem Wochenende vollbracht.

Lisa ist nun offiziell eine „O“-Novizin, weil es ihr eigener Wunsch ist, in diesen Bereich vorzudringen und diesen mit Leben zu füllen. Halt so, wie es im realistischen Rahmen geht. Sie ist extrem scheu und schüchtern, aber neugierig auf die neuen Aufgaben. Schauen wir mal, wie weit Corona es zulassen wird auch mal öffentlich aufzutreten, was ich als wesentlichen Sinn einer „O“-Schaft ansehe. Eine „O“, die nur im Schlafzimmer tätig ist, schullijung, ist für mich keine.


Manche Menschen sagen, dass ich ein Vulkanier bin. Und das ich mit Emotionen nicht so gut kann. Dass ich diese zu sehr versachliche. Was jedoch nicht bedeutet, dass Vulkanier keine haben. Und was Lisa angeht bin ich emotional kompromittiert.