… und tschüss!

Dies wird mein letzter Blogeintrag werden. Die Ereignisse haben sich einfach überlaufen.


Wie auf Twitter zu lesen ist, so ist der #CircleOfFalbalus seit dem 04.10.2020 Geschichte. Über die genauen Gründe, des wie genau es dazu kam, hülle ich mich erstens in Schweigen und zweitens ist es so versprochen. Alle wesentlich Beteiligten sind jedoch über die Geschehnisse informiert. Nur das ist wichtig.


Ich habe darüber nachgedacht, ob ich dieses Blog und auch meinen Twitteraccount nicht einfach still und leise löschen sollte. Auch auf die Gefahr hin, dass es eh niemand mitbekommt. Aber … da ich momentan noch in einer #Blogparade hänge, wollte ich da niemanden hängen lassen. Und am Ende ist eben nicht alles, was ich in den vergangenen Jahren so zum Thema BDSM zusammen getragen habe schlecht. Und auch die Zeiten sind nicht schlecht gewesen. Nur am Ende … kann ich nicht mehr Martin, der Dom(inus) sein.


So bin ich in meiner Trans*-ition einfach viel zu weit, wo ich tatsächlich dachte, dass ich Sarah, die ich seit Beginn des Jahres fast 24/7 nicht nur in der Sexarbeit lebe, einfach ausziehen könnte. Diese Erkenntnis kam plötzlich und einfach nur unerwartet für alle Beteiligten. Und im Ergebnis war die Auflösung des #CircleOfFalbalus der Logik nach die einzige Wahl. Ich war mir immer bewusst, dass dieser Moment kommen würde. Also dieser „point of no return“ nur bin ich nicht davon ausgegangen, dass er so früh kam. Dass ich noch Zeit hätte die Subs im #CircleOfFalbalus, die Sarah ja bereits kannten, irgendwie mitzunehmen.


Ich habe per 04.10.2020 zwei für mich sehr wichtige Menschen verloren. Sicherlich hat Sarah durchaus die Dominanzerfahrung von Martin geerbt. Nur ist sie eben kein MaleDom. Sie ist FemSub hier und FemDom dort. Zusätzlich weiß ich aber auch, dass Sarah derzeit keine Sexualpartner, sondern Freunde braucht. Menschen, die mit „rüber machen“. Meine Subs haben mich immer auf dem Weg zu Sarah begleitet. Sie haben mich machen lassen, weil Sarah mich in einen anderen, besseren und glücklicheren Zustand versetzt hat. Der Weg zu Sarah ist sicherlich noch nicht abgeschlossen. Aber es steht nun auch fest, dass es den Martin (vorerst) eben nur noch amtlich geben wird. Personalausweis, Rentenversicherung, Krankenkasse, sowas eben. Er wird aber nie wieder Live und in Farbe in Erscheinung treten.

Und das war das finale Aus.


Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieses „Ende mit Schrecken“ nicht für jeden verdaulich ist. Die einen halten das alles vielleicht für verantwortungslos und bei den anderen ist dieses ganze Trans*-Zeug komplett unterm Schirm geblieben und gerade diese Menschen schütteln den Kopf. Ich bin niemandem böse deswegen. Ich muss das aushalten und werde eben nicht in die Rechtfertigungsfalle tappseln. Nur wenige Menschen haben den direkten Kontakt zu mir gesucht. Auch das halte ich aus. Und ich urteile darüber nicht. Und ich werde nicht aus dem „Nähkästchen“ plaudern, weil das etwas mit Anstand und Würde zu tun hat.

Es gibt eben nichts zu verteidigen – obgleich dieser Passus schon danach aussieht.


Lange habe ich über die Schuldfrage nachgedacht. Aber irgendwie ist da niemand, der schuld ist. Es ist vergleichbar mit, dass es einfach ‚plopp‘ gemacht hat. Plötzlich war alles in mir weg. Ich habe, wie gesagt, auch darüber nachgedacht, diesen Blog still zu legen und auch den Twitteraccount zu löschen. Den Twitteracount wird es wohl zuerst erwischen. Eventuell so am 01.11.2020. Andere Social Media Accounts (Pinterest/tumblr) von Martin sind bereits im Orkus. Internetdomains sind aufgelöst. Eine Domaine hatte ich seit fast 20 Jahren. Tabula Rasa.

Den Blog werde ich jedoch noch eine Weile länger stehen lassen. Es wird jedoch keine neuen Beiträge mehr geben.


In diesem Sinne: Tschüss Martin!
-> Hallo Sarah.
(https://twitter.com/MrsSarahBlume)
(https://www.sarah-blume.de/)
(https://www.instagram.com/MrsSarahBlume)
(https://www.facebook.com/sarah.blume.184881/ – gesperrt bis 01.11.2020)
(https://www.facebook.com/SarahBlumeCD – gesperrt bis 01.11.2020)

Die Herausforderungen des Polydom

Was ist eigentlich so ein Polydom? Kurz gesagt handelt es sich um einen Dom, der mehrere Spielgefährtinnen hat. Von der Polydomme unterscheidet ihn lediglich das Geschlecht. Auch sie hat mehrere Spielgefährtinnen.

Im Gegensatz zu monogamen Menschen, welche nur einen Partner bevorzugen, bevorzugt ein polygamer Mensch mehrere Partner. Nur ist poly nicht gleich poly. Wir müssen zwischen polygam und polyamor unterscheiden. Polygam definiert sich durchaus in einer gewissen Form der Emphatie zum Gegenüber, während polyamor bedeutet, dass man sein Gegenüber liebt.

Und um die Verwirrung komplett zu machen kann es sein, dass ein polygamer Mensch auf einen monogamen trifft. Oder auf einen polyamoren oder meinetwegen auch auf einen monoamorösen. Manche Menschen nennen sich poly, sind jedoch nur seriell monogam unterwegs. Wo poly halt nur „viele“ bedeutet, bedeutet serielle Monogamie zB nicht, dass man gleichzeitige Verbindungen zu anderen hat.

Egal, welches poly man nimmt. Es definiert sich immer als Verbindung 1:n und zwar gleichzeitig. Wobei es auch möglich ist, dass n=1 ist, weil halt gerade nur ein Partner „da“ ist.


Die eigene Definition ist für mich eher polygam als polyamor. Ich kann intensive Gefühle für jemanden entwickeln, aber sie sind mit romantischer Liebe nicht zu vergleichen. Es ist schwierig zu beschreiben. Habe ich zu Anfang nur „Bock“ auf jemanden, bin einfach nur neugierig auf die andere Sexualität, so erschleicht sich am Ende nach längerer Laufzeit eine Art Gewöhnung ein. Nicht in dem Sinne, dass ich „die im Sack habe“, sondern eher wie ein gut situirtes altes Ehepaar. Sie leben gut zusammen, sie sind füreinander da, sie passen auf sich auf, wissen, was man voneinander hat und in diesem Rahmen lässt sich sehr wertvoll mit dem vorhandenen Vertrauen im Sinne des BDSM spielen.


Die personifizierte Herausforderung für mich als Polydom ist es zwischen den mir entgegen gebrachten Emotionen zu vermitteln. Es kommt vor, dass sich jemand in mich verliebt und ich das nicht auf der gleichen Ebene reflektieren kann (Mögen vs Liebe) und es geht auch anders herum, dass ich mich verliebe, aber die Sub nicht (Liebe vs Mögen). Da ich in meiner Logik eher vulkanischen Ursprungs bin sehe ich Dinge zumeist extrem realistisch und kann das alles gut für mich verpacken. Wenn ich liebe, die andere Seite nicht, dann „ist das halt so“. Die Frage ist dann immer, wo und wie grenze ich mich ab, wenn ich nicht liebe. Oder auch wie vermittele ich meine „anderen“ Gefühle an jemanden, ohne ihn zu verletzen, schließlich mag ich den Menschen sehr.


Zudem bin ich halt auch nicht immer dominant unterwegs, vor allem zwischen den Treffen kann es sein, dass ich einfach keinen Bock auf was habe. Was nicht böse gemeint ist. Dominanz springt in mir an, wenn ich meine Sub live und in Farbe vor mir habe. Aber es kann sein, dass diese Erklärung des Unbocks einfach nicht reicht für jemanden, der mir mehr Gefühle entgegen bringt als ich liefern kann. Und … muss ich im D/s nicht immer was „wollen“? Und wenn ich dieses „was wollen“ nicht mehr so wie am Anfang habe, ist das dann noch „normal“ oder ist das das Anfang vom Ende?


Corona hat mich da an der einen und anderen Stelle sehr nachdenklich gemacht. Ich habe mich, weil es halt gerade ging, mehr mit meiner submissiven Seite beschäftigt. Also ohne diese wirklich auszuleben. Dieses neue, alte Gefühl hat mich ja dann allem Anschein nach gepackt, denn ich bin (damit es auch der letzte mitbekommt) „Sarah Blume“ (https://www.sarah-blume.de/). Ich lebe mein Leben zu 100% als Frau und dennoch habe ich diese dominanten Gefühle für zwei Subs, die ich nur als Mann denken kann. Ich mag diese Gedanken. Nur ich kann das nicht immer so ausdrücken. Ich sitze am Rechner und bin Sarah und muss dann „was Dominantes“ machen, und das passt dann gerade nicht.


Wir alle drei spüren an der einen oder anderen Stelle eine Erschütterung der Macht nach meinem Coming Out in Richtung trans*. Vor allem jetzt, wenn „die Frau“ wieder anfängt zu arbeiten und #3K in dieser Zeit später im Jahr bei mir ist. Tagsüber als „Sarah“ unterwegs, ist geklärt. Aber Abends und Nachts wird eben „Martin“ verlangt. Oder wenn ich mit Lisa die kommenden zwei Wochenenden teile. Schließlich ist „Martin“ der Partner der Subs, die „Sarah“ akzeptieren, weil mein Leben als „Sarah“ mich noch entspannter macht, als ich es eh schon bin.


Ich kann gar nicht oft genug betonen, wie gut es mir geht und wie gut es mir vor allem damit geht, dass meine Subs mich „machen“ lassen. Was ich als Zeichen von Größe und Verständnis empfinde. Um zu sehen, wohin die Reise geht. 1

1 Einschub – Der #CircleOfFalbalus ist zwischenzeitlich Geschichte und aufgelöst. Lisa und #3K sind ebenfalls nicht mehr da.

Strandkorb, T-Rex, Catnails #DreiWortStory #Blogparade for @provokrokant

Aufgaben sind dafür da, dass man sich Ihnen stellt.


Es wäre ziemlich einfach zu sagen, dass Margot am Meer lebt oder am Wasser haust. Vor einigen Jahren hatte sie ihre Sachen gepackt und sich auf den Weg zur Küste begeben. Urlaub. Erholung. Abschalten. So was halt. Sie fühlte sich ohne hin viel zu sehr eingebunden in das tägliche Einerlei. Neue Gedanken mussten her. Und nirgends konnte sie diese so gut aufgreifen, wie im Strandkorb an der Nordseeküste.

Und tatsächlich war diesmal alles anders. Zum einen, weil sie ohne Sack und Pack fuhr, also Kinder und Mann hinter sich ließ und zum anderen wusste sie noch nicht, was in diesen zwei Wochen so geschehen sollte. Sie wollte nichts tun und sich davon auch nicht unterbrechen lassen. Nicht, dass ihre Familie ihr zu viel wurde, nein, es war eher ein Urlaub von allem. Ihr Mann war alt genug sich auch mal allein um die Kinder zu kümmern und seinen Alltag mit Kindern zu strukturieren, statt immer nur dann was zu machen, wenn man ihn was fragt. Ein Lächeln kam auf, als sie sein denkwürdiges Gesicht vor ihrem inneren Auge sah, als sie ihm sagte, dass sie zwei Wochen lang für niemanden erreichbar sein wolle.

Ihre Mutter meinte, dass eine gute Mutter sowas nicht täte. Ihre Schwester glaubte, dass eine Scheidung ins Haus stünde. Ihre Kinder sahen das ein wenig anders, es würde ziemlich langweilig werden, aber sie würden das schaffen, wenn sie nur glaubhaft versichern könne, dass sie auch wiederkäme. Solange die Kinder damit okay gehen, immerhin schon 16 und 17, kann sie auch los. Alle anderen sind erwachsen, tendenziell, und müssen das mal ab. Wie kommen Menschen auf die Idee, dass eine Familie immer 24/7 aufeinander glucken müsse? Oder dass eine Ehefrau nicht Urlaub ohne den Ehemann machen können? Nun ja.

Ihr kleiner Koffer war nicht gemacht für den Kieselsteinpfad und stolperte hinter ihr her, als sie sich von der Fähre runter den Weg zum Appartement bahnte. Viel hatte sie nicht dabei. Sie hatte nicht vor auf den Swutch zu gehen, sondern einfach eine Zeit lang eine Wohnung für sich allein zu haben ohne ständigen Lärmpegel. Schlüpfer, Shirts, Sandalen und die uralte Jogginghose aus ferner Jugend waren ihre Begleiter. Mal nicht aufrüschen für den Job, mal nicht jemandem hinterher räumen, sondern ganz allein nur für den eigenen Müll zuständig sein. Geschirr gebrauchen, ohne es gleich wegzuräumen und die gleichen Sachen mal drei Tage tragen. Falls was anhaben, schließlich sollte es ziemlich warm werden.

Sie konnte sich fast gar nicht daran erinnern, wie das mal war in der ersten eigenen Wohnung. Nur auf sich gestellt. Fern von den Eltern. Nur, dass es ihr jetzt, 20 Jahre später, überhaupt nicht davor graute allein zu sein. T-Rex wird diesmal ohne Kompromisse rauf und runter gehört. So laut oder leise, wie sie das will, während sie dazu unter der Dusche singen konnte, ohne dass ein Hund mitjaulte. Oder ein Ehemann leise weinte.

Ja, dafür war es Zeit.

Die Feinheiten bei der Übergabe des Feriendomizils waren schnell erledigt. Die Türe hatte sich geschlossen und sie inspizierte die Wohnung erneut. Küche gut. Wohnzimmer gut. Schlafzimmer gut. Badezimmer mit Dusche und Wanne gut. Alles gut. Simpel und einfach. Fenster auf. Blick hinaus. Einatmen. Ausatmen. Margot entleerte den Inhalt des Koffers auf das Bett und sortierte alles fein säuberlich auf die Seite, wo normalerweise der Mann schlief. Warum in die Schränke mit dem Kram. Wäsche kann sie hier waschen und zum Trocknen reichte eine kleine Wäschespinne im Wohnzimmer. Irgendwie ein wenig rebellisch, weil Wäscheständer im Wohnzimmer – geht ja gar nicht!

Ihr fiel ihr Badeanzug in die Finger. Der erste Badeanzug, der ihr immer noch passte, seitdem die Kinder geboren waren. Vorher trug sie nur Bikinis und machte die Männer verrückt. Warum sie damals auf ihre Mutter gehört habe, die meinte, dass eine Mutter keine Bikinis zu tragen habe. Tja, sie war jung und hatte keine Ahnung vom Leben. Sie glaubte, dass sie mit der Mutterschaft auch ihre Sexualität beendet habe. Nicht, dass sie keinen guten Sex mehr hätte, das nicht. Ihr Mann war immer sehr um sie bemüht und versuchte solide zwischen schnellen Orgasmus von ihm und dem langsamen von ihr zu vermitteln. Und doch war ein wenig die Luft raus. Man kannte sich einfach zu gut.

Mit den Kindern war es fast nicht mehr möglich spontan Sex zu haben. Sie wollte ihren Mann an einem Sonntagmorgen mal mit einem Blowjob wecken, als auf einmal die kleine Tochter neben dem Bett stand und fragte, ob sie da mitmachen dürfe. 13 Jahre danach musste sie darüber lachen, aber zu dem Zeitpunkt war es ziemlich peinlich und im Ergebnis gab es nur noch dann Sex, wenn die Kinder woanders übernachteten. Man arrangierte sich damit.

In den Regalen im Wohnzimmer standen ein paar alte Bücher herum. Die üblichen Verdächtigen wie Simmel und Pilcher. Reiseführer von der Insel, die auch schon mal neuer waren. Kniffelblöcke, Kniffelbecher, nebst einem Würfel zu wenig. Malefiz, herrjeh. Und die Fernbedienung für TV und Musikbox. Margot überlegte, was sie nun machen sollte und entschied sich dafür erstmal was einkaufen zu gehen, um den gähnenden Kühlschrank zu füllen.

Der Ort auf der Insel war nicht sonderlich groß. Kleine Reetdachhäuser, viel Grün drumherum. Bäckerladen, Fleischerladen und ein „Hier gibt es alles andere“-Laden mit rostigem Fahrradständer. Sie schlenderte durch die kleinen Gassen und dachte, ob hier mehr Schafe als Menschen leben würden und blieb vor einigen Schaufenstern stehen. Antiquitäten, Tonwaren, Postkarten. Sie wusste nicht, ob die Schilder alt waren oder auf alt gemacht wurden. Und während sie anfing sich eine Einkaufsliste im Kopf zurecht zu legen, fiel ihr Blick auf einen etwas versteckten Laden.

Über einer kleinen Türe, deren Lackierung stellenweise bereits abfiel stand: „Catnails

 

Fortsetzung am 16.10.2020


Diesmal in der Blogparade

 

01.10.2020 https://training-of-o.de/blog/2020/10/01/strandkorb-t-rex-catnails-dreiwortstory-blogparade-for-provokrokant/

 

04.10.2020 / 05.10.2020 https://senior525.wordpress.com/2020/10/06/das-knicklicht/ https://senior525.wordpress.com/2020/10/07/blockadeparade/

 

10.10.2020 https://bdsmkettensklave.wordpress.com/2020/10/10/rasur-wald-buch-dreiwortstory-blogparade-meinneuanfang/

 

13.10.2020 https://provokrokant.wordpress.com/2020/10/13/eiszeit-fehlersuche-cuckold-dreiwortstory-blogparade-fuer-eheherrin/

 

15.10.2020 https://sofiesgeheimewelt.wordpress.com/2020/10/15/postkutsche-weiblichkeit-und-meersalz-dreiwortstory-blogparade/

 

16.10.2020 https://www.sarah-blume.de/2020/10/16/erdbeermarmelade-ropemarks-schwimmbad-dreiwortstory-blogparade-for-positivchen/

 

Aufruf: https://training-of-o.de/blog/2020/09/06/aufruf-zu-einer-blogparade-thema-dreiwortstory/