Vom Irrsinn der Kleidungsvorschriften im BDSM

In diesem Artikel geht es um die irrige Annahme, dass es allgemeingültige Bekleidungsvorschriften (vornehmlich für weibliche Subs) im BDSM gäbe. Darauf möchte ich ein wenig näher eingehen.

Wenn es um BDSM geht, und ich sehe das in diesem Artikel absolut subjektiv, so mag ich es, wenn sich eine Sub mir entsprechend kleidet.

  • Sie soll bitte je nach Temperatur keine Unterwäsche tragen.
  • Sie soll bitte keine Hosen tragen, sondern nur Kleider oder mindestens Röcke.
  • Sie soll bitte stets ihr Halsband tragen.
  • Sie soll bitte stets HighHeels tragen.
  • Sie soll bitte stets halterlose Strümpfe tragen.
  • Sie soll bitte stets schlichte Kleidung ohne Schnörkel tragen.
  • Sie soll bitte die Naht ihrer Halterlosen stets nach hinten zeigend tragen.
  • Und was mir dann sonst noch sein einfällt.

Und ja, ich darf diese Wünsche äußern und ich finde es ist wichtig, dass diese Dinge einfach bekannt sind. Denn nur so kann sich eine Frau, die sich anschickt, eine Sub im #CircleOfFalbalus zu werden, ein Bild von dem machen, was so auf sie zukommen wird. Das sind meine Wünsche … und auch wenn die Bildsprache davon ausgeht, dass Frauen in „sowas“ stets gut und vor allem sexy und begehrenswert gekleidet sind, so muss das noch lange nicht für andere dominante Fachkräfte gelten. Aber ich will nicht für die anderen sprechen, sondern allein von mir.

Nur, was nützt mir das als Dom, wenn keine Frau sich auf sowas einlassen mag? Dann stehe ich schön blöd da mit meinen Wünschen. Auf der anderen Seite will ich nicht verleugnen, dass es aus welchem Grund auch immer, genügend Frauen gibt, die dieser Kleidervorschrift folgen mögen – und zwar generell betrachtet. Das macht es aber noch nicht allgemeingültig. Gewisse „Lingerie“-Dinge haben sich als zutreffend ergeben, wenn es darum geht einen Mann um den Finger zu wickeln. Ob das nun ein Modediktat ist oder nicht. Mir ist das Wurst. Zurück zum Thema.

Geht es also in einer D/s-Beziehung darum, dass dem einen gerne gedient wird und der andere sich gerne bedienen lässt, dann halte ich eine Kleiderregel für sehr viel weniger gesprächs bedürftig als z.B. diverse sexuelle Praktiken. Obgleich es Frauen gibt, die kein Problem mit Analsex-Gangbang haben, aber bestrapste Beine landen auf der No-Go-Liste. Ich finde das seltsam, aber … es kommt halt darauf an, wie eine D/s-Beziehung insgesamt ausgeprägt ist.

Jede Beziehung im BDSM hat andere „Bedingungen“. Wichtig ist, dass diese gemeinsam in intensiver Kommunikation ausdefiniert werden. Manchen Menschen ist die Bekleidung der Sub völlig Wumpe, solange sie sich gerne und grundlos ohrfeigen lässt. Manchen Menschen regt es halt sehr und intensiv an, wenn eine Sub sich zugänglich kleidet und so signalisiert, dass sie immer (für ihren Dom!) verfüglich ist. Im BDSM ist alles ein Kompromiss und mit Hingabe beiderseits ist es auch kein fauler.

Wenn ich an meine Punkte oben denke, dann komme ich immer wieder mal zu der Frage, warum ich das gerne so haben möchte. Es ist ganz einfach: Ich mag Frauen, die sich so kleiden. Ende der Geschichte. Und wenn eine Frau sicher weiß, dass in meiner Wohnung oder auf BDSM-Partys eventuell stets „3H“ zum Zuge kommt, dann kann sie sich vorher überlegen, ob sie eine D/s-Bindung zu mir so akzeptiert. Ja, oder eben nicht. Denn am Ende des Tages sind wir dominanten Menschen vollkommen machtlos, wenn die Frau was nicht möchte. Dann haben wir einen Ständer, aber keine Sub dafür. So einfach ist das.

Wenn eine Frau sich von sich aus gerne so kleidet und sich auch gut und sicher damit fühlt, dann gibt es weniger Probleme, als wenn man versucht eine Frau dorthin zu tragen. Das gibt nur Donnerkeil mit Wolkenbruch und ständiges Gerede. Dabei wollen wir doch unseren Spaß haben und nicht ständig an irgendwas rummaulen, oder?

Ich persönlich lege zu mindestens Wert auf diese Regeln, wenn es hauptamtlich irgendwo auf eine Party geht. Oder zum Essen. Oder ins Pornokino. Und wenn sie es daheim auch so macht, um so schicker und wenn nicht, tja, dann eben nicht. Meine Sub ist auch dann meine Sub, wenn sie daheim gerne im Jogginganzug rumlaufen will. Denn dieser ist ähnlich zugänglich wie ein Kleid 😉

(x) Für Euch getestet.

 

One thought on “Vom Irrsinn der Kleidungsvorschriften im BDSM”

  1. Ich heiße Mikel und bin der Diener meiner Herrin Anna und darf nur mit ihrer Erlaubnis hier schreiben.
    BDSM oder Femdom oder was auch immer mit Kleidungsvorschriften zu belegen halte ich für unsinnig und stimme Martin auch und gerade im Sinne meiner Herrin voll zu. Kleidung hat zum ersten den Zweck zu dienen. Das mit der Zugänglichkeit beschreibt und besagt alles!!!!
    Mein wichtigstes Kleidungsstück ist im übrigen mein Peniskäfig und meine Herrin liebt es ihn dann auch irgendwie immer zu sehen. Also trage ich dazu entweder eine durchsichtige (Leinen) Hose oder einen durchsichtigen (Damenspitzen) Slip oder dann auch mal nichts. Für den Oberkörper gibt es nur eine Regel, Shirts dürfen für unten nichts verdecken.
    Lack oder Leder ist im übrigen dabei vollkommen unbedeutend.
    Mit demütigen Gruß
    Mikel

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