Toleranz und ihre Nebenwege in der Enklave

Toleranz scheint mir etwas zu sein, was aus folgenden Gründen in Betracht gezogen wird.

a) Ich mag mir einfach keine Meinung bilden, also toleriere ich es.

b) Ich habe zwar eine eigene Meinung dazu, aber ich mag darüber nicht reden, also toleriere ich es.

c) Es ist mir einfach egal (aka unwichtig für mich oder hä?), also toleriere ich es.


Gespräche im BDSM zu führen sind nicht immer einfach, liebe Liebenden. Oftmals stoße ich einfach an gedankliche Grenzen, weil ich mir den Kink der Anderen einfach nicht vorstellen kann. Toleranz ist dann für mich, dass ich es zulasse, solange ich nicht ständig damit konfrontiert werde oder genötigt bin mich dazu zu äußern. Was zwei Menschen miteinander machen ist alleine deren Angelegenheit und solange ich das Gefühl habe, dass diese Menschen mit sich im Reinen sind und nicht wirklich strafbewehrte Dinge dahinter stehen, kann ich alles und jeden tolerieren.

So toleriere ich zB Menschen, die dieses „DDlg“ machen. Käme für mich nicht in Frage. Oder Menschen, die Kaviarexzesse leben. Oder Windelträger. Oder TPE-Devotlinge. Oder Menschen, die sich wirklich wirklich weh tun. Schlimmste Schmerzen kann ich tolerieren bei Anderen. Jeder soll eben nach seiner eigenen Fassong glücklich und zufrieden leben. Es ist mir halt völlig egal zuweilen.

Das ist nicht für jeden einfach. Manch jemand fühlt sich durch derlei Kram getriggert einfach seinen Senf hinzugeben zu müssen. Und schon eskaliert es. Und ich sitze dann da und denke mir, warum jemand sich dazu äußert, wenn sie/er den anderen nicht versteht. Wo aber dann auch auf der anderen Seite der Nicht-Verstandene verstanden werden will. Warum und wieso muss man sich ständig produzieren, dass man etwas nicht mag, was andere mögen? Ist mir ein Rätsel.

Mir wurde mal gesagt, dass ich mich mehr beteiligen soll an den Unterhaltungen zum Thema BDSM. Nur habe ich ab und an einfach keinen Bock darauf gewisse Dinge aus meiner Sicht immer und immer wieder neu zu erklären. Weil ich dann auch ziemlich schnell zu jenen gehöre, die was gut finden, was andere doof finden. Und ich frage mich, warum ich über so manche Sachen blogge, wenn es dann eh keiner liest 😉

Vielleicht bin ich deswegen müde geworden, keine Ahnung.

Vielleicht mag ich aber auch nicht ins Kreuzfeuer kommen, weil ich keine Zeit habe mich jedem bis zum bitteren Ende zu erklären? Ich habe zwei große Projekte mit dem Joyclub hinter mir, in welchen ich von oben nach unten meine Sicht der Dinge auf das BDSM erklärt habe und habe die Möglichkeit für andere gegeben, dies auch zu tun. Reichen tut das aber wohl nie. Weil schließlich immer wieder neue Menschen ins BDSM strömen, mit ihren neuen Ideen und Wünschen. Aber auch mit verwässerten Ansichten. Mir scheint, dass das D/s sich verändert. Und dies nicht wirklich zum Guten. Nur bin ich eben der Dinosaurierer. Eine vom Aussterben bedrohte Rasse. Ein Urzeit-Predator mit Kuschelhintergrund 😉

Aber ich werde auch in 2020 weiter bloggen und einfach stupide mein Ding machen. Ich glaube, dass auch wenn ich der Stino im BDSM bin, der sich das „alte“ D/s auf die Fahne geschrieben hat, welches von Kommunikation vor Submission ausgeht und somit konservative Werte pflegt, der Frauen eine Möglichkeit gibt, ganz genau D/s so haben zu wollen, so leben zu können, weil sie das eben so benötigen als moderne emanzipierte Frau in ihrer Entscheidung sich EPE zu verpflichten, dass dies einfach ein Angebot ist, welches dankbar von jenen angenommen wird, die es so für sich in Anspruch nehmen möchten.


„Ich möchte keine Rechte. Ich will Ihre Sexsklavin sein“ – #TheTrainingOfO

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