Umgang mit Andersdenkenden im BDSM

In diesem Artikel versuche ich mich an der erneuten Toleranzierung von Menschen, die es nicht so sehen, wie ich.

ES ist schon ein Kreuz mit den Andersdenkenden. Dabei geht es mir nicht mal wirklich um das, was Menschen miteinander machen und sich (wechselseitig) antun. BDSM bedeutet Vielfalt und ich bin nicht in jeder Ecke daheim. Und ich glaube auch, dass niemand das jemals sein wird.


ICH bin nicht queer. Und ich bin auch nicht pansexuell. Meine Sexualität ist Bi. Wobei ich mich in der Romantik nur in eine Frau verlieben kann, niemals in einen Mann. Dabei fällt es meinem Alter Ego ziemlich leicht mich einem Mann vollends zu unterwerfen, was Frauen in aller Regel niemals schaffen. Bis auf zwei drei Frauen, die meine Sexualität als mSub so wie sie nunmal ist respektierten, konnte mir nie eine intellektuell das Wasser reichen. Bei Männern ist mir das merkwürdigerweise völlig egal. Die sollen mich als mSub halt einfach benutzen wollen und keine Abend füllende Konversation betreiben.

DERZEIT gibt es eine Kundin, die sich durchaus im Bereich einer Herrin für mein Alter Ego bewegt und für die ich in der Sexarbeit durchaus eine Extrameile hinlege. Interessanterweise hatte ich bei Männern halt nur ein mal diesen Erfolg, dass es halt alles so gepasst hat, dass sich Lust und Schmerz wundersam vereinten.

ES scheint also wirklich darauf anzukommen, dass ich sowohl als Dom als auch als Sub Menschen benötige, die mit mir gedanklich im Kopfkino auf einer Wellenlänge liegen. Was eben diese Andersdenkenden komplett ausschließt. Offensichtlich hat das auch etwas mit meinem Alter zu tun und dem „Ich weiß, wer ich bin und was ich für jemanden sein kann. Mehr benötige ich für mich nicht.“. Bin halt keine 20 oder 30 mehr und eiere mit mir durch die Gegend.

DIE Tatsache, dass ich für mein weibliches Alter Ego einen zweiten Account habe, hat seinen Grund. Es würde mich selbst verwirren, würde ich in einem Profil dominante und submissive Absichten preis geben. Etwas, was ich hier im Blog machen kann und somit wohl auch authentisch bleibe.


ALS Dom erhalte ich einen Rahmen und in diesem bewege ich mich frei und zumeist ohne größere Absprachen. Tagesform abhängig ficke ich meine Subs oder nicht. Diese Entscheidung liegt jedoch nicht bei meinen Subs. Und diese wissen das und vor allem zu schätzen.

ALS Sub gebe ich einen definierten Rahmen vor (meiner Erfahrung und Lust folgend) und in diesem Rahmen kann sich mein Gegenüber völlig frei bewegen. Ich bin da wenig Tagesform abhängig und denke mir halt immer, dass eine Sub ist eine Sub ist eine Sub.

EVENTUELL unterscheidet mich auch, dass dominante Ansätze an mich selbst mich zu einer Sub machen, auf welche man sich verlassen kann. Ich denke nicht groß über mein Handeln nach, an Konsequenzen. Ich mache, was gewünscht ist. Bin aber auch jederzeit bereit „Käsekuchen“ zu flüstern, wenn es notwendig wird. Auf ein Safeword würde ich niemals verzichten. Und so bin ich prinzipiell auch Dom meiner selbst irgendwie. Und lebe ein „Führen nach Vorbild“. Nur eben, dass ich nicht weiß, welche Aufgaben an mich gestellt werden.

SO denke ich, dass ich wahrscheinlich als Extrem-Switcher nicht wirklich submissiv im Sinne des D/s bin, sondern eher im Subsein-Dürfen ein Ausgleich für dominante Tätigkeiten liegt. Submissiv betrachtet bin ich Erlebnissex orientiert. Daher nenne ich das immer: Mehrheitlich dominant. Dann aber richtig 😉 Und das ist halt die Wahrheit.


Gesicht zur Front

ICH habe so meine Probleme, wenn Doms sich derartig im D/s verlieren, dass sie nicht mehr wissen (wollen), wer die Sub selbst ist. Dass sie nicht begreifen, dass Dominanz aus der Submission nicht herausfordert, was Dominanz will, sondern herausformt, was in der Submission verborgen ist. Und erst danach die Forderungen der Dominanz anzugehen sind. Menschen, denen das Kopfkino der Submission vollkommen egal ist und sie nur ihren, und wahrscheinlich einzigen Weg kennen. Wenn sie denn überhaupt was wissen. Da bekomme ich echte Bauchschmerzen.

ERST neulich bekam ich folgende Zeilen zugeschickt:

Was halten Sie davon, dass [u.a. – Der Red.] gar kein realer Kontakt zu dominanten Personen (ich meine: GESPRÄCHE) möglich sein darf. Weil die Gefahr besteht, dass ich geoutet werde, [u.a. – Der Red.] und nur noch auf Fehler belauert werde oder dass es mich eben verletzbar macht.

ICH finde es absolut gruselig, wenn ein Dom seine eigene Unsicherheit derart auf seine Sub überträgt, dass er ihr sogar BDSM gesellschaftlichen Umgang verbietet. Das ist in meinen Augen absolut übergriffig und ich frage mich dann immer, was er sich denn sonst noch so einfallen lässt, was zu verbieten sei? Wie wenig muss ein Dom seiner Sub vertrauen, bis sie es dann auch nicht mehr tut? Setzen: Sechs!

„Doms“ sind sich zT sehr bewusst darüber, welche Punkte sie treffen müssen, damit eine unsichere Frau (erstmals Sub noch viel lieber) für sie die Beine breit macht und ihr dann meiner Meinung nach Regeln jenseits des D/s aufdrücken, an welche sie sich selbst nicht halten.

Keine Frage, werte Leser*innen: Die Frau, die ich mal heirate, wird meine Sklavin sein.

 … und sie wird es wissen und akzeptieren und wollen und eben auch für ihr Wohlbefinden benötigen. Und eben auch über Jahre mit mir gelebt haben.

EINE Sub derartig zu beanspruchen, mit welcher man selbst nicht mal zusammen lebt und sich nur auf ein paar wenige Hoppla Hopps im Monat trifft. Geht gar nicht.

SIE sehen also, es ist nicht so viel Platz in Toleranzien. Und ich denke, sie sollten das mal wissen.

3 thoughts on “Umgang mit Andersdenkenden im BDSM”

    1. Ab einem gewissen Punkt muss dann halt dieses „Fuck it!“ kommen. Weil es einfach anstrengend ist, anderen stets und ständig zu vermitteln, dass alles ganz genau so in Ordnung ist.
      Bei allem, was ich für mich so ausschließe, so habe ich alleine durch das extrem entspannte und lockere Telefonat den glaubhaften Eindruck erhalten, dass ihr beide glücklich miteinander seid.
      Und nur das ist wirklich wichtig.

      1. Ja, und wie, und vor allem, bei all der ganzen Perversion um uns herum… lach. Aber du hast Recht. Leider. Selbst in der Szene gibt es ja diese „Differenzen“ durch die Blockwarte und Blogwarte.

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