Greysexualität

Ich hatte ja keine Ahnung,, was es alles so gibt oder nicht gibt.

Heterosexualität. Homosexualität. Bisexualität. Und nun das? Greysexualität. Ich bin schon, ohne angriffig zu sein, bei Pansexualität ausgestiegen.

Also …


Als Grundlage existiert immer die Liebe. Das ist wichtig zu wissen, denn Greysexualität hat nichts mit dem Fehlen von Liebe zu tun.

Jeder Mensch hat eine Libido und diese ist mehr oder weniger ausgeprägt.

Auf der einen Seite existiert die Asexualität. Ist vielleicht ähnlich auch unter dem Namen „Platonische Liebe“ bekannt. Was aber einen Tacken mehr ist als Freunde für alle Zeit. Jedenfalls liebt man diesen einen Menschen und will auch mit ihm zusammen sein, Tisch und auch Bett teilen, aber es fehlt der Wille auch sexuell mit diesem Menschen zu verkehren.

Das muss nicht ungesund sein. Das denken nur die Menschen, die das andere Extrem darstellen.

Bei den Allosexuellen (nicht fragen, googlen!) sieht das ganz anders aus. Der offensichtliche „Normalzustand“ ist nämlich gar keiner. Diese Form der Zuneigung zueinander setzt vorraus, dass beide Menschen ihre Liebe nur durch Sexualität manifestieren können.

Und das Seil, dass beide Dinge verbindet … Tada \o/ … das sind die Graustufen. Somit sind wir dann alle … dieses …. greysexuell. Meiner Meinung nach unabhängig von Liebe, weil Sex für mich auch ohne Liebe existiert, aber wenn wir jemanden lieben, dann ganz gewiss.

FemDom vs MaleDom

Wenn wir von weiblicher Dominanz (FemDom) oder männlicher Dominanz (MaleDom) sprechen, dann sagt das noch nichts darüber aus, ob ein männlicher Sub (mSub) oder ein weiblicher Sub (fSub) dominiert wird.

Um es zu vereinfachen (Quasi als Legende) werde ich folgende Abk. nutzen.

  • Fm – Weiblicher (Female) Dom -> männlicher Sub
  • Ff – Weiblicher Dom -> weibliche Sub
  • Mm – Männlicher (Male) Dom -> männliche Sub
  • Mf – Männlicher Dom -> weibliche Sub
  • Domina -> Gewerbliche FemDom (Kollegin des Domins)
  • Dommse -> Private FemDom
  • Dominus -> Gewerblicher MaleDom (Kollege der Domina)
  • Dom -> Privater MaleDom

Los geht’s


Basierend auf eigener Erfahrung gibt es einen ganz entscheidenden Unterschied zwischen FemDom und MaleDom. Und das ist nicht nicht nur das Geschlecht.

Während ich als mSub selbst bei einem MaleDom mehr sexuell und weniger sadistisch genutzt wurde (Verfügbarkeit in der sexuellen Unterwerfung inklusive Vermietung, Verpachtung und Verkauf) konnte ich bei den FemDoms feststellen, dass sie mehr auf sadistischen Dingen als auf die Nutzung als Sexobjekt aus waren.

Und ja, das hat auch seinen Sinn.

Auf mich selbst bezogen spielte mein Kopfkino bei FemDoms nicht wirklich eine Rolle. Es ging mehr oder weniger nur um deren eigene Bedürfnisse. Was prinzipiell ja auch in Ordnung ist, aber da ich mich zu jenem Zeitpunkt eher als Sub, denn als Sklave betrachtete, ging mir dieses Anbeten der FemDom zu ganz gewissen Gelegenheiten irgendwie gegen den Strich.

Wenn ich also in der Anbahnung immer andeutete, dass ich sexuell unbedingt geteilt werden wolle und solange das stimmig ist, ginge auch alles andere, habe ich halt selten FemDoms erlebt, die ihren Sub mehrheitlich anderen Männern oder Frauen zur Verfügung stellen wollten. Offensichtlich gehört dies nicht wirklich in das Kopfkino der FemDoms, denen ich diente.

Was ich bei FemDoms gelernt habe ist, wie viel Schmerz ich auszuhalten bereit bin, wobei alle eines immer beherzigt haben. Mein Penis als NoGo-Area (Da ich nur einen Hoden habe, war und ist mein Penis für dominante Menschen an mir stets und ständig nicht berührbar). Darüber gab es vielleicht verwunderte Blicke, aber das wurde respektiert. Neben dem Schmerz lernte ich dann aber auch, wie sich das anfühlt, wenn der Penis in einem Käfig eingeschlossen wird. Und es war sinnig zu wissen, dass „wenn ich ihn nicht anfassen soll, dann Du aber auch nicht.“

Ich hatte in meinem Leben drei FemDoms, weil ich als Hete eben auch im BDSM Hete bleiben wollte. Und ich würde das gerne mal wieder ausprobieren wollen, dass muss ich zugeben (Ich bloggte darüber), aber bisher ist mir halt im unverbindlichen Gespräch noch keine FemDom begegnet, die mich derartig anspricht. Die Kopfkino halt zu weit auseinander. Monogame Beziehungen zu dominanten Menschen lehne ich halt ab. Irgendwann muss ich als mSub regelmäßig für Fremde hinhalten, sonst langweile ich mich einfach.

Wusstet ihr nicht oder? Das mit den FemDoms? Nun ja. Jetzt wisst ihr es.
Jetzt wo ich mich mehr als Extrem-Switcher mit Hang zur Dominanz sehe, kann ich das gerne zugeben.

Bei meinem einzigen Herrn, den ich mir fast aus purem Frust aussuchte, wurde ich dann seinen Worten nach zu einer männlichen „O“. Ich wurde in Schmerz gebadet und ich hatte darauf auf das Leben bezogen wohl mehr Sexualkontakte zu Männern als jemals zu Frauen insgesamt. Seine Vorstellung von „O“ ist die, die mich bis heute als Dom (und als Dominus) prägt.

„Der Herr muss nicht laut werden. Er muss niemals herrisch sein. Seinen Worten ist Folge zu leisten, ohne Wenn und Aber. In vollem Wissen, dass er alles machen kann, aber im Vertrauen, dass er meine Grenzen respektiert. Ich kenne mein Safeword und nutze es weise, wenn überhaupt. Mein Herr will nicht, dass ich mich überfordere. Ich bin ihm genug.“

Da ich nur einen MaleDom gehabt habe, kann ich nichts Grundsätzliches sagen. Und auch wenn ich drei FemDoms hatte, so ist das ebenso wenig repräsentativ. Wenn ich jedoch ins Internet horche (und das ist ja auch nicht wirklich repräsentativ), dann scheinen FemDoms eher sadistisch und auf sich bezogen zu sein und MaleDoms eher sexuell ausgerichtet und der Sub mehr verpflichtet. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.

Da jede Beziehung anders ist und kein MaleDom einem anderen gleicht und genauso wenig eine FemDom wie die andere ist, scheint zumindest das sexuelle Teilen eher bei den MaleDoms verankert als bei den FemDoms. Ihr müsst halt ansprechen, was ihr wollt und euch dann entscheiden, ob es passt.

Questions, Comments, Side-Remarks?

Covern, aber richtig

In einer Gesellschaft lebend, in welcher der schnelle Spaß getriggert durch diverse Online-Portale nur einen Klick weit entfernt ist und immer mehr Menschen in diesen Teil des Lebens vordringen und auch immer mehr neue Menschen hinzukommen, steht auch immer wieder die Frage im Raum:

Wie schütze ich mich, wenn ich mich zum Zwecke des BDSM mit einem mir fremden Menschen treffe? Dieses „Covern“ … kann ich das mal sehen?


Ich möchte aus meiner persönlichen Perspektive berichten, also wie ich die Dinge selbst handhabe und ich möchte nicht viele Worte verlieren, sondern einfach eine Stichwortliste zum Abhaken erzeugen.

Dabei gehe ich davon aus, dass dem Date nichts im Wege steht, also Datum und Uhrzeit sind bekannt und es handelt sich nicht mehr um ein Kaffeetrinken. Es geht nun zur Sache.

Du bist im Besitz der bestätigten Existenz Deines Gegenübers. Du hast also Vorder- und Rückseite eines Personalausweises. Weil ohne das, würdest Du ja nicht daten, richtig? RICHTIG?


  1. Du wendest Dich offen an einen Menschen, der Dein Vertrauen hat.
  2. Dein Gegenüber hat Einverständnis gegeben, dass Du die persönlichen Daten Deines Gegenübers an einen Menschen zu 1. weitergeben kannst.
    (Wenn das nicht vorliegt gibt es ja auch kein Date, nicht wahr?).
  3. Du teilst der Person zu 1. alle Daten mit: Ort, Datum, Uhrzeit, Zimmernummer des Hotels oder Adresse einer Dir unbekannten Spelunke. Und immer, wenn sich daran irgendwie was ändert, teilst Du das der Person zu 1. mit. Und vielleicht hast Du noch eine andere Person zu 1. jetzt als Backup? Kann ja nicht schaden.
    (Dass Du keinen Fremden in Deine eigene Wohnung lässt versteht sich von selbst!)
  4. Du verabredest mit der/den Person(en) zu 1. wann und mit welchen Worten Du Dich von Dir aus telefonisch meldest. Nein … Du wirst keine WhatsApp schreiben, auch keine Sprachnachricht. Du möchtest, dass die anderen Deine liebliche Stimme hören.
    (Dein Date möchte nicht gestört werden? Pech für das Date, denn dann darf das Date es sich selbst machen und Du fährst erst gar nicht los, klar oder?)
  5. Sich alle 60 Minuten zu melden ist natürlich vollkommen albern, aber vielleicht so, bevor Du den Partner triffst („Ich gehe nun da mal rein!“) und vielleicht vereinbart drei bis vier Stunden später („Es geht mir gut, es ist toll … ja, Du kannst jetzt auflegen. Melde mich morgen. <3“)
  6. Für den Fall, dass eben nicht alles okay ist, solltest Du mit den Personen zu 1. ein Stichwort vereinbaren, welches kontextuell in den Rahmen passt, aber von dem Gegenüber nicht als solches erkannt wird.

    Meine Frau hat bei unserem ersten Mal das Wort „Fabelhaft“ gewählt. Ein Wort, dass im Satz „Danke, es geht mir fabelhaft <3“ mir nicht aufgefallen wäre, wohl aber ihrer Besten, die am Telefon saß.

    (Wir sind nun im Jahre Fünf, also ist davon auszugehen, dass es damals nicht fabelhaft gewesen ist.)

  7. Ganz wichtig. Wenn Du mehrere Personen zu 1. hast, dann lege für Dich fest, wen Du zuerst anrufst. Und wenn alles okay ist, dann soll die erste Person es der zweiten sagen, diese der dritten. Wie so eine Kette. Wenn es aber total aus dem Ruder läuft, dann lass es nicht ewig und drei Tage bei der ersten Person klingeln, sondern wähle dann gleich die 110! und erst danach kannst Du es wieder bei der ersten Person versuchen.

Ich hoffe, dass ich mit diesem kurzen Abriss helfen kann.

Gerne könnt ihr mir eure Erfahrungen in den Kommentaren mit auf den Weg geben.

Das Safeword … Fluch und Segen zugleich

Tatsächlich ist nun viel geschrieben worden, aber es ist immer wieder notwendig über wesentliche Grundlagen im Verhalten von Menschen im BDSM zu informieren.


Schauen wir uns einfach mal §228 StGB an:

Wer eine Körperverletzung mit Einwilligung der verletzten Person vornimmt, handelt nur dann rechtswidrig, wenn die Tat trotz der Einwilligung gegen die guten Sitten verstößt.

Denn was bitte ist BDSM am Ende des Tages, wenn nicht die Erlaubnis des/der Einen etwas Strafbewehrtes an sich vornehmen zu lassen zum Zwecke des gemeinsamen Lustgewinns.

Davon deutlich abzugrenzen ist übrigens §177 StGB (1):

Wer gegen den erkennbaren Willen einer anderen Person sexuelle Handlungen an dieser Person vornimmt oder von ihr vornehmen lässt oder diese Person zur Vornahme oder Duldung sexueller Handlungen an oder von einem Dritten bestimmt, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

Beide Paragrafen habe ich natürlich auch verlinkt.


Ich bin ein absoluter Verfechter des Safewords. Ende der Nachricht.

Und das in absolut jedweder Hinsicht. Ich lege gar nicht soviel Wert auf irgendeinen Gefühlsdusel, sondern einfach auf die Tatsache, dass ich eine aktive Erlaubnis für meine Handlungen benötige, damit ich das Vertrauen gewinnen kann für meine Handlungen nicht strafrechtlich belangt zu werden.

Denn im Gegenteil zum Zivilrecht (§185 BGB), welches eine unerlaubte Handlung in bestimmten Fällen nachträglich heilen kann, ist dies im Strafrecht nicht möglich. Denn egal, ob Safe, Sane, Consensual oder Risk-aware consensual kink (gleicher Wikipediaeintrag wie SSC) gespielt wird: Der/Die (dominant) Handelnde verübt unterm Strich eine Strafttat und verübt damit ein Offizialdelikt, welches den/die (submissiv) Handelnde zum Opfer macht. Diese Taten müssen nach Anzeige, welche nicht zwangsläufig durch das Opfer angezeigt werden muss, durch den Staatsanwalt verfolgt werden.

Das Benennen eines Safewords durch den/die Dom gibt dem/der Sub somit eine Möglichkeit das Spiel jederzeit zu beenden. Wird das Safeword genutzt, wird der Tatbestand nach §228 StGB verlassen (Die Freiwilligkeit respektive die Einwilligung) und in jedem Fall der Sachbereich nach §177 StGB betreten.


Es ist mir persönlich wichtig alle Beteiligten im BDSM auf diese Dinge hinzuweisen. Stets und ständig und ohne Ausnahme. Es soll nicht die Freude am Spiel mindern, nur weil jetzt bekannt sein mag, dass man als (dominant) Handelnder irgendwie immer mit einem Bein im Knast steht. Denn auch im BDSM gilt irgendwie das Prinzip, dass wo kein Kläger sich einfindet, so kann sich kein Richter finden.

Mir geht es darum, dass (submissiv) Handelnde erkennen, wo verantwortungsvolle Dominanz meiner Meinung stattfindet. Nur Arschlöcher manipulieren in die Richtung, dass kein Safeword nötig sei, weil man ja so erfahren sei und jede submissive Fachkraft einfach von Zeitpunkt Null an lesen kann und „Wenn Du mich wirklich liebst, wenn DU mir wirklich dienen willst, dann darfst Du kein Safeword besitzen. Denn mit Safeword, kannst Du niemals wirklich frei sein und fliegen.“

In diesem Sinne verweise ich gerne auf meine Backlinks.


Backlinks:

https://herzinfucked634830523.wordpress.com/2019/08/05/meine-gedanken-zum-safeword/

https://neediesblog.wordpress.com/2019/08/03/das-safewort/

Submissivität am Rande der Selbstaufgabe

Heute mal als Spracheintrag zum Anhören 🙂

Sollte klappen … (weil zu faul zum schreiben) 😀


„Selbstaufgabe“ dauert 17 Minuten und 52 Sekunden und kommt in zwei Formaten

-> m4a

-> mp3