#Sexarbeit – Das Interview – Akt mit 17 Fragen

Wie bist Du zur Sexarbeit gekommen?

Ich bin nun seit mehr als 25 Jahren im Business. Was anfangs nur eine reine private Passion war, hat sich durch Anfragen a la „Machst Du es auch für Geld?“ über die Jahre erweitert. Erst versteckt und dann gerade in den letzten Jahren ziemlich offen bis hin zum Komplett-Outing 2017. Seit Anfang 2019 bin ich offiziell gemeldet (Buzzword „Bockschein“) nach Prostitutionsschutzgesetz mit meinem Künstler- und meinem Realnamen.

Tatsächlich betreibe ich mein Gewerbe nebenberuflich und arbeite im Hetero-Escort als Dominus für vermehrt weibliche Singles (D/s und/oder SM) und Paare (Cuckolding, D/s und/oder SM).


Kannst Du von der Sexarbeit leben?

Nein. Aber ich wünschte es wäre so. Was als Hetero-Escort wirklich und wahrlich nicht bis gar nicht möglich ist. Da ich jedoch ein Extrem-Switcher bin, überlege ich meine männliche Submission entsprechend für Singles und Paare einzubringen.


Was antwortest Du, wenn Dich jemand nach Deinem Beruf fragt? Wie sind die Reaktionen?

Bisher habe ich keinerlei schlechte Erfahrungen gemacht. Ich laufe zwar nicht mit einer Leuchtreklame umher, aber wer mich was fragt, bekommt seine Antwort und muss dann mit dieser Information weiterleben. Das Stigma der Sexarbeit nachzugehen trifft mich persönlich nicht so sehr, wie meine Kolleginnen.


Macht Dir die Arbeit Spaß oder möchtest Du eigentlich lieber aufhören? Wenn Du aufhören wollen würdest, könntest Du?

Ja, Nein und Ja.

Da ich die Sexarbeit nur nebenberuflich betreibe und ansonsten einem sozialversicherungspflichtigen Job nachgehe, habe ich hier keinen Druck. Daher kann ich mir meine Kunden quasi aussuchen und muss nichts machen, was ich nicht mag. Ich bin ein sehr sexpositiver Mensch und würde jede Gelegenheit nutzen sofort aus meinem Job auszusteigen, um nur noch der Sexarbeit nachgehen zu dürfen.


Musst Du Dich vor der Polizei in Acht nehmen? Begegnet Dir die Polizei / der Staat eher feindlich oder hilfsbereit?

Ich führe meinen „Bockschein“ immer mit mir, sobald ich Sexarbeit bezogen tätig werde. Leider bin ich noch nie in eine Kontrolle geraten, um in ein verdutztes Gesicht eines Ordnungshüters zu schauen, dass nicht die Dame an meiner Seite, sondern ich der Sexarbeiter bin.

Zurückblickend war die Gesundheitsberatung Anfang des Jahres eine sehr angenehme Sache.


Versuchst Du Menschen, die Sexarbeit als „schmutzige Arbeit“ betrachten und mit Menschenhandel gleichsetzen, vom Gegenteil zu überzeugen?

Sehr viele Vorurteile über Sexarbeit kommen aus Emotionen heraus, welche nicht versachlicht sind. Da fällt es mir sehr schwer einen Anhaltspunkt zu finden und zumeist lohnt sich das Gespräch hier auch nicht wirklich. Aber es gibt auch Unwissenheit über meine Arbeit, weil ich ja potenziell dem Fremdgängertum Beistand leiste. Viele Menschen haben aus für mich völlig falschen Motiven Angst vor mir, so als würde ich ihnen etwas wegnehmen.

Als Dominus legalisiere ich zum Beispiel meine Bereitschaft zur Gewalttätigkeit, um Frauen verachtende Dinge an und mit Frauen zu tun. Das diese als Kundinnen zu mir kommen, weil sie auf eine ganz spezielle Weise Intimität und Nähe erleben wollen wird nicht weiter wahrgenommen. Meine Kunden sind übrigens alle krank und ich fördere diese Krankheiten, die es ohne mich nicht geben würde. Ich kann dann ziemlich direkt werden, wenn es um persönliche Angriffe auf mich oder meine Kundinnen und Kunden geht.

Ironischerweise höre ich diese Sätze nie, wenn ich dem Kontrahenten als männliche Sub gegenübertrete. Das finde ich erstaunlich.


Ist Sexarbeit Deiner Meinung nach mit Ehe und Familie vereinbar oder ist das eher schwierig?

Die meisten Kolleginnen und Kollegen, die ich kenne, sind verpartnert und/oder haben sogar Kinder. Sie schirmen ihre Arbeit jedoch vor den Kindern meistens ab und dass weniger, weil sie ihren Kindern nicht vertrauen, sondern um sie in der Schule zB nicht zum Mobbingopfer zu machen. An der Geschichte, dass Menschen mit der Sexarbeit aufhören, wenn sie frisch verliebt eine Beziehung eingehen, ist jedoch auch viel Wahres dran.

Ich kenne das so, dass Sexarbeiter*innen in der einen Stadt wohnen und in einer anderen Stadt arbeiten. Wie das aber auch in jedem anderen Beruf so sein kann.


Gibt es Zahlen dazu, ob Frauen primär Dienste von Sexarbeiterinnen oder Sexarbeitern in Anspruch nehmen?

Nö.

Es gibt keine Zahlen hierzu. Und es gibt auch keine offiziellen Zahlen dazu, wie viele Menschen überhaupt der Sexarbeit nachgehen. Das sind alles nur merkwürdige Hochrechnungen und Schätzungen.

Gefühlt ist es jedoch so, dass, in meinem Beritt, Dominas einfacher zu finden sind, als Dominus. Wir, als Dominus, sind nicht so einfach zu finden, weil uns viele Erotikportale als „Verkappte Freier“ von Anzeigen ausschließen oder grundsätzlich keine Sexarbeiter*innen zulassen. Daher mag ich annehmen, dass auch heterosexuelle Frauen ihre ersten Schritte mit Kolleginnen machen. Was ich persönlich den Kolleginnen natürlich gönne, aber auch schade finde.


Gibt es mehr Sexarbeiterinnen oder Sexarbeiter?

Ich möchte dazu tendieren, dass wenn man sich die Angebote so anschaut, dass es wesentlich mehr weibliche als männliche Sexarbeiter gibt.

Das ist meiner Meinung nach nicht systembedingt durch meine Stigmatisierung als „verkappter Freier“, sondern in der Mentalität der Männer verbaut. Für sie ist Sex meist mehr eine Grundlage der persönlichen Zufriedenheit und Frauen haben das einfach erkannt und sind demnach in der Sexarbeit die absoluten Marktführer. Auch die Trennung von Sex und Liebe ist bei Männern wohl eher gegeben, weil der schnelle Fick zwischendurch nichts an den Gefühlen für das Weib daheim ändert.

Daraus schließe ich für mich, dass Männer auch die wesentlich größere Anzahl der Kundschaft darstellen.

Um jedoch gleich dem Shitstorm vorzubeugen: Die üblich gut unterrichteten Kreise (hier: Kolleginnen und Kollegen im Berufsverband) berichten jedoch von einem zarten und dezenten Aufkeimen weiblicher Libido als Kundschaft. Durchaus ein Zeichen veränderter Zeiten im Rahmen eines gesunden Feminismus. Sie nehmen ihre eigenen Bedürfnisse wahr und verfolgen diese auf einem für sie sicheren Weg. Sexarbeiter*innen gelten als Experten auf ihren jeweiligen Gebieten.


Gibt es Zahlen dazu, wie viel Prozent der Sexarbeit (un-)freiwillig ist?

Nö.

Man kann jedoch ein wenig was herleiten, wenn man sich durch Urteile durchhangelt, welche sich mit Straftaten sexualisierter Gewalt beschäftigen.

Meine Kollegin Undine de Rivière hat hierzu herausgefunden, dass es grundlegend einen Unterschied gibt zwischen den tatsächlichen Zahlen gemessen in Urteilen und der Dunkelziffer gemessen in eingestellten Verfahren ohne Urteil oder Dinge, die nie zur Anzeige gebracht werden. Schaut man sich nun die Urteile an und filtert den Anteil der „üblichen“ sexualisierten Gewalt, welche vermehrt im persönlichen Umfeld des Opfers stattfindet, heraus, dann bleibt für sexualisierte Gewalt gegenüber Sexarbeiterinnen nicht mehr viel übrig. Und die Methoden der Statistik müssten daher in der Folge entsprechend dem prozentualen Anteil in den Urteilen auch die Dunkelziffer behandeln. Kommt man also auf 80% „übliche“ sexualisierte Gewalt in Urteilen, so muss die Dunkelziffer ebenfalls mit 20% bei der sexualisierten Gewalt gegen Sexarbeiterinnen einschlagen.

Da diese Sisyphusarbeit jedoch ziemlich anstrengend ist, macht sich kaum jemand wirklich Mühe mit sowas. Daher kommt man in vielen Berichten immer auf so hohe astronomische Summen, dass es mehr unfreiwillige als freiwillige Sexarbeit gibt.

Wenn ich mich als Sexarbeitsgegner übrigens ständig in Beratungsstellen bewege, die sich mit dem Ausstieg aus der Sexarbeit beschäftigen, dann muss ich zum Schluss kommen, dass es keine freiwillige Sexarbeit gibt. Weil dort kaum Menschen arbeiten oder sich beraten lassen, die es freiwillig machen.


Ist das Einteilen in „gute“ freiwillige und „schlechte“ unfreiwillige Sexarbeit überhaupt möglich oder kann selten eine so genaue Linie gezogen werden? Bzw. wo siehst Du persönlich die Linie bei Sexarbeit aus persönlicher Not oder erst bei der Nötigung?

Es gibt freiwillige Sexarbeiter, die können nicht gut blasen, bieten es aber dennoch an und haben somit mit Oralverkehr keinen Erfolg.
Es gibt genötigte Sexarbeiter, die sind fantastisch im Blasen und deren Auftragsbücher sind randvoll.

Was ist nun gut oder schlecht? Wer fühlt sich besser oder schlechter in seinem Job? Schwierig, oder?

Zu unterscheiden ist für mich Sexarbeit aus wirtschaftlicher Not von der Sexarbeit mit Nötigungshintergrund. Sexarbeit aus wirtschaftlicher Not ist keine Straftat und die Entscheidung der Sexarbeit ist dann auch freiwillig gefallen. Vorwürfe in Richtung dieser Person verbieten sich mir, weil sie/er wird sich das hoffentlich gut überlegt haben und gut informiert sein.


Was kann man konkret gegen unfreiwillige Sexarbeit tun?

Genötigte Sexarbeiter bemerkt man in aller Regel recht schnell. Deren Stimmungslage „verunreinigt“ das Untereinander zwischen den Sexarbeiter*innen zB in einem Bordell ziemlich zügig. Gut geführte Bordelle nehmen das auf und bieten Gespräche darüber an und geben dann auch Hinweise zum sicheren Ausstieg.

Vor allem existieren bereits heute alle nötigen Gesetze für Straftaten aller Art, die es nur konsequent anzuwenden gilt. Es braucht kein gesondertes „Strafrecht Sexarbeit“.


Was hat sich durch das ProstSchG geändert? Was hat sich verschlechtert oder verbessert?

Das ProstSchG ist so überflüssig wie ein Kropf. Es erreicht nicht die Formen von Sexarbeit, die es schützen will. Vielmehr sehe ich es so, dass das ProstSchG die Gesellschaft vor der Sexarbeit schützen will und somit ein weiterer Schritt in Richtung Stigmatisierung der Sexarbeit darstellt.

Es wird ein finanzrechtliches Konstrukt erschaffen, dass eine höchst persönliche Dienstleistung, welche absolut legal ist, in ein Gewerbe zwingt, welches man überhaupt nicht anmelden kann. Und selbst wenn ich annehme, dass es ein guter Schritt wäre, dass ich ein Gewerbe auf meine Sexarbeit anmelden kann, so habe ich nur die Pflichten gegenüber dem Finanzamt gewonnen. Ich habe jedoch kein Gramm mehr Rechte erhalten. Das ist barer Unsinn.

Da es sich um Bundesrecht handelt, welches ohne Umwege über ein Landesrecht direkt jede Kommune für sich selbst auslegt, gibt es unterschiedliche Formen der Diskriminierung in der Ausführung. Die Stadt München hat zur Drucklegung dieses Beitrages hierfür ein eigenes Gebäude angemietet, welches nur Anfragen und Anmeldungen nach ProstSchG behandelt. Somit ist jedem Menschen an diesem öffentliche Ort klar, dass da die Frauen reingehen, die als Nutten wieder rauskommen. Das ist schon ein starkes Stück und hat nichts mit Schutz der freien Berufswahl zu tun.


Was hältst Du vom „nordischen“ Modell?

Nix.

Und bei böser Betrachtung ist das ProstSchG irgendwie ein Einführungsgesetz hierzu.

Sexarbeiterinnen dürfen nach „nordischem“ Modell zwar legal ihrer Tätigkeit nachgehen, aber nicht mehr gemeinsam in einer Wohnung mit jemand anderen. Sie müssen allein arbeiten und haben keinen Schutz mehr durch jemanden, der im Zweifel Hilfe holen kann. Die Freierbestrafung greift nicht, denn nur weil etwas illegal ist, wird es dennoch gemacht. Mord ist ja auch verboten und dennoch wird in Ländern, wo es dafür die Todesstrafe gibt, gemordet. Die Sexarbeit wird prekärer, verschwindet mehr im Untergrund und wird damit gefährlicher für die Sexarbeiterinnen.

Ich stelle mir soundso die Frage, warum kaum mit Sexarbeiter*innen gesprochen wird, wenn es um solche Sachen geht. Gut, dass es dafür nun den Berufsverband gibt, der sich hierfür anbietet.


Wie würde Deiner Meinung nach ein ideales Gesetz zur Sexarbeit aussehen, dass die schützt, die zur Sexarbeit gezwungen werden und die unterstützt, die gerne als Sexarbeiter*innen arbeiten?

Geltendes Strafrecht gegen straftätige Freier und Zuhälter konsequent anwenden.

ProstSchG abschaffen. Sexarbeit als Gewerbeanmeldung mit allen Rechten und Pflichten möglich machen.


Was können wir als Gruppe tun, um das Thema Sexarbeit zur entstigmatisieren?

Ich freue mich sehr darüber, dass ihr euch an mich gewendet habt, um eure Fragen klären zu können. Der unverkrampfte Umgang mit Sexarbeiter*innen ist ein deutlicher Anfang zur Entstigmatisierung. Wenn ich mal in der Nähe bin, komme ich gerne mal bei euch vorbei.

Sexarbeiterinnen sind mitten unter uns. Eventuell gibt es auch ein Bordell in eurer Nähe, welches ihr mal besuchen wollt? Einfach mal da anrufen und fragen, ob das außerhalb der Öffnungszeiten ginge und ob eventuell auch eine/einer der Sexarbeiterinnen anwesend sein kann.

Natürlich frage ich mich schon, was ich in eurem Alter schon von Sexarbeit wusste 😉 Aber es ist wichtig in Kontakt zu bleiben und sich zu vernetzen. Dabei helfe ich gerne, wenn ich kann und darf.

Redet über Sexarbeit und lasst euch nicht abwimmeln. Stellt Fragen und hinterfragt alles und jeden. Immer wieder. Jeden Tag. Denn nur so kann sich eine Gesellschaft entwickeln.


Bringt es was auf kommunaler Ebene was zu verändern oder müsste sich damit die Bundesebene befassen?

Die Stadt Köln hat die Gesundheitsberatung für und die Anmeldung als Sexarbeiter*in auf einem Flur zentral in das Einwohneramt Köln-Deutz verfrachtet. Da gehen täglich 1000e von Menschen rein, wegen allem Möglichen. Keine Ahnung, wie das bei euch aussieht, aber es ist einen Einsatz wert mal zu fragen, wie das bei euch aussieht? Wie wird das ProstSchG bei euch umgesetzt? Sind die Mitarbeiter entsprechend geschult? Alles Fragen, die eure Fraktion im Rat eurer Gemeinde mal anbringen kann. Das Ergebnis würde mich interessieren 🙂

Die Umsetzung des ProstSchG liegt alleine in kommunaler Verantwortung und bis dahin sollte die Bundesebene vielleicht mit eurer Hilfe daran arbeiten ein paar exaktere Ausführungsbestimmungen zu erlassen, so dass die Städte und Gemeinden in der Umsetzung dezente Vorgaben haben, die Sexarbeiter*innen bereits bei der Gesundheitsberatung zu und Anmeldung als Sexarbeiter schützen.


Das Interview mit der „Grüne Jugend Traunstein“ wurde als Skype-Interview am Sonntag, den 18.08.2019 mit mir geführt. Es handelt sich hierbei um ein Gedächtnisprotokoll.

Was bisher geschah … // Geschichten aus der Gruft.

Es wurde um ein echtes Erlebnis gebeten, also eine Geschichte aus der Gruft 😉 … weil ich bin halt schon alt 😀


Das ist jetzt schon ziemlich lange her, aber ich erinnere mich daran wie mein Dom mir aufgetragen hatte, dass ich eine Woche lang spärlich bekleidet (als Damenwäscheträger – DWT) jede Nacht mindestens für zwei Stunden auf einem „gewissen“ Parkplatz für ihn anzuschaffen habe. Das Spiel mit der Sexarbeit hat mich ja schon immer fasziniert und es ging gar nicht mal um Demütigung. Mein Dom wusste das und wollte auch nicht, dass ich es für Geld mache (diese Dates vermittelte mir mein Dom von sich aus), sondern dass ich „auf Quote“ arbeite.

„Am ersten Tag wirst Du mindestens einen Kerl aufreissen, am zweiten mindestens zwei bis es dann am fünften Tag halt fünf sind. Und weil Du keine weiteren Fragen mehr hast, darfst Du davon auch Fotos und Videos erzeugen. Also möchte ich Dich mindestens mit drei Männern beschäftigt sehen. Alles klar?“

„Ja, mein Herr!“

So sah ich mich dann in einem schwarzen T-Shirt-Kleid mit nichts drunter, schwarzer Perücke und High Heels auf einem DWT-Strich in der Nähe Kölns parlieren.

Ich mochte solche Sachen. Sehr sogar. Und vor allem, weil die nicht wirklich ausformulierte Aufgabe mir kreative Möglichkeiten gab darüber zu bestimmen, welche Serviceleistung ich mit wem zu erbringen gedenke und auch wo. Selbst die Plots zu Fotos und Videos fielen unter meine Regie.

Während ich bis zum Tag Drei alle Forderungen habe erfüllen können, also das Bedienen von sechs unterschiedlichen Männern per Blowjob und/oder Analverkehr, hatte ich kein Glück, was Fotos anging. Niemand wollte seinen Schwanz in die Kamera halten, so als ob man jene am Schwanz erkennen würde. Aber mit Tag Vier durfte ich auch nicht mehr wirklich wählerisch sein, aber es bereitete mir keine Probleme auch die „B-Männer“ in den Autos anzusprechen.

Bis ich dann faszinierend herausfand, dass einer Natursekt wollte. Also er wollte nur das. Ich sollte neben dem Auto knien und einfach den Mund aufmachen. Allerdings nicht nackt, sondern bekleidet. Da ich eh Wechselsachen dabei hatte, war das für mich okay. Er sollte der letzte Kunde an diesem Abend werden. Fataler Irrtum.

Während ich also die Kamera und dann mich positionierte und die ersten Strahlen seines Natursektes in meinen Mund regneten, kamen auch andere Männer hinzu. Ich konnte das nur aus den Augenwinkeln heraus sehen, aber da standen so drei Männer, die ihre Schwänze wichsten. Offensichtlich gefiel ihnen also dieser Live-Porno. Und einer nach dem anderen stimmte in den Regen mit ein und ich glaube, dass ich insgesamt 5 Minuten lang beregnet und mit Facials versorgt wurde. Und alles auf Kamera.

Somit hatte ich am Tag Vier ein Video mit vier Männern und mir und zusammen mit den Vortagen insgesamt 10 Sexualkontakte. Und ich hatte echt keine Ahnung, wie ich das noch an Tag Fünf steigern sollte. Also ich brauchte ja noch fünf Männer am Tag Fünf.

Doch leider konnte ich meine Quote nicht leisten, denn die Männer vom Vortag waren wieder da. Ich hatte zwar fünf Sexualkontakte am Tag Fünf, aber halt nur einen neuen dabei.

Dennoch konnte ich mit zwei Videos dienen (immerhin) und ich gab meine Arbeit am Tag Sechs ab.

Mein Herr schmunzelte mich an: „Ich bin sehr stolz auf Dich. Weißt Du das eigentlich? Es geht nicht darum alles zu erfüllen, sondern alleine das Bemühen darum ist wichtig. Das hast Du getan. Und das macht nicht jeder einfach mal so. Du hast es wirklich drauf.“

Hachja <3

Lange her. Bitte Gerne Danke.

SSC vs RACK … oder so?

Was bisher geschah: Thinking RACK?


Auf diversen Ebenen wird immer mal wieder gerne besprochen, was denn nun der wahre Unterschied zwischen SSC (Safe Sane Consensual) und diesem RACK (Risk Aware Consensual Kink) sei und wie man möglicherweise auch das CNC (Consensual Non-Concent) dazu sehen darf.


Und auch andere Menschen haben sich bereits ausführlich hierzu geäußert:

SSC oder RACK? WTF? // SSC, RACK ODER DOCH LIEBER PRICK? // THE HISTORY OF SSC (SAFE SANE CONSENSUAL) VS RACK (RISK-AWARE CONSENSUAL KINK)


Vielleicht ist es dann doch mal wieder Zeit ein paar Dinge aus meinem eigenen und persönlichem Universum darzulegen 😉

Wenn es um #Sexarbeit geht (als Dominus) spiele ich grundsätzlich und ausschließlich SSC. Vor allem dann, wenn es um die Dienstleistung geht muss ich mich rechtlich noch viel mehr absichern. So habe ich dies auch zuletzt in meinen Beiträgen zur #OExperience dargelegt (Teil Eins / Teil Zwei). Das möchte ich gar nicht weiter ausbreiten.

Jedoch gibt es ja noch einen privaten und vielleicht auch noch einen geheimen Spieltrieb.


Alle meine Bindungen beginnen immer im SSC. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Es geht auch einfach nicht anders und vor allem von mir als Dom ist das zu erwarten. Viel Kommunikation. Viele Gespräche. Softlimits, Hardlimits. Wenn ich als Dom mir nicht gemeinsam mit der „Upcoming Submissive“ Gedanken um die Ausprägung des Spieles mache, dann machen wir beide grundsätzlich was verkehrt.

Ebenso bin ich der Meinung, dass eine 25 jährige Erfahrung vielleicht meine handwerklichen Fähigkeiten verbessert hat und auch wenn emphatische Dinge darunter zu finden sind; jeder Dom muss sich auf jede Sub immer wieder neu einstellen. Und anders herum. Zumindest ich könnte mir keine private Beziehung vor stellen, welche gleich auf RACK anläuft.

Vielleicht geht es im Privaten schneller von SSC zu RACK, das möchte ich nicht ausschließen, aber RACK ist für keine Bindung ein Ziel, welches unbedingt und dringend erreicht werden muss. Außer eben dann, wenn eine Sub zur „O“ berufen werden möchte. In diesem Augenblick finden zwar immer noch Gespräche auf Augenhöhe statt, damit die „Upcoming ‚O'“ die Konsequenzen ihrer Entscheidung auch wirklich absehen kann. Da ich jedoch mit ihr im SSC gestartet bin, sind wahrscheinlich schon vorher viele Gespräche in diese Richtung erfolgt, so dass der Schritt zu mehr RACK statt SSC eben bereits geebnet wurde.


Natürlich ist es auch im Rahmen meiner #Sexarbeit denkbar RACK gleich von Beginn an auszuleben. Jedoch mache ich dies eher mit Paaren, die einen dominanten Anteil haben und welche halt als Paar bereits eingespielt sind und meine Anwesenheit nur als Sahnehäubchen auf ihre eh funktionierende D/s-Beziehung sehen. Mit rein devoten Paaren spiele ich nur SSC.


Und dieses CNC? Ähnlich wie SSC -> RACK muss es auch hierbei in meinen Augen eine lange Zeit geben, bevor es von RACK zu CNC gehen kann. Das Ausmaß von Verbundenheit und Vertrauen sehe ich in der #Sexarbeit als nicht erreichbar an. Stammkundinnen müssten dann schon mindestens ein bis zwei mal die Woche buchen und bereits eine gewisse eindeutige Präferenz mitbringen.

Auch wenn meine Dienstleistung grundsätzlich Menschen mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen umfasst (dazu kommt ein eigener Blogbeitrag!), so ist auch hier maximal SSC in der #Sexarbeit denkbar.

CNC kann für eine „O“ durchaus in Frage kommen, der Metakonsens eignet sich hervorragend dafür. Jedoch denke ich, dass die meisten „O“’s maximal RACK leben, auch wenn sie es für CNC halten. Persönlich habe ich CNC als Dom nicht wirklich erlebt. Phasenweise ist es mal angeklungen, aber es beruhte auf gemeinsamer Absprache für einen Abend. Meiner Meinung nach ist CNC nichts für Fernbeziehungen. Hierfür sollte man schon gemeinsam wohnen, vielleicht Nachbarn sein, aber mindestens fest liiert in einer Stadt leben.


Ich persönlich als mSub bin ziemlich schnell auf den Trichter gekommen, dass RACK mein absolutes Ding ist. Tendentiell phasenweise auch CNC, aber das kam immer auf den Partner an. Derzeit habe ich keinerlei Tendenzen meine mSub-Seite außer in der #Sexarbeit auszuleben.

Was kümmert mich das Gewäsch von gestern?

Konrad Adenauer hätte es nicht besser formulieren können: „Es kann mich niemand daran hindern klüger zu werden!“


Und genau das geschieht mir jeden Tag. Bei so manchen Mitmenschen habe ich da meine Zweifel, aber tatsächlich sind diese recht selten. Offene und erwachsene Gespräche unter Menschen, die sich mögen, führen bei mir zu etwas. Sie bereichern mich und das jeden Tag aufs Neue.

Wenn es um BDSM geht, dann erst recht und wenn man sich dieses Blog ganz genau von vorne bis hinten durchliest, so wird man erkennen, dass ich mich in steter Veränderung befinde.

Sollte ein Dom(inus), denn nicht eine feste Haltung zu den Dingen haben?

Ja, und nein würde ich sagen. Habe ich mich früher darüber ausgelassen, was jede Sub in meinen Diensten machen muss, sehe ich das mittlerweile viel viel diverser. Ich bin heute wesentlich weicher als noch vor ein paar Jahren, weil ich erkannt habe, dass ich nicht alle meine Vorstellungen einfach so auf jede Sub anwenden kann. Jede einzelne ist einzig, wenn auch nicht immer artig ;-), und schon von daher muss ich jede Dame auch einzeln verfrühstücken.

Sie kommen mit ihren eigenen Wünschen und Bedürfnissen daher und ich muss diese immer wieder mit meinen eigenen abgleichen und oftmals korrigiere ich mich dabei mehr, als die Sub sich in meine Richtung verändern muss. Ich sehe mittlerweile einfach keinen Sinn darin, dass alles so laufen muss, wie ich das gerade so will.

Wo bleibt denn da der gestrenge Herr?

Oh, der ist durchaus vorhanden. Denn wenn ich die Bedürfnisse und Wünsche der Sub aufnehmen und mich mehr und mehr in ihren Grenzen bewege, statt sie in meine zu zwingen, so muss ich dann doch auch streng daran erinnern, dass die Sub mit eigenen Grenzen ankam und sie diese nun selbst vernachlässigen würde. Ich versuche die Sub also mehr in ihrer eigenen sich selbst auferlegten Spur zu halten, als sie auf meine zu bringen. Denn um auf meine Spur zu wechseln ist immer noch Zeit genug.

Und da kann ich durchaus ziemlich direkt und uneinfühlsam werden, wenn eine Sub ihre eigenen Ziele nicht verfolgt, obgleich sie dieses stets propagiert. Jedoch bin ich davon ab eine Sub über das Internet zu bestrafen. Wenn ich strafe, dann unmittelbar. Gespielt wird auf dem Platz 1:1. Mein Online-Schlafzimmer ist ziemlich verwaist 😉

Meinst Du, dass Deine Subs dies eventuell anders brauchen?

Schon möglich, dass ich mal jemandem begegne, der dies so will. Aber durch intensive Kommunikation zu den Damen ist hinreichend gesichert, dass sie eine Ohrfeige „vor Ort“ direkter wahrnehmen, als die Selbstzüchtigung über WhatsApp. Ich denke, dass eine Sub sich schon selbst genug bestraft, wenn sie mir mitteilen muss, dass sie was vergessen hat. Viele knabbern da durchaus ein paar Tage drauf rum. Und da ich für dieses Gefühl nur indirekt verantwortlich bin, reicht mir das mitgeteilte schlechte Gewissen völlig aus. Meine Führung ist eher belohnend, als strafend. Mittlerweile.

Wie kommt es zu diesen Veränderungen?

Ich glaube, dass grundlegende Erfahrungswerte gepaart mit einer sensitiven Offenheit, also die sogenannte Lebenserfahrung, für diese Veränderungen verantwortlich sind. Kein Mensch bleibt wie er ist. Irgendwelche Begebenheiten verändern einen Menschen immer. Meine persönliche Zufriedenheit, die ich erst so mit 40 wirklich gefunden habe ist das eine. Drei Ehen, langjährige Beziehungen, Familie, Kinder, Geburten und Tod machen was mit einem. Meine Herzgeschichte, die mich Mitte des Jahres 2020 zarte drei Jahre alt werden lässt. Aber vor allem auch das viele Vertrauen, dass Menschen in mich setzen, die mich nicht mal persönlich kennen, sondern sich eben nur aus meinem Blog und meinen Tweets heraus ein Bild von mir malen und dann per WhatsApp oder eMail um die Ecke kommen.

Eine meiner Damen meinte neulich, dass ich ein „Erzähl‘ es mir“-Mensch sei. Ich finde, dass ist ein großes Lob. Und ich spüre durchaus die Verantwortung dahinter. Sie erfüllt mich mit Freude, weil man mir Dinge anvertraut (nicht nur, aber vermehrt wegen BDSM, neuerdings auch mit Depression gepaart), welche man im üblichen Leben eben nicht los wird. Oder eben nur sehr schwer. Keine Ahnung, warum ich das Lob erhalte. Tatsache ist, dass ich einfach so bin, wie ich bin. Und offensichtlich ist das alles eine positive Eigenschaft, weswegen ich mir eine Prise „Faul und gefräßig sein“ gönnen darf 😉

Lust auf #Fuffzig?

Aber ja <3

Im November 2019 wird es wirklich ungeplant ein ganzes Wochenende mit dem #CircleOfFalbalus geben (#SecretNight am 07.11. und Theaterbesuch am 08.11.). Hier werden wir dann auch über den exakten Termin im Juni 2020 reden und über das Wann, Wie und Wo und Wer macht was und so. Ein SaveTheDate wird wahrscheinlich per 04.01.2020 rausgehen. Also dem Tag, an dem ich per Datum fünfzig werde.


Das Gespräch mit Master Falbalus führte Martin Mewes

Greysexualität

Ich hatte ja keine Ahnung,, was es alles so gibt oder nicht gibt.

Heterosexualität. Homosexualität. Bisexualität. Und nun das? Greysexualität. Ich bin schon, ohne angriffig zu sein, bei Pansexualität ausgestiegen.

Also …


Als Grundlage existiert immer die Liebe. Das ist wichtig zu wissen, denn Greysexualität hat nichts mit dem Fehlen von Liebe zu tun.

Jeder Mensch hat eine Libido und diese ist mehr oder weniger ausgeprägt.

Auf der einen Seite existiert die Asexualität. Ist vielleicht ähnlich auch unter dem Namen „Platonische Liebe“ bekannt. Was aber einen Tacken mehr ist als Freunde für alle Zeit. Jedenfalls liebt man diesen einen Menschen und will auch mit ihm zusammen sein, Tisch und auch Bett teilen, aber es fehlt der Wille auch sexuell mit diesem Menschen zu verkehren.

Das muss nicht ungesund sein. Das denken nur die Menschen, die das andere Extrem darstellen.

Bei den Allosexuellen (nicht fragen, googlen!) sieht das ganz anders aus. Der offensichtliche „Normalzustand“ ist nämlich gar keiner. Diese Form der Zuneigung zueinander setzt vorraus, dass beide Menschen ihre Liebe nur durch Sexualität manifestieren können.

Und das Seil, dass beide Dinge verbindet … Tada \o/ … das sind die Graustufen. Somit sind wir dann alle … dieses …. greysexuell. Meiner Meinung nach unabhängig von Liebe, weil Sex für mich auch ohne Liebe existiert, aber wenn wir jemanden lieben, dann ganz gewiss.

FemDom vs MaleDom

Wenn wir von weiblicher Dominanz (FemDom) oder männlicher Dominanz (MaleDom) sprechen, dann sagt das noch nichts darüber aus, ob ein männlicher Sub (mSub) oder ein weiblicher Sub (fSub) dominiert wird.

Um es zu vereinfachen (Quasi als Legende) werde ich folgende Abk. nutzen.

  • Fm – Weiblicher (Female) Dom -> männlicher Sub
  • Ff – Weiblicher Dom -> weibliche Sub
  • Mm – Männlicher (Male) Dom -> männliche Sub
  • Mf – Männlicher Dom -> weibliche Sub
  • Domina -> Gewerbliche FemDom (Kollegin des Domins)
  • Dommse -> Private FemDom
  • Dominus -> Gewerblicher MaleDom (Kollege der Domina)
  • Dom -> Privater MaleDom

Los geht’s


Basierend auf eigener Erfahrung gibt es einen ganz entscheidenden Unterschied zwischen FemDom und MaleDom. Und das ist nicht nicht nur das Geschlecht.

Während ich als mSub selbst bei einem MaleDom mehr sexuell und weniger sadistisch genutzt wurde (Verfügbarkeit in der sexuellen Unterwerfung inklusive Vermietung, Verpachtung und Verkauf) konnte ich bei den FemDoms feststellen, dass sie mehr auf sadistischen Dingen als auf die Nutzung als Sexobjekt aus waren.

Und ja, das hat auch seinen Sinn.

Auf mich selbst bezogen spielte mein Kopfkino bei FemDoms nicht wirklich eine Rolle. Es ging mehr oder weniger nur um deren eigene Bedürfnisse. Was prinzipiell ja auch in Ordnung ist, aber da ich mich zu jenem Zeitpunkt eher als Sub, denn als Sklave betrachtete, ging mir dieses Anbeten der FemDom zu ganz gewissen Gelegenheiten irgendwie gegen den Strich.

Wenn ich also in der Anbahnung immer andeutete, dass ich sexuell unbedingt geteilt werden wolle und solange das stimmig ist, ginge auch alles andere, habe ich halt selten FemDoms erlebt, die ihren Sub mehrheitlich anderen Männern oder Frauen zur Verfügung stellen wollten. Offensichtlich gehört dies nicht wirklich in das Kopfkino der FemDoms, denen ich diente.

Was ich bei FemDoms gelernt habe ist, wie viel Schmerz ich auszuhalten bereit bin, wobei alle eines immer beherzigt haben. Mein Penis als NoGo-Area (Da ich nur einen Hoden habe, war und ist mein Penis für dominante Menschen an mir stets und ständig nicht berührbar). Darüber gab es vielleicht verwunderte Blicke, aber das wurde respektiert. Neben dem Schmerz lernte ich dann aber auch, wie sich das anfühlt, wenn der Penis in einem Käfig eingeschlossen wird. Und es war sinnig zu wissen, dass „wenn ich ihn nicht anfassen soll, dann Du aber auch nicht.“

Ich hatte in meinem Leben drei FemDoms, weil ich als Hete eben auch im BDSM Hete bleiben wollte. Und ich würde das gerne mal wieder ausprobieren wollen, dass muss ich zugeben (Ich bloggte darüber), aber bisher ist mir halt im unverbindlichen Gespräch noch keine FemDom begegnet, die mich derartig anspricht. Die Kopfkino halt zu weit auseinander. Monogame Beziehungen zu dominanten Menschen lehne ich halt ab. Irgendwann muss ich als mSub regelmäßig für Fremde hinhalten, sonst langweile ich mich einfach.

Wusstet ihr nicht oder? Das mit den FemDoms? Nun ja. Jetzt wisst ihr es.
Jetzt wo ich mich mehr als Extrem-Switcher mit Hang zur Dominanz sehe, kann ich das gerne zugeben.

Bei meinem einzigen Herrn, den ich mir fast aus purem Frust aussuchte, wurde ich dann seinen Worten nach zu einer männlichen „O“. Ich wurde in Schmerz gebadet und ich hatte darauf auf das Leben bezogen wohl mehr Sexualkontakte zu Männern als jemals zu Frauen insgesamt. Seine Vorstellung von „O“ ist die, die mich bis heute als Dom (und als Dominus) prägt.

„Der Herr muss nicht laut werden. Er muss niemals herrisch sein. Seinen Worten ist Folge zu leisten, ohne Wenn und Aber. In vollem Wissen, dass er alles machen kann, aber im Vertrauen, dass er meine Grenzen respektiert. Ich kenne mein Safeword und nutze es weise, wenn überhaupt. Mein Herr will nicht, dass ich mich überfordere. Ich bin ihm genug.“

Da ich nur einen MaleDom gehabt habe, kann ich nichts Grundsätzliches sagen. Und auch wenn ich drei FemDoms hatte, so ist das ebenso wenig repräsentativ. Wenn ich jedoch ins Internet horche (und das ist ja auch nicht wirklich repräsentativ), dann scheinen FemDoms eher sadistisch und auf sich bezogen zu sein und MaleDoms eher sexuell ausgerichtet und der Sub mehr verpflichtet. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.

Da jede Beziehung anders ist und kein MaleDom einem anderen gleicht und genauso wenig eine FemDom wie die andere ist, scheint zumindest das sexuelle Teilen eher bei den MaleDoms verankert als bei den FemDoms. Ihr müsst halt ansprechen, was ihr wollt und euch dann entscheiden, ob es passt.

Questions, Comments, Side-Remarks?

Covern, aber richtig

In einer Gesellschaft lebend, in welcher der schnelle Spaß getriggert durch diverse Online-Portale nur einen Klick weit entfernt ist und immer mehr Menschen in diesen Teil des Lebens vordringen und auch immer mehr neue Menschen hinzukommen, steht auch immer wieder die Frage im Raum:

Wie schütze ich mich, wenn ich mich zum Zwecke des BDSM mit einem mir fremden Menschen treffe? Dieses „Covern“ … kann ich das mal sehen?


Ich möchte aus meiner persönlichen Perspektive berichten, also wie ich die Dinge selbst handhabe und ich möchte nicht viele Worte verlieren, sondern einfach eine Stichwortliste zum Abhaken erzeugen.

Dabei gehe ich davon aus, dass dem Date nichts im Wege steht, also Datum und Uhrzeit sind bekannt und es handelt sich nicht mehr um ein Kaffeetrinken. Es geht nun zur Sache.

Du bist im Besitz der bestätigten Existenz Deines Gegenübers. Du hast also Vorder- und Rückseite eines Personalausweises. Weil ohne das, würdest Du ja nicht daten, richtig? RICHTIG?


  1. Du wendest Dich offen an einen Menschen, der Dein Vertrauen hat.
  2. Dein Gegenüber hat Einverständnis gegeben, dass Du die persönlichen Daten Deines Gegenübers an einen Menschen zu 1. weitergeben kannst.
    (Wenn das nicht vorliegt gibt es ja auch kein Date, nicht wahr?).
  3. Du teilst der Person zu 1. alle Daten mit: Ort, Datum, Uhrzeit, Zimmernummer des Hotels oder Adresse einer Dir unbekannten Spelunke. Und immer, wenn sich daran irgendwie was ändert, teilst Du das der Person zu 1. mit. Und vielleicht hast Du noch eine andere Person zu 1. jetzt als Backup? Kann ja nicht schaden.
    (Dass Du keinen Fremden in Deine eigene Wohnung lässt versteht sich von selbst!)
  4. Du verabredest mit der/den Person(en) zu 1. wann und mit welchen Worten Du Dich von Dir aus telefonisch meldest. Nein … Du wirst keine WhatsApp schreiben, auch keine Sprachnachricht. Du möchtest, dass die anderen Deine liebliche Stimme hören.
    (Dein Date möchte nicht gestört werden? Pech für das Date, denn dann darf das Date es sich selbst machen und Du fährst erst gar nicht los, klar oder?)
  5. Sich alle 60 Minuten zu melden ist natürlich vollkommen albern, aber vielleicht so, bevor Du den Partner triffst („Ich gehe nun da mal rein!“) und vielleicht vereinbart drei bis vier Stunden später („Es geht mir gut, es ist toll … ja, Du kannst jetzt auflegen. Melde mich morgen. <3“)
  6. Für den Fall, dass eben nicht alles okay ist, solltest Du mit den Personen zu 1. ein Stichwort vereinbaren, welches kontextuell in den Rahmen passt, aber von dem Gegenüber nicht als solches erkannt wird.

    Meine Frau hat bei unserem ersten Mal das Wort „Fabelhaft“ gewählt. Ein Wort, dass im Satz „Danke, es geht mir fabelhaft <3“ mir nicht aufgefallen wäre, wohl aber ihrer Besten, die am Telefon saß.

    (Wir sind nun im Jahre Fünf, also ist davon auszugehen, dass es damals nicht fabelhaft gewesen ist.)

  7. Ganz wichtig. Wenn Du mehrere Personen zu 1. hast, dann lege für Dich fest, wen Du zuerst anrufst. Und wenn alles okay ist, dann soll die erste Person es der zweiten sagen, diese der dritten. Wie so eine Kette. Wenn es aber total aus dem Ruder läuft, dann lass es nicht ewig und drei Tage bei der ersten Person klingeln, sondern wähle dann gleich die 110! und erst danach kannst Du es wieder bei der ersten Person versuchen.

Ich hoffe, dass ich mit diesem kurzen Abriss helfen kann.

Gerne könnt ihr mir eure Erfahrungen in den Kommentaren mit auf den Weg geben.

Das Safeword … Fluch und Segen zugleich

Tatsächlich ist nun viel geschrieben worden, aber es ist immer wieder notwendig über wesentliche Grundlagen im Verhalten von Menschen im BDSM zu informieren.


Schauen wir uns einfach mal §228 StGB an:

Wer eine Körperverletzung mit Einwilligung der verletzten Person vornimmt, handelt nur dann rechtswidrig, wenn die Tat trotz der Einwilligung gegen die guten Sitten verstößt.

Denn was bitte ist BDSM am Ende des Tages, wenn nicht die Erlaubnis des/der Einen etwas Strafbewehrtes an sich vornehmen zu lassen zum Zwecke des gemeinsamen Lustgewinns.

Davon deutlich abzugrenzen ist übrigens §177 StGB (1):

Wer gegen den erkennbaren Willen einer anderen Person sexuelle Handlungen an dieser Person vornimmt oder von ihr vornehmen lässt oder diese Person zur Vornahme oder Duldung sexueller Handlungen an oder von einem Dritten bestimmt, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

Beide Paragrafen habe ich natürlich auch verlinkt.


Ich bin ein absoluter Verfechter des Safewords. Ende der Nachricht.

Und das in absolut jedweder Hinsicht. Ich lege gar nicht soviel Wert auf irgendeinen Gefühlsdusel, sondern einfach auf die Tatsache, dass ich eine aktive Erlaubnis für meine Handlungen benötige, damit ich das Vertrauen gewinnen kann für meine Handlungen nicht strafrechtlich belangt zu werden.

Denn im Gegenteil zum Zivilrecht (§185 BGB), welches eine unerlaubte Handlung in bestimmten Fällen nachträglich heilen kann, ist dies im Strafrecht nicht möglich. Denn egal, ob Safe, Sane, Consensual oder Risk-aware consensual kink (gleicher Wikipediaeintrag wie SSC) gespielt wird: Der/Die (dominant) Handelnde verübt unterm Strich eine Strafttat und verübt damit ein Offizialdelikt, welches den/die (submissiv) Handelnde zum Opfer macht. Diese Taten müssen nach Anzeige, welche nicht zwangsläufig durch das Opfer angezeigt werden muss, durch den Staatsanwalt verfolgt werden.

Das Benennen eines Safewords durch den/die Dom gibt dem/der Sub somit eine Möglichkeit das Spiel jederzeit zu beenden. Wird das Safeword genutzt, wird der Tatbestand nach §228 StGB verlassen (Die Freiwilligkeit respektive die Einwilligung) und in jedem Fall der Sachbereich nach §177 StGB betreten.


Es ist mir persönlich wichtig alle Beteiligten im BDSM auf diese Dinge hinzuweisen. Stets und ständig und ohne Ausnahme. Es soll nicht die Freude am Spiel mindern, nur weil jetzt bekannt sein mag, dass man als (dominant) Handelnder irgendwie immer mit einem Bein im Knast steht. Denn auch im BDSM gilt irgendwie das Prinzip, dass wo kein Kläger sich einfindet, so kann sich kein Richter finden.

Mir geht es darum, dass (submissiv) Handelnde erkennen, wo verantwortungsvolle Dominanz meiner Meinung stattfindet. Nur Arschlöcher manipulieren in die Richtung, dass kein Safeword nötig sei, weil man ja so erfahren sei und jede submissive Fachkraft einfach von Zeitpunkt Null an lesen kann und „Wenn Du mich wirklich liebst, wenn DU mir wirklich dienen willst, dann darfst Du kein Safeword besitzen. Denn mit Safeword, kannst Du niemals wirklich frei sein und fliegen.“

In diesem Sinne verweise ich gerne auf meine Backlinks.


Backlinks:

https://herzinfucked634830523.wordpress.com/2019/08/05/meine-gedanken-zum-safeword/

https://neediesblog.wordpress.com/2019/08/03/das-safewort/

Submissivität am Rande der Selbstaufgabe

Heute mal als Spracheintrag zum Anhören 🙂

Sollte klappen … (weil zu faul zum schreiben) 😀


„Selbstaufgabe“ dauert 17 Minuten und 52 Sekunden und kommt in zwei Formaten

-> m4a

-> mp3

Wunschzettelsub

Des Dommes Sicht auf die Dinge -> https://neediesblog.wordpress.com/2019/08/01/wunschzettelsub/


Der Begriff ist negativ belastet und auch das aus gutem Grund.

Auch wenn D/s grundsätzlich betrachtet nur zwei Menschen zusammen bringt, die sich wechselseitig ihre Bedürfnisse befriedigen, so steht das D für den bestimmenden Teil und s eben für den submissiven Teil.

Wenn D + s also für sich erstmal geklärt haben, wo der Hammer hängt, wie und mit welcher Intensität er zu nutzen ist, kann es danach auch schon losgehen und man wird sehen wohin die Reise führt. Dass beide Partner Wünsche und Bedürfnisse in eine solche Bindung einbringen, hat nichts mit Wunschzettel zu tun.

Die Wunschzettelsub kommt jedoch mit einer Liste, von welcher sie fordert, dass wenn der Dom nicht dies und dies auf so und so eine Art macht oder nicht macht und von dieser Liste vielleicht mindestens sechs Dinge pro Session abarbeiten muss, dann ist das im besten Falle Erlebnissexualität, hat aber mit Submission nichts zu tun. Denn die Wunschzettelsub versucht „von unten“ zu führen, stellt Bedingungen und Forderungen auf. Ganz so, als ob sie der bestimmende Teil der Beziehung sei.

Nun … ich als Dom nehme natürlich gerne auf, was eine Sub sich wünscht oder welche Bedürfnisse vorliegen. Und ich nehme eine Frau nicht als meine Sub an, wenn die gemeinsamen Ideen und Gedanken nicht einen Mindestgrad von 85% (gefühlt) haben. Denn dann müsste ich zuviele Kompromisse eingehen.

Wenn die Wunschzettelsub jedoch nur Wünsche und Bedürfnisse deklariert, diese aber nicht einfordert, dann ist das weniger negativ zu sehen. Submission fordert grundsätzlich nicht, jedenfalls nicht immer, stets und ständig. Und vor allem nicht laut. (Laute Subs sind nicht meine Subs, sie sind für mich langweilig). Sie fragen höflich und warten im Vertrauen darauf, dass ihre Wünsche und Bedürfnisse wahrgenommen werden und zur rechten Zeit von mir bedient werden.

Es kann nicht Sinn von Submission sein, dass eine Sub ihre eigenen Dinge so sehr in den Vordergrund rückt, dass die Dinge der Dominanz darunter leise werden. Submission stellt die Bedürfnisse der Dominanz über ihre eigenen und findet in der Befriedigung der Wünsche der Dominanz ihre eigene Befriedigung.

Aber, wie schon eingangs erwähnt, die Kommunikation über Wünsche und Bedürfnisse grundlegender Art gerade zu Beginn einer D/s-Bindung hat nichts mit Wunschzettelsub (und auch nichts mit Wunschzetteldom!) zu tun.