Der gemeldete Dominus // #Sexarbeit #Sexwork #BesD

Auch wenn ich Mitglied im Berufsverband erotischer und sexueller Dienstleistungen bin und wir in der Gesamtheit dafür eintreten, dass die Meldepflicht (aka „Gewerbeanmeldung Prostitution“) verschwinden muss, so bin ich es doch. Also gemeldet.

Ich erinnere mich noch sehr genau an das Gespräch bezgl. Gesundheitsberatung und dass mir die Dame bei der Stadt Köln sagte, dass sie keine Gesundsheitsbelehrung machen würde, weil das einfach entwürdigend sei. Sie war jedoch sichtlich überrascht, dass ein Mann vor ihr saß, der sich zur Prostitution anmeldete.

Sie war sehr neugierig und auch wenn es kein Mandantengespräch wurde, machte sie sich einige Notizen und wir saßen so gemütlich fast 30 Minuten beieinander. Was denn so ein „Dominus“ mache und warum ich sowohl für meinen richtigen Namen, als auch meinem Künstlernamen vorspräche. Und das es sehr ausnahmig sei, dass ein Mann sich „wofür genau?“ anböte.

Die Dame meinte, dass in all der Zeit in welcher das ProstSchG gelte noch nie ein Mann bei ihr zur Beratung aufmarschierte. Wenn überhaupt dann nur als Begleitung für eine Frau. Offensichtlich „verwirrte“ sie einfach der Eindruck eines älteren Herren, der sich als Quotenmann im ältesten Gewerbe der Welt einschrieb und dazu noch genau wusste, was er da tat.

Ob ich keine Angst hätte, eventuell „entlarvt“ zu werden, was ja als Frau schon schwierig sei. Ich empfahl ihr einen Besuch auf meiner Webseite und einen Blick ins Impressum. Ich würde mich da schon selbst entlarven. Keine Bange.

Ob man sowas lernen könnte oder wie ich dazu käme, Frauen gegen Entgelt auch zu schlagen. Die Frage, woher meine weiblichen Kolleginnen ihre Expertise hätten, würde sie diese auch stellen? Es gibt kein Qualitätsmerkmal oder einen TÜV in der Sexarbeit. Manche sind bei einer Domina in die Lehre gegangen, aber solche Dinge sind vielleicht „nur“ Techniken.

Meine Zertifizierung ist meine Erfahrung und ein wenig Mundpropaganda. Außerdem sei ich mir darüber bewusst, dass Hetero-Escort nicht abendfüllend für die Kasse sei. Aber ich wolle eben nicht gegen ein Gesetz verstoßen, auch wenn ich der Meinung bin, dass diese Gewerbeanmeldung absolut daneben sei.

Außerdem komme es auch darauf an, dass man in der Lage ist eine gewisse Emphatie für jedes Gegenüber mitzubringen und dass man in der Lage ist, sich emotional abzugrenzen. Alles Dinge, die man nicht lernen kann. Kann einem nicht beigebracht werden. Und wenn man es nicht kann, wird man schauspielern müssen.

Ob ich mich als Konkurrenz zu einer Domina sehen würde? Nein, Dominas sind meine Kolleginnen. Und jeder meiner Kolleginnen oder Kollegen bietet andere oder ähnliche oder gleiche Dienstleistungen an. Das einzige, was ich ab und an erfahre ist, dass ich nicht als männlicher Sexarbeiter bei den Kolleginnen gesehen werde, sondern als verkappter Freier. Aber so ist das nun mal als Quotenmann in einem Gewerbe, in welchem überwiegend Frauen tätig sind. Muss man abkönnen. Und damit sich daran was ändert bin ich eben auch im BesD. Mühsame, aber schöne Eichhörnchenernährung.

Ich glaube, ich gehe kommendes Jahr unmittelbar nach meinem 50sten Geburtstag wieder zur Beratung. Und werde Kuchen mitbringen und die Auslegeware des BesD erneuern 😉

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