Frage: Ich möchte gern von Ihnen wissen, wie Sie zur Polyamorie bzw zum Aufbau des #CircleOfFalbalus gekommen sind.

Ich versuche das in zwei Teilen zu schreiben, auch wenn die Frage von hinten gelesen zu einem Teil wird.

Wirklich sicher eingrenzen kann ich das mit Poly nicht wirklich. So hat es sich einfach zunächst aus dem Gefühl ergeben, dass ich mindestens Polygam veranlagt bin. Also, dass ich ohne Probleme mich vom Herzen her an eine Person binden kann, aber dennoch körperlich auch mit weiteren Frauen Sex haben kann. Die Lust auf fremde Haut war aber noch nie wirklich für Swingerclubs geeignet, da es mich nicht wirklich triggert weitere Frauen zu beschlafen. Sondern durchaus, auch per Fremdgehen, nichts auszulassen.

Zwischen meinem 15. und 29. Lebensjahr war ich mit einer Frau zusammen und so ab dem 22. Lebensjahr auch mit Prostituierten unterwegs und auch wenn die Beziehung zu meiner ersten Frau ziemlich sexpositiv gewesen ist und tendentiell kein Grund für Geheimnisse bestand, so habe ich gewisse Dinge einfach gemacht. Weil etwas im Geheimen zu machen mich einfach gekickt hat. Vielleicht war das auch so eine Zeit als Ersatz dafür, dass ich keine wilde Pubertät hatte, wie andere diese hatten.

Was ich halt nur gemerkt hatte war, dass es mir leicht fiel zwischen den Gefühlen hier und den Gefühlen dort hin und her zu wechseln. Und das es kein Schauspiel war. Ich musste mich nicht anstrengen einer Frau irgendwas vorzumachen. Vom Inneren war ich immer zu 100% „dort“. Aber eine Entschuldigung für Fremdgehen soll das bitte nicht sein.

So habe ich mir da auch nie wirklich bis zu dieser Frage hier Gedanken darum gemacht, ob ich meine innere Welt versachlichen sollte um gedanklich auf mir selbst rumkauen. Es fühlte sich gut an (zumindest für mich) also war es auch gut (für mich).


Es hat jedoch ein paar Jahre gedauert, bis ich mir selbst eingestanden habe, dass Polyamorie für mich in der endgültigen Form wohl möglich wäre, aber ich mir mehr Gedanken darüber gemacht habe, ob das auch meine Partnerinnen so sehen könnten. Polyamorie ist für mich das Konstrukt, dass ein Mensch in der Lage ist, neben der Sexualität mit weiteren Frauen (Polygamie) auch den Alltag mit weiteren Frauen teilen zu wollen. Eventuell halt auch eine Woche bei und mit der einen Frau wirklich leben, danach mit einer anderen, danach mit einer anderen. Und zwar ohne, dass die Frauen sich untereinander zerfleischen, sondern sich als gleichgestellte Frauen sehen und gegenseitig unterstützen.

Und da haben wir dann auch schon den gedanklichen Knackpunkt. Polyamorie kann keine Einbahnstraße sein. Denn was ich für mich in Anspruch nehmen würde, muss ich zwangslaufig auch meinen Partnerinnen zugestehen. Also über die sexuelle Freiheit des Individuums, die ich auch in einer herkömmlichen Beziehung als gegeben ansehe, auch die Freiheit Liebe mit jedem anderen Mann auszuleben, welcher von meinen Partnerinnen gewünscht würde.

In die Nähe dieses Konstruktes, wenn auch entfert, bin ich gekommen, wenn ich Frauen getroffen habe, die selbst einen Partner hatten. Zusätzlich mit einem leichten Kink zu verheirateten Frauen, deren Partner jedoch die Amurösitäten ihrer Frauen erlaubten. Okay, ich habe das nicht abgefragt, sondern nur angenommen. Aber ich fühlte mich dann aus dem Schneider ein Fremdgeher zu sein. Sondern eine Möglichkeit dazu. Dabei muss ich aber auch eingestehen, dass ich nicht wirklich auf der Jagd gewesen bin, aber ich habe halt nichts anbrennen lassen, wenn mich eine Frau angesprochen hat. Hatte sie einen Ring am Finger war das ab und an schon genug.

Diese Philosophie hat zwar nicht wirklich was gebracht, die Anzahl von ONS sind wirklich extrem begrenzt und an zwei Händen abzuzählen, aber es war für mich völlig okay.


Je mehr ich also auch im BDSM „versumpfte“ desto weniger Interesse hatte ich an Frauen, die damit nichts anzufangen wussten und damit war die SwingerClub-Karriere endgültig vorbei. Am Ende wurde dann die Idee des #CircleOfFalbalus geboren. Nicht ganz ohne Unterhaltungen mit meiner Frau. Gerade auf Twitter habe ich Bilder gesehen, die einen „Zirkel des Sir Magnus“ oder so ähnlich besprachen und ohne mich wirklich mit der Idee zu beschäftigen, was ein Zirkel tatsächlich bedeuten sollte, schlug ich vor, dass ich einen Zirkel aufmachen wollte um Frauen den Weg ins BDSM zu zeigen (also eher Einsteigerinnen zu beschlagen) und diese mit dem Ziel an meinem fünfzigsten Geburtstag in einer Art „Upper Floor“ präsentieren zu können.

Zum einen wollte ich neben meiner Frau nicht ständig weitere Frauen, sondern nur wenige Partnerinnen, dafür feste. Was ihrem Gedanken des „Fire and Forget“, also niemals einen Mann mehr als einmal daten, völlig entgegen sprach. Dafür sollte es einen festen Rahmen geben.

a) Es kommt ein Kontakt zustande zwischen Frau X und mir.
b) Frau X und ich treffen uns auf ein Käffchen.
c) Frau X und ich sind uns einig.
d) Frau X fragt meine Frau, ob es okay sei mich zu daten.
e) Frau X und meine Frau unterhalten sich.
f) Es gibt ein Käffchen zu Dritt oder nur Frau X und meine Frau.
g) Meine Frau gibt Veto ab oder Freigabe.
h) Alles weitere liegt dann bei Frau X und mir.
i) Meine Frau behält sich vor bei Spieldates, mindestens beim ersten Mal anwesend zu sein.

Damit sind wir gestartet. Mittlerweile hat sich so viel Vertrauen zwischen meiner Frau mir eingeschlichen, dass dieses starre Konstrukt aufgegeben werden konnte.

So wuchs dann der Zirkel an und ich führe, sagen wir, polymonogame Beziehungen zu festen Partnerinnen. Einige haben meine Frau noch nie gesehen. Weil meine Frau sehr sicher weiß, dass ich niemals die Beziehung zu ihr gefährden würde und lieber den #CircleOfFalbalus komplett auflöse, falls es auch nur gefühlt in eine Richtung ginge, die meiner Frau als „Erste unter Gleichen“ den Rang abzulaufen. Auch die Damen im Zirkel kennen sich nicht alle persönlich, aber sie wissen voneinander und haben mehr oder weniger auch Kontakt zu einander.

Meine Frau und ich versuchen den kompletten Zirkel (inkl. Anwärtinnen) mindestens einmal im Jahr zusammen zu trommeln.

 

Meine ersten Erfahrungen im BDSM-Bereich

Dominantes Wifesharing (1988):

Ich erinnere mich nicht mehr zu 100% wie es genau geschah, weil es sich wohl einfach so ergeben hat. Meine Wenigkeit war gerade mal 18 geworden, meine damalige Freundin 17 und wir haben bereits zu pubertären Zeiten sowas wie Rollenspiele gemacht. Irgendwie ziemlich holprig, aber dennoch ziemlich geil. Das Thema war meistens sowas wie Chef und Angestellte oder auch Handwerker und vornehme Lady. Nichts wirklich Geplantes, sondern einfach gemacht.

Sie war (und ist!) ein ziemlich heißer Feger und hatte eine Garderobe zwischen (gefühlt) Nutte und braver Schwiegertochter. Eine Frau einfach zu nehmen, war mir schon immer in Gedanken und wenn ich sie besuchte, dann habe ich das meistens auch gemacht. Völlig egal, welche Klamotten sie trug, zack – aufs Bett oder den Boden mit ihr, das Nötigste beiseite und nach drei Minuten war der Spuk vorbei. Wir haben darüber gerne und ausführlich gesprochen, weil uns einfach danach war. Oftmals holte sie mir einen runter und säuselte mir ihre Gedanken ins Ohr, die so spannend und erregend waren, dass mein Orgsamus nicht lange auf sich warten ließ.

Eine ihrer Phantasien war schon immer, dass sie gerne mal „dabei“ beobachtet werden wollte und – zack – uns fiel nichts Besseres ein, auf ins Pornokino. SwingerClubs kamen viel viel später. Es erschien uns beiden eine einfache Lösung zu sein und ohne langes Suchen einen Ort zu haben, wo es garantiert Zuschauer gab. Aber auch ohne an irgendwelche Folgen zu denken. Mutig rein, wo andere furchtsam weichen 😉

Bereits beim ersten Besuch blühte sie förmlich auf und alleine der Anblick steifer Schwänze, welche wichsend um uns herum standen, machte sie gierig. Allerdings traute sie sich nicht, einfach loszulegen, also habe ich einfach mal was versucht. Schwupps – Aufgestanden, die Frau an den Haaren ein paar Meter auf einen freien Platz gezogen. Dort ließ ich sie sich hinknien und deutete den Männern an, während ich ihr tief in die Augen blickte, dass sich jeder nun auf ihren Brüsten entleeren dürfe.

Das war unser beider Erstes Mal im Wifesharing und nicht das letzte Mal.


SM-Session (1999):

Meine zweite Frau hatte nach beinahe 25 Ehejahren sich von ihrem Mann getrennt und lebte in Scheidung. Und ja, sie war 10 Jahre älter als ich. Ich 29, sie 39. Zwar hatte ich meine erste Frau durchaus auch mal beim „a tergo“ auf den Popo geschlagen, aber wo die erste Frau nicht wirklich dran interessiert gewesen war, war es diese um so mehr. Sie hatte sich sehr viele Gedanken um SM gemacht und hier konnte ich mit ihr gemeinsam aufblühen.

Die erste Session war zwar auch etwas holprig und sehr vorsichtig, aber je mehr wir uns vertrauen konnten, ging es auch hier richtig zur Sache. Klammern, Wachs, Flogger, Schläge wurden unser Spielmaterial, dazu aber gab es weniger bis gar kein D/s, obwohl wir mit Wifesharing experimentierten. Aber es ging uns einfach gut und wir konnten uns richtig genießen.

 

Der „Cuckold“ in Abgrenzung zum „Wifesharer“

Es gibt unterschiedliche Konstellationen im BDSM, die als 3er funktionieren. Dabei muss man sich zwangsläufig in modernen Zeiten davon verabschieden, dass es „nur“ zwei Männer und eine Frau oder zwei Frauen und ein Mann sind. Es können auch durchaus drei Männer oder drei Frauen sein, die Zeit miteinander verbringen wollen. Im BDSM kommt es einfach nur darauf an, wer dominant und wer submissiv ist.

Ich versuche einfach mal anhand der „klassischen“ Variante mit Männern und Frauen und aus meiner Sichtweise zu denken.

Bitte beachtet dabei folgende Legende:

  • M – dominanter Mann

  • m – submissiver Mann

  • F – dominante Frau

  • f – submissive Frau

Es kommt also auf die Groß- und Kleinschreibung an. Der/die Dritte im Bunde ist durch ein Leerzeichen getrennt.
Und immer daran denken, dass ich nur meine eigene Weisheit mit Löffeln gegessen habe. Ich kann auch falsch liegen und dann bitte ich einfach um Ergänzung oder Korrektur.


Mf f – Ein Dom mit zwei Subs

Die Frauen sind gleichberechtigt und dienen dem Mann.

 

Fm m – Eine Femdom mit zwei Subs

Die Männer sind gleichberechtigt und diesen der Frau.

Die wohl häufigste Form eines Dreiers ist es wohl zwei dem dominanten Partner gegengeschlechtliche Subs zu führen. Also eine weitere submissive Frau oder eben submissiver Mann. Im Gegensatz zu vielen Pornos spielt der dominante Part hier nicht einfach nur den Genießer, sondern ist der aktive Part und „beschäftigt“ die submissiven Fachkräfte.


MF f oder FM m – Dominantes Paar mit Sub

Hier bespielt ein Mann und eine Frau eine andere Frau oder einen anderen Mann
Je nach Konstellation sind die beiden Frauen oder Männer nicht gleichbereichtigt. Es existiert ein Herrschaftsgefälle.

Beide dominante Partner können in einer offenen Beziehung unabhängig von einander sexuell aktiv sein.

Spezialität „Cuckcake“ (w,m) (wie im #CircleOfFalbalus meine Frau). 

Ein dominanter Partner ist selber Sub des Dom/der Femdom (somit eher Switcher*in), wird gegenüber der Sub jedoch klar bevorzugt.
Sie/Er wird die Sub möglicherweise sogar unterweisen und ausbilden, und dann dem Dom/der Femdom zuführen.
Sie/Er findet Gefallen daran, dass der Dom/die Femdom mit anderen Partnern zusammen ist und unterstützt ihn dabei aktiv. Das macht sie/ihn nicht zur „Cuckquean“ oder zum „Cuckold“, da sie nicht dadurch gedemütigt wird, dass ihr Partner andere Partner hat. Sie/Er ist zumeist anwesend, wenn Dom/FemDom und Sub zusammen sind. Allerdings obliegt dies nicht immer ihrer/seiner  Entscheidung, sondern der ihres Partners. Eine klassische Ausgangslage für ein erfahrenes Paar, welches eine(n) (deutlich) unerfahrenen Menschen in BDSM einführen will.


Mf F – Ein Dom mit Sub und Bullwife

Die externe Partnerin dominiert gemeinsam mit dem Dom die eigene Partnerin des Dom.

Fm M – Eine FemDom mit Sub und Bull

Der externe Partner dominiert gemeinsam mit der FemDom den eigenen Partner der FemDom.

Spezialität „Cuckquean“ (w) / „Cuckold“ (m) (im weiteren in der weiblichen Sicht geschrieben, bitte adaptieren).

Der Dom und die externe Partnerin führen eine eigenständige Liebschaft und die eigene Partnerin hat keinen Einfluss darauf.
Oftmals wird ihr jedweder Sex mit dem eigenen Partner vollständig verwehrt und sie muss „gegen ihren Willen“ ertragen, dass der Dom, auch vor ihren Augen, Sex mit der externen Partnerin hat. Die Sub genießt in diesem Szenario die Demütigung, sexuell nicht zu genügen. Sie wird das eheliche Schlafgemach für die Stelldicheins vorbereiten und anschließend die Betten machen. Außerdem serviert sie dem Dom und dem Bullwife das Frühstück ans Bett und verhält sich ansonsten still und leise. Sie trägt wahrscheinlich einen Keuschheitsgürtel, um eigene Sexualität zu unterbinden.


Mf M – Ein Dom, seine Sub, ein Dom

Der Dom teilt seine Sub als „Dominanter Wifesharer“ mit einem weiteren Mann.
Dabei hat die Sub kein Mitspracherecht. Oftmals geht es „nur“ um Sex und weniger um BDSM.

Denkbar sind Rollenspiele als „Hure“, wobei die Sub dabei den Schritt macht von „seiner“ Hure zu „einer“ Hure. Und dennoch „seine“ Hure bleibt, weil sie es für ihn tut. Diese Rollenspiele finden gerne in der Öffentlichkeit eines Pornokinos statt, wobei die Anonymität eines „Glory Holes“, wo die Sub andere, fremde Männer oral befriedigen muss, die „simpelste“ Angelegenheit ist.
Im klassischen „O“-Szenario wird die Sub ausgeliehen oder gänzlich übereignet. Sie wechselt den Besitzer.

Spezialität: „Bulling“

Der Dom führt, ähnlich wie beim „Cuckqueaning“, eine bi-sexuelle Beziehung mit dem anderen Mann.


Mf m – Ein Dom, seine Sub, ein Sub

Prinzipiell nicht viel anders als das Mf f, nur dass der Dom damit seine Bi-Neigung befriedigen kann.
Denkbar ist auch eine Form des Wifesharings, wenn er beide submissiven Partner gegen deren „ausdrücklichen“ Willen Sex haben lässt.


Es ist vielleicht ein wenig unleserlich, aber die Gender*in in mir spielt da nicht richtig mit. Wo ich es also weggelassen habe, bitte ich höflichst um selbstständige Adaptierung. In freue mich sehr auf Kommentare, damit ich diesen Artikel schrittweise erweitern kann.

Erweiterung des Artikels und somit teilweise Reposting von -> http://training-of-o.de/blog/2017/02/17/der-3er-im-bdsm/

Aussenwirkung einer Sub

Ach, was muss man oft von bösen
Mädchen hören oder lesen
Wie zum Beispiel hier von diesen
Welche Sub und Sklavin hießen.

Sehr frei nach Willhelm Busch


Habe ich gestern über die Aussenwirkung eines Dom gesprochen und mich damit selbst gemeint, so will ich mich heute ebenso mit mir selbst befassen und zwar mit meiner Sicht auf Subs und deren Außenwirkung, die mich anspricht.


Meine Sub ist leise.

Leise zu sein bedeutet nicht still zu sein. Sie darf, kann und soll ihre Bedürfnisse formulieren. Schließlich ist das wichtig für die Beziehung, da ich in den seltensten Fällen Gedankenlesen kann. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine langfristige Bindung im #CircleOfFalbalus handelt oder im Rahmen der #Sexarbeit oder eben „nur mal so …“.
Leise zu sein bedeutet nicht „bratty“ zu sein. Das Betteln um Erfüllung von Bedürfnissen ist etwas, was ich auf den Tod nicht ausstehen kann. Gleiches gilt für explizites Einfordern von Befriedigung.

 

Meine Sub ist aufmerksam.

Sie hört aufmerksam zu, wenn ich ihr etwas erkläre. Sie verarbeitet das und kommt so zu ihren Rückschlüssen auf sich und ihre Beziehung zu mir. Sie ist bemüht einmal Erklärtes zu verinnerlichen und muss nicht andauernd bestätigt werden (Und während ich das hier schreibe, habe ich schon das Gefühl, dass einige Damen direkt unsicher werden und statt meinem Wort zu ihnen ihren Selbstzweifel vorziehen). Wenn eine Sub aufmerksam zuhört, dann wird sie immer Bestätigung von mir bekommen.

 

Meine Sub ist nicht passiv.

Sie muss nicht warten, bis ich etwas mache. Wenn sie aufmerksam ist, dann kann sie Dinge erfahren, welche sie einfach machen kann, ohne dazu aufgefordert zu werden. „Darf ich Ihnen ein Bad einlassen?“ – „Darf ich Ihnen einen blasen?“ – „Darf ich mich zu Ihnen setzen?“ usw.

 

Meine Sub ist offen.

Sie verschließt sich nicht meinen Gedanken und hält ihre nicht unter Verschluss. Sie lehnt keine meiner Wünsche zunächst kategorisch ab, sondern versucht zu ergründen, ob es möglich ist, dass meine Wünsche auch die ihren werden können. Damit verbunden auch die Frage, wie sie meine Wünsche umsetzen kann und sie somit ihre Wünsche werden können. Sie reflektiert sich selbst, ist jedoch auch in der Lage zu begründen, warum sie meinem Wunsch nicht entsprechen kann. Nur so kann eine gute D/s-Bindung entstehen.


Meine Sub ist ein Mensch

Nur weil eine Frau meine Sub ist und sich damit mir unterordnet, muss sie ein devotes Verhalten nicht gegenüber anderen an den Tag legen und kann so laut reden wie sie möchte, über was sie möchte und auf welche Art sie möchte. Sie darf zum Beispiel Chatpartner, die blöde daher kommen, ungefragt blockieren. Sie kann sich zum Zwecke des Austausches über alles und jedes mit jedem austauschen und muss mich darüber noch nicht mal informieren. Sie darf flirten und sich gut fühlen.


Meine Sub ist soweit unabhängig von mir, wie es in ihr reales leben passt. Sie ist soweit abhängig von mir, wie sie es benötigt.


Danke auch für einen Antwortbeitrag: https://kuiwzss.wordpress.com/2019/06/19/siezt-du-schon-oder-duzt-du-noch/

Aussenwirkung eines Dom

Tatsächlich habe ich mich schon öfters über mich selbst ausgelassen. Aber eine erneute Manifestierung scheint nicht unerwünscht zu sein.


Ich bin nicht perfekt.
Ich bin ein Mensch aus Fleisch und Blut.
Ich mache manches gut und manches schlecht.
Aber in der Aussenwirkung darf ich das alles nicht sein.

Ich bin dann immer oben auf.
Ich bin immer bereit.
Ich bin immer am Start.
Aber das reale Leben exisitiert eben auch.


Ob ich nun ein Date im Rahmen des #CircleOfFalbalus habe oder im Rahmen der #Sexarbeit oder einfach „nur so …“ so habe ich gelernt, dass authentisch sein das A und O ist. Ich muss mich nicht als etwas darstellen, was ich nicht bin. Obgleich meine Gedanken sicherlich immer um das Thema Sex kreisen (und man mich dafür auch mag), so habe ich gelernt, dass Abstufungen möglich sind. Und meine Reputation nicht darunter leidet, wenn ich auf Twitter romantisches Zeugs oder hartes Zeugs von mir gebe. Und nein, das ist keine Masche.

Es ist mein einfaches „Ich selbst“ und ich tue mir selbst einen Gefallen damit. Der Kink ist dem nachgeordnet. Es gibt Tage, an welchen ich eine Frau nackt durch einen Wald peitschen muss und es gibt Tage, wo ich meine Hand einfach nur auf ihrem Arsch ablegen will, während Extremcouchn angesagt ist. Weil ich halt weiß, dass ich alles das bin. Und dies offensichtlich auch ganz genau so gerne genommen wird.

Ich mache mir nichts aus arrogantem Gehabe #BDSM erfunden zu haben oder zumindest das bessere #BDSM zu betreiben. Und dem steten „Ich bin Dein Herr, mach keine Zicken, nun leg‘ Dich hin, ich will Dich ficken!“ eifere ich auch nicht nach. Allerdings, wenn ich #BDSM betreibe, dann immer zu 100%. Keine halben Sachen. Und dies ist offensichtlich auch etwas, was mir abgekauft wird.

Dabei kann ich mir sehr gut vorstellen, dass es Kreise gibt, die mir sagen würden, dass ich mir gerade in der #Sexarbeit ein gewisses Profil aufzubauen habe. Mich etwas überzeichnen, damit eine Kundin auch anbeißt. Aber … das möchte ich gar nicht. Natürlich habe ich einen dedizierten Twitteraccount (https://twitter.com/task4subs) und eine Webseite (http://www.dominus.koeln/) für meine Profession. Aber ich referenziere mich eben als professioneller Sexarbeiter eben nicht nur über die Sexarbeit, sondern auch über alles andere. Und das ist mir wichtig. Vielleicht nicht glücklich, aber ich sehe mich als Gesamtmensch und möchte mich nicht x-fach aufteilen. Denn das hatte ich schon mal.

Mir wurde mal gesagt, dass ich schlecht einzuschätzen sei, weil ich sowohl als Dom, als Sub und auch als Sexarbeiter auftrete. Aber ganz ehrlich. Sind wir alle nicht irgendwie viele? Ich bin bi-sexuell und lebe diese Ader, wirklich absolut gelegentlich, als Sub (und nur als Sub!) aus, weil das eine private Seite ist. Auch wenn ich mir vorstellen kann, diese Seite ebenfalls zu professionalisieren (Nur kommen dann die Dominas um die Ecke und stellen mich gerne als verkappten Freier hin. Soviel zum Thema „Gleichberechtigung im Job“ 😉 – Keine Angst, ich sehe das absolut locker.)

So sehe ich mich in meiner Außendarstellung dennoch mehr als Dom, denn als Sub, weil das Dom-Sein den Löwenanteil meiner heterosexuellen Existenz ausmacht. Da ist nicht viel in Richtung Extrem-Switchen, obwohl das nicht gelogen ist, weil entweder so oder so. Dennoch niemals beides mit ein und dem gleichen Partner und wenn, dann niemals in einer Session „gedreht“.

Das mag vielleicht ein wenig verwirren, aber die Menschen, die mich kennen oder welche, die in näherem Kontakt zu mir stehen, wissen ganz genau welche Person ich ihnen gegenüber bin und auf diese können sie sich immer verlassen. Und ich glaube, dass es authentischer ist zu all seinen „Inner People“ zu stehen, vielleicht auch gerade als BDSMer, als zwischen öffentlicher, privater und geheimer Person zu unterscheiden.

Wenn sich also meine Gedanken um Sex drehen, dann deuten diese in viele Richtungen, zumeist im D/s, viel im SM, mehrheitlich als Dom/Master, aber eben auch als Sub/Sklave.


Und es gibt auch Links ins Innere: Was Du über Dominanz wissen solltest … – Von der Verzweiflung der Dominanz – Dominanz zwischen Selbstverständnis und öffentlicher Definition. – Was ist ein “Guter Dom” …?