Regelwerke, die 100drölfzigste … // #TheTrainingOfO

„Mein Herr will, dass ich … soundso …., aber ich … orrrr …. oder?“


Ab und an werde ich ja doch mal was gefragt und ich muss mich immer wieder aus meiner persönlichen Subjektivität heraus wundern, was einigen submissiven Fachkräften so alles auferlegt wird. Und es tut gut, wenn man sich selbst dabei beleuchten kann und sein eigenes Handeln mit diesen Fragen selbst hinterfragt. Denn Regelwerke sind ja immer eine sehr persönliche Sache und nicht nur das. Sie bergen für mich Intimität gepaart mit der stillen Hoffnung, dass sich eine dominante Fachkraft auch wirklich Gedanken um etwas gemacht hat.


Objektiv betrachtet hat sich eine Sub mit einem Dom verbandelt. Und dieser Dom möchte, dass diese Sub ein paar Regeln befolgt. Welche das sind, spielt nicht mal eine so große Rolle. Wichtig ist, dass die Sub von sich aus welche haben möchte und nicht „selbstverständlich“ annimmt, dass sie welche befolgen muss. Denn nur weil „andere“ das so machen, muss man nämlich als Sub genau dieses überhaupt nicht haben wollen. Liebe Subs, ihr könnt auf 100drölfzig Blogs nachlesen, dass es Regeln zu befolgen gibt. Mir ist wichtig, dass ihr euch selbst fragt, ob ihr Regeln haben wollt und wenn ja, welche. Denn nur ihr habt es in der Hand die Regeln auch sinnvoll mit Leben zu füllen.

Meine Frau, und Senior-Sub im #CircleOfFalbalus, hat zB keine Hausaufgaben. Weil diese einfach nicht in ihr Leben als alleinerziehende Mutter von derer zwei passen. Es geht schlichtweg einfach nicht. Auch andere meiner Subs verneinen die Exististenz von Hausaufgaben aus anderen, nachvollziehbaren, Gründen. Und ihr Subs, die ihr diese Notiz nun lest, deswegen habe ich diese Damen nicht weniger im Herzen, als diejenigen, welche diese Form der Fremdbestimmung in ihrem Leben haben wollen und sich regelmäßig einem Parcours ausgeliefert sehen.

D/s muss bei allem Machtgefälle ausbalanciert sein. Es soll eine Freude sein zu dienen, womit auch immer, und es soll nicht das Leben belasten. Vielleicht sollte sich eine Sub nicht gleich von Beginn an diesen Hausaufgaben verschließen. Das wäre auch für mich nicht richtig. Aber wenn am Ende Nichts Halbes und Nichts Ganzes zu beiderlei Erregung rauskommt, dann macht das alles keinen Sinn. Wenn also eine Sub für meine Errektion zuständig ist, so bin ich als Dom ebenso für deren Erregung zuständig.


Subjektiv gesehen kommt es aber auch darauf an, was eine Sub erregt. Und da muss ein Dom in meinen Augen erstmal hinkommen. Natürlich kann ich versuchen meinen ganz persönlichen Kink der Dame aufzudrücken, weil ich davon ausgehen muss, dass sie sich als Sub für meinen Kink als den Ihren entschieden hat. Und so zB mit Bekleidungsregeln für klare Verhältnisse sorgen. Als Dom muss ich jedoch spüren, ob die Sub „gegen ihren Willen“ oder gegen ihren Willen tätig ist und welcher dieser beiden Formen nun ihr Kink ist. Für einige ist es erregend, wenn ich ihnen gewisse Dinge „gegen deren Willen“ aufzwinge und andere macht es mehr an, wenn ich es gegen deren Willen mache.

Aber egal, welche Dinge ich auch mache: Ich als Dom trage nicht die alleinige Verantwortung für die Folgen. Wenn aber auch deutlich mehrheitlich!


Bei einer meiner Subs hat es mehr als ein Jahr gedauert, bis wir wirklich „bei uns“ angekommen sind. Irre viele Gespräche waren dafür notwendig und intensives Zuhören und Verstehen, wo beim jeweils anderen der Hase läuft. Ich kann gar nicht oft genug betonen, dass wenn ein Dom nur fordert, aber sich nicht bewegt, dann lasst die Finger von ihm.


Natürlich ist es gerade bei der Submission so, dass viele denken, dass Sub sich mehr bewegen muss als der Dom. Und zu gewissen Teilen möchte ich das nicht abstreiten wollen. Gerade am Anfang halte ich es jedoch für eine absolute Pflicht der dominanten Fachkraft sich zu erklären und nicht darauf zu warten, dass die Sub mit offenen Worten daher kommt und sich gerade auch als Neuling zu 100% definieren kann. Auf der anderen Seite sollte jede Sub, auch eine Anfängerin in Sachen #BDSM, in der Lage sein zu wissen, zu welchen Bildern im Kopf sie masturbiert, damit der Dom weiß, was die Sub so kickt. Was jedoch nicht bedeutet, dass der Dom „sowas“ gleich in der ersten Session durchzieht.


Kurze Rede, langer Sinn: Wenn ein Dom sich nicht erklären kann oder will, dann sucht bitte, bitte schnell das Weite! Da darf es nicht mal zu einem Kaffeetrinken kommen.

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