Was Du über Dominanz wissen solltest …

Natürlich, und es ist schon oft geschrieben worden, Du kannst es überall im Internet lesen, hast sogar Bücher daheim, bist neugierig und vielfach interessiert. Hast Meinungen und Ratschläge verinnerlicht und bist bereit dazu. Bereit für den ersten Dom in Deinem Leben. Er soll alles verändern. Dir Höhepunkte ungeahnter Größe und Tiefe bereiten. Und Du willst das alles. Weil es Dich kickt. Diese Bilder und Videos, die ein Zucken zwischen Deinen Beinen verursachen. Die Dir nicht mehr aus dem Kopf gehen. Du bist bereit. Jetzt oder Nie.

Wirklich?

Was glaubst Du, was Dominanz ist? Hast Du Dir nur die sexuell orientierten Bilder angeschaut? Ist es das?


Trenne Dich einfach mal von all diesen Dingen. Nur für einen Moment. Auch wenn sexuelle Hingabe Dich bewegt. Lege Dich mal kurz trocken. Danke.


Dominanz ist für mich ein Entscheidungsträger. Nicht unbedingt in Allem. Aber in Vielem. Dominanz bestimmt. Submission folgt. Das ist der Deal. Es ist mehr als der morgendliche und/oder abendliche Blowjob. Dominanz entscheidet, ob es Sex haben will oder nicht. Dominanz entscheidet, was Du tust und nicht tun darfst. Setzt Grenzen, Regeln, in denen Du Dich einfindest. Fordert Dinge ein, zu jenen Du Dich vielleicht überwinden musst. Beispiele?

Die Sub als Frau im Rollengefüge der 50er Jahre.
Die Sub als Hure, welche anschaffen geht.
Die Sub als visuelle Wichsvorlage, die im Internet gezeigt wird.
Die Sub als nackt gehaltene Frau.

… und und und

Es gibt unzählige Phantasien der Männer, die sich sexuell anfühlen, aber es nicht sind.

Vielleicht wird Dein zukünftiger Dom niemals mit Dir schlafen, sondern Dich stets beschlafen lassen, während er dazu masturbiert?
Vielleicht wird er Dich aber auch daheim „einschließen“ und somit vor den Augen der Welt geheim halten?


Es ist völlig egal, was in einem Schädel einer dominanten Fachkraft so vor sich geht. Aber sobald Du es weißt, besiegelt sich damit auch Dein Schicksal. Natürlich erst in dem Moment, wo Du ihm Deine Treue schwörst und ihn somit als Deinen Dom anerkennst.

Hier mal eine Checkliste auf die Schnelle:

  1. Wenn Dir (bei der Kontaktaufnahme schon!) etwas Spanisch vorkommt, dann frage nach. Wenn er nicht antworten will, dann lass es.
  2. Wenn er nur von Dir Offenheit einfordert, aber selbst nichts preisgeben will, dann lass es.
  3. Wenn sein Kopfkino von Dingen schwärmt, die Dich nicht kicken, dann lass es.
  4. Wenn er mit Deinem Kopfkino nichts anfangen kann, dann lass es.
  5. Wenn Du das Gefühl hast, dass er Dich nicht wirklich versteht, dann erkläre Dich erneut. Wenn ihn das nicht interessiert, dann lass es.

Kurz: Du hast das Recht von ihm Dinge zu erfahren, da er sich das Recht nimmt von Dir Dinge wissen zu wollen.


D/s ist extrem vielschichtig und ein Dom wird Dir sicher nicht immer alles bis in die letzte Ecke erklären. Das sollte meiner Meinung nach jedoch nicht für seinen Charakter gelten. Von seinem Charakter ausgehend, lassen sich Rückschlüsse auf sein D/s-Verhalten ziehen.

4 thoughts on “Was Du über Dominanz wissen solltest …”

  1. Abgesehen davon, dass ich reflexartig in Deinem Text die Geschlechterrollen umkehren muss, *lächel, spricht mich Vieles an. Tatsächlich ist reden enorm wichtig. Beide müssen bereit sein, sich zu zeigen. Und sich selber auch gut einschätzen können. Austausch, Rückmeldung, Abgleich – damit, wenn die Bindung eingegangen wird, auch die Basis dafür gelegt ist, Sub daran zu erinnern, zu was ja gesagt wurde, wenn es nötig wird. Wenn mir heute „der Mund verboten wird“, macht mich das deshalb nicht mehr unsicher. Ich weiss warum, und wenn ich an mein Grund-Akzept erinnert werde, hilft mir das, finde ich zu mir.

    1. Dabei frage ich mich immer, warum man als submissive Fachkraft daran erinnert werden muss.
      Weil entweder man ist submissiv oder man tut nur so. Und wenn man nur so tut, welches Ziel möchte man in einer D/s-Beziehung erreichen?

  2. Ich bin wirklich immer wieder überrascht, wie oft deine Blog Beiträge bei mir einfach passen.

    Und ja… Ich sollte es lassen 😔

    1. Wobei ich manchmal glaube, dass Du meine Blog auch nur zu bestimmten Zeiten verfolgst, wenn sie aufgrund der Hintergrundmusik stimmig sind. Und solltest Du um diese Uhrzeit nicht schon lange im Bett sein?

      Alleine in diesem Satz liegen so viele Mistverständnisse verborgen, dass manch eine submissive Fachkraft nächtelang darüber nachdenkt und versucht schon zwischen den Buchstaben zu lesen. Manchmal ist aber ein Satz auch nur ein Satz und eine Zigarre nur eine Zigarre. Es muss nicht immer alles interpretiert werden. Und ich glaube, dass hier der Hase auch im Pfeffer liegt.

      Wie meint er das?
      Was meint er?
      Meint er überhaupt was?
      Meint er überhaupt mich?

      Nein. Mich kann er nicht meinen.

      Merkste selber, hmmm? Submission sollte in meinen Augen aus sich heraus stark sein und nicht erst durch die Anwesenheit von Dominanz erwachen.
      Oder aber … ich habe alles falsch verstanden und frage nun einfach mal nach.

Schreibe einen Kommentar zu diener der SHI Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.