Büro. Stacheldraht. Pool. // @LiRaDeVeMs // #DreiWortStory

Ich bin gestern nicht mehr dazu gekommen weiter zu schreiben, also hole ich das heute einfach nach.

So stand ich also nun im Büro von Matratzen Wolfgang und war ganz extrem aufgeregt. Irgendwie noch viel mehr als bei meiner Ankündigung ihm gegenüber, dass ich nun der käuflichen Liebe nachgehen möchte. Und ich hatte auch meine Hausaufgaben gemacht und eine Liste der Dinge mitgebracht, die ich mochte und solche, die ich ablehnte.

Mit meinen damals 23 Jahren hatte ich schon so das eine oder andere erlebt. Meistens alles auf meinem Mist gewachsen, also ich habe „damit“ angefangen einem Mann zu signalisieren, dass er mich haben könne, wenn er denn nur wollte. Bei Gleichaltrigen war das immer ein Problem. Anscheinend ist man als Frau immer vier bis fünf Jahre reifer als gleichaltrige Jungs.

Bis zu diesem Tag hatte ich im Alter zwischen 15 und 17 „Feste Freunde“ nur in meinem Alter. Erst mit dem Rat meiner Mutter, es mal mit Männern und nicht mit Kindern auszuprobieren und beginnend mit dem Fick durch den Vater einer Schulfreundin lies ich Jungs einfach links liegen und konzentrierte mich darauf, dass meine Liebhaber eher fünf bis 10 Jahre älter sein sollten. Jedenfalls unterstellte ich älteren Männern, dass sie auf einer sexuellen Entwicklungsstufe stehen, die mir auch was geben kann.

Was ja auch so war. Also nicht mit jedem, manche waren echt eine Enttäuschung und Schande für Ihresgleichen, aber es steckt halt nicht in jedem Mann ein Casanova und wenn er beim Abendessen charmant spricht und aufmerksam ist, dann muss das nicht bedeuten, dass das im Bett auch weiter so geht. Frau lernt aus Erfahrung. Mann auch. Und beide werden immer mal wieder auf die Schnauze fallen in dem Bemühen einen besseren Orgasmus zu bekommen als vorher. So ist halt das Leben.

Also nestelte ich meine Hausaufgaben hervor und legte Matratzen Wolfgang den Zettel auf den Tisch:

Was ich nicht machen werde:

Kein hartes Sadomaso-Zeug, weder an mir, noch an jemandem. Wenn ich mich verhauen lasse, dann nicht für Geld, sondern mit einem Mann, dem ich vertrauen kann.

Keine Dinge wie Ankacken oder Anspucken oder wirklich erniedrigendes Zeug. Auch hier versetze ich meine Grenzen gerne für einen Mann, dem ich wirklich vertraue, aber eben nicht für Geld.

Fesseln oder sonstwie bewegungslos sein. Okay also leichtes Bondage würde gehen, also irgendwie angedeutet. Wenn mich ein Mann feste anketten will, dann nicht. Ich muss mich befreien können. Irgendwie sanfte Dominanz im spielerischen Umfeld wäre okay.

Was ich machen werde:


Blowjobs (ohne Gummi mit Aufnahme, aber ohne Schlucken)
Gesichts- und Körperbesamung
Geschlechts- und Analverkehr (nur mit Gummi)
Natursekt (passiv)
Sex mit zwei oder mehr Männern (Auch Gangbang)
Sex mit Frauen nein, aber mit einer anderen Frau einen Mann beschlafen, ja.

Ansonsten hilft halt Reden. Wenn der Gast einen Wunsch hat, dann entscheide ich gerne spontan, ob ich das mache oder nicht.

Mein Chef las vertieft, musterte mich, las wieder, musterte mich, lächelte.

Du bist Dir aber schon bewusst, dass dies hier ein ganz normales Bordell ist und kein BDSM-Schuppen, oder?

Ja, natürlich. Aber ich wollte es nicht unerwähnt lassen. Man weiß ja nie, wer eventuell mal so daher kommt und was will?

Stimmt auch wieder. Nur gehe einfach davon aus, dass die meisten Männer hier nach Berührung suchen. Eine Frau, die sie streichelt, Ihnen beim Ausziehen behilflich ist, Blowjob, Ficken und fertig.

Ja, dessen bin ich mir bewusst.

Okay. Dann zeige ich Dir mal alles.

Er stand vom Tisch auf und öffnete mir eine Türe. Wir gingen durch einen kleinen Flur vorbei an den Toiletten und Duschen für die Huren.

Die Damen hier haben einen eigenen Bereich. Einige Freier wollen gerne mit den Damen duschen. Das ist in Ordnung, aber für die Freier gibt es eigene Duschen und WCs. Hier bringst Du bitte keinen Freier rein.

Ja, geht klar.

Er öffnete eine weitere Türe und sagte mir noch, dass hier gegenüber die Türe ist, zu welcher ich noch einen Schlüssel bekäme. So könne ich in meinen normalen Klamotten hier rein, mich umziehen, aufbrezeln und dann als Hure durch diese Türe hier in den Puffbereich gehen.

Ich erspare dem Leser den Rundgang. Insgesamt gab es sechs Zimmer für die Huren, jeweils mit eigener Dusche und WC und eine Bar für die Anbahnung. Meine Aufgabe heute war es hinter der Theke zu stehen und Getränke auszugeben. Die Bardame sei eine Unberührbare, deutete er mir an, aber ich könne so einfach zuschauen, wie das so alles geht. Er stellte mich den anderen Damen vor und da noch nicht geöffnet war konnten wir uns auch ein wenig unterhalten.

Was mir in Erinnerung geblieben ist, war die Tatsache, dass es in einem Zimmer ein Bett gab, welches mit Stacheldraht regelrecht umzäunt war. Auf meine Rückfrage, was das wohl bedeuten soll wurde mir gesagt, dass das nicht das Zimmer für spezielle Freier sei, sondern nur bedeuten würde, dass das Bett kaputt sei. Der Chef habe halt einen merkwürdigen Humor. Als ich entgegnete, dass man doch einfach eine Matratze oder zwei übereinander auf den Boden legen brauche und man könne es wieder nutzen, auch für spezielle Freier, fragte man mich, ob ich bescheuert sei.

Die anwesenden Damen waren völlig fassungslos. Ich zuckte mit den Achseln, schließlich könne es ja sein, dass es solche gäbe, aber das niemand wisse, weil wenn es keine Möglichkeiten gäbe, dann würde auch keiner fragen, formulierte ich. Unter dem Strich konnten sich die Huren, alle so zwischen 25 und 45) einfach nicht vorstellen, dass ein Mann „sowas“ wolle. Ich seufzte innerlich. Hatte ich doch ernsthaft geglaubt, dass zumindest in diesem Millieu die Damen aufgeschlossener wären und man offen reden könne. Na, ja, andere Zeiten und wahrscheinlich musste sich der Querschnitt der „Prüdbürger“, in Anlehnung an einen aktuellen Begriff, letztlich auch in der Hurerei spiegeln. Selbst die Huren waren Spießer.

Der erste Abend kam langsam in die Gänge. Ich fragte mich immer wieder, ob nicht vielleicht ein Mann rein käme, den ich vielleicht schon mal nackt gehen hatte, oder vielleicht sogar der eigene Vater. Aus der heutigen Sicht war ich trotz der sexuellen Erfahrung insgesamt zu diesem Zeitpunkt ziemlich naiv. Eine Hure konnte mich aber beruhigen, denn ihrer Erfahrung nach sei noch nie ein Mann des Dorfes in diesem Schuppen gewesen. Sie müsse das auch wissen, schließlich sei sie ebenso ein Dorfkind. Derzeit wohne sie zwar nicht mehr hier, aber zumeist fahren Männer in einen Puff in einer anderen Stadt und nicht in den hiesigen.

Ich äußerte, dass das wohl gleich sei mit meinen Erfahrungen in Swingerclubs. Manche würden hunderte von Kilometern fahren und treffen dort ganz genau auf die, die sie nicht treffen wollten. Wir lachten darüber. Helene, das war ihr richtiger Name, erzählte mir von sich und ihren Anfängen im Bordell. Zunächst aus der Not heraus des Geldes wegen, hatte sie mittlerweile einige Stammfreier, die regelmäßig kämen. Manche seit gut fünf Jahren einmal alle zwei Wochen. Sie wisse extrem viel von ihnen, weil einige weniger zum Vögeln kämen, sondern eher um mit jemandem zu reden und ihre Sorgen auszuschütten. Als Trösterli würde sie ihnen einen blasen und das war es dann auch schon.

Ich dürfe halt diese ganzen Geschichten nicht weiter tratschen, das wäre gegen die Hurenehre. Da läge Wolle viel Wert drauf. Nur eine vertrauenswürdige Hure ist eine gute Hure und zwar unabhängig von ihren Diensten. Und ich dürfe diese Geschichten auch nicht mit aus dem Puff mitnehmen, also in Gedanken. Ihrer Meinung nach sei eine Hure auch irgendwie Sozialarbeiterin, welche jedoch mehr als angemessen dafür entlohnt würde. Eine Prostituierte+. Aber das würde ich schon bald feststellen, wenn ich denn morgen mit ihr arbeiten würde. Der Chef hat da was ausgemacht mit einem Gast, der schon lange einen zärtlichen Dreier haben wollte. Und es gäbe noch so eine Art Ritual und wenn ich möchte, dann könne ich heute schon mitmachen.

Tja, lieber Leser, nach sieben Stunden Thekendienst und 30 Männern insgesamt, die was von mir zu trinken haben wollten, lagen alle Huren zusammen mit Wolle im Pool und Wolle fragte:

Na, Mädels, wie war Euer Abend?

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