Der Gürtel

Als sie nach einem langen Arbeitstag im auswärtigen Nirgendwo zwischen Osnabrück und Bremen zurück ins Hotel kam, völlig zugequatscht von all diesen Managern, die wahrscheinlich alle ihre Stammdomina haben, aber nicht die Eier in der Hose für die wesentlichen Dinge, freute sie sich darauf ihren Herrn zu sehen.

Er konnte es einrichten, dass er ebenfalls in der gleichen Stadt war und hatte das gleiche Hotel gebucht. Normalerweise waren Momente intimer Zweisamkeit eher selten unter der Woche. Beide voll eingespannt in ihren Berufen und meistens immer „Das andere Ende der Republik“ voneinander entfernt, verheiratet, aber nicht miteinander, verausgabten sie sich meistens daran ihre Terminkalender aneinander statt ihre Körper aneinander zu reiben.

Umso schöner, dass sie sich nach diesem Tag, einfach in seine Arme gleiten lassen konnte, weil nicht nur miteinander schlafen, sondern auch mit ihm einschlafen, aber vor allem auch neben ihm aufwachen für sie heute vollkommen reichen würde. Eventuell ein Absacker in der Hotelbar, aber mehr auch irgendwie nicht.

Sie zückte ihre Zimmerkarte, sperrte die Türe zu ihrem Zimmer auf und ließ ihre High Heels erst mal quer durch das Zimmer fliegen. Rein ins Badezimmer, Klamotten vom Körper und ab unter die Dusche. Sie hatte sich mittlerweile Vieles von ihm angewöhnt und sie genoss bereits 30 Sekunden nach dem Zimmereintritt die ersten heißen Strahlen der Regenwalddusche und furzte sich den Zustand noch schöner.

Völlig Zeit vergessen dachte sie über Leben, Tod und Leben nach, bevor sich die ersten Anzeichen der gesättigten Froschfinger meldeten. Sie schmunzelte. Irgendwie sah ihr Daumen wie ein schrumpeliger Penis aus. Genauer, wie sein Penis, wenn er sich entladen hatte und abschwoll. So entstieg sie der Dusche, umwickelte sich mit einem übergroßen Handtuch und ging in Richtung KingSizeSuperQueenDoubleBed. Als sie es das erste Mal sah, hatte sie das Gefühl, dass man hier auch völlig bequem mit fünf Männern Sex haben könnte. Gleichzeitig. Und keiner würde vom Bett fallen.

Ach, sie fühlte sich einfach herrlich und würde am Liebsten so in die Lobby gehen, ihn dort abholen, ihn in ihr Bett zerren, sich ankuscheln und einfach einschlafen. Doch ihr Blick … wie … ähm. Da lag ein Gürtel auf dem Bett. Und sie war sich sicher, dass der … Mooooment. Wie hat der Mann das nun wieder … sie seufzte. Offensichtlich konnte er sowas.

Und es war ein vereinbartes Zeichen und sie konnte einfach nicht anders. Auch wenn ihre Stimmungslage bis zuletzt nicht wirklich sexuell bestimmt war, so änderte sich dies von Sekunde zu Sekunde. Sie würde sich nun des Handtuches entledigen und ihre High Heels wieder anziehen. Dann würde sie sich den Gürtel nehmen, um den Hals legen, das Leder durch die Schnalle führen, das Licht bis auf eine kleine Lampe löschen und sich mit dem Rücken zur Türe hinknien.

Es würde aussehen, als würde sie ein Halsband mit Leine tragen.

Als sie hörte, wie sich die Türe hinter ihr öffnete, war sie mehr als bereit.

 

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