Devot, Submissiv … ist doch alles das Gleiche, oder? #TheTrainingOfO

In diversen Foren wird ja immer wieder gerne mal über den Unterschied „Submissivität“ und „Devotheit“ gesprochen. Und ob das eine zwingend mit dem anderen zu tun hat und ob es da vielleicht gar keinen Unterschied gibt.

Der werte Leser mag seine Aufmerksamkeit mal den verlinkten Wikipedia-Artikeln widmen und sich ein wenig einlesen.


Unterwürfigkeit bezeichnet im allgemeinen Sprachgebrauch eine Disposition und ein Sozialverhalten, bei dem das eigene Handeln dem Willen einer anderen Person untergeordnet oder der Autorität einer anderen Person Glauben geschenkt wird.

vs.

Unter Hingabe (auch: HingebungDevotion) versteht man den von rückhaltloser innerer Beteiligung geprägten Einsatz eines Menschen für eine Angelegenheit oder eine Person, die für den Betreffenden von höchstem persönlichen Wert ist.


Da steht zunächst erstmal genau gar nichts von irgendeiner sexuellen Disposition. Schließlich kann man sich auch im Berufsleben durchaus submissiv, wenn nicht sogar devot, verhalten ohne gleich zur weiblichen oder männlichen Firmenschlampe zu werden.

Jedes Mitglied eines Teams ist gehalten sich submissiv gegenüber dem Teamchef zu verhalten, weil er/sie die Verantwortung trägt. Devotheit kommt hinzu, wenn man über das übliche Maß bereit ist seinen Beitrag zu leisten.

Klingonisch, ist aber so.


Und wenn ich diese Einschätzung so lese, dann frage ich mich immer wieder mal, wo genau ich mein eigenes Handeln so anlege.

Beruflich betrachtet bin ich garantiert nicht dominant unterwegs. Ich sehe mich als Indianer, als Teamer und nicht als Häuptling und Teamchef. Das gilt auch für Beziehungen zwischenmenschlicher Natur. Ich versuche mich einzugliedern und nicht hervorzuheben. Und das obwohl ich durchaus in der Lage bin Verantwortung zu übernehmen, aber ich suche nicht danach.

Dieses Verhalten würde ich durchaus als submissiv betrachten. Und am Ende ist ja auch ein Teamchef Untergebener von irgendjemandem und muss sich hier ebenfalls submissiv verhalten, um dem Team auf seiner Ebene gerecht zu werden.


Jedoch ist es im sexuellen Kontext gar nicht so einfach einzuordnen.

Ja – ich bin dominant. Ich weiß, was ich will, was ich erwarte, was ich nicht will und was ich ablehne. Aber ist eine Sub im besten Falle nicht ebenso dominant unterwegs?

Bin ich nur deswegen dominant, weil ich keinen Zweifel an meinen und mit meinen Taten lasse und Dinge einfach mache, nicht wirklich um Erlaubnis frage? Während eine Sub sich „nur“ danach sehnt, dass das was sie sich so wünscht oder vorstellt, jemand mit ihr „einfach macht“ und sie so submissiv daher kommen kann?


Ich habe mich schon öfter mal gefragt, was ich für ein Chef wäre. Würde meine Dominanz dann wirklich zum Tragen kommen, dass ich der Vorzimmerdame auftrage mir endlich den Kaffee zu bringen? Oder das ich ihr beim Verlassen des Büros sage, sie solle alle Termine für heute und morgen absagen und dann wortlos verschwinde?

Und ist es in diesem Verhalten wirklich statthaft zu sagen, dass sich die Vorzimmerdame submissiv verhält (aus eigenem Antrieb), weil es a) ihr Job ist und b) weil ich sie dafür bezahle, dass sie das so macht?


Als ich noch Betriebsratsvorsitzender war hat mir mein Chef damals gesteckt, dass die tatsächliche Machtzentrale im Vorzimmer sitzt. Dort wird entschieden, wer ungefragt einfach mal zum Chef rein darf und wer nicht. Außerdem führt sie den Terminkalender und ab und an wisse er morgen nicht, wo er übermorgen sein würde. Ist die Vorzimmerdame dann nicht in ihrem Aufgabengebiet dominant unterwegs und stellt die Ergebnisse ihres Handelns submissiv zur Verfügung?


Und immer wieder komme ich zu dem Punkt, dass der entscheidende Faktor im BDSM der Begriff „Kontrolle“ ist. Das also submissiv, wenn nicht gar devot, handelt, wer bereit ist die Kontrolle an denjenigen/diejenige abzutreten, welcher als dominant angesehen wird.

Aber … ist dieses „Kontrolle abgeben“ am Ende nicht auch eine dominante Entscheidung?
Und die Annahme dieser gleichwohl nicht auch submissiv zu verstehen?

Have a lot of fun 🙂

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