D/s … Ein weiterer Definitionsversuch

BDSM ist Vielfalt. BDSM ist somit Alles oder Nichts.


D(ominance)/s(ubmission), ein nicht unwichtiger Teilaspekt im großen Farbenspiel des BDSM. Nimmt man diese vier Buchstaben, so steht er eingerahmt in der Mitte und jeder Buchstabe hat dann noch eine andere Bedeutung.

B ondage & D iscipline
D ominance & S ubmission
S adism & M asochism

Oftmals wird vermutet, dass es im BDSM immer einen dominanten und einen submissiven Part gibt. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Ich muss nicht devot sein, wenn ich erlaube, dass eine Frau mich fesselt. Ebenso kann ich als Masochist ziemlich dominant von einer submissiven Sadistin etwas verlangen.

Es ist nicht alles so einfach zu definieren und viele gekrönte Häupter haben schon versucht Worte zu finden, die die Dynamik zwischen Menschen auch nur ansatzweise beschreibt.

Deswegen möchte ich darauf hinweisen, dass es im Endeffekt nur darauf ankommt, dass es allen Beteiligten Spaß macht und sich niemand ungewollt unsicher dabei fühlt. Und es völlig Schnurz ist, wie man es nennt und ob man die Dinge überhaupt beim Namen nennen muss.

BDSM ist, was ihr daraus macht.


Ich bin ein Wanderer zwischen den Welten. So spiele ich ziemlich erfolgreich auf der Klaviatur des D/s und finde mich auch im Bereich des SM gut zurecht. Das eine ist ohne das andere für mich absolut undenkbar. SM muss bei mir immer einen erotischen Touch haben und D/s geht nicht ohne den Lustschmerz.

Wie also kann ich D/s vom SM trennen? Und damit eine Definition wagen?


Über Dominanz und Submission ist viel gesagt und geschrieben worden. Diverse Fernsehformate haben versucht aufzuklären (mit Null Erfolg!), es wurden Bücher geschrieben, welche Techniken beschrieben haben, aber wenig von Emotionen sprechen, Romane zum Thema sind auch nur eine von X Sichtweisen auf die Sache und helfen bei der Orientierung nur mäßig.

Dominanz ist für mich der absolute Wille meine sehr geschätzte Partnerin sexuell zu unterwerfen. Wenn ich mich in eine Frau vergucke, dann kommt in mir das innere Gefühl hoch, sie irgendwie mir Untertan zu machen. Submission ist für mich der absolute Wille mich meinem sehr geschätzten Partner sexuell zu unterwerfen und mich als Werkzeug für seine/ihre Lust anzubieten. Wenn ich mich also in so einen Mann vergucke, dann kommt in mir das innere Gefühl auf, mich ihm sexuell zu unterwerfen.

Es ist also keine Technik, die hier beschrieben wird, sondern es geht viel mehr um Charaktereigenschaften beim Gegenüber, die bei mir etwas bewirken. Und die mich so zu einem dominanten Liebhaber machen oder zu einem unterwürfigen Sklaven. In jedem Fall, ob Dom oder Sub, möchte ich meinem Partner genügen, ihn/sie befriedigen. Und diese Befriedigung gibt dann auch mir Befriedigung. Auch egal, ob Dom oder Sub.

Der Spruch „Dom und Sub bedingen einander“ ist mehr als wahr.

Wenn ich eine Frau vor mir habe, die ich gerne als Dom lieben möchte, diese das aber gar nicht will, dann habe ich ziemlich schlechte Karten. Und anders herum haben sich manche Doms/Dominas an mir die Zähne ausgebissen, weil ihr z.T. affektiertes Gehabe mich zu beeindrucken, in mir eher das Gefühl des Desinteresses erzeugten.

Es muss also die sogenannte Chemie zwischen zwei Menschen stimmen, so das der eine hat, was der andere will.


Die Doms/Dominas, die ich persönlich kenne, sind eher so wie ich. Leise, nicht laut, nicht fordernd, nicht drückend, nicht ziehend. Sie beherrschen eine ganz subtile Klaviatur der Bindung und diese muss auch so von der submissiven Seite gewollt sein. Es geht darum eine Bindung zu formen, die nicht klammernd ist. Und wenn es passt, dann haben diese dominanten Menschen Subs, die eben nicht klammern, ihr eigenes Leben leben, sich jedoch stets bewusst sind: Das ist meine Herrschaft und wo ist das Klavier, welches ich tragen darf.

Dominante Menschen haben Stil und Niveau. Und dies fordern sie auch ein. Sie haben ein bestimmtes Bild von einer Sub und sie wünschen, dass die Sub dieses Bild so exakt wie nur möglich repräsentiert. Und weil es immer die Sub ist, die sich die Herrschaft wählt, sind Doms Begleiter auf deren Weg.


Submissive Menschen haben den Wunsch sich unter zu ordnen. Sie müssen grundsätzlich von diesem Gefühl beseelt sein. Und sie können im übrigen Leben recht dominant sein. Ihre Submission kommt halt nur einem Menschen zu gute. Ihrer Herrschaft.

Es ist ganz exakt diese Herrschaft, die in ihnen den Schalter umlegt, wie es eben kein anderer kann. Sie sind für diese Herrschaft bereit Grenzen innerhalb der Erotik zu sprengen, weil sie das tiefe Vertrauen haben, dass alles seine Richtigkeit hat und ihnen bei der Auslebung dieser Art von Sexualität kein Leid geschieht.

Oftmals werden submissive Menschen als schwach bezeichnet. Ganz exakt das Gegenteil ist der Fall. Denn es gehört schon eine Menge dazu den Regeln eines dominanten Menschen zu folgen, gegen diese sie als selbst-bestimmter Mensch ansonsten rebellieren würden.


Nehmen wir mal als Beispiel meine „3H-Regel“.

Wie schon oft betont, lege ich darauf einfach wert. Eine Sub ist mit Halsband, Halterlosen und High Heels ausreichend gekleidet. Andere Dessous lehne ich ab. In meiner Gegenwart sind BH und Slip völlig nebensächlich und das ist etwas, wo eine Sub sich erst mal gedanklich einschaukeln muss. Das #TrainingOfO zielt genau auf diese Möglichkeit der steten Übung ab.

Was also bei anders normalen Männern einen Ständer hervorrufen würde, bleibt bei mir ohne Wirkung. Wenn also eine Sub in den #CircleOfFalbalus möchte, so wird sie sich mit diesem Gedanken der „3H-Regel“ arrangieren müssen. Auch wenn sie selber keine High Heels mag oder sich ohne BH und Slip pummelig fühlt. D/s ist auch eine Form von Charakterformung, ganz genau als Sexobjekt gesehen zu werden und so eine Wertschätzung „Du bist okay, so wie du bist!“ zu erhalten.

(Und keine Sub wird mir glaubhaft versichern können, dass sie keine High Heels tragen kann. Ein wenig Absatz geht immer. Es müssen nicht 12cm sein.)


Dominanz und Submission denken nicht zwangsläufig polygam. Ich glaube zudem, dass die meisten D/s-Bindungen existieren, ohne dass die Beteiligten wissen, was sie da genau tun. Eben, weil es einfach funktioniert und jeder den anderen für seine Sache wertschätzt.

Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit polygamen Handelns nicht so weit weg zu schieben. Das Kopfkino der Beteiligten in Richtung 3er als FFM oder MMF ist sicherlich ebenso vorhanden, wie auch anders normale Menschen auch mal an Sex zu Dritt denken.

Bei mir ist es so, dass jede meiner Subs früher oder später in einem Pornokino vorgeführt wird. Zumindest das Entblößen der Sub vor anderen Menschen zwecks sexueller Interaktion an mir, steht auf der Liste. Ebenso wird meine Sub sich früher oder später auch von ihr fremden Menschen anfassen lassen müssen. Und am Ende des Weges steht auch die sexuelle Interaktion mit Menschen, die sie sich eben nicht selber ausgesucht hat.


Natürlich ist Fremdnutzung oder gar Überlassung nur ein kleiner Teilaspekt meines D/s. Es geht mir darum, dass eine Sub begreift, dass es nicht ihre Wahl ist, wann sie mir wo genau zu Willen zu sein hat. Und das sie über den Schatten der heimischen Isolation hinaus meine devote Gespielin bleibt.

Das ist nicht für jede Sub etwas. Manche möchten gerne monogam sein und daheim bleiben. Aber sie verstehen dennoch, dass alles, was wie außer Haus zu leisten haben, sie insgesamt nur für ihre Herrschaft tun. Und die fremden Männer sind nur Spielzeuge in diesen Szenarien. Und bleiben Fremde. Anonym und bedeutungslos.


Submission erstreckt sich jedoch neben sexuellen Dingen unter Umständen noch viel weiter. Submission kann auch bedeuten, dass es ihr völlig logisch erscheint der Herrschaft zusätzlich zu Diensten zu sein. Nicht aus Zwang, sondern aus dem Wunsch heraus zu dienen.

Das kann von der Übernahme des Haushalts der Herrschaft gehen, bis hin zu kleineren Botengängen. Es ist der Wunsch zu gefallen und angenommen zu werden. Vielleicht entwickelt sich daraus auch eine 24/7-Beziehung. Vieles ist denkbar. Und wenn es realistisch ist, dann ist es auch machbar.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.