Come here and kneel down …

Er hatte sie einbestellt.

Das Ritual war wie immer gleich. Und es war gut so.

Den Ring küssen, auf die Knie gehen und seine Füße küssen und dann auf allen Vieren die Treppe rauf. Tasche im Flur stehen lassen. Rein ins Wohnzimmer. Grundhaltung. Wortlos.

Kniend. Rock hoch. Mit dem nacktem Hintern auf die Fersen. Blick nach unten. Hände auf die Knie. Handflächen nach oben. Wortlos.

Sie musste ganz dringend auf die Toilette. Sie hätte fragen können, ob sie vorher noch darf. Er hätte sicherlich nicht nein gesagt. Aber sie wollte nicht.

Nicht das Ritual kaputt machen. Niemals. Es war ihr heilig, weil es ihm heilig war.

Sie trug ihr Halsband bereits auf dem Weg zu ihm. Das war nicht gefordert. Aber es war ihr Ritual sich auf ihn einzustimmen. Sich zur Sub zu machen. Konzentrieren. Vom Alltag Abstand nehmen und rein in den Urlaub. Das eigentliche „Ich“. Seine Hure. Sein Sexobjekt. Seine Sklavin. Sein braves Mädchen. Sein böses Mädchen. Was auch immer. Sein.

Sie hörte ihn mit der Leine ins Wohnzimmer kommen und es machte „Klick“ an ihrem Halsband. Endlich zuhause. Er stellte sich ganz dicht vor sie hin und sie nahm seinen Geruch wahr. Sie spürte den Stoff seiner Hose in ihrem Gesicht. Sie bewegte sich nicht. Obwohl sie seine Beine so sehr umarmen wollte.

Nicht das Ritual kaputt machen. Niemals. Es war ihr heilig, weil es ihm heilig war.

Er ließ die Leine durch seine Finger gleiten bis er am Ende ankam. Mittlerweile konnte sie leise mitzählen. Eine Gliederkette aus Eisen. Sie fühlte sich wohl dabei dieses Geräusch zu hören. Ihm zu gehören. Ihr wurde wärmer ums Herz.

Mit der Leine zog er sie hinter sich her. Sie ließ sich auf alle Viere fallen und krabbelte in seine Richtung. Er saß mittlerweile auf dem Sofa. Breitbeinig. Sie blickte ihn nicht an. Sie schaute nach unten. Zu seinen Schuhen.

Sie merkte, dass er seine Hand geöffnet vor sich hielt. Sie küsste beide Füße und legte sich mit einer Wange in seine Hand. Er streichelte sie mit seinem Daumen. Keine hektischen Bewegungen. Und führte so ihren Kopf auf sich, dass er genau zwischen seinen Beinen zur Ruhe kam.

Nicht das Ritual kaputt machen. Niemals. Es war ihr heilig, weil es ihm heilig war.

Er begann ihren Kopf zu streicheln. Beugte sich zu ihr und küsste ihr Haar. Flüsterte ihr ins Ohr, dass er sich freue sie hier zu sehen. Ob es irgendetwas gäbe, was er wissen müsse. Sie schüttelte den Kopf in seinem Schritt. Und spürte an ihrer Wange ganz genau das. So freundschaftlich auch alles zwischen ihnen war, so spürte sie noch eine ganz andere Freude bei ihm. Und das freute sie.

Er griff sanft in ihr Haar und verfestigte sich dort. Bewegte ihren Kopf in seinem Schritt und sie versuchte wie eine Katze an ihm geschmiegt zu bleiben. Es gelang ihr nur mäßig. Zu sehr folgte sie seiner Hand. Nicht weil es weh tat. Sondern weil sie diese Führung so liebte. Bewegt zu werden. Nichts anderes tun zu müssen. Gar nichts müssen. Sie empfand es als dürfen.

Nicht das Ritual kaputt machen. Niemals. Es war ihr heilig, weil es ihm heilig war.

Er hob ihren Kopf an, so dass er in ihre Augen schauen konnte. Ein wohliger Schauer glitt ihren Rücken entlang. Sie zitterte ein wenig. Ihre Knie fingen an zu schmerzen. Ihre Blase drückte immer noch. Wenn nicht sogar mehr als vorher. Er schaute sie an. Wortlos. Sie schloss die Augen. Sie hielt seinem Blick nicht stand. Sie wollte nicht stark sein. Und sie wusste auch nicht wie sie in diese Augen schauen könnte. So voller Güte. Begierde.

Sie wollte jetzt und in diesem Moment schwach sein. Sich hingeben. Ihm gefallen. In jedweder Hinsicht. Auf jede Art. Auf jede Weise.

Er stand auf und zog sie hinter sich her. Langsam. Mit Bedacht. Er wollte sie auf den Knien. Auf allen Vieren an ihrem Platz wissen. Im Flur hielt er an. Sie solle sich vollständig entkleiden. Er ließ die Leine los. So schnell es ging entledigte sie sich ihres Kleides. Halsband und Halterlose sollten anbleiben. Nur noch die Schuhe weglegen. Sie tat es.

Ob sie bereit sei für ein Experiment. Sie nickte stumm. Sie vertraute ihm. Grenzenlos. Unbedingt. Er war ihr Herr. Er griff in ihr Haare und zog sie hinter sich ins Badezimmer. Sie wusste, was nun geschehen würde. Initiation. Ein „Erstes Mal“. Sie wusste, dass es geschehen würde eines Tages. Er hatte es ihr versprochen, nicht angedroht.

Nicht das Ritual kaputt machen. Niemals. Es war ihr heilig, weil es ihm heilig war.

Sie solle in die Badewanne steigen. Sie tat es. Wortlos. Sie solle seinen Schwanz aus der Hose holen. Sie tat es. Wortlos. Sie solle sanft seine Eichel mit der Zunge liebkosen. Sie tat es. Wortlos. Saugte sanft. Sie schloss die Augen.

Und zum allerersten Mal spürte sie seinen warmen Urin. Er öffnete sich in ihrem Mund und es lief über ihren Körper hinab. Sie hatte seinen Schwanz in der Hand und alle Möglichkeiten den Strahl weg zu bewegen. Aber. Sie tat es nicht.

Nicht das Ritual kaputt machen. Niemals. Es war ihr heilig, weil es ihm heilig war.

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