#TheTrainingOfO – Der BDSM-Vertrag

D/s-Vertrag - Sinnbild

Braucht es Ihn wirklich? So einen Vertrag?

Ich erinnere mich daran, dass ich zu Beginn meiner Beziehung zu Hirnventrikel einen aufgesetzt hatte. Und ich erinnere mich auch, dass sie diesen bei einem Kurztreffen im Starbucks im Düsseldorfer Hauptbahnhof blind unterzeichnete. Sie hatte ihn nicht mal gelesen. Das war schon ziemlich romantisch, oder 😉

Sie war der festen Überzeugung, dass ich ihr niemals schaden würde und dass ich mehr meine Verhaltensweisen lockern würde, als ihren Verfehlungen nachzugehen. Der Vertrag war auf sechs Monate befristet … und wurde stillschweigend verlängert. Mittlerweile sind wir wesentlich weiter als der Vertrag hergibt.

Was auch der Grund gewesen ist, dass ich Tara keinen gab. Hirnventrikel hatte mich bereits nach kurzer Zeit so gut eingeschätzt, dass ich diesen bis dato sehr geschätzten formalen Akt einfach über die Wupper geworfen habe. So ändern sich die Zeiten. Zum Guten.

Und doch überlege ich einen neuen zu entwerfen. Weil ich Formalien halt mag und mich in Rechtsbüchern besser zurecht finde als in jedem Liebesroman. Es ist für mich exakt, wenn auch begrenzend. Es gibt kaum Platz für Toleranz links und rechts, also für beide Seiten nicht. Und es zwingt die Sub zur Disziplin, weil es den Dom zur Konsequenz anhält.

Die Frage die ich mir stelle, wenn ich mich selber so begrenze, ist dass dann eher für mich oder für die Sub gedacht? Sollte ich als Dom nicht eh das Wohl der Sub im Blick haben und nicht meine Ansprüche definieren? Ist es diesen ganzen Aufwand wert? Nimmt man sich dadurch nicht auch ein wenig Dynamik?

Natürlich, wenn ich als Dom mit Tara einen Star Trek Abend auf dem Sofa machen mag, ist sie sicherlich nicht sauer darüber. Schließlich wird der Wunsch des Dom soundso respektiert. Egal welcher. Und wenn ich mit Hirnventrikel über Nacht in ein schickes Hotel fahre und wir es uns zu Sauna, Massage, Abendessen später zu Bett einfach gut gehen lassen, so denke ich auch hier nicht, dass sie das Safeword benutzt.

Aber ich denke, dass wenn es einen gewissen Schritt im Leben der Damen gibt, der vielleicht über das bisher Erlebte hinaus gehen, wäre es dann nicht gut, wenn man nicht nur darüber geredet hat, sondern es in einem Business Development Meeting faktisch niederlegt? Weil ich mir das wünsche?

 

Wie beiden bereits angedeutet ist, so wird es zukünftig „O“-Dates geben. Und hierzu gehört auch das Einhalten gewisser Formalitäten im Umgang miteinander. Jetzt kann ich leicht sagen, macht Euch mal bitte schlau und ich prüfe das ab. Aber … das reflektiert nicht meine Gedanken und was auch immer sie wo lesen würden, vielleicht wäre das alles nicht das, was ich gerne noch so hätte.

Wikipedia definiert dies als „Metakonsens„.

Als Metakonsens werden innerhalb der BDSM-Szene umstrittene erotische Rollenspiele bezeichnet, die sich im Grenzbereich zwischen einvernehmlichem und nicht einvernehmlichem Handeln bewegen. Der Metakonsens wird im Deutschen seltener auch mit dem englischen Begriff „consensual non-consent“ (CNC, einvernehmliche Nichteinvernehmlichkeit) bezeichnet.

Der Metakonsens ist demnach Grundlage für das Dasein als „O“. Es legt die Regel fest, dass der Dom bestimmt und die Sub gehorcht. Es wird (im Rahmen spezieller Rollenspiele vielleicht nur) auf das Safeword verzichtet. Das ist innerhalb der BDSM-Szene nicht ganz unumstritten und auch die Rechtslage, so Wikipedia, ist nicht ganz eindeutig, da bestimmte Vorgänge nicht einfach gestoppt werden können, wenn die Sub trotz aller moralisch bindenden Aspekte von ihren übergeordneten Rechten der Bundesrepublik Deutschland (in diesem Falle) Gebrauch machen will.

Ich werde da einfach noch ein wenig drüber nachdenken, weil mir vielleicht auch nur das Nachdenken darüber viel Freude bereitet.

 

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