Bedürfnisse, Wünsche, Träume und die Realität

Wer auf Twitter (aber auch sicher in anderen sozialen Medien) unterwegs ist und diese durchaus zum Kennenlernen in Sachen #BDSM nutzt, der stößt als Dom immer wieder mal auf eine ganz besondere Gattung Frau.

Diese ist meist in der Beziehung frustriert, vielleicht sogar in der Überlegung die Trennung vom Partner einzuleiten oder gar zu vollziehen. Diese Gattung Frau ist höchst sensibel und Lust stillende Worte fallen zumeist auf sehr fruchtbaren Boden.

Es gibt Frauen, die diesem Ruf nach Submission gerne nachkommen (und fremd gehen) und es gibt andere, die diesem Ruf nicht nachkommen (und treu bleiben). Andere wiederum geben ein Versprechen ab, dass sie darüber ernsthaft nachdenken sich zu treffen, andere wiederum wollen erst den Beziehungsstatus klären, bevor sie sich überhaupt überlegen sich zu treffen.

Mein moralischer Standpunkt hierbei ist wohl klar: Ich dränge niemals – kein Dom sollte das jemals tun. Frauen lassen sich nicht bedrängen, denn eher wenden sie sich völlig ab als das sie auch nur die Spur von Komfortzone verlassen. In aller Regel sind sie „Keeper“ und überlegen sich Dinge sehr gut, bevor sie auch nur einen winzigen Schritt machen.

Und ganz ehrlich: Mir sind das auch die liebsten Gesprächspartner. Denn Submission taugt nur dann etwas und kann auch von der Frau richtig gelebt werden, wenn ihr Kopf frei von Grenzen ist. Und eine ungeklärte Beziehungsfrage ist kein guter Ratgeber.

Mir geht es jedoch nicht um die Beziehungsfrage an und für sich, sondern ab und an auch um die Umstände dessen. Sehr häufig bekomme ich mit, dass Frauen sich in einer Beziehung befinden (Männer aber auch!), die sie nicht nur sexuell nicht mehr erfüllt. Und trotzdem tun sie nichts, damit sich das ändert.

Frauen werden in der Regel alles dafür tun, um eine Beziehung zu halten. Sie werden versuchen mit dem Partner Kontakt aufzunehmen. Leider erlebe ich auch, dass zu softe Worte in der Beziehung nicht weiterhelfen und aus Angst vor Zurückweisung verebben solche Gespräche immer.

Mir geht vor allem dieses „Ich besitze Dich“-Gedönse von Männern auf den Keks, die eine Frau negativ kontrollieren und ihr ständig misstrauen. Das Traurige daran ist, dass sie so nur die eigene Unsicherheit kaschieren und selber nicht mitbekommen, dass eine Frau darunter leidet, wenn nicht sogar daran kaputt geht.

Menschen ändern sich. Jeden Tag tun sie das. Die Frau, die man mit 21 geheiratet hat, ist eine andere als die, die nun 45 ist. Eine Frau bekommt diese Veränderung beim Mann durchaus mit. Männer sind dafür meistens blind. Und ich rede nicht von Äußerlichkeiten. Wenn ich meiner Frau sage, dass ich sie liebe, dann beinhaltet das den ganzen Weg, den wir gemeinsam gegangen sind. Ich akzeptiere und respektiere damit jede Veränderung und nicke diese mit ab.

Im Übrigen ist das auch die Bestätigung, dass ich sie immer noch so sehe wie am ersten Tag und nichts mir ferner liegt als sie regelmäßig durch die Wohnung zu vögeln. Frauen, lasst euch das einfach mal gesagt sein. So am Rande. Eine handfeste Erektion ist auch ein Kompliment.

Ich bin nicht monogam im Sinne der Monogamität. Ich bin anders monogam mit Blick Richtung Polygamie, wenn nicht sogar Polyamorität. Ich suche da noch nach einer Definition. Deswegen fällt es mir leicht meiner Frau den Freiraum zu geben, den sie benötigt um glücklich zu sein. Und vor drei Jahren hätte sie wohl auch noch auf alle Vorzüge der Monogamie geschworen.

Daher kann ich natürlich leicht reden, dass Männer ihren Frauen auch mal einen Dom gönnen sollen. Denn wir sind keine Gefahr für die Beziehung. Eine Frau, deren Mann tolerant und respektvoll mit ihren Wünschen umgeht, den wird keine Frau verlassen. Jedenfalls ist das nicht meine Kenntnis. Diese Frau wird immer wieder gerne nach Hause kommen, weil sie dort mehr findet als bei einem Dom.

Liebe.

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