#gedankenverloren – Die Submission des Dom

Und ist es nicht die Sub, der ein Dom dient?
Dreht sich nicht am Ende alles um die Göttin, die vor mir kniet?
Deren Wesen und Geist ich auf das Intensivste zu befriedigen suche?
Als Wegbereiter?
Als Wegbegleiter?

Wenn ein sich Dom dies zu Herzen nimmt, wenn er sich so sieht. Dann wird aus Mut Vertrauen.

Für manche mag der obrige Sinnspruch aus eigener Feder irgendwie nicht passen.
Schließlich ist der Dom ja der Macher, der Lenker, das Alpha und das Omega.
Furchtlos dorthin, wo andere furchtsam weichen. Betrachtet man es jedoch ein wenig mehr von der Metaebene, dann stimmt das in meinen Augen nicht.

Es ist nicht unbekannt, dass Dom und Sub sich einander bedingen. @Crimson_Silk äußerte sich mir gegenüber wie folgt:

„Kann ich unterschreiben. Sehen aber viele gaaanz anders. Weil SIE sind Chef und du bist nix. Auf die Idee, dass sie wahrscheinlich allein die Katze rum zu kommandieren versuchen würden ohne Sub, die/der sie gewähren lässt, kommen sie nicht.“

Und wir kamen überein, dass wenn die Sub keinen Dom hat und der Dom keine Sub, dann würden beide lediglich einmal in der Woche ihr Spielzeug abstauben und das war es dann auch.


Ich glaube, dass alle D/s-Beziehungen so funktionieren, dass jeder dem anderen mehr oder weniger genau das gibt, was der andere benötigt. Der, der unterwerfen möchte und Die, die sich unterwirft. Sie bedingen einander – ohne den anderen geht es einfach nicht. Wenn man jedoch so Geschichten hört, dann vermute ich, dass sich nicht viele Doms wirklich mit sich selber auseinander setzen. Dass sie prüfen, ob das, was sie fordern auf die Unterworfene passt. Dass sie prüfen, ob das was sie fordern überhaupt noch zu sich selber stimmig ist.

Dieses „Ich bin so und ich ziehe das so durch! Friss oder stirb!“. Ich mag mich damit nicht anfreunden. Auch wenn das ein oder andere von außen übergriffig wirken mag, so ist der Umgang mit einer Sub (zumindest bei mir) das Ergebnis der Prüfung meiner Vorstellungen, ob ich Dinge so mit ihr machen kann oder lieber lassen. Tatsächlich bin ich da ziemlich verkopft, aber eher im Sinne meines EQ.

Ich gebe mir Mühe der Sub auch wirklich das „zu liefern“, was sie benötigt, solange es mit meinen eigenen Wünschen übereinstimmt. Und so gehe ich dann auch über eigene Grenzen hinaus, weil wenn ich eine Sub habe, für die das ein oder andere „OK“ ist, warum soll nicht ich ihr dorthin folgen, um zu sehen, ob das für mich nicht auch „OK“ sein kann?

Das klingt tatsächlich ziemlich submissiv, wenn nicht sogar devot. Tatsache ist aber auch, dass ich mir meine Vorstellungen aus meiner eigenen Subzeit reflektiere und ständig kontrolliere. Wer bin ich? Was bin ich? Auch wenn ich immer wieder aufs Neue auf den Zustand komme, dass ich mich „OK“ finde. Denn nur so, wenn ich mich „OK“ finde, dann kommt dieses Beziehungsgeflecht „Ich bin OK – Du bist OK“ zustande und dann wird es erst gut.

Am Ende ist es so, dass ein Dom seiner Sub ebenso folgt, ihr Vertrauen schenkt, wie auch umgekehrt die Sub dem Dom folgt, ihm Vertrauen schenkt. Und wo die Sub aus submissiven Gründen Dinge tut, die für sie richtig, wichtig und gut sind, so steht es einem Dom nicht im Wege, ebenfalls ein wenig Submission an den Tag zu legen. Sich auf dominante Art seiner Sub hinzugeben.

Im Idealfall muss man sowas nicht auf die Metaebene bringen, aber ein leichter Schlag auf den Hinterkopf tut dem einen oder anderen Dom sicherlich gut.

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