D/s und Entfernung …

„Es ist nicht immer einfach und das hat auch niemand behauptet.“ ~~ Medulla ~~


Das Internet verbindet Menschen auf vielfältige Art und Weise. Natürlich verbindet es Menschen dann auch sexuell. Und natürlich kommen dann auch D/s-Bindungen zu Tage, die es ohne Internet nicht geben würde. Man kommt ins Gespräch, man mag sich, man findet sich, man trifft sich und findet Gefallen aneinander. Schmetterlinge. Rosa Wolken. Aber dann …?

Wenn da nicht diese vermaledeite Entfernung wäre.

Nur … wie definiert man Entfernung?

Als ich Medulla kennen lernte, war das eine reine Fickbeziehung. Als dann für mich mehr draus wurde, waren diese läppischen 50km für mich faktisch unüberwindbar. Ich war viel alleine. Fühlte mich einsam. Manchmal verlassen. Ungeliebt. Nur Geduld und Spucke hat mich davor bewahrt völlig abzudriften. Ich bleib an ihr dran und konnte sie dann wirklich und wahrhaftig für mich gewinnen. Und seit dem Punkt, wo wir uns beide als Paar zueinander bekennen können und ich nicht nur in ihrem Bett, sondern auch auf ihrem Sofa Platz nehmen konnte, wurde es einfach einfach.

Dennoch ist das Leben nicht immer einfach und jeder hat seine eigenen Wege, damit umzugehen. Paare, die sich erst spät finden, haben halt so ihre Mätzchen. Dinge wie Kinder, Eltern, Ex-Männer, Ex-Frauen lassen sich nicht einfach wegschieben. Man muss sie akzeptieren. Lässt man sich als Mann auf eine Frau mit Kindern ein, dann „adoptiert“ man ihre Kinder halt mit. Denn es gibt diese Frau eben nicht ohne den Beipack … um es flappsig zu formulieren. Man muss lernen, dass man nicht zweite Wahl ist, aber die enge Familie eine ganze Zeit lang eben der einzige Dreh- und Angelpunkt ist. Und das völlig unabhängig davon ist, wie weit man seine eigene Welt für die Dame des Herzens öffnet.


Und dann gibt es ja noch die Bindungen, die von Beginn an kompliziert sind. Weil da wirklich und echte Entfernung, oftmals 100e von Kilometern, zwischen den Menschen ist. Eben eine Sache, die mit den Möglichkeiten des Internets entstanden sind. Natürlich kann man nun sagen, dass diese Menschen es selbst schuld sind, sich ein solches Konstrukt auszuwählen. Aber kann man wirklich etwas dafür, wenn es doch einfach passt? Ich finde nicht.

Als Medulla und ich den #CircleOfFalbalus entwarfen war klar, dass eine Sub nicht weit weg wohnen darf. Die Entfernung muss überwindbar sein. Es muss so funktionieren, dass ich eine Sub einbestellen kann. Und da kam dann Tara zu uns. Unabhängig davon, dass ich Tara in meiner Nähe haben will und ich sie auch vermisse, wenn ich sie längere Zeit nicht sehen kann, so muss ich akzeptieren, dass auch sie ein Leben hat. Ihr Studium verlangt sehr viel von ihr ab und als ihr Dom habe ich das zu akzeptieren. Auch wenn wir beide sicherlich etwas ganz anderes voneinander wollen. Nämlich die physikalische Anwesenheit des anderen. Ich lasse ihr derzeit sehr viel Raum, weil ihre berufliche Entwicklung einfach wichtiger ist und so gibt es nur wenige gezielte Dates, für das was wir voneinander brauchen. Ein Dom muss dann zurück stecken, aber es ist dann trotzdem eine Entscheidung von Tara und mir. Deswegen würde ich sie niemals abweisen und ihr noch ein schönes Leben wünschen. Das ist nicht dominant, dass wäre arrogant.

Das Ende von Tara und mir würde wahrscheinlich nicht mal eingeläutet werden, würde sie beruflich in eine andere Stadt ziehen. Die Verbindung zwischen uns würde das aushalten, da bin ich mir sehr sicher. Die Beziehung zu Tara würde nur dann enden, wenn wir auf der D/s-Ebene nicht mehr funktionieren würden. Und wenn zB die #SecretNight in Dortmund dereinst die einzige Möglichkeit für Tara und mich wäre beisammen zu sein, bitte … dann wäre das eben so. Besser als sie laufen zu lassen.


Ich kann nur für mich reden, aber glaubt mir: Niemand leidet in einer D/s-Bindung mehr, als die Sub, die gerade irgendwie nicht so kann, wie sie möchte. Es ist das Verständnis des Dom, dass es der Sub relativ einfach macht, mit der Situation umzugehen. Auf der anderen Seite wird D/s nicht mehr funktionieren, wenn keiner von beiden sich die Mühe machen würde, irgendwie mal die Nähe des Anderen suchen zu wollen. Angebote zu machen. D/s ist für beide Seiten harte Arbeit und kein Selbstläufer. Wenn man zulange körperlich nichts mehr gespürt hat, dann kann man es auch wirklich gleich bleiben lassen. Denn alle mentale Disziplin wiegt das Fehlen des körperlichen Kontaktes irgendwann nicht mehr auf.


Jede meiner ehemaligen Subs hat darüber hinaus stets ungehinderten Zugang zu mir. Denn nur weil man sich aus pragmatischen Gründen hat trennen müssen, so bedeutet das für mich jedenfalls nicht, dass ich dieser Person gram oder böse bin. „M“ zB hat sich einfach in einen anderen Mann verliebt, warum sollte ich ihr böse sein? Ich freue mich für sie und wenn sich unsere Wege unverhofft kreuzen sollten, warum sollte ich sie abweisen, wenn sie Nähe sucht? Das ist doch Unsinn.

 

Am Ende des Tages will ich auf eines hinaus: Wenn ihr euch gefunden habt, dann ist das kein Selbstläufer. Jede Beziehung muss ständig beackert werden, dass man auch beieinander bleiben kann. Und jeder muss was dafür tun, dass man dem anderen auch körperlich nah sein kann. Entfernung erzeugt vielleicht Probleme, aber bitte … sie sollte keine Distanz erzeugen.

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