Der letzte Eintrag vor dem Urlaub 2017 :-)

T-1 #Urlaubsmention


Mit der Sippschaft (@hirnventrikel und ihre Kinder, sowie ich und meine, also 2 + 4 insgesamt) geht es in den Urlaub. Bereits heute kommen meine zwei und nach einer Übernachtung geht es dann morgen erstmal zur Frau Kinder und Koffer umpacken und dann: Ab an die Nordsee 🙂

Der erste gemeinsame Urlaub in dieser Form als Patchwork. Und auch überhaupt. Und wir freuen uns sehr darauf. Heute haben wir nach unserem Date vormittags noch Reste eingekauft und die letzten Verabredungen getroffen.

Somit wechseln wir offiziell auch unser Funksignal und stellen vom D/s auf Familie um. Das ein oder andere wird sicherlich getwittert, aber wie das nun mal so ist als Familie, steht die besondere Sexualität naturgemäß ein wenig im Hintergrund. Das ist aber nicht wirklich schlimm.

Der Feldversuch Patchwork steht im Vordergrund und wird völlig neue Qualitäten von uns fordern, aber wir denken beide, dass wird schon flutschen. Die Kinder im Alter von 8-16 haben extrem unterschiedliches Niveau und das wird auch unsere komplette Aufmerksamkeit abfordern.

Achten Sie bitte auf ihre analogen Briefkästen.

Alles Liebe und Gute … und: Wir lesen uns wieder :-* <3

Falbalus + Hirnventrikel

#TheTrainingOfO – Das Kopfkino der Sub

„Es ist der Mann, der wirbt. Egal, ob dominant oder nicht. Es ist die Frau, die wählt. Egal, ob submissiv oder nicht.“ ~~ Falbalus ~~


Sie können es drehen und wenden, wie ein Wiener Schnitzel. Was die Wahrheit ist, ist die Wahrheit. Selbstredend gibt es Frauen, die sich von Beginn an vollkommen hingeben. Doch, werte Herren, die sind absolut in der Unterzahl. Und das ist auch gut so.

Dominante Herrschaften machen Angebote und wenn diese den submissiven Wesen nicht gefallen, dann wird das nichts. Schließlich schickt sich das submissive Wesen an, sich nicht nur für ein paar wenige Stelldicheins an dominante Menschen zu binden. Sie möchten, dass ihre Seele sich binden kann. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine 24/-Beziehung, oder um eine diskrete D/s-Beziehung handelt, wo beide Partner gebunden sind und die eigentlichen Partner nichts davon wissen sollen.

Es geht immer um das Ying und Yang der Gefühle, die entstehen. Sie müssen synchron sein. Steht die Bindung, dann kann es auch mal asynchron werden. Das ist okay. Aber zu Beginn muss es für beide Partner einen intellektuellen Grad der Bindung haben, der nahe der geistigen Perfektion liegt.

Der dominante Partner wird hierfür seinen Geist öffnen und sich dem submissiven Wesen durch Wort und Schrift nähern. Er wird sich ganz klar festlegen und dies kommunizieren. Submissive Wesen brauchen das. Auch wenn der dominante Partner polygam oder sogar polyamor ist (oder das submissive Wesen!), beide brauchen diese „Monogamität“, in welcher andere zu diesem Zeitpunkt keinen Platz finden. Submissive Wesen müssen gewollt sein, Dominante Wesen müssen sich gebraucht fühlen.


Wie sieht es jedoch mit dem Kopfkino der Sub aus?

Ich glaube, dass ist nicht weniger wichtig in der Anfangszeit. Der dominante Partner muss von den Träumen, Wünschen und Begierden der Sub wissen, damit er sich darin auch zurecht finden kann. Wenn die submissive Fachkraft sehr auf Bondage steht, und der dominante Partner keinen Laut darüber abgibt, dann muss die Sub darauf reagieren und es andeuten, dass sie das mag. Erst dann kann sie sich wirklich entscheiden, ob sie eine D/s-Bindung ohne Bondage akzeptieren mag.

Wenn die Sub sich in der Annäherung soweit zurück nimmt, dass sie dies nicht preisgeben mag, weil sie sich ganz auf die Wünsche des dominanten Partners einlassen will, dann ist das auch okay. Sie muss sich dann nur hüten es viel später so zu erwähnen, weil „Das ist doch normal. Können Sie keine Gedanken lesen?“. Das führt zu Frust und Unlust.

Persönlich frage ich danach, was im Kopf der Sub so vorgeht. Wenn da nichts kommt, dann ist das immer ein wenig seltsam. Jede Sub, die sich anschickt sich an einen Dom zu binden, hat Kopfkino im Kopf. Jede. Ausnahmslos. Mein Rat: Raus damit! Und das auch ungefragt. Schließlich gibt es in der Annäherung kein Dom und Sub, sondern nur Menschen.

Das hat übrigens nichts mit dem Abarbeiten von Listen zu tun. Nur weil eine Sub Phantasien äußert, heißt das ja nicht, dass diese auch umgesetzt werden.


Es mag eventuell komisch klingen, aber ich bin da gar nicht so kompliziert. Auch wenn ich streng sein kann, bin ich immer noch Mensch und ich schätze mein Gegenüber als gleichwertigen Menschen. Immer. Auch bei Demütigung. Ohne Ausnahme.

In meinem Joyclub-Profil steht, dass ich Subs bitte, mich zu siezen. Da steht nur was von einer Bitte. Da ist kein Zwang bei. In der Annäherung jedoch bestehe ich darauf. Weil es mir eine Grundeinstellung zeigt. Zugegeben, es macht mich auch an. Aber es signalisiert Ernsthaftigkeit. Und das ist mir extrem wichtig.

Das Strafbuch

Erziehung heißt auch konsequent zu sein. Eine der Möglichkeiten ist sicherlich das Führen eines Strafbuches. Und nicht zu viel dabei denken. Es reicht ein DIN A5 liniertes oder kariertes Heftchen.

Da sich das Strafbuch im Besitz der Sklavin befindet, sollte sie es sich selber zu legen. Dann entspricht es auch äußerlich ihrem eigenen Geschmack. Das tut keiner Herrschaft weh.

Damit da jedoch etwas Valides hineingeschrieben werden kann, müssen Regeln her. Regeln, die eine Sklavin zu befolgen hat und Strafen, die bei Nichtbeachtung verhängt werden. Für beide Dinge ist die Herrschaft zuständig. Wichtig ist dabei zu beachten, dass verhängte Strafen zum Regelverstoß passen.


Gehen wir mal davon aus, dass die Sklavin ihre Grenzen in Grün (Geht immer), Gelb (Wenn ich muss) und Rot (niemals!) einsortiert hat. Eine Strafe muss etwas bewirken, zu einer Einsicht führen. Weswegen es sinnvoll sein kann eine Strafe zunächst aus der Kategorie Gelb zu wählen und bei wiederholtem Regelverstoß etwas aus der Kategorie Rot zu nehmen.

Es liegt alleine an der Sklavin ein bestimmtes Verhalten an den Tag zu legen. Allerdings ist auch darauf zu achten, ob Aufgaben leistbar sind (abhängig vom Stand der Bindung) oder quasi unerfüllbar. Unerfüllbare Aufgaben und daraus resultierende regelmäßige Bestrafung mit der Kategorie Rot dienen ganz genau keinem Zweck.

Zu Beginn der Ausbildung gehe ich immer davon aus, dass die Sklavin ein Ziel hat. Und das ist mindestens eine Sklavin zu sein. Ob sie, in meinem Sinne, eine gute Sklavin wird hängt auch im entscheidenen Maße davon ab, wie ich den Weg gestalte und dass ich sie mit meinem Willen nicht überfordere. Manche brauchen für den Weg etwas länger, andere überholen sich selber.

Also: „Alles, was nicht weh tut, sondern nur Überwindung kostet, wird erledigt.“

Hierunter fallen ganz bestimmt Dinge wie Fotos, kleine Videos vielleicht, das Tragen von bestimmten Schmuck oder Kleidung. Analplugs. Oder auch das Weglassen von Kleidung. Das Melden zu bestimmten Uhrzeiten oder sogar eine Liste der Nahrung, die eine Sklavin zu sich genommen hat. Da darf man ruhig phantasievoll sein. Wenn man jedoch keine Phantasien hierzu hat, dann bitte gar nicht erst mit sowas anfangen.


Auch werde ich immer gefragt, welche Strafen ich verhänge. Zum einen ist das eine sehr persönliche Sache. Zum anderen gibt es einfach keine generellen Sachen. Wo ich bei der einen Sklavin mit Ohrfeigen reagieren würde, würde dies bei einer anderen Sklavin direkt zu einem Orgasmus führen. Regeln sind das eine. Diese dürfen gerne nicht individuell sein, individuell ist jedoch immer das Strafmaß zu sehen.

Nehmen wir ein Beispiel:

„Du sollst Dich gleich nach dem Aufwachen bei mir melden und ein Foto von Dir schicken.“

Da kann eine Sklavin alles hinein interpretieren.

Melden? Wie? -> Telefonanruf, WhatsApp … was?
Ein Foto? Angezogen, Nackt, mit oder ohne Halsband … was?

Regeln, die zu befolgen sind müssen präzise ausformuliert sein.

„Du sollst Dich gleich nach dem Aufwachen bei mir melden. Du wirst ein Nacktfoto von Dir schicken und dabei Dein Halsband tragen. Bleibt es bis 10:00 Uhr aus: 3 Ohrfeigen.“

Mit der Regel wird also auch gleich das Strafmaß erlassen. Die Sklavin soll durchaus wissen, was auf sie zukommt.


Es sind nun zwei Wochen vorbei und die Sklavin hat jeden Abend vor dem Zubettgehen ein Foto des Strafbuches bei WhatsApp gesendet. Heute ist das Date. Konsequentes Handeln ist, dass bevor es zu irgendwelchen Herzereien kommt, das Strafbuch in einer Art Ritual abzuarbeiten ist. Dieses ist verbindlich mit der Sklavin zu vereinbaren (zu trainieren). Schließlich ist das ein sehr empfindlicher, und ein sehr persönlicher Teil.

Und: Es ist immer zu strafen! Konsequentes Handeln ist absolut erforderlich! Die Sklavin stellt sich körperlich und geistig darauf ein, dass sie 8 Ohrfeigen, 20 Schläge mit dem Stock oder vielleicht 10 Arschtritte bekommt. Oder alles. Es ist nett, die Sklavin in den Arm zu nehmen und Gnade zu erweisen. Geschieht dies zu oft, dann fragt sich die Sklavin wofür sie das alles machen soll und stellt die Herrschaft garantiert in Frage.

Eine Sklavin akzeptiert ziemlich viel um ihr Ziel eine gute Sklavin zu werden zu erreichen. Demütiges oder auch demütigendes Verhalten liegen hier durchaus im Fokus und sind auch genau ihr Ding.

Vergesst nicht, dass Herrschaft und Sklavin ein Team sind. Sie funktionieren nur im Zusammenspiel. Es geht um klares Rollenverständnis. Klare Kommunikation. Verbindliche Strukturen. Ausnahmen dürfen nicht die Regel werden.

#TheTrainingOfO – Wie geht das mit dem Vertrauen?

Ist ja nun alles leichter gesagt als getan. Das mit diesem Vertrauen. Also auch grundsätzlich betrachtet. Ich bin diesbezüglich mal durch das WWW gestreift, um mir mal Meinungen einzuholen. Dabei übernehme ich keine Verantwortung, ob die verlinkten Websites auch wirklich lesbar sind im Sinne des Design 😉


http://www.bdsm-net.org/lordofpain/Home/Uber_S_M/Unterwerfung/Vertrauen/vertrauen.html

In wahrer Unterwerfung überträgt die Sub dem Top die volle Verantwortung für sie und begibt sich vollständig in seine Hände, ohne absolutes Vertrauen wäre dies niemals möglich!

Wenn die Sub sich wirklich fallen und in ihren Gefühlen treiben lassen soll, muß sie immer darauf vertrauen können, daß ihr Herr zu jederzeit weiß, was in ihr vorgeht und wo ihre Grenzen sind.


http://www.in-den-schattenwelten.de/2009/03/01/vom-vertrauen-im-bdsm/

Etwa, wenn sich zwei Menschen treffen, die sich nur aus ein paar E-Mails kennen, und nun “ohne lange Vorlaufzeit” eine Session miteinander wagen. Was Sub hier fühlt, ist nicht “Vertrauen”, sondern Hoffnung und Erlebnisgeilheit – zusammen mit der Spekulation, unter SMlern auch nicht mit größerer Wahrscheinlichkeit auf einen Psychopathen zu treffen als bei einem normalen Date. Letzteres könnte man ja noch zur Wortbedeutung von “Vertrauen” rechnen, doch wird hier nicht wirklich dem noch unbekannten Partner vertraut, sondern der allgemeinen Lebenserfahrung.


http://dom-darkness.lounge-dominanz.com/13-2/bdsm-vertrauen/

Das Vertrauen zählt für den devoten Part genauso wie für den Dominanten Part.

Man lernt sich kennen und es entsteht eine Beziehung.

Erst Schreiben dann Telefonieren

Dann kommt der Tag an dem man sich real sieht

Jetzt entscheidet es sich, ob der Gegenüber gelogen hat oder nicht.

Weitere Entscheidungen stehen an:

Stimmt das eigene Gefühl?

Stimmt die Chemie zwischen den Parts?

Stimmt was der andere Part ihm über sich erzählt hat?

Und das muss man in Bruchteilen von Sekunden entscheiden.


http://www.wunderweib.de/ein-dom-berichtet-bdsm-ist-wie-ein-tanz-4597.html

Ich führe kein Buch und ich hatte wohl mehr als die bundesdeutschen sieben Sexualpartner. BDSM ist aber etwas, das mit Vertrauen immer besser wird und daher hatte ich fast immer längere Partnerschaften oder Affären . Also Dom-Sub Beziehungen hatte ich wohl so um die fünfzehn, maximal zwanzig.


Das waren nun aus der Google-Suche ein paar URLs, die mir gleich zu Beginn aufgefallen sind. Hier wird auf das Wort Vertrauen im Zusammenhang mit BDSM referenziert. Und es sind noch viele viele weitere Seiten, wo man mehr oder weniger gut erklärt nachlesen kann, was dieses Vertrauen tatsächlich bedeuten mag.

Jeder Verfasser verfolgt eigene Werte und Bilder und diese stammen eindeutig aus seiner ureigenen Erfahrung. Letztlich sind es aber nur Worte und Bilder. Sie vermitteln kein Gefühl des Vertrauens. Und das macht es schon ein wenig schwierig Vertrauen greifbar zu machen. Denn selbst wenn man durch das Lesen und Informieren über den Begriff Vertrauen ein Gefühl entwickelt hat und dieses einem potentiellen Partner bereit ist zu schenken, kommt dann am Ende nicht auch die Idee auf, dass es „Das richtige Gefühl“ ™ ist?

Ich maße mir nicht an zu definieren was Vertrauen ist und wo es herkommt oder wie man es findet. Was jedoch zunächst vorhanden sein muss ist Mut. Eine Aspirantin kann noch so häufig mit einem Dom hin- und hergeschrieben haben, telefoniert, geskypet oder sonstwie in Kontakt getreten sein. Das Gefühl welches einsetzt, wenn eine Sub erstmals zum Dom geht ist für mich nicht mehr als Mut – und auch ein wenig Erfahrungsgeilheit. Es ist nichts Schlimmes daran, wenn man geil auf das zu Erlebende reagiert und man nun den Mut hat es auch auszuprobieren. Wenn es hier eine Art Vertrauen gibt, dann ist dies eher Selbstvertrauen und nicht das Vertrauen in das Gegenüber.

Denn ohne Mut und Selbstvertrauen würde das Treffen niemals stattfinden. Soviel dann auch zum Thema „Schwache Sub“. Das ist nämlich völliger Nonsens. Ohne den Mut der Sub am Beginn einer Bindung, kann es später auch kein Vertrauen in den Dom geben (und natürlich auch kein Vertrauen in die Sub). Vertrauen muss wachsen und gedeihen. Sie kommt auf leisen Pfoten daher und manifestiert sich durch das Verhalten des dominanten Partners.

Das Licht im Dunkel

Es war einer dieser Tage, an welchen nichts so richtig gelingen wollte. Lange vor dem Wecker wach werden ist wohl nichts, wonach irgendjemand wirklich strebt. Der Kaffee schmeckte bitter und auch die üblichen zwei Süssstoffpillen konnten daran nicht viel ändern. Einziges Licht am Ende des Tunnels war der Gedanke daran, dass sie diese Nacht endlich wieder ihre Maske fallen lassen konnte.

Er hatte sie eingeladen einen „O“-Moment mit ihm zu teilen. Und auch wenn sie normalerweise ihm Geheimnisse ziemlich leicht aus der Nase ziehen konnte, so versuchte sie es gar nicht erst. Sie wusste, dass er diesbezüglich einen Knebel im Mund hatte und er sie eher aufs Glatteis führen würde. Sie grinste.

Was ein komischer Kauz dieser Mann doch ist. Ein kleines Sensibelchen ab und an. Ziemlich still. Nicht wirklich ein Stein, aber ein ruhiger Fels für ihre Brandung. Es war nicht einfach ihn aus der Fassung zu bringen. Er nahm einfach alles an und sie konnte sich immer an ihm abarbeiten um selber zur Ruhe zu kommen. Jemand, dem das alles nichts ausmacht. ‚Würde er jemals herausfinden, was er mir wirklich bedeutet, wo soll ich dann mit meiner Axt hin?‘, dachte sie und lächelte in ihre morgendliche Twitter-Timeline.


Die Art wie er mit ihr umging tat ihr einfach gut. Auch wenn sie sich manchmal wünschte, dass er ein wenig mehr aus sich herausgehen würde. Nie ein Wort des Missfallens. Nie ein Wort der Missgunst. Aber am Ende war ihr auch sehr bewusst, dass das genau die Dinge sind, die sie brauchte. Und sie war sich ebenso sicher, dass wenn ihm wirklich etwas gegen den Strich gehen würde, dann würde er sehr direkte und ernste Worte finden. Dann würde er eben auch im Leben den Mann geben, dem sie sich hinter den Türen des Schlafzimmers hingeben kann.

Er hatte diese Art an sich, diesen Schalter. Versteckt. Verborgen. Sie hatte lange nach diesem Schalter gesucht, wie sie ihn triggern konnte, was sie tun müsste um das Tier in ihm zu wecken. Was auch immer sie versuchte, er hatte sich im Griff. Er dominierte sich selber auf eine Art, die ihr ab und an sehr unheimlich war. Denn so locker und flockig, ja sogar flappsig er manchmal daher kam, so finster und dunkel wurden seine Augen. Und zwar von jetzt auf gleich. Ohne Ansatz. Ohne Warnung. Sie war seine ständige Beute.

So sehr sie auch emanzipiert von Kopf bis Fuß war, so wenig wehrte sie sich, wenn er sie unvermittelt an den Haaren durch die Wohnung zog, um seine pure Leidenschaft an ihr auszuleben. Würde er diese Tonlage auch im üblichen Leben zeigen, könnte sie nichts mit ihm anfangen. Aber wenn er nicht so wäre, wie er ist, wenn es um Sex geht, könnte sie erst recht nichts mit ihm anfangen. Er wusste, was sie wollte und sie gab es ihm.

Dinge wie Verlässlichkeit, Loyalität, Hingabe, pures und intensives Verlangen, sie hatte das in dieser Art nicht gekannt. Natürlich hatte sie Männer in ihrem Leben, aber kaum jemand war in der Lage genau diese Frau aus ihr hervor zu holen, die sie wirklich fühlte. Und das auch noch im richtigen Moment. Am rechten Ort. Niemals vorführend oder verletzend, demütigend gar. Diese Hure in ihr, die sich willenlos ihrem Jäger ergibt. Weil sie es so will.


Über den Tag schrieben sie nicht viel. Das tägliche Einerlei ließ beiden kaum Zeit die Libido künstlich am Leben zu erhalten. Beruf, Familie, Kinder – so lieb man alles hat, so gerne man auch tut, es sind einfach die Begrenzungspflöcke, die zu akzeptieren sind. Ab und an schickte er ihr ein Bildchen zu, sie warf ihm einen Kuss durch die digitale Autobahn zu. Das musste reichen.

‚Ihre Hure hat heute Nachtschicht für Sie.‘, war der intensivste Moment des Nachmittages überhaupt. Sie konnte ihre Gedanken erst dann so richtig fokussieren, wenn alles erledigt war. Kinder beim Vater, Haushalt erledigt, Post gemacht. Erst wenn der Alltag sie nicht mehr beschäftigte, konnte sie diesen auch sein lassen. „Das Leben und Streben einer Teilzeithure“, seufzte sie vor sich hin. Aber das war nun mal so.

Irgendwann war es dann soweit und die Dinge konnten ihren Lauf nehmen. Flugs stellte sie sich unter die Dusche und nahm ihren Körper in Augenschein. Sie rasierte sich frisch, drückte sich ein paar Pickel aus und spürte dem Wasser über ihrem Kopf noch ein wenig nach. Nackt mit Turban durch die Wohnung laufend überlegte sie, was sie sich in den Weekender packen sollte. Mittlerweile war ihr jedoch klar, dass bei einem „O“-Moment die 3H-Regel (Halsband, Halterlose, HighHeels) garantiert durchgedrückt würde. Also besser gleich alles anlegen und ein hübsches Kleid darüber. BH und Schlüpfer sind dann so und so überflüssig.

‚Ich bin unterwegs und freue mich sehr, dass Sie diesen besonderen Augenblick mit mir teilen möchten, mein Herr. Und ich wünsche mich nichts mehr, als dass Sie mehr als zufrieden mit mir sind.‘, textete sie ihm zu und stellte das Navigationsgerät auf das Ziel ein, welches er ihr gegeben hatte.


Als sie am Zielort eintraf, war es bereits dunkel. Sie bemerkte sein Auto und stellte sich neben jenes. Ihre Wertsachen verstaute sie in einer kleinen Handtasche, ansonsten nahm sie nichts mit. Handy in den Flugmodus und raus aus dem Auto.

Sie war alleine. Ihr Blick fiel auf ein kleines Häuschen, an welcher eine flimmernde Lampe gerade so die Türe anleuchtete. Sie hatte merkwürdigerweise keine Angst. Sie wusste, dass er sie bereits sah. Und es war ihr bewusst, dass seine Augen sich bereits verdunkelt hatten, gierig auf sie. Lüstern. Fokussiert. Nur an das Eine mit ihr denkend. Sie liebte ihn dafür.

Sie dachte noch kurz daran ihm zu zeigen, wie sie noch sein kann. Sie sollte einfach das Kleid ausziehen und sich hier vor dem Haus auf die Knie begeben. ‚Das würde ihm gefallen!‘, lächelte sie in sich hinein. Irgendwann würde sie genau das tun, da war sie sich sicher. Aber das wäre dann ihr Moment. Der Moment, wo sie diesen Mann sprachlos machen würde.

Sie klopfte an die Türe.

Als sie sich öffnete, konnte sie nicht wirklich erkennen, was sich hinter der Türschwelle verbarg. Aber seine Stimme war Verheißung und Einladung:

„Bitte lege nun Deine Kleidung ab. Danach erst kommst Du rein. Gehe exakt zehn Schritte. Dann bleibe einfach dort stehen.“

Sie konnte ihn deutlich spüren. Es war ihr, als könnte sie seine Erregung greifen und es war ihr sehr bewusst, dass er sie wirklich riechen konnte. Ihre Lust. Ihre Geilheit. Ihre Nervosität. Ihre Lasterhaftigkeit. Ihr Hure. Seine Hure.

Sie tat was er verlangte und legte ihre Sachen auf dem Boden ab. Sie ging an ihm vorbei und blieb nach zehn Schritten stehen. Beine gespreizt, Kopf gesenkt, Augen geschlossen. So was von bereit.

Er stellte sich hinter sie:

„Öffne Deine Augen.“

Am Ende des Flures flackerte eine Kerze.

„Du wirst keine Fragen stellen und alles tun, was ich Dir sage.“ – „Ja, mein Herr.“

Sie ging in die Knie.

Er griff ihr ins Haar. Fest. Es tat weh.

„Du wirst heute lernen, was es bedeutet Eigentum zu sein.“ – „Ja, mein Herr.“

Er drehte sich nach links und öffnete eine Türe. Dort brannten noch viel mehr Kerzen. Sie hinter sich herziehend, betrat er diesen Raum. Dort lag eine Matratze auf die er sie warf.

„Meine Herren, bitte bedienen sie sich!“

Sie ließ los und gab sich ihm hin. Sie wurde zum Licht im Dunkel.