Wie entstehen Rituale …

Wie in jeder Beziehungsform entstehen mit der Zeit mehr oder weniger liebgewordene Rituale, die das gemeinsame Miteinander prägen. Dinge, über die nicht mehr gesprochen werden muss. Weil sie eben klar und deutlich vereinbart oder erlebt (im wahrsten Sinne) sind. Im speziellen Fall des BDSM (zumindest bei mir) gibt es irgendwann Rituale. Die alten Hasen und Häsinnen werden sich in folgendem Beispiel sicherlich wiederfinden.

„Mein Wunsch ist es Dich und Deine Anwesenheit zu genießen. Da ist mir nicht nach Züchtigung, sondern nach Nähe, Wärme und Liebe. Etwas, was uns tiefer verbindet. Wenn ich Dich also darum bitte, mich zu waschen, dann wünsche ich folgendes ….“. Es folgt hier eine Aufzählung von Dingen, die der Dom dann gerne spüren will.

Es wird vielleicht nicht immer alles von Anfang an klappen, aber mit jedem Durchspielen wird die Sub dann sicherer und irgendwann reicht nur die Äußerung des Wunsches aus, um das Ritual komplett und ohne weitere Worte ablaufen zu lassen. Und während das Ritual läuft genießt man sich. Dabei kann man durchaus eine leichte Plauderei anfangen oder Pläne besprechen. Aber nichts Tiefschürfendes. Was in diesem Falle zählt ist die pure Lust. So gibt es noch Rituale zur Begrüßung, zur Verabschiedung … Dinge, die von alleine ablaufen dereinst. Es gilt Positionen einzunehmen, sich an- oder auszuziehen, bestimmte (sexuelle) Handlungen vorzunehmen.

Dabei ergeben sich nicht immer Rituale. Doch ich denke, dass Rituale grundsätzlich Sachen sind, die Dom und Sub mehr miteinander verflechten. Wie eben in jeder anderen Beziehung auch. Und das ist auch gut so. Denn in diesen Ritualen hat man sich eingefunden und fühlt sich sicher und wohl.

Es geht aber auch nicht immer um zärtliche Nähe. Es können auch Rituale durch klare Anweisungen  („Knie nieder!“) oder durch pures Verhalten des Herrn (Geräusch, wenn er die Treppe hochkommt) getriggert werden. Je intensiver die Beziehung zwischen Dom und Sub ist, desto mehr Rituale spielen sich ein.

Ich habe davon gehört, dass eine Sub alleine vom Klang seiner Stimme am Telefon zu 95% ableiten konnte, wie der weitere Verlauf des Abends werden wird. Und sich eben auch darauf einstellen, ob es eher schmusig oder verstärktes Aua sein würde.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.