Business Development Meeting – Teil Eins

‚Nichts ist lebendiger als der Verlockung nicht zu widerstehen.‘

Der Termin kam kalt um die Ecke. „Personalgespräch“ – keine weiteren Inhalte, Agenda, nichts. Keine Ahnung, wie frau sich auf sowas vorbereiten sollte. Das Einzige was ihr bewusst war, dass es nichts Schlimmes ist. Und doch durchpflügte sie ihre Erinnerungen, ob da nicht doch irgendwas gewesen sei, wegen dem sie sich nun verantworten müsse. Ob sie nachfragen könne?

Sehr geehrter Herr,

ich bedanke mich für die Möglichkeit, mich Ihnen in einem Personalgespräch zu präsentieren.

Gott, wie unterwürfig. Aber sie wusste, dass ihr Chef auf sowas abfuhr. Sie lächelte. Ein netter Chauvi. Hat Frauen gerne dort, wo sie seiner Meinung hingehören. Zu seinen Füßen und auf den Knien. Tatsächlich schmunzelte sie bei dem Gedanken, wie sehr sie sich zu ihrem eigenen Vorteil geändert hat, ohne sich wirklich zu verändern. Vor allem die Einstellung zu „solchen“ Männern. Ihr Chef wusste genau, was er von einer persönlichen Assistentin wollte und was nicht. Und egal, was es war – es war niemals zu ihrem Nachteil.

Sehr gerne möchte ich mich auf den Termin vorbereiten und würde gerne so in etwa wissen, ob ich mich auf etwas Bestimmtes vorzubereiten habe?

Freundliche Grüße

*Klick* – versendet. Vielleicht antwortet er ja noch. Um manche Dinge machte er immer ein großes Geheimnis. Als würden kleinere Staaten daran zugrunde gehen, wenn auch nur der Hauch einer Idee von einer Wahrscheinlichkeit seine Lippen verlassen würde. Sie rollte mit den Augen. *Pling*

Danke, dass Sie mich daran erinnert haben.
Ich wünsche mir, dass Sie sich Gedanken über mögliche zukünftige Aktivitäten machen.
Wo sehen Sie sich also in sechs Monaten? Welche Aufgaben würden Sie gerne übernehmen oder auch welche möchten Sie abgeben.
Es ist mir wichtig, dass Sie sich bei uns wohlfühlen und Sie stets Befriedigung bei Ihrer Arbeit finden.
Ihre Mitarbeit wird sehr geschätzt.
Bitte halten Sie sich an die Kleiderordnung.
Freundliche Grüße

Das kann ja mal wieder alles und nichts bedeuten. Zwischen „In den Ausschnitt starren“ und „In den Schritt greifen“. Nachfragen hilft nicht immer. Sie würde es wohl niemals lernen, dass er üblicherweise sehr offen ist, aber ansonsten – er würde wohl eher lügen, anstatt ihr seine Idee für dieses Gespräch zu beschreiben. Es ist zu einem kleinem Spiel mit der Macht geworden. Er bestellt ein, sie fragt nach, er antwortet … nicht. Eine eindeutige Position. Besser geht es ja auch nicht. Er wäre ja auch nicht der Chef würde er sich in diesem Aspekt seines Lebens in die Karten schauen lassen.

Die Kleiderordnung war relativ simpel. Er hatte dies einmal mit einer 3H-Regel erläutert. Halsband, Halterlose und High Heels und eine Frau ist bereits ausreichend gekleidet. Alles in Schwarz und ohne SchnickSchnick. Keine Röschen, Schleifchen oder anderes Getüdel. Darüber noch ein Kleid für „draußen so“. Oder Rock und Bluse, aber niemals Hosen. Der Chef war da schon ziemlich straight, wenn es um seine Wurst ging. Sie grinste. Aber sie empfand das auch nicht als großes Übel. Es erregte sie immer sehr, seine Erregung unmittelbar und zwingend zu erleben. Als direkte Antwort auf ihre Kleidung. Und sie hat selber erlebt, dass Frauen in Strumpfhosen oder gar Hosen bei ihm in „diesem“ Zusammenhang eher kalt ließen. Obgleich sie sich in diesem Punkt auch nicht immer so sicher war. Jedenfalls nicht bei ihr selbst. Und es war ein gutes Gefühl für sie, dass durch einen kleinen Griff in die Kleiderkiste einen Chef bekam, den sie dadurch zwar beeindrucken, aber nicht in seinem Tun beirren konnte. In seiner Nähe könnte sie auch Ausschnitt bis zur Schamlippe tragen und er würde sie so behandeln, als sei das völlig normal.

Eben ein Dom.

Als sie sich am nächsten Tag auf den Weg zu ihm machte, frisch rasiert, dezent geschminkt, schob sie im Auto ihren Rock über den Po und setzte sich so blank auf das Leder. Sie zerrte das Smartphone aus der Tasche, öffnete WhatsApp und fotografierte genau zwischen ihre Beine und schob dabei zwei Finger in sich.

Ich fahre nun los.

*Klick* versendet.

In solchen Momenten wünschte sie sich einen Automatik. Es war ihr durchaus wichtig bereits feucht zu sein, wenn sie bei ihm ankam. Obgleich sie sich sicher war, dass bereits sein Blick dafür ausreichen würde.

Ende – Teil Eins

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.