Negativ – Die Liste oder: Was ich nicht mache(n kann oder will).

Es sagt sich ja für einen Dom immer so leicht daher, dass eine Sub sich nicht so viele Schranken aufbauen soll.
Sie soll offen sein für Neues, Spannendes, Erregendes – auf das sie dem Dom gefalle als lüsterne Gespielin. Und das nicht zu ihrem Nachteil.

Doch auch Doms haben Grenzen … ich probiere mich mal:

Kaviarexzesse
Egal, was kommt. Ich werde Dich niemals anscheißen oder anscheißen lassen.
Das liegt vollkommen außerhalb meiner Komfortzone.
Wenn dies für Dich als Sub ein Ziel ist … dann gehe bitte einfach weiter.

Vomming
Es soll Doms geben, die ihre Sub solange in den Mund penetrieren, bis diese sich übergeben müssen.
Als eine Art „Arbeitsunfall“ mag ich das hinnehmen, aber niemals mit Absicht herbeiführen.

Blut
Nadeln, Ritzen und andere Dinge, die bewusst darauf abzielen blutende Wunden herbeizuführen, sind meine Sache nicht.
Wenn mal eine dunkelrötliche Strieme beim Auspeitschen übrig bleibt, dann ist das okay. Also wie beim „Arbeitsunfall“ zu 2.

Petplay
Ich ficke keine Katzen, Hunde oder anderes Getier. Ich dressiere keine Pferde und melke keine Kühe.

Ageplay
Extreme Altersunterschiede zwischen Partnern sind grundsätzlich nicht das Problem.
Aber so zu tun, als sei jemand ein Baby oder minderjährig oder meine Oma oder so? Nein, danke!

Homoerotik
Jetzt kommt der Satz, den ich schon immer sagen wollte: Ich bin nicht homophob, aber ich spiele nicht mit Männern.
Meine Sexualität ist grundlegend heterosexuell und auch nicht bi-neugierig.
Da spielt auch nicht rein, dass ich gerne Schwänze blase. Keineswegs. Denn das reicht nicht fürs Bi-Sein.
In gewissen Dynamiken geht der Flogger sicher mal auf einem Mann nieder.
Aber ich würde mich nie mit einem Mann treffen – tut mir leid.

Sadismus / Masochismus
Ich beherrsche meine Libido. Und nehme mich dann auch gerne zurück.
Je nach Örtlichkeit/Veranstaltung ist das Beschlafen einer Sub auch nicht angemessen.
Aber ich habe keine Sub, die nur geschlagen werden möchte. Weil ich eben kein reiner Sadist bin.

Wunschzettelsubs
Die Sub markiert die Grenzen und in denen bewege ich mich frei.
Ein gewisses „MiMiMi“ gehört immer dazu, aber je länger man zusammen ist, umso weniger muss es werden.
„MiMiMi“ ist ein Lustkiller … so einfach ist das.
Natürlich bin ich mir bewusst, dass ich meinen Teil dazu beitragen muss, dass das „MiMiMi“ verstummt (oder nicht mehr angesprochen wird).
Natürlich hat eine Sub immer ein gewisses Mitspracherecht auf Augenhöhe.
Wer jedoch einen Dom in seinem Leben haben will, der akzeptiert ihm zu Diensten zu sein. Auch wenn es gerade mal nicht passt.
Ende der Geschichte.

Bondage
Ich werde zu Fesselungen mit Seil wohl nie einen wirklichen Bezug bekommen.
Zu aufwendig und zu langwierig. Fesseln aus Stahl sind effektiver.

Harter Sex
Ich kann leider nicht stundenlang rammeln und möchte das auch nicht.
Das Leben ist nun mal leider kein Pornofilm.

House Rules (by quantumsatis.tumblr.com)

House Rules

Diese Regeln sind sicherlich nicht alle im normalen Leben ganz genauso anwendbar. Aber es lohnt sich, sich grundsätzlich damit auseinander zu setzen, wenn man in einer BDSM-Beziehung die submissive Rolle einnehmen mag.

Viele Regeln sind mittlerweile noch hinzugekommen, aber ich belasse es erstmal bei den „Originalen“. Wichtig ist, sich ein Bild über seine Gefühle dabei zu machen. Was ist kein Problem, was ist weniger eines und was ist ein großes Problem.

Ein Dom hat Ziele, die er verfolgt und er legt diese Ziele in bester Absicht für seine Sub fest. Es geht darum gemeinsam einen Raum zu betreten (BDSM) und diesen gemeinsam nach und nach zu möblieren (Regeln).

Ich vertrete die Auffassung, dass man nicht alles gleich von Anfang an zu 100% durchziehen sollte. Andere Doms sehen das grundsätzlich anders. Und das ist auch völlig okay. BDSM ist Vielfalt und soll dazu beitragen, dass beide Partner eine erfüllende Sexualität gemeinsam genießen können, in der Form, Farbe und Varianz, die am besten passt.

Selbstverständlich ist es so, dass auch ich so meine Gedanken habe und Medulla kennt diese auch. Die Besonderheit ist, dass man offen kommunizieren muss, einen Gedanken ansprechen und anpflanzen. So wird die Idee größer, die Blume wird immer wieder mal begossen, und am Ende geht man ein Thema an – oder lässt es einfach.

Will ein Dom seine Ziele streng durchziehen, dann braucht er auch eine Partnerin, die das ganz genau so will.

Ich bin unglaublich stolz auf meine Frau, die keinen Gedanken nicht denken mag und wir lassen uns Zeit mit der Möblierung. Ganz einfach.

Wie steht Ihr denn so dazu?

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The BDSM Masterclass — und warum das nur ansatzweise funktionieren kann.

Ich schreibe das mal ganz bewusst in der Kategorie „Portfolio“, also in dem Bereich, der meine bezahlten Künste bedient.

Für alles und jedes gibt es Webseiten, Blogs, Tutorials, Bücher, Zeitschriften, Hefte, Fernsehshows, Beratungsstellen, aber … wenn es um die Sexualität geht wird es eng. Gerade das, was eine Beziehung im Wesentlichen ausmacht bleibt oftmals in den Händen verschämter Paartherapiebesuchen ohne wirklich nennenswerte Erfolge stecken. Sexualität ist nach wie vor, trotz aller Offenheit, vollständig stigmatisiert und gehört gefälligst hinter verschlossene (Schlafzimmer-)Türen und sonst nirgendswo hin. Die Welt in der wir leben bietet uns jedoch ein ganz anderes Echo, wenn wir doch wissen, dass unsere Kinder vollumfassenden Zugang zu Pornographie haben, ohne auch nur einen EUR dafür ausgeben zu müssen. Was für uns damals die BRAVO war, und später als Wichsvorlage der OTTO Katalog, sind heute Google und die Bildersuche, YouPorn, xHamster und sonst was, auf den mobilen Endgeräten.

Und wir als Erwachsene sind oftmals mit dem, was da so geboten wird völlig überfordert (wie ich in Trigonometrie zB) und sind kaum kompetente Ansprechpartner unserer Kinder. Was aber auch daran liegen mag, dass wir oftmals ja nicht mal mit unserem eigenen Partner Dinge wie („Ich würde Dich gerne mal anpinkeln!“) oder („Arschfick, Schatz?!“) besprechen können oder wollen. Und dann sollen wir unserem Partner auch noch davon erzählen, dass wir ihr/ihm gerne mal „aus Spaß“ und „Lust“ eine Ohrfeige geben wollen. Wo, bitte, kommen wir den da hin?!

Und dann sehe ich auf Facebook diese Anzeige, wo erfolgreiche Vertreter ihres künstlerlischen Segmentes in „Meisterklassen“ ihr Wissen an gelehrige Schüler weitergeben. Und ich so … warum eigentlich nicht mal BDSM? Warum nicht mal gelehrigen Schülerinnen und Schülern den Sinn und Unsinn von BDSM auseinander nehmen und in Unterichtsklassen mit den ganzen Mythen aufräumen, die sich darum winden? Und dann komme ich immer wieder auf den Punkt, dass dies nur ansatzweise funktionieren kann.

Das hat vor allem damit zu tun, dass BDSM einfach viel zu viele Facetten hat und was für die eine Paarung schon „schlimm“ ist, da legen andere erst los. Aber sind es nicht Grundbegriffe, wie gegenseitiger Resepekt, von dem man so erzählen könnte, das Dingen mit dem Auffangen und so. Und schon hänge ich im eigenen Dilemma, da bspw. meine „O“ sich je nach Umstand selbst auffangen muss. Als Krönung und Vereinigung meiner Definition von „Sub“ und „Sklavin“ ist sie stark genug, dies zu „meistern“. Und wenn ich von sowas erzähle, ist das dann noch generischer Stoff oder schon Eigenwerbung zur Anbahnung möglicher Auszubildenden? Kann man anderen überhaupt seine Sicht der Dinge so nahe bringen, dass die das auch verstehen und umsetzen oder müsste ich mich mit dem „üblichen“ Einerlei der Erwachsenenbildung auseinander setzen?

Wäre so eine Masterclass of BDSM nicht eher etwas Technisches? Also eher eine Einführung in Floggertechniken? Oder so? Und wäre das nicht einfach langweilig?

Da ich jedoch grundsätzlich Interesse daran habe, meinen Teil des Wissens um BDSM in die Welt zu tragen, befasse ich mich ernsthaft mit dem Gedanken sowas mal anzugehen und entsprechend im Rahmen der „Secret Night“ anzubieten.

Stay tuned ….

Offene Beziehungen

Offene Beziehungen

Menschen sind unterschiedlich, genau so wie BDSM unterschiedlich ist. Und so ist es nicht ungewöhnlich, dass gerade im BDSM viele Beziehungen als „offen“ deklariert sind. Die Frage ist immer nur, was genau damit gemeint ist.

Grundlegend betrachtet sind Menschen meiner Meinung nach nicht monogam.

Der Mann wird seit jeher als Wesen beschrieben, der sein Erbgut breit streuen will. Für ihn ist die Nächstbeste eben auch die Beste.

Die Frau jedoch ist anders. Sie wählt nach anderen Kritierien aus. Einen Mann mit guten Erbmaterialien, weil sie eben genau weiß, dass sie mit den Zöglingen eine ganze Zeit lang klar kommen muss, während der Mann sich munter die Nächstbeste sucht. Die Frau will den Besten.

Und während die Männer auf den Bäumen sitzen, kann die Frau alle vom Baum holen und sich den Einen aussuchen. Danach klettern die übrigen Männer wieder auf den Baum und warten auf die Nächste.

So ungefähr ist das wohl mal laut Evolution gedacht gewesen. Ein Prinzip der seriellen Monogamie, aber eben nicht auf Dauer ausgelegt oder sogar bis zum Tod. Hier kommen eher kirchliche und damit neu-moralische Dinge zum Zuge. Diese sind nicht falsch, aber das reale Leben mit seinen Verlockungen macht es nicht immer einfach, wirklich treu zu sein. Gedanklich ist jeder zweite mindestens einmal fremd gegangen – und das schließt Frauen und Männer ein. Irgendwie musste also eine Lösung dafür her, dass man sich sexuell betätigen konnte, ohne gleich die komplette Beziehung zu ruinieren. Denn viele Menschen sind in der Lage die Gefühle und Emotionen für einen Partner (also das, wo die tatsächliche Bindung geschieht) komplett vom Ausleben der Sexualität zu trennen.

Und dazu gibt es unterschiedliche Formen, Farben und Varianten. Die gab es schon immer, aber in der heutigen Zeit ist das alles etwas freier und man kann es benennen. In der Rubrik „3er im BDSM“ bin ich schon auf einige Dinge eingangen, wie Cuckolding oder Cuckqueaning. Hier nun also der Versuch mal alles zu konkretisieren und zu katalogisieren.


 Variante Eins – Erlaubtes Fremdgehen

 Die wohl einfachste Form einer offenen Beziehung. Ein Partner erlaubt dem anderen auch andere Partner zu haben.

Grundlegend ist, dass das Fremdgehen so von statten geht, dass der andere Partner davon nichts mitbekommt.

Solche Dinge verschwinden zumeist im Hintergrundrauschen von Dienstreisen oder Überstunden und dergleichen.

Nach außen hin bleibt die Beziehung geschlossen. Man nimmt sich halt wechselseitig einfach mal eine Auszeit, wenn sich diese anbietet. Es ist die Situation, die Möglichkeiten schafft.


Variante Zwei – Offenes Fremdgehen

Beide Partner erlauben sich gegenseitig das Fremdgehen und reden darüber im Vorfeld.
Gerade im BDSM kann es dazu kommen, dass der eine Partner Dinge mag, die der andere nicht mag oder gar nicht kann.
Bei uns zum Beispiel wäre es so, dass ich Bondage mit Seilen zwar schick finde, aber nicht wirklich beherrsche. So erlaube ich meiner Frau sich jemanden zu suchen, der das mit ihr macht. Auf der anderen Seite ist meine Frau nicht für Natursekt zu gewinnen, so habe ich die Erlaubnis eine andere Frau zu diesem Zweck zu treffen.
Im Gegensatz zur Variante Eins ist hier ein großes Vertrauen im Spiel, sich seiner emotionalen Partnerin dahingehend zu öffnen, dass man zu diesem Zweck jemanden treffen mag. Viele finden alleine schon die Suche des Partners nach einem anderen Partner als demütigend. Einige Paare schaffen es jedoch zusammen mit dem Partner aktiv jemanden zu finden und gehen dann gemeinsam hin.
Denn, es ist ja nicht wirklich fremdgehen, wenn der eigene Partner dabei zuschaut, oder? Oder zumindest im Nebenraum Kaffee trinkt.


 Variante Drei – Offenes und vertrautes Fremdgehen

 Nicht wenige Paare phantasieren davon, wie es wohl sein würde, wenn ein fremder Mann die eigene Frau in einer Bar anspricht und sie dann mit ihm geht. Erlaubt durch einen kurzen Blickkontakt und ohne dass der eigene Partner mit dabei ist. Oftmals gehen die Partner auch getrennt voneinander aus, um einen anderen Partner für die Nacht zu finden. Das wichtigste ist dabei, dass die emotionale Ebene zu 100% intakt ist. Es sind nämlich meistens die Frauen (siehe ganz oben), die Erfolg bei der Partnersuche haben. Da darf der Mann nicht neidisch sein und einfach gönnen können.
Zum Sexualleben gehört jedoch auch, dass beide Partner offen über ihre anderen Partner reden. Vielleicht sogar Bilder herzeigen. Es findet alles wirklich und ehrlich offen statt. Ein Konzept, welches nur zwei starke Partner wirklich leben können.


Variante Vier – Der/Die Geliebte

Einen Schritt weiter und vielleicht auch in Richtung Polyamorie gehend, ist die Erlaubnis eine Dauergeliebte / einen Dauergeliebten zu haben. Einen anderen Menschen, mit welchem man sich regelmäßig zum Sex trifft, mit welchem man aber auch emotional verbunden sein kann. Ein Konzept vieler Menschen übrigens, die jedoch „still“ dulden, dass der Mann andere Frauen hat (oder vice versa), weil es in der Beziehung eher um den Status der Beziehung geht, als um Emotionen. Nicht wenige Menschen leiden dann auch darunter oder gehen den Schritt es ihm/ihr „still“ gleich zu tun.
Wird es offen praktiziert, dann ist es meiner Meinung nach oft so, dass der eine Partner auch deswegen einwilligt, weil zum Beispiel die Frau dem Mann eine junge Gespielin gönnt, die er neu ausbilden kann. Oder weil die Manneskraft des älteren Herren gegenüber einem jungen Stecher nachsteht. Im BDSM ist es nicht unüblich, dass ein D/s-Paar im fortgeschrittenen Alter sich gerade deswegen junge Frauen und Männer oder Paare suchen. In jedem Fall ist es auch nichts für schwache Nerven.


 Fazit: Offene Beziehungen lassen andere Partner als Sexualpartner des anderen zu, wobei man sich getrennt vom eigenen Partner zum Sex mit anderen trifft. Das steht im Gegensatz zu Swingerclubs oder SM-Clubs, wo vielleicht auch Sexualität und BDSM mit anderen Menschen praktiziert wird, aber eben gemeinsam und nicht getrennt.