Was ist eine O? Unsere Definition …

Nimmt man sich das Buch zu Herzen, dann ist „O“ eine Frau, die in vollem Vertrauen zu ihrem Geliebten ihren Körper für jedwede sexuelle Handlung hergibt, die er für richtig hält. Und zwar unabhängig davon, ob nur ihr Geliebter alleine sie begehrt oder er ihren Körper anderen Herren zur Verfügung stellt. Dabei stellt sie keinerlei Bedingungen und keine Fragen. Im Buch ist zu lesen, dass sie jedoch sehr wohl sehr viele Fragen hat und einen inneren Kampf darüber führt, ob das denn alles so richtig ist. Darüber redet sie mit ihrem Geliebten auch recht ausführlich und er erklärt ihr letztendlich, dass alles gut ist und sie sich keine Sorgen zu machen braucht. Sie müssen nur vertrauen und mehr nicht.

Nun gut, das ist eine echte Kurzfassung. Die Empfehlung ist in jedem Fall das Buch zu lesen und nicht den Film anzusehen, zumindest in dieser Reihenfolge vorzugehen, wenn man den Film sehen will. Denn der Film geht nicht ganz so intensiv auf die inneren Konflikte der „O“ ein.

Eine Frau wird nicht als „O“ geboren. Sie hat vielleicht Phantasien und die modernen Medien ermöglichen bereits in früher Pubertät eine Grundorientierung. Dies kann aber auch grundsätzlich in jeder Lebensphase aufkommen. Ich denke auch nicht, dass eine Frau, die das Buch gelesen hat, auch gleich sämtliche Aspekte des Buches ausleben möchte. Aber wie dem auch sei, sie benötigt dazu einen Partner. Einen Dom. Einen Sir. Einen Master. Einen Herrn. Ohne den Mann, der sie sexuell dominieren will, und zwar ganz konkret sie, wird sie keine Erfüllung finden. Und auch der Mann, der sexuell dominieren will, braucht eine Frau, die sich sexuell dominieren lassen möchte. Ohne die Sub ist der Dom wertlos und vice versa.

Ich glaube auch nicht, dass jede BDSM-Beziehung gleich mit der Zielrichtung startet, dass der Mann seine Frau zu einer „O“ machen möchte. Eine D/s-Beziehung muss wachsen und baut auf Vertrauen zueinander auf. Deswegen ist es auch gerade für mich sehr wichtig, dass egal, wie lange eine Frau bereits im BDSM-„Geschäft“ als Devote ist, sie ist immer ein unbeschriebenes Blatt. Das ist bei normalem Sex übrigens auch der Fall. Die Technik hat man drauf – jeder kann ficken. Nur gilt es immer neu herauszufinden, welche besonderen Knöpfe man zu drücken hat, damit aus Sex guter Sex wird.

Wenn man sich nun einige BDSM-Webseiten anschaut, dann kommt einem gleich der blanke Horror entgegen, was Menschen sich so antun können. Für eine BDSM-Einsteigerin (Zielgruppe!) ist das völlige Überforderung. Und eventuell sogar damit die Entscheidung, es gleich ganz bleiben zu lassen. Brüste abbinden und Gewichte an Schamlippen sind halt nicht gleich zu Anfang der Bringer. Will ein Mann eine Frau zu (s)einer „O“ machen, dann muss er sehr behutsam mit ihr vorgehen und mit ihr über das, was er vorhat kommunizieren. Dinge erklären und Bedenken ausräumen. Obgleich, nun ganz Frau, Bedenken können niemals völlig ausgeräumt werden, aber das Vertrauen in den Mann obsiegt den Gedankenkreiseln. Und das ist der Punkt. „Vertraue einem Mann, der alles mit Dir machen könnte. Und vertraue darauf, dass er es nicht tut.“

Zunächst wird sich eine Frau sicher gerne kleineren Experimenten hingeben. Augenbinde, leichte Fesselungen reichen oftmals schon für eine lange Zeit aus, um die sexuelle Lust und Gier vielleicht überhaupt erstmal zu wecken und dann im weiteren Verlauf, Lust auf mehr zu bekommen. Es geht darum, den Geist der Frau zu erobern. Sie muss sich fallen lassen können und das geht nur dann, wenn sie sich nicht überanstrengt fühlt. Ihr ist es wichtig, dass der Mann die Zügel in der Hand hält, dass sie sexuell nichts entscheiden muss. Der Mann dient und bedient (sich) gleichzeitig an ihr.

Die „O“ wird häufig dargestellt als Frau, die extreme Schmerzen und Erniedrigungen über sich ergehen lassen muss. Es soll Männer geben, die genau das wollen. Eine Frau, die als willenloses, devotes Bückstück in eine Herrenrunde geworfen wird, wo sie ohne jegliches Mitspracherecht alles über sich ergehen lassen muss. Den Mann erregt dies sehr und bei der passenden Frau wird auch dem werten Leser klar sein, dass sie für ihren Mann in diese Rolle schlüpft. Die anderen Männer sind ihr schnurzpieps. Solche „O“-Gangbangs sind keine Swingerparty.

Allerdings gibt es Männer, die eine „O“ nur dafür haben wollen, dass sie ihre sadistischen Neigungen an ihr ausleben können, und wenn die Frau masochistisch ist, dann bitte – Warum nicht.

Allerdings wird ein dominanter Mann mit einer masochistischen Frau ebenso wenig anfangen können, wie ein sadistischer Mann mit einer devoten Frau.

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