Ein Gedanke wird lebendig …

… und nun?

Ich schildere mal aus meiner Sicht, was im Kopf eines dominanten Liebhabers passiert, wenn seine Sub eine Spielidee äußert.

Zunächst geht es darum, ob die Szene überhaupt in seinem Kopfkino existiert. Wo beispielsweise Gruppensex oder gar Gangbang mit nur einer Frau (meiner Sub) und einer Horde wilder Lümmel für mich kein Problem darstellen würde (Dominante Wifesharer kennen das), so ist wenig Platz meine Frau mit einer anderen Frau zu beobachten.

Nicht, dass ich das nicht zulassen würde (Stichwort: Wunscherfüller) und der Appetit kommt bekanntlich beim Essen 😉

Und doch bekommt man es ab und an mit Dingen zu tun, an welche man bisher nicht gedacht hat und der pragmatische Mann denkt da ziemlich fix, ob er dazu eine Idee hat, oder eben nicht. Je weniger Ideen er dazu in seinem Kopf hat, desto mehr ist er auf das Ausmalen der Phantasie seitens seiner Frau angewiesen. Solange, bis er gedanklich alleine laufen kann.

Okay … die Idee ist gut. Also beginnt der Mann sich über das wie und wo und vielleicht auch mit wem Gedanken zu machen. Er geht davon aus, dass die Idee bei der Frau so lange gereift ist, dass sie diese auch äußern konnte. Denn es gehört eine große Portion Vertrauen dazu, dem Dom die Umsetzung einer Spielidee zu überlassen. Nicht, dass am Ende diese Idee gegen die Sub eingesetzt wird. Aber auch nicht nur Vertrauen. Es ist auch das Loslassen von Kontrolle erforderlich. Meistens hat sich im Kopf der Sub eine bestimmte Szenerie manifestiert und diese hätte man auch gerne. Auf der anderen Seite ist es vielleicht aber auch nicht abendfüllend diese Idee 1:1 umgesetzt zu wissen. Ein Weg ins Ungewisse.

Der Dom ist dabei völlig pragmatisch, jedenfalls ich bin es, während die Sub zumeist ihren Emotionen hinterherdenkt und den Gedanken öfter innerlich verwirft, als sie es dem Dom antragen möchte. Denn die Sub hat am Ende auch eine gewisse Pflicht dazu ihre natürliche Neugier zu ignorieren und den Dom eben machen zu lassen. Ja, genau, er muss die Planung still und leise einfach erledigen können ohne „dauernd“ mit den Zweifeln an der Idee von der Sub „belästigt“ zu werden.

Für mich ist eine Sub keine Angehörige des schwachen Geschlechtes, sondern eine starke Frau, die sich die Dinge 100x überlegt. Wie eben eine Frau 😉 Was ich nebenbei bemerkt für eine sehr positive Eigenschaft halte. Einmal entschlossen, geht es eben los.

Was ich dann äußere ist, wie das Setup sein kann. Ich liefere Möglichkeiten. Zum Beispiel: Nicht zuhause, lieber in einem Hotel. Nicht gemeinsam anreisen, sondern getrennt. Damit verbinde ich bereits Planungen im Hinterkopf und die Sub kann darauf vertrauen, dass ich mir für die Erfüllung eines Wunsches besonders viel Zeit nehme. Und Dinge gut durchdenke. Eine Nachfrage über, warum getrennt, warum Hotel … bietet sich hierbei nicht an.

Denn nicht das wie oder wo ist für die Sub die entscheidende Frage, sondern das ob. Und auch nur daran, macht der Dom alles fest. Sicher wird er grundlegende Bedenken in seine Planung einfließen lassen, aber vielleicht nicht alle. Er sollte seine Sub gut genug kennen, um zu wissen, welche Dinge ihr wichtig sind und welche „übergangen“ werden können. Am Ende ist es auch die Frage, ob man an eine Grenze gehen will, diese gezeigt bekommen möchte oder gar überschreitet. Und das auszubaldowern ist nun mal „Chefsache“.

Die Verantwortung der Sub liegt dann auch ein Stück darin, dass wenn sie nur genügend Zweifel an den Tag legt, dass der Dom irgendwann die Planung aufgeben wird. Ich persönlich finde, dass eine solche Entscheidung durchaus Schneid hat. Die Sub wird sich hier auch 100x geprüft haben, ob sie den Dom in voller Planungsaktivität stoppen will oder nicht. Das ist zwar blöd für den Dom, aber so läuft das eben im D/s-Bereich. Eine Schelte oder blöde Worte gegenüber der Sub sind hier ebenso wenig angebracht wie Strafen schlimmster Sorte.

Er sollte in der Lage sein aus einem Wochenende in einem Hotel, mit seiner Frau und 5 Männern, im Handumdrehen ein Wellnesswochenende  für zwei zu zaubern. Er kann sich sicher sein, dass seine Sub ihm das auf ihre ganz spezielle Art danken wird. Aber auch vor allem, dass ihre Idee deswegen noch lange nicht vom Tisch ist.

Doms tun immer gut daran, wenn sie den Dingen Zeit geben zu reifen. Manche Frauen gehen sofort mit in ein Pornokino, wenn der Herr es verlangt und lassen sich fremdvögeln, andere brauchen Jahre dazu, wenn überhaupt. Nur dann, wenn die Sub innerlich bereit ist, dann wird es eine Sache, die für beide gut wird und … darauf kommt es doch an. Schließlich ist eine Sub keine Sklavin.

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