Was ist eine „O“ …? Definitionsgedanken

Werter Leser,

man liest ja nun allerhand über diese Spezies, diese „O“s.
Und dabei kommt es auch immer wieder zur Frage, was eine „O“ wohl von einer „normalen“ Sub so unterscheidet.

Dann kann man sowohl „Die Geschichte der O“ (Das Original) lesen oder aber auch die moderne Variante „Die Geschichte der jO“ (wie bereits mal gebloggt) und rein technisch ergibt sich daraus irgendwie ein ähnliches Bild.

Ist eine „O“ tatsächlich die Königsdisziplin für submissive Frauen (wobei, es soll auch männliche „O“s geben!)? Oder sind es völlig unterschiedliche „Enden“ einer Liebesgeschichte zwischen Menschen? Oder ist es nur eine Mögengeschichte? Oder eine Gernhabegeschichte?

Im Laufe der Jahre sind mir verschiedene Versionen von submissiven Frauen vor den Gürtel gekommen, mit unterschiedlichen Neigungen. Alle mit mehr oder weniger submissiven Gedanken. Einigen reicht das „kinky vanilla“ im Schlafzimmer durchaus, andere wollten den anonymen Gangbang im Pornokino. Aber ist das schon der Unterschied?

Ich probiere es mal für mich (erneut!):

Eine D/s-Beziehung zielt darauf ab, dass das Regelwerk gemeinsam besprochen ist und über die Änderungen daran gemeinsam reüssiert wird. Es ist sehr viel Kommunikation erforderlich und es wird auch genau so erwartet. Natürlich ist in den Spielen selber auch vorgesehen, dass besprochene Grenzen auch mal überschritten werden (sollen/können/müssen!). Dennoch findet alles in einem sicheren Rahmen statt. Beide Partner haben direkt und unmittelbar etwas davon. Und hier ist dann auch das Ende der Fahnenstange erreicht. Alles findet im gegenseitigen Einvernehmen statt, egal wie es „nach draußen“ auch aussieht. D/s ist also weniger extrem als es nach draußen aussieht.

„Ende der Fahnenstange“ bedeutet übrigens nichts Negatives. Für beide endet einfach das Kopfkino und damit ist es gut. Und ja, Frauen denken da wieder drauf rum. Männer nicht. Ende.

„The Training of O“ geht einen erheblichen Schritt weiter. Es verlangt von der Sub, dass sie sich vollständig der Herrschaft hingibt. Es geht dabei nicht um ihre Belange, sondern alleine um die Belange der Herrschaft. Die Sub bittet darum ausgebildet zu werden und sie wird mehrfach danach gefragt. Ihre Antwort muss selbstsicher hervor kommen. Es muss ihr freier Wille sein.

Und … es gibt nur wenig Einvernehmen über das was geschieht. Die „O“ macht Dinge, widerspruchslos, sofort und ohne Umwege. Manche Menschen denken hierbei an Sklaverei, aber das ist es nicht. Sie will es so. Sie will das Nicht-Wissen. Sie will das Nicht-Einvernehmen. Sie will gefallen. Sie will es unbedingt. Sie will es um jeden Preis der Welt. Die „O“ gehorcht aus freien Stücken und beschwert sich niemals über irgendwas.

Die Gedanken einer „O“ sind natürlich frei, außerdem ist sie ja auch noch ein Mensch, geht arbeiten etcpp. Sie lässt ihr Leben dennoch bedingungslos von der Herrschaft gestalten.

Und hier liegt wohl der entscheidende Unterschied begraben. Während die „normale“ submissive Frau sich nicht das Leben außerhalb der Sexualität bestimmen lässt, geht die „O“ hin und will dies. Und sie braucht dies auch in jedem Fall. Das bedeutet nicht, dass sie es für jeden tut. Die „O“ braucht eine ganz besondere Herrschaft. Und diese wählt sie sich selbst aus. Die Sub und die „O“ können im normalen Leben recht dominante Menschen sein, das hat damit nicht zu tun … aber den Rest könnt ihr ja nachlesen.

In „Die Geschichte der O“ und „Die Geschichte der jO“.

Eines noch: Beantworte die Frage nach „Willst Du ausgebildet werden?“ immer wahrhaftig und lüge nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.