Märchen für Erwachsene – Taras Ropes

Sehr lesenswerter Blog-Eintrag zum Thema BDSM 🙂

BDSM lebt von Phantasien, von Wünschen und „ich würde ja gerne mal“ und „ich wüsste gerne, wie das wäre, wenn“. So vieles lässt sich umsetzen, oft mangelt es eher am Mut als…

Quelle: Märchen für Erwachsene – Taras Ropes

Wie alles begann…. oder Vor dem ersten Kaffee

Es begann alles mit Twitter.

Ein Name war schnell gefunden und nun sollte der Weg für mich beginnen auf der Suche nach dem dunklen Weg zum Glück.

Die Gedanken meine sexuelle Erfüllung in der BDSM-Welt zu suchen hatte ich schon länger und jetzt sollte das Projekt BDSM für mich beginnen.

Im Internet bin auf den einen oder anderen Horror-Bericht gestoßen und war erst mal der Meinung, dass die Herren (DOM´s) doch alle Psychos sind. Aber davon lies ich mich nicht abhalten.

Im festen Glauben daran, dass es doch sicherlich auch einen liebevollen, ehrlichen, zuvorkommenden „Gentleman-Dom“ gibt, den ich nur finden musste.

Auf Twitter fiel mir der Herr @falbalus sofort auf. Klar waren es zuerst seine Bilder, die einem ins Auge fielen. Und gerade deswegen folgte ich ihm.

Damals als die „Herzen“ noch „Sterne“ waren, hing ich mal hier mal dort einen Stern an seine Fotos und retweetete das eine oder andere Bild. Irgendwann bekam ich dann meine erste DM von ihm.

Der erste Kontakt von seiner Seite war „STINO“ (stink normal) und überhaupt nicht „DOM-lastig“, was mir wiederum gefiel. Denn der eine oder andere Account, der sich als DOM bezeichnete, wollte von mir dass ich mich sofort auf die Knie werfe und erstmal dankbar bin überhaupt angesprochen zu werden. Nur funktioniere ich so nicht. Warum sollte ich mich, vor mir fremden Männern, gleich virtuell auf die Knie werfen? Nur, weil in einer BIO steht er wäre „Ein Herr und Meister“? Das mag ja durch aus sein, jedoch nicht „mein Herr und Meister“.

Die ersten DM´s waren freundliches Geplänkel und wie man denn so zu seinem Namen auf Twitter gekommen ist, woher man kommt, wie alt man ist und so weiter und sofort.

Nach kurzer Zeit hatten wir unsere Email-Adressen ausgetauscht und die Emails wurden auch etwas intimer. Ich hatte die Möglichkeit alle Fragen zu stellen die mir so einfielen und auf die ich während meiner Internetrecherche gestoßen war. Und ja, es wurde auch über „Schweinkram“ geschrieben.

In den Emails war er mir sehr sympathisch und somit hatte ich ziemlich schnell beschlossen, dass ich diesen Mann kennenlernen will. Anmerken lassen habe ich mir das jedoch nicht. Denn nur solange die Frucht verboten bleibt, bleibt sie auch interessant.

Nach ca. 6 Wochen waren wir endlich soweit uns auf einen Kaffee in der Öffentlichkeit zu treffen. Das war mir wiederum unheimlich wichtig, weil ich trotz aller Emails nicht wusste, wem ich da begegnen würde. Somit hatte ich vor dem ersten Kaffee schon aus Sicherheitsgründen darum gebeten eine Kopie vom Ausweis zu erhalten so die komplette Anschrift und Telefonnummer. Diese Daten gab ich meiner besten Freundin und sagte ihr natürlich auch wann und mit wem ich mich treffen werde.

Frei nach dem Motto “ Wenn er schon irre ist und mich umbringen will, sollen sie ihn wenigstens schnell erwischen“

To be continued……………..

Userstory: Die O-Novizin

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„Guten Morgen, Anne“

*pling*

„Guten Morgen, mein Herr“

*bwww* *bwww* *bwww*
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„Wie geht es Dir heute?“

*pling*

„Danke, mein Herr. Ich habe wunderbar geschlafen und bin gerade wach geworden. Darf ich Ihnen gleich einen Kaffee bringen?“

*bwww* *bwww* *bwww*
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„Das wäre sehr aufmerksam, Anne. Trittst Du nach dem Duschen bitte kurz auf den Balkon?“

*pling*

„Sehr gerne, mein Herr. Bis gleich.“

‚Es geht doch nichts über Rituale!dachte sie bei sich.
Anne fühlte sich großartig. Ihr Herr hatte sie eingeladen in ein wunderschönes Schlosshotel. Große Zimmer, hell mit Licht durchflutet, Holzfußböden. Dazu wenige Details, ein Beistelltischchen hier, eine eingetopfte hohe Bodenpflanze dort. Simplizifimus. Und in ihrem Zimmer ein Bett, das so groß war, dass vier Menschen dort problemlos kreuz und quer schlafen könnten, ohne sich zu stören. ‚Lieb und brav sein hat ja schon so seine Vorzüge.‚, schmunzelte sie auf dem Weg zur Dusche.
Diese war ohne Türe und voll verglast. Man konnte aus der Dusche in das Zimmer schauen und das Licht des hellen Tages mitnehmen. Und auch hier, unter der Wasserfalldusche, hätten bestimmt vier Personen Platz.

Anne und ihr Herr waren am gestrigen Abend bereits angereist, aber sie hatten sich noch nicht gesehen. Sie sollte von der Anreise ein wenig Zeit für sich haben, um den Samstag in vollen Zügen genießen zu können. Mittlerweile fand sie das nicht mehr ganz so merkwürdig wie am Anfang ihrer D/s-Beziehung. Sie hatte sich oft gefragt, warum das alles so sei, denn wenn er doch so extrem scharf auf sie war, wie konnte er dann auch nur eine Sekunde Zeit ohne sie verschwenden. Nach nun mehr fast zwei Jahren hatte sie sich nicht nur mit diesem Ritual „Getrennte Anreise“ abgefunden, sondern verstand auch, warum ihm das so wichtig ist.
Genauso wie sie brauchte auch er ein paar Stunden, um sich für sich ganz alleine zu entspannen. Obgleich er stets mit ihr über das Handy kommunizierte. Sie mochte das Gefühl im gleichen Haus zu sein und hoffte immer darauf, dass sie ihrem Herrn wenigstens per Zufall begegnen würde. Ihr Herr hatte immer ein Anreiseprogramm für sie reserviert. Massage, Peeling, Haare schön. Er streichelte ihr inneres Ego auf eine Weise, die ein warmes und weiches Gefühl hinterließ. Und sie war sich sicher, dass er immer ganz in ihrer Nähe war, wenn nicht sogar beobachtete.

Anne wachte aus ihrem Tagtraum auf.

*bwww* *bwww* *bwww*
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„Bist Du fertig, Anne?“

*pling*

„Ja, mein Herr. Mrs. Turban wird gleich auf den Balkon treten, eure Hoheit :-*“

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😀

Die Außenwand ihres Gemaches bestand aus drei bodentiefen Fenstern. Das mittlere war gleichzeitig die Türe auf den Balkon. Kurz den Turban zurecht gezupft, das Handtuch um den Körper gewickelt, öffnete sie die Türe, trat hinaus und nahm vom kleinen Tisch ihre Zigaretten. Es war bereits warm um diese Uhrzeit. Wolkenloser Himmel, strahlende Sonne. Und bestimmt schon 25 Grad. Der Balkon war ganz oben am Haus und nicht einsehbar. Anne lächelte. Sie wusste, dass ihr Herr sie nicht sehen konnte, aber dennoch wollte sie den Tag ein wenig lasziv beginnen.
Luftgetrocknet ist immer gut.‚ dachte sie und ließ das um ihren Körper gewickelte Handtuch zu Boden sinken.

Sie stand nun ganz an der Brüstung und blickte in den Schlossgarten. Ein herrliches Blumenmeer und wenn sie ganz tief hinein schaute, konnte sie dort Menschen sehen, die bereits spazieren gingen. Ihr Blick schweifte umher, und erst jetzt konnte sie die Größe des Ganzen überblicken.

Das Schloss war sicherlich nicht nur für sie und ihren Herrn alleine reserviert. Sie hatte sich vorher im Internet schlau gemacht und festgestellt, dass es sich um einen Ort handelte, der zuweilen seine Kellergewölbe für BDSM-Events öffnete. Sie blätterte in ihrem Handy durch die Fotos, welche sie abgespeichert hatte. Dunkle Gänge, Gänge nur mit Fackeln beleuchtet, Andreaskreuze an fast jeder Ecke, Haken und Ösen wahrscheinlich im Ausmaß von 100 Stück pro Quadratmeter. Kleine dunkle Räume, verspiegelte Fenster und ein festlicher Ballsaal. ‚#Fuffzig‚ – fiel ihr ein und als sie diese Fotos durchblätterte wusste sie auch, welchen Prüfungen sie an diesem Wochenende ausgesetzt sein wird.

Schon lange wollte er den Schritt mit ihr gehen und nun war es wohl offensichtlich so weit. Ihre D/s-Beziehung sollte sicherlich auf einen höheren SM-Anteil wachsen und sie fühlte sich sehr gut damit. Anne dachte dabei an die Anfänge ihrer Beziehung und wie sie sich fühlte, als sie zum ersten Mal diesem

Axtmörder

begegnete. Er führte sie sanft und sicher in die Welt des Lustschmerzes ein und machte nie einen Hehl daraus, wo genau er sie sieht. Und irgendwie, trotzdem sie schon so lange seine devote Geliebte war, und unzählige Orgasmen später, fühlte sie sich nun irgendwie wie eine

Novizin, O-Novizin!‘

schmunzelte sie vor sich hin, während sie sich denken hörte mit der Synchronstimme von Sean Connery.

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„Anne, Du bist doch nicht etwa nackt?“

*pling*

„Ich? Niemals ;-)“

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„Ich kann Dich ganz deutlich sehen, Anne.“

Oh, wo steckt der Kerl?!

*pling*

„Sie sehen vielleicht meinen Turban, mein Herr. Aber ich bitte Sie. Ich trete doch nicht nackt, und dazu noch ohne Ihre geschätzte Begleitung an die Öffentlichkeit.“

*bwww* *bwww* *bwww*
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„Bist Du da ganz sicher, Anne?“

‚Gleich mal in den Schritt fassen, tihihi‘

*pling*

„Extrem sicher, mein Herr! Darf ich nun den Kaffee servieren?“

*bwww* *bwww* *bwww*
*bwww* *bwww* *bwww*

„Aber lass das Handtuch dort liegen, wo es jetzt ist, Anne“

‚Erwischt!‘
Das Handtuch auf dem Boden war dreckig. ‚Warum habe ich es nicht auf dem Holzfußboden gleiten lassen, der ist sauber!

*pling*

„Ich bin unterwegs, mein Herr!“

*bwww* *bwww* *bwww*
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😀

Anne dreht sich um und lief direkt in seine Arme.

Verdammt!

„Ich freue mich, Dich zu sehen, Anne.“, flötete er, während ihr ziemlich warm, ob der kleinen, lasziven Lügerei wurde.

Wie ist er nur …

Ihre Gedanken wurden mit einem langen, sanften Kuss getötet und sie sank in seine Arme. Sie mochte diese zärtliche, liebevolle Seite an ihm. Dass er bestimmte Dinge ihr niemals übel nehmen würde, vor allem dann nicht, wenn sie sich selbst als begehrenswertes Wesen empfand. Was sie ja nun deutlich getan hatte. Hat aber auch lange genug gedauert, bis es soweit war.

Mit seinen starken Armen drückte er sich feste an sich und sie konnte sich wirklich in ihn sinken lassen. Sie begann immer zu lächeln, wenn er sie küsste und er auch. Es war einfach einfach einfach mit ihm. Unkompliziert. Schon immer. Auch daran musste sie sich gewöhnen. Wenn er etwas für sie beide plante, dann immer ganz und vollständig. An nichts musste sie denken.

Hach!


Die Userstory ist eine Aufgabe aus drei Worten eine erotische Geschichte zu zimmern. Die Worte und der Auftraggeber sind angegeben und verlinkt.

Fenster
Keller
Balkon
@Hirnventrikel

Ein Dom zu sein, bedeutet für mich …

… klassische Frage aller Fragen.

„Warum bist Du so?“
„Wann ist man ein Dom?“
„Wie bist Du dazu geworden?“
„Du brauchst doch nur eine Möglichkeit, Deine sadistische Ader ausleben zu dürfen! Du bist ein Frauenhasser! Keine Frau, jemals, würde sich freiwillig sowas antun!“

Es gibt viele Formen, Farben und Varianten, sich BDSM zu nähern. Und alle sind valide vor dem Hintergrund eigener Kenntnis oder Unkenntnis, eigener Befürchtungen, Ängsten oder Wahrnehmungen.

Eines ist jedoch sicher: Ich bin kein Frauenhasser.

Wäre ich ein solcher, dann wäre ich sicher irgendwann mal mit (sexualisierter) Gewalt gegen Frauen auffällig geworden. Außerdem würde ich sicher nicht so offen darüber reden, sondern es einfach für mich behalten, damit es bloß niemand mitbekommt.

Ich bin ein ziemlich durchschnittlicher, heterosexueller Mann, leicht bi, der es mag, wenn Frauen ihm im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte ein Geschenk machen: Ihr Vertrauen, ihre Submissivität, Hingabe und vielleicht Liebe. Denn nur dann kann ich sein, was ich gerne bin:
Ein Dom.

BDSM ist ein Spiel um Macht und Unterwerfung in den verschiedensten Ausführungen.
Es gibt Männer, die einfach ihren Weg gehen und die Sub muss für sich entscheiden, ob sie mitmacht oder nicht. Will sie nicht, dann sucht er sich solange eine andere, bis es für ihn funktioniert.
Es gibt aber auch Frauen, die völlig egoistisch in einem Dom das suchen, was sie brauchen und nur das ist wichtig. Spurt der Dom nicht, dann geht sie zum nächsten.
Alles valide, aber nicht meine Dinge.

Ich interpretiere mich als GentleDom. Meine Frau sagt immer, ich sei ein ErklärDom. Ich rede sehr viel, ich erkläre Dinge und versuche so, Lust zu wecken auf das Unbekannte. Und eben auch Vertrauen zu schaffen, dass es nichts Schlimmes für die Frau ist ihre Neigung zu erkunden. Theatralisch ausgedrückt: Ich helfe ihr dabei, sich von Zwängen zu lösen und puristischem Denken zu befreien.
So denke ich, dass ich gerade für absolute Einsteiger „Der Richtige“ ™ bin. (Fragen Sie Frau Hirnventrikel, sie hat mir dieses Prädikat aufgedrückt <3)

Im Gegensatz zu anderen, liegt mir der Orgasmus der Frau sehr am Herzen. Sie muss eben nur akzeptieren, auf welche Art sie diesen bekommt. BDSM hat für mich sehr viel zärtliches und lustvolles und weniger „Hau drauf!“. Wenn ich mich für eine Frau entscheide, dann hat sie meine volle Aufmerksamkeit. Zumal ein Dom sich immer darüber im Klaren sein sollte, dass nicht er wählt, sondern die Frau ihn auswählt.

Dinge wie Flogger, Gerte und Peitsche gehören genau so zum Handwerkszeug, wie Handschellen, Augenbinde und Analplug. Ich bekleide die Frauen gerne, weil ich den Gegensatz zwischen äußerer Lady (im kleinen Schwarzen) und der darunter liegenden Sub (mit Analplug und Strapsen) liebe. Ich sehe mich nicht als brutalen Schlächter, aber ich kann eine Frau gut spiegeln.
Will sie es härter, dann bekommt sie es härter.

Es ist eben alles ein Geben und Nehmen in gemeinsam gesetzten Grenzen, in welchen ich mich jedoch völlig frei bewege. BDSM ist eine Abkürzung für vieles. Und unter „Bondage, Discipline / Dominance, Submission / Sadism, Masochism“ führe ich sanft, aber bestimmt im mittleren Bereich DS mit Anlehnungen an SM.

Und andere machen eben Anderes 😉

Die Frage, wie man ein Dom wird, stellt sich mir übrigens nicht. Denn man fühlt irgendwann, dass man einer Frau mal einen festen Klapps auf den Hintern geben will, ohne sich dafür zu entschuldigen. Man tut Dinge, die nicht der Norm entsprechen und denkt nicht wirklich über Konsequenzen nach. Um ein Zitat aus Star Trek zu entlehnen geht ein Dom dorthin, wo andere furchtsam weichen.

In meinen Augen ist eine Sub eine Königin, die das Land regiert, in welchem ein Dom der König ist. Sie ist ihm gleich gestellt – und auch im Spiel immer auf Augenhöhe. Denn ohne seine Sub gibt es den Dom einfach nicht. Das klingt vielleicht nicht nach dominantem Verhalten, aber eine gewisse Demut und Devotheit im Hinterkopf tut jedem Dom einfach gut.

Ich brauche meine Sub. Ich verehre sie. Sie ist der Schlüssel zu meinem Glück und zu meiner Zufriedenheit. Durch ihr Vertrauen. Ihre Hingabe und ihre Leidenschaft für mich.

Ich zwinge einer Frau niemals etwas auf, was sie kategorisch ablehnt. Ich erwarte jedoch, dass sie im Spiel keinen Muckser macht, wenn es doch zu Dingen kommt, die sie nicht wollte (wirklich extreme Dinge ausgenommen. Stichwort: Safeword). Selbstverständlich muss ich anschließend damit rechnen, dass mir ein harter Wind um die Nase bläst.

A pro pos Safeword: Die Nutzung eines Safewords ist niemals das Ende einer BDSM-Beziehung. Ganz im Gegenteil. Ich nutze solche, sehr seltenen, Momente dazu mich selber reflektieren zu können. Denn ein Safeword ist für mich ein Geschenk und keine Bestrafung für unangemessenes Verhalten. Eine Sub wird es sich 1000 mal gut überlegt haben, ob sie es in den Ring wirft oder nicht. Es kommt niemals grundlos.

Wie gesagt: Andere sehen das anders.

Ein Dom zu sein, bedeutet für mich die Frau in ihrer Ganzheit wahrzunehmen und das, und vielleicht ein wenig mehr, aus ihr heraus zu holen, was möglich ist. Niemand wird aus einer Sub Dinge herausholen, die nicht in ihr verborgen sind. Aber ich erwarte, dass eine Frau sich geistig mit Dingen beschäftigt, bevor sie diese kategorisch ablehnt.

Aber auch für mich als Dom gilt es zu wissen, wo meine eigenen Grenzen sind, und eventuell mal über eine eigene Grenze zu gehen, weil die Sub Sehnsucht nach etwas hat.

Der Dom als geiler Bock und seine Subs

Das Bild des Dom als Bock, der quasi dauergeil durch die Gegend läuft und irgendwie ständig bereit ist. Nicht wirklich nymphoman, aber zielgerichtet unterwegs Beute zu erlegen.

Ich gebe zu, da ist etwas dran. Aber im Gegensatz zu den „normal“ Testosteron gesteuerten Artgenossen (jeder Mann denkt am Tag häufiger an Sex, als er tatsächlich kann), meine ich, dass er nicht ziellos durch die Gegend erigiert, sondern er giert nach dem Besonderen. Dem Unsichtbaren und nicht dem Sichtbaren.

Und nur weil er danach giert, und dies auch gerne mehr oder weniger zweideutig kundtut, bedeutet dies jedoch noch lange nicht, dass er jede Frau flachlegen will, die ihm über den Weg läuft und nicht schnell genug wegrennt.

Der Dom ist ein Jäger und keine Sub, jemals, wird ihn davon abhalten, andere Frauen zu begehren. In seiner Phantasie ist das fest verankert Sex nicht nur mit seiner Sub zu haben, sondern eben auch links und rechts des Tellerrandes zu schauen. Er macht aus diesen Gedanken keinen Hehl, er ist seiner Sub gegenüber kein verschlossenes Buch. Ein Fluch und ein Segen zugleich. Welche Sub mag den Mann schon gerne teilen, wenn sie selber nicht links und rechts schauen darf. Ein Dreier mit einer anderen Sub ist das Eine, aber zu wissen, dass der Dom auch noch andere, zumindest Liebschaften, hat, ist „gegen die Norm“ der verbreiteten Monogamie. Und … es ist ja schon ein wenig unfair.

Viele Subs unternehmen quasi alles, damit diese Gedanken auf sie selber fokussiert bleiben, sie füllen jede Minute der freien Zeit des Doms mit ihrer Aufmerksamkeit. Sie fordern keine Aufmerksamkeit, sie schenken. Sie schicken Fotos, versenden Texte, sie sind witzig, intelligent und finden immer wieder neue Wege sich in den Vordergrund zu bringen und sorgen so durchaus unaufdringlich dafür, dass der Dom innerhalb üblicher Parameter funktioniert.

Andere wiederum machen genau das nicht. Sie vertrauen einfach darauf, und wissen vielleicht auch, dass Männer einfach oft „nur“ an andere Frauen denken, sich dort Appetit holen, aber immer wieder nach Hause kommen, um dort zu essen. Nicht wenige Subs akzeptieren andere Sidekicks im Leben des Doms, eben solange sie eine Art „Hauptfrau“ bleiben.

Und die ganz spezielle Variante der „dominanten Alpha-Sub“ geht noch einen entscheidenen Schritt weiter. Sie lässt Dinge zu. Sie bettelt nicht um Alleinstellung. Oftmals redet sie auch gar nicht darüber. Denn eben wie der Dom auch, denkt sie auch fremd, und vielleicht geht sie dies auch. Selbstbewusst und unabhängig. Sie würde jedoch einem anderen Mann niemals die gleiche Submission schenken, die sie ihrem Dom schenkt. Kein anderer Mann kann diesen Platz in ihrem Leben einnehmen. Und ein Dom, der eine solche Frau an seiner Seite weiß, wird dieses Geschenk zu schätzen wissen.

Jede Sub hat auf ihre ganz eigene Art ihren Dom im Griff, und ich finde, das ist auch gut so.