#CircleOfFalbalus – The Training of O – Three- and Moresomes

Manche Leute sagen BDSM ist kein Wettbewerb, manche Leute sagen man könnte ihn zu einem machen.

Schauen wir uns mal die diversen schwedischen Heimatfilme an, so kommt man durchaus in die Versuchung zu glauben, dass es bei 3ern und „N-ern“ (Threesomes // Moresomes) durchaus in die Richtung eines Wettbewerbes geht. Es kann beobachtet werden, wie zwei Subs sich gegenseitig befriedigen müssen und wer zuerst kommt wird bestraft, und wer dazu noch ohne Erlaubnis kommt, wird extra bestraft.

Ein Wettbewerb? Ja, ich denke schon. Dennoch denke ich, dass es ein gewollter Wettbewerb ist. Von dominanten Menschen inszeniert und von submissiven Menschen ausgeführt. Jeder in seiner Rolle bekommt das, was er braucht. Macht und Unterwerfung. Bestrafung als Lust für beide.

Was den Unterschied zu einem echten Wettbewerb macht ist, dass die beteiligten Damen sich gegenseitig nicht als Konkurrenten sehen, sondern einen spielerischen Umgang miteinander pflegen zur Belustigung der Herrschaft. Natürlich steckt sicherlich ein gewisser Ehrgeiz dahinter nicht bestraft zu werden, aber so ganz können sich die Damen dem ganzen Szenario (und wollen es auch nicht) entziehen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wenn eine Frau partout nicht kommen will, dann kommt sie auch nicht. Es sei denn, dass Magic Wands benutzt werden. Dagegen gibt es kaum eine Chance.

So ist das in schwedischen Heimatfilmen.

 

Anders herum geht das natürlich auch, wenn zwei Dommsen ihre Sklaven tauschen und jede Dommse dem anderen Sklaven einen bläst und der Sklave, der zuerst kommt, hat verloren.

Alles möglich, alles machbar. Und bis hierher einfach mal Kopfkino.

Bezogen auf den #CircleOfFalbalus ergibt sich hierbei eine ähnliche Situation. Die Aspirantinnen müssen keine besten Freundinnen werden, jedoch wird erwartet, dass sie gemeinsam mit anderen Aspirantinnen interagieren, wenn dies gewünscht ist. Vielleicht auch dann, wenn sie gar nicht bi sind oder gerade an diesem Tag keine Lust haben oder den Dom für sich alleine haben wollen oder oder oder. Klingt ein wenig hart?

Zurück zur Metaebene: Was wird von einer Sub bei einem Threesome oder Moresome erwartet?

Sie soll einfach nur gehorchen und ihre Grenzen erfahren. Es muss ihr bewusst sein, dass sie nicht in einem Wettbewerb mit einer anderen Sub steht, die vielleicht dicker, dünner, größer, höher, breiter oder schlanker oder was auch immer ist. Sie wird in diesem Szenario wegen etwas ganz bestimmten gebraucht. Ist sie heute nur Nacktbedienung am Tisch, während der Herr nur mit einer Sub interagiert, ist dies auch eine demutsvolle Aufgabe. Sie hat keinen Anspruch auf artgerechte Nutzung, um es mal so zu formulieren. Obgleich diese Demutsübung … nun gehört dies nicht auch zum Subsein dazu? Zum Dienen? Ist nicht die Vereinigung der Sub mit dem Dom das Ziel und sollte dies nicht auch treffenderweise eher vermehrt sein, als gestattet?

Medulla und ich sind keine bösen Menschen, dafür ist uns die Erotik viel zu wichtig und das jeder zum Zuge kommt. Dennoch müssen wir auch strikte Regeln festlegen, die in solchen Konstrukten funktionieren müssen und das wird eben (Nomen est Omen!) trainiert. Wir legen bei der Auswahl viel Wert darauf, dass sich Vorlieben und Abneigungen der Damen ergänzen, obgleich Überschneidungen nicht zu vermeiden sind. Es kann alleine die Vorliebe einer Sub für Natursekt es möglich machen, dass eine andere nicht damit bestraft wird, dafür bleibt sie eben unbefriedigt. Zum Beispiel. Böse? Wird dadurch nicht die eine bevorzugt für ein Fehlverhalten der anderen? Ja, das ist D/s. Dafür begegnet die Schuldige nicht ihrer totalen Nemesis und die eine Sub tut der anderen damit einen Gefallen. Ist es also nicht eher „Schwesternliebe“, um mal dick aufzutragen?

Betrachtet man nun das Beitragsbild, so ist es durchaus möglich, dass verschiedene Damen einbestellt werden und jede eine ganz auf sie zugeschnittene Aufgabe zugewiesen bekommt. Das können gleiche oder völlig unterschiedliche Dinge sein. Wichtig ist zu wissen, dass wir niemanden überfordern wollen, sondern langsam an ihre Aufgaben quasi herantragen bevor Medulla oder ich mit einem Threesome oder Moresome um die Ecke kommen.

Wie wird man ein Dom? Erklärungsversuch.

… und komme zum Ergebnis, dass man Dominanz und/oder Submission nicht „erlernen“ kann. Es ist ein Gefühl, welches grundlegend vorhanden sein muss. Und dann braucht es einen Partner, dem man sich anvertrauen und es leben kann.

Wer als JungDOM erste Schritte macht, der macht das im besten Falle „einfach so“ und vertraut darauf, dass sein Partner ihm ein paar Dinge nicht übel nimmt. Es sind die Klapse auf den Popo, für die man sich nicht entschuldigt, um zu schauen, wie der Partner damit umgeht. Zum Beispiel. Aber … man muss das wollen. In diesem Augenblick des Anblickes eines Hintern, muss man das Verlangen haben seinen Handabdruck zu hinterlassen.

Und dabei ist es ein Unterschied, ob man seinem Partner im Vorbeigehen einen Klaps auf den Hintern giebt, oder ob man gerade „a tergo“ im Bett rummacht. Es ist die zusätzliche sexuelle Erregung, die man beim bloßen Gedanken daran verspürt, seinem Partner „dabei“ einen heftigen Schlag zu versetzen.

Eventuell existiert sogar der Wunsch seinen Partner einfach mal „übers Knie zu legen“ und zu versohlen. Man sieht diese eine Person und wünscht sich den Hintern dieser Person rot zu färben (mehr oder weniger intensiv). Spielerisch für etwas „zu bestrafen“, weil wegen Schnippigkeit oder Widerworten, egal für was.  Kein Dom würde übrigens jemals „irgendjemanden“ einfach so „spanken“. Das wäre zu Recht ein illegaler Übergriff. Es ist der Wunsch in meinen Augen verbunden mit dem Partner und nicht losgelöst von der Zuneigung zu dieser Person. Es ist das Eintauchen in eine Situation und das Verfolgen eines Gefühls, das Ausleben des Wunsches gepaart mit einem Trigger.

Wohlgemerkt, das sind jetzt nur zwei Beispiele und ich könnte nun weiter ausführen, dass Medulla am Anfang mal meinte, sie würde sich irgendwann sicher mal „eine fangen“, also eine Ohrfeige oder mit meiner Hand an ihrem Hals an die Wand gedrückt eine deutliche Ansage bekommen.  Oder Oder Oder …

Dominanz und Submission ist immer das Zusammenspiel zweier Charaktere, die Angebote machen und damit die Nachfrage stellen.  Und ja, dabei passieren Fehler und Missdeutungen, wie wann ein „Nein“ wirklich ein „Nein“ ist. So ist es mir passiert, dass ich Medulla wegen „Verweigerung“ eine Ohrfeige gab, was sie grundsätzlich für ihr Verhalten als richtig empfand. Allerdings hätte ich den großen Kontext „drumherum“ nicht im Blick gehabt, weswegen sie das Spiel nach der zweiten Ohrfeige abbrach.

Wichtig ist also, dass man sich von seiner Sub auch mal die Meinung sagen lassen muss, und auch die Nutzung eines Safewords bedeutet nicht die sofortige Beendigung einer Beziehung. Wer als Dom sowas in Aussicht stellt, der hat es in meinen Augen nicht verstanden seiner Sub die Sicherheit zu geben, sich frei äußern zu dürfen. Das muss jederzeit möglich sein, denn nur dann kann man gemeinsam schauen, wohin die Reise geht und voneinander lernen.

Ich glaube nicht, dass man sich im Gegensatz zur Submission einfach dazu entscheiden kann ein Dom zu sein. Es ist relativ einfach zu einer Domina zu gehen und die Verantwortung einfach mal abzugeben. Wenn ich jedoch nicht den Wunsch habe, meinem Partner von mir aus Dinge anzutun, die Fäden in der Hand halten mag, den Anfang machen, meinetwegen auch den Partner nach meinem Willen zu formen, dann wird es in meinen Augen relativ schwer sein, dominantes Verhalten  an den Tag zu legen.

Es gibt natürlich noch das Prinzip „To Top From The Bottom“, also die Sub erzieht sich den Partner, wie sie ihn braucht und ich will gerne glauben, dass eine solche „dominante Sub“ und ein solcher „submissiver Dom“ auch sehr glücklich sein können. Nur, das war ja nicht das Thema.

Fazit:
Dominante Liebhaber haben im Schlafzimmer, wenigstens dort oder zumindest, eine Selbstsicherheit, die keinen Zweifel daran lassen, dass sie das Zepter in der Hand haben und es sich nicht nehmen lassen.

Das Angebot für eine Hörspielrolle

Die Welt ist klein. Man begegnet den erstaunlichsten Menschen und kommt mit ihnen ins Gespräch über dieses und jenes.

So traf ich mich in Berlin mit einem Twitterer zu einem Gedankenaustausch über BDSM, Depressionen, offene Beziehungen, Peppr-Aktivitäten meinerseits und am Ende ging es plötzlich um etwas ganz anderes.

Die Motivation vermag ich nicht wirklich einzuschätzen, aber gebauchpinselt fühlt man sich schon, wenn einem unvermittelt ein Angebot gemacht wird, welches ich einfach nicht ablehnen konnte.

So ist ein Hörspielprojekt geplant, welches auf eine ganz andere Art und Weise zu Gehör gebracht werden soll. Natürlich werde ich die Details hier nicht weiter schildern, aber das Einsprechen der Rolle würde für jeden der Protagonisten ca. eine ganze Woche dauern.

Das Konzept ist so faszinierend und ich fühle mich wirklich geehrt, darauf angesprochen worden zu sein. Endlich zahlt sich meine musikalische Ausbildung vor allem im Bereich Sprachbildung aus und wenn ich das komplett verstehe, so darf ich mich hierbei auch ziemlich ausgiebigst austoben.

Da ich dieses Jahr noch öfters in Berlin sein werde, weiß ich ja nun, was ich abends tun kann und Medulla meint „Dann sind sie von der Straße und machen keinen Blödsinn!“. Zunächst gilt es jedoch das Vorsprechen zu überwinden und mit viel Glück kann ich den Produzenten überzeugen und falls es wider Erwarten doch nicht klappt, dann bin ich um eine wunderbare Erfahrung reicher.

… tbc