Ein Dom zu sein, bedeutet für mich …

… klassische Frage aller Fragen.

„Warum bist Du so?“
„Wann ist man ein Dom?“
„Wie bist Du dazu geworden?“
„Du brauchst doch nur eine Möglichkeit, Deine sadistische Ader ausleben zu dürfen! Du bist ein Frauenhasser! Keine Frau, jemals, würde sich freiwillig sowas antun!“

Es gibt viele Formen, Farben und Varianten, sich BDSM zu nähern. Und alle sind valide vor dem Hintergrund eigener Kenntnis oder Unkenntnis, eigener Befürchtungen, Ängsten oder Wahrnehmungen.

Eines ist jedoch sicher: Ich bin kein Frauenhasser.

Wäre ich ein solcher, dann wäre ich sicher irgendwann mal mit (sexualisierter) Gewalt gegen Frauen auffällig geworden. Außerdem würde ich sicher nicht so offen darüber reden, sondern es einfach für mich behalten, damit es bloß niemand mitbekommt.

Ich bin ein ziemlich durchschnittlicher, heterosexueller Mann, leicht bi, der es mag, wenn Frauen ihm im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte ein Geschenk machen: Ihr Vertrauen, ihre Submissivität, Hingabe und vielleicht Liebe. Denn nur dann kann ich sein, was ich gerne bin:
Ein Dom.

BDSM ist ein Spiel um Macht und Unterwerfung in den verschiedensten Ausführungen.
Es gibt Männer, die einfach ihren Weg gehen und die Sub muss für sich entscheiden, ob sie mitmacht oder nicht. Will sie nicht, dann sucht er sich solange eine andere, bis es für ihn funktioniert.
Es gibt aber auch Frauen, die völlig egoistisch in einem Dom das suchen, was sie brauchen und nur das ist wichtig. Spurt der Dom nicht, dann geht sie zum nächsten.
Alles valide, aber nicht meine Dinge.

Ich interpretiere mich als GentleDom. Meine Frau sagt immer, ich sei ein ErklärDom. Ich rede sehr viel, ich erkläre Dinge und versuche so, Lust zu wecken auf das Unbekannte. Und eben auch Vertrauen zu schaffen, dass es nichts Schlimmes für die Frau ist ihre Neigung zu erkunden. Theatralisch ausgedrückt: Ich helfe ihr dabei, sich von Zwängen zu lösen und puristischem Denken zu befreien.
So denke ich, dass ich gerade für absolute Einsteiger „Der Richtige“ ™ bin. (Fragen Sie Frau Hirnventrikel, sie hat mir dieses Prädikat aufgedrückt <3)

Im Gegensatz zu anderen, liegt mir der Orgasmus der Frau sehr am Herzen. Sie muss eben nur akzeptieren, auf welche Art sie diesen bekommt. BDSM hat für mich sehr viel zärtliches und lustvolles und weniger „Hau drauf!“. Wenn ich mich für eine Frau entscheide, dann hat sie meine volle Aufmerksamkeit. Zumal ein Dom sich immer darüber im Klaren sein sollte, dass nicht er wählt, sondern die Frau ihn auswählt.

Dinge wie Flogger, Gerte und Peitsche gehören genau so zum Handwerkszeug, wie Handschellen, Augenbinde und Analplug. Ich bekleide die Frauen gerne, weil ich den Gegensatz zwischen äußerer Lady (im kleinen Schwarzen) und der darunter liegenden Sub (mit Analplug und Strapsen) liebe. Ich sehe mich nicht als brutalen Schlächter, aber ich kann eine Frau gut spiegeln.
Will sie es härter, dann bekommt sie es härter.

Es ist eben alles ein Geben und Nehmen in gemeinsam gesetzten Grenzen, in welchen ich mich jedoch völlig frei bewege. BDSM ist eine Abkürzung für vieles. Und unter „Bondage, Discipline / Dominance, Submission / Sadism, Masochism“ führe ich sanft, aber bestimmt im mittleren Bereich DS mit Anlehnungen an SM.

Und andere machen eben Anderes 😉

Die Frage, wie man ein Dom wird, stellt sich mir übrigens nicht. Denn man fühlt irgendwann, dass man einer Frau mal einen festen Klapps auf den Hintern geben will, ohne sich dafür zu entschuldigen. Man tut Dinge, die nicht der Norm entsprechen und denkt nicht wirklich über Konsequenzen nach. Um ein Zitat aus Star Trek zu entlehnen geht ein Dom dorthin, wo andere furchtsam weichen.

In meinen Augen ist eine Sub eine Königin, die das Land regiert, in welchem ein Dom der König ist. Sie ist ihm gleich gestellt – und auch im Spiel immer auf Augenhöhe. Denn ohne seine Sub gibt es den Dom einfach nicht. Das klingt vielleicht nicht nach dominantem Verhalten, aber eine gewisse Demut und Devotheit im Hinterkopf tut jedem Dom einfach gut.

Ich brauche meine Sub. Ich verehre sie. Sie ist der Schlüssel zu meinem Glück und zu meiner Zufriedenheit. Durch ihr Vertrauen. Ihre Hingabe und ihre Leidenschaft für mich.

Ich zwinge einer Frau niemals etwas auf, was sie kategorisch ablehnt. Ich erwarte jedoch, dass sie im Spiel keinen Muckser macht, wenn es doch zu Dingen kommt, die sie nicht wollte (wirklich extreme Dinge ausgenommen. Stichwort: Safeword). Selbstverständlich muss ich anschließend damit rechnen, dass mir ein harter Wind um die Nase bläst.

A pro pos Safeword: Die Nutzung eines Safewords ist niemals das Ende einer BDSM-Beziehung. Ganz im Gegenteil. Ich nutze solche, sehr seltenen, Momente dazu mich selber reflektieren zu können. Denn ein Safeword ist für mich ein Geschenk und keine Bestrafung für unangemessenes Verhalten. Eine Sub wird es sich 1000 mal gut überlegt haben, ob sie es in den Ring wirft oder nicht. Es kommt niemals grundlos.

Wie gesagt: Andere sehen das anders.

Ein Dom zu sein, bedeutet für mich die Frau in ihrer Ganzheit wahrzunehmen und das, und vielleicht ein wenig mehr, aus ihr heraus zu holen, was möglich ist. Niemand wird aus einer Sub Dinge herausholen, die nicht in ihr verborgen sind. Aber ich erwarte, dass eine Frau sich geistig mit Dingen beschäftigt, bevor sie diese kategorisch ablehnt.

Aber auch für mich als Dom gilt es zu wissen, wo meine eigenen Grenzen sind, und eventuell mal über eine eigene Grenze zu gehen, weil die Sub Sehnsucht nach etwas hat.

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