„Schwarz oder Weiß – Borderliner kennen kein Grau“ von Svea Kerling – Rezension

Lange vor mir hergeschoben, immer wieder verworfen, neu begonnen und nun fertig. Die Rezension.


Das Buch ist absolut lesenswert.
Und selbst nachdem ich es vier mal durchgelesen habe, verstehe ich als Nicht-Betroffener wahrscheinlich nur 25% vom dem, was in Svea Kerling’s Kopf wirklich los ist. Und wahrscheinlich ist das auch gut so.

Die Konzeption besticht durch sehr viele private Einblicke in die Denkart einer Borderlinerin. Anders wird man es wohl auch kaum erklären können, denn Borderline gilt in meinen Augen eher als eine Sammeldiagnose von diversen psychischen Störungen und Borderliner müssen am Ende damit leben, diese zu haben.

Svea Kerling’s Weg mit den Dämonen in ihrem Kopf fertig zu werden klingt nach einem Tanz mit diesen Tieren, die in der Ausgestaltung nur in ihr so vorkommen und keinen Zwilling außerhalb ihres Kopfes finden werden. Borderliner werden das verstehen. Und doch ist eine Triggerwarnung gegeben. Ich bin oft an dem Punkt gekommen, wo ich mir dachte, wenn das nun jemand liest, der auch so tickt – na, Prost Mahlzeit.

Die Autorin stellt diese Frage jedoch nicht, sondern überlässt es dem Leser ungefiltert ebenfalls mit ihren Dämonen zu tanzen und festzustellen, ob das, was die Gesellschaft von einem Menschen verlangt, normal ist und damit sie die Kranke ist, oder ob es nicht viel mehr die Gesellschaft ist, die krank sei und damit die Autorin normal.

Absolut empfehlenswert.

„Sie lieben diejenigen ohne Maß, die sie ohne Grund hassen werden.“
Ein Zitat von Thomas Sydenham aus dem 17. Jahrhundert über das Borderline-Syndrom, das 1938 erstmals so benannt wurde.

Kindle-Edition:

https://www.amazon.de/Schwarz-oder-wei%C3%9F-Borderliner-kennen-ebook/dp/B00NVTH6JA?ie=UTF8&qid=1465204208&ref_=la_B00NY2MOD2_1_1&s=digital-text&sr=1-1

3 thoughts on “„Schwarz oder Weiß – Borderliner kennen kein Grau“ von Svea Kerling – Rezension”

  1. Meine Dämonen und ich begegnen einander mit Höflichkeit. Immer. Meistens. Oft.
    Nur, wenn … Ach lassen wir das.

    Wer beim Tanzen führt? Wie so oft gehören mindestens zwei dazu. Derjenige, der zum Tanz auffordert und jemand, der diese Aufforderung annimmt. Aus Lust am Tanz. Tanz mit dem Feuer. Der Gefahr. Der Tanz mit den Dämonen. Der Tanz mit mir selbst?
    Danke Dir für Deine Rezension. Freue mich darüber.
    Lieben Gruß, Svea

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.