Schwierigkeiten die Rolle der O in einer 24/7 Beziehung zu leben … oder: Das liebe Mimimi.

Als ich mir zu diesem Thema Gedanken machte, dachte ich zunächst: Warum soll ICH mir dazu Gedanken machen?

Ist das nicht eher auf einem Subbie-Stammtisch besser angebracht, wo Subs sich Tipps und Tricks untereinander hin- und herschieben können und sich so gegenseitig helfen, bessere Subs für die jeweilige Herrschaft zu werden?

Bis ich verstand, dass so etwas auf Subbie-Stammtischen in der Regel auch nicht detailliert besprochen wird, jedenfalls wurde mir dies so zugetragen. Derlei Gespräche fänden eher unter den Subs statt, die sich persönlich gut verstehen und damit auch vertrauen. Da sieht man mal, wo domliche Gedanken sich hin verirren können, wenn er nicht fragt. Von wegen Subbie-Gewerkschaft 😉

Am Ende ist es aber doch auch der Dom, der die Fragen (s)einer Sub zunächst beantworten muss, bevor sie sich überhaupt für ihn in Dienst stellen kann. Schließlich ist gerade die Rolle der „O“ und dazu auch noch innerhalb von 24/7 (das eine bedingt für mich nicht zwangsläufig das andere) nichts für Weicheier. Weder für die Sub, noch für den Dom. Es ist eben deutlich mehr als „Du tust was, wann, mit wem und wo ich es sage, stellst keine Fragen und Dein einziges Recht ist es zu gehen“.

Klären wir an dieser Stelle zunächst einmal die Bedeutung von 24/7.

Beide Parteien sind sich der gegenseitigen Verantwortung bewusst. Der Dom, der über eine Sub herrscht und die Sub, die weiß, wer über sie herrscht. Sie haben sich zu einer Gemeinschaft zusammen getan, die einander Respekt und Vertrauen abverlangt und dies eben zu jeder Tages- und Nachtzeit. 24/7 bedeutet noch lange nicht, dass die Sub jeden Schritt ihres Lebens nun vom Dom diktiert bekommt. 24/7 ist ein Gefühl zueinander in meinen Augen. Würde Tara bspw. gefragt werden, wer ihr Herr sei, so würde sie sagen, dass ich dies bin. Jederzeit auch nachts um drei. Und ich würde jederzeit darstellen, dass Tara meine Sub ist. Es gibt darüber einfach keine Diskussion. Es ist beiden völlig logisch und Ende. „In dubeo pro isso“.

24/7 kann bedeuten, dass der Dom seiner Sub in der Zeit, wo man sich nicht sehen kann, kleinere Aufgaben gibt (Plugtragen, Fotos machen, Ab- und Anmelden oder sowas). Es kann, aber es muss nicht. Schließlich hat der Dom die Verantwortung, dass sie Sub in ihrem „üblichen Leben“ (Kinder, Haushalt, Ehemann(?), Arbeit oder oder oder) nicht mehr gestört wird, als vereinbart. Und wenn die Sub eben keine Aufgaben daheim erledigen kann, dann nicht, weil sie nicht will, sondern weil es einfach nicht geht. Es gibt darüber einfach keine Diskussion. Es ist beiden völlig logisch und Ende. „In dubeo pro isso“.

Anmerkung: 24/7 definieren einige Herren als „solange ich nicht da bin verlässt du nicht das Haus bzw. tust ausschließlich zuvor genehmigte Dinge. Quasi die Sklavin par excellence.

Dennoch sehe ich für die Sub innerhalb einer 24/7-Bindung eine Verpflichtung zum Dienst, auch wenn es mal nicht passt. Und hier beginnt das liebe „Mimimi“.

Wenn ich Sub bin, dann habe ich einen Entschluss getroffen. Ich habe mir einen Herrn gewählt und möchte mein Subsein ausleben. (Liebe Doms, die Dame wählt immer noch selbst aus, auch im BDSM – Doms machen Angebote, die von Subs angenommen werden. Nicht mehr und nicht weniger.) Und zu diesem Subsein gehört, dass ich dann glücklich bin, wenn mein Herr es ist. Und wenn mein Herr etwas braucht, dann gebe ich es ihm, weil mich das glücklich macht. Und nun geht es mir heute nicht so gut, ich habe Kopfschmerzen, bin nicht wirklich auf der Höhe, habe Stress auf der Arbeit und andere 1000 Gründe, warum ich gerade heute nicht wirklich geil sein kann/will/darf oder soll. Ich bin emotional angeschlagen, depressiv vielleicht – oder eben einfach nur ein unidentifizierbares Mimimi. Selbst für mich. Bitte heute nicht, ja?
Klare Antwort: Nein … so einfach kannst Du es Dir nicht machen. Natürlich nehme ich Rücksicht darauf, wenn es Dir nicht gut geht. Aber ich könnte auch formulieren, dass Du mich ja erwählt hast, damit es Dir gut geht, weil BDSM einfach Deine Sache ist und ich Dinge mit Dir mache, die niemand anderes machen soll. Und dann jammerst Du lieber über Dein Mimimi, als Dich einfach ein wenig von mir lieb ficken zu lassen? Das verstehe ich nicht. Und … ich muss es auch nicht. Wenn Du andere Möglichkeiten findest, in Deinem Mimimi zu versinken, dann bitte … aber nerve mich nicht damit. Denn das Einzige, was eine Zusammenkunft unmöglich macht wäre der eigene Tod, eine Grippe, eine Verletzung Deinerseits oder ein Schicksalsschlag in der Familie, dringende private Termine. Irgendetwas, was auch für mich Relevanz hätte. Wir müssen da auf einer Wellenlänge sein.

Wenn Du Sub sein willst, dann gilt das auch in (für Dich) schlechten Zeiten. Jedenfalls, wenn Du es 24/7 fühlen willst. Ansonsten haben wir nur ab und an ein belangloses Date für ein bisschen Popohauen. „In dubeo pro isso“.

Und nun, was ist mit der „O“ in diesem Kontext?

Die Frau, die sich als „O“ sieht, und dies Leben will, muss ihr Leben weitestgehend danach ausrichten können. Sie hat sich meiner Definition nach dazu entschlossen sich jederzeit und vollkommen willkürlich der Herrschaft zur Verfügung zu stellen (auch mit Beruf, Kindern, Familie dabei/daneben! – „O“ ist „O“!) und vertraut eben darauf, dass die Herrschaft sich ihrer nur in Grenzen bedient, während sie im „üblichen“ Leben ist. Die Herrschaften von „O“’s geben darauf auch acht, aber sie nutzen Schwächen gerne auch mal aus. „Mach‘ jetzt ein Nacktselfie von Dir!“ während die „O“ beruflichen Dingen nachgeht, und sie somit nicht erfüllen kann und es als Strafe zu ihr zurück kommt. Aber … die „O“ akzeptiert diese Strafen ohne Murren und Knurren. Zur Demut einer Sub, gehört halt auch die Demütigung dazu. Unfaire Behandlung. Das nicht immer „sicher“ sein, welches Verhalten nun gut oder schlecht ist.

Fazit:

„O“’s beginnen dort, wo Subs, die sich „immer“ sicher fühlen wollen (im Rahmen eines Regelwerkes zB) aufhören.
Die einzige Sicherheit, die „O“s wirklich haben ist das Vertrauen zur Herrschaft. Mehr brauchen sie auch nicht.

 

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