Die Sub – Ein Definitionsversuch

Basierend auf eigenen Erlebnissen (selbst Sub gewesen) und aufgrund eigener Erfahrungen (als Dom) versuche ich einfach mal die weitere Quadratur des Kreises.

„Was oder Wer oder Wie ist eine Sub?“

Bereits in http://www.training-of-o.de/blog/2016/05/23/wie-wird-man-ein-dom-erklaerungsversuch/ deutete ich an, dass der Dom bestimmte Dinge einfach im Blut haben muss. Er muss bestimmte Dinge wollen und am Ende einfach mal machen. Für die submissive Fachkraft stellt sich die Frage ein wenig anders.

Zwei Varianten möchte ich herausstellen: Einmal die Frau, die naturdevot und unterwürfigen Gemütes ist und zum anderen die dominante Lebens-Alpha, die halt nur im Schlafzimmer die Kontrolle abgeben möchte. Beide Rollen kann man schlecht spielen, weswegen es zu unterschiedlichen Verwerfungen kommen kann und diese Verwerfungen möchte ich gerne auseinander schieben und vielleicht wird sogar ein Bild draus. Naturdevote Frau vs Lebens-Alpha-Frau – beide können ganz hervorragende Subs sein. Wenn wir sie verstehen.

Naturdevot:

Ich bin unterwürfig eingestellt. Dazu muss ich mich nicht sonderlich verbiegen. Dem Mann, dem ich verfalle, dem gebe ich gerne alles. Sowohl am Tisch als auch im Bett. Alles was ich brauche ist gebraucht zu werden um glücklich zu sein. Ist der Mann glücklich, dann bin ich es auch. Mehr benötige ich nicht. Ich stelle meine eigene Libido gerne voll und ganz in Deinen Dienst. Aber nicht nur das. Solange Du mich beachtest und achtest organisiere ich alles andere in Deinem Leben ebenso gerne und zuverlässig. Haushalt, Kinder – solange Du mich von ganzem Herzen liebst und mir dies auch zeigst. Solange Du mich Wert schätzt und für mich da bist wenn es mir nicht so gut geht, solange Du mich annimmst und mich nicht verheimlichst, nehme ich ohne groß zu überlegen jede Rolle an, die Du für mich als richtig erachtest.
Im absoluten Extremfall darfst Du mich auch dann schlagen, wenn ich nichts falsch gemacht habe, weil ich spüre dass Du Deine Aggression ableiten musst. Meine Liebe und Zuneigung zu Dir steht über allem und ich gebe Dir das, was Du brauchst. Ich blase Dir regelmäßig den Schwanz einfach so, weil ich weiß, dass Du das magst. Auch während Du gerade an ganz was anderes denkst, telefonierst oder sonstwie abwesend bist. Ich funktioniere auf Knopfdruck und Zuruf, gebe niemals Widerworte und nehme alles von Dir widerspruchslos an.
Bitte sorge dafür, dass es mir gut geht und nutze mich nicht aus. Mehr brauche ich nicht, um mir Dir glücklich zu sein.

Lebens-Alpha-Frau:

Ich brauche keinen Mann, um im Leben klar zu kommen. Ich sorge selber für mich und meine Kinder. Notfalls auch alleine. So stehe ich mit beiden Beinen fest im Leben, organisiere ohne weitere Rückfragen auch gerne mal was für Dich. Du kannst Dich auf mich verlassen, aber ich erwarte das gleiche auch von Dir. Ich bin jedoch nicht Dein Püppchen und äußere mich klar und deutlich, wenn mir etwas nicht passt. Eigentlich brauche ich Dich nur dann, wenn mir nach Zweisamkeit ist. Wenn ich einen Mann brauche, der meine Alpha einfach nimmt und nicht fragt, ob er das darf. Du sollst mich feste anpacken, damit ich mich Dir ergeben kann. Denn das mache ich nicht einfach so. Erobere mich und nimm‘ mich in Besitz. Sei mutig und kein Angsthase. So schnell gehe ich nicht kaputt. Stark bin ich selber, Du musst stärker sein als ich. Nicht unbedingt physisch, aber in jedem Fall mental. Du weist mich mit ein paar Worten in meine Schranken. Ich habe Respekt vor Dir und Deinem Willen, weil ich gegen diesen Willen nicht ausrichten kann.
Deswegen diene ich Dir. Weil Du mir ganz klar zeigst, wer das Sagen hat. Du führst Gespräche und bist nicht nur daran beteiligt. Du scheust den Konflikt nicht und gehst auch in den offenen Streit. Weil Du eben auch ganz genau weist, dass Loyalität und Zuverlässigkeit wesentlich wichtiger sind, als „Ja, Schatz“. Du bist ein Gentleman und führst immer was im Schilde. Du ziehst mich aus der Deckung und gibst mit mir an. Neben Dir bin ich klein, auch wenn ich körperlich größer sein kann. Ich fühle mich aber nicht klein, denn Du hebst mich auf den Thron, der mir zusteht. Du gibst mir Augenhöhe, wenn ich diese brauche und legst mich aber auch öffentlich übers Knie.
Im absoluten Extremfall würde ich mich von Dir ohrfeigen lassen, auch öffentlich. Weil alles, was Du für mich willst immer Hand und Fuß hat. Ich kann Dir bei den Dingen, die Dir wichtig sind, nicht das Wasser reichen. Deswegen akzeptiere ich in jedem Fall Deine sexuelle Dominanz uneingeschränkt. Als Zeichen meiner Liebe zu Dir. Und als Ausgleich für die Alpha.

Die Wahrheit liegt sicherlich irgendwo zwischen diesen beiden Damen.

Beide Extreme haben in ihrer Submissivität jedoch völlig unterschiedliche Ansätze diese auszuleben. Während die Naturdevote nicht viel braucht, um folgsam zu sein, möchte die Alpha erobert werden, gewisse Dinge zu leisten. Der Dom muss bei der Alpha im Idealfall so passen, dass er die Devote aus der Alpha hervorholt und das ist nicht jedem Dom (und ganz sicher auch diesem nicht) gegeben. Wo Folgsamkeit für die Naturdevote nicht unbedingt einen Sinn in den sexuellen Handlungen sucht („Wenn er das will, dann mache ich das. Ganz einfach. Für Ihn. Ende der Geschichte.“) ist die Besprechung der Metaebene für die Alpha fast schon unbedingt erforderlich. Sie möchte wissen, warum der Dom das eine oder andere machen möchte und wo und wie. Die Alpha hat Probleme damit Kontrolle abzugeben, weswegen ein Dom bei der Alpha besser schweigt und sie den entsprechenden Situationen einfach aussetzt. Die Naturdevote stellt diese Fragen zwar auch, macht aber vieles mit sich selber aus und belästigt ihren Dom nicht damit.

Klarheiten beseitigt?

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