Angemessene Nicht-Beachtung der Sub.

Wenn ich das manchmal so lese, dann frage ich mich immer, ob es noch ein Leben neben dem Leben gibt.


Sub und Dom bedingen einander. Nicht nur weil der eine ohne den anderen lediglich Autoerotik betreiben würde, sondern weil weil beide das Gefühl benötigen, welches sie vom anderen erhalten. Die Sub benötigt die Macht des Dom und der Dom die Hingabe der Sub.

Beides hat nicht mal direkt was mit Regeln oder sexuellen Anliegen zu tun, obgleich dies vielfach vermutet wird. Man muss sich einfach mal die Frage stellen, ob ein Dom noch ein Dom sein mag, wenn es keinerlei sexuelle Aktivitäten in seiner Beziehung gäbe. Gleiches gilt auch für die Sub. Hat ein Dom also grundsätzlich in sich das Gefühl führen zu wollen und die Sub generell einen Hang zu bestimmenden Menschen?

In der heutigen Zeit scheint dieser Basiskonstrukt nicht mehr sehr bekannt zu sein. #50SOG, den ich als alter Romantiker ob der Liebesgeschichte einfach schön (<3) finde, hat eine Welle der BDSM-Begeisterung hervorgerufen und nun tummeln sich Menschen in der Welt auf der Suche nach Erlebnis-Sexualität.

Manche Doms sind nunmehr der Meinung, dass sie grundsätzlich sexuellen Zugriff auf eine Sub haben und manche Subs glauben, dass der Dom jederzeit ihren Seelenfrieden zu organisieren habe. Liebe Menschen … so funktioniert das nicht, jedenfalls nicht immer.


Ich möchte niemandem auf den Fuß treten, aber wenn ich so ins Netz reinhorche, dann sehe ich Frauen, die oftmals eine Art Nicht-Selbstbewusstsein für sich pflegen und sich ziemlich schnell an einen Dom binden, ohne wirklich zu prüfen, ob dessen Kink zu ihrem passt. Irgendwie scheint es einen Sicherheitsmechanismus seitens der Frau nicht zu geben, und der Dom greift nur willig zu, da er sich ja nun vollkommen selbst verwirklichen kann. Frei nach dem Motto: „Ich mache alles für Sie, mein Herr!“ – „Dann knie nieder und bete mich an!“

Es tut mir leid zu postulieren, dass es sich hierbei nicht um eine Sub und einen Dom im Sinne meines gefühlten BDSM handelt, sondern um Menschen, die irgendwie herumstochern um mal zu schauen, was passiert. Der Dom wendet sich irgendwann gelangweilt ab, sucht sich ein neues „Opfer“ und die Sub bleibt womöglich gebrochen zurück und nimmt den Rucksack schlechter Erfahrungen mit zum nächsten Dom, der nicht lange auf sich warten lässt. Ein Teufelskreis.


In meinen Augen sind Sub und Dom auf Augenhöhe und nur so können sie in eine tiefere Bindung eintreten. Verständnis füreinander, für die Lebenssituation, für den gemeinsamen Kink müssen Leitbilder sein. Auch wenn es heißt, dass man verheiratet, aber nicht miteinander verheiratet ist. Was dann aber auch bedeutet, dass man eben nicht jeden Tag intensiv schreibt oder gar telefoniert.

Die Frage lautet: Komme ich als Dom damit klar, wenn meine Sub familiären Verpflichtungen nachgeht und eventuell zwei Wochen gar kein Kontakt möglich ist? Und wenn ein Dom eben beruflich mal stark eingespannt ist, kann eine Sub es ertragen, wenn er mal nicht reagiert? Und wenn ja, wie lange?


Wichtig ist mir in solchen Fällen immer, dass man sich abmeldet. Mit Begründung, wenn möglich. Das man dem anderen sagt, dass es im Zeitraum XYZ eben nur zu eingeschränkter bis Null Kommunikation kommen kann. Ich finde, dass ist das Mindeste.

Alles andere würde nur dazu führen, dass man sich Sorgen um den Anderen macht. Klingt irgendwie nach 0815-Beziehungspärchenkackscheißkram, richtig? Ist es aber auch. Es ist einfach guter Umgang miteinander.


Nachdem ich nun für mich mal das Grundlegende aufgedröselt habe, kommt es nun tatsächlich auch zum Thema 😉 Gibt es eine Grundlage dafür, dass man den anderen bewusst ignoriert?

Ja … die gibt es. Wenn man ein Problem zu bewältigen hat, so muss man sich immer vor Augen führen, dass man gemeinsam arbeitet gegen das Problem. Und eben nicht gegeneinander. Und doch ist der Zeitpunkt ab und an völlig unangemessen Probleme, Sorgen und Nöte zu wälzen. Ich selber sage meinen Subs, dass sie mir immer schreiben können, dass ich die Nachrichten sogar lese, aber halt nicht immer sofort reagieren kann. Und andersherum gebe ich meinen Subs den gleichen Tipp mit auf den Weg.

Die einzige Echtzeitkommunikation ist das reale Aufeinandertreffen oder das Telefonat. Weswegen beide vielleicht versuchen sollten „Dinge“ nicht durch Schreiben zu erledigen, sondern sich auf einen Tag und eine Uhrzeit verständigen, wo man mindestens darüber telefonieren kann.

Eine Sub muss tun, was eine Sub tun muss …

Wie in jeder Beziehung kommt es an irgendeinem Punkt zu genau dem Punkt, an welchem gewisse Punkte besprochen werden sollten. Haben Sub und Dom sich gefunden, und darüber hinaus auch schätzen gelernt, so werden beide sich irgendwie bewegen müssen, um die Beziehung am Leben zu halten.

Klingonisch … ist aber so. Und hört sich so schrecklich „vanilla“ an, oder?

Doch wie jede Beziehung braucht es nicht nur Gemeinsamkeiten, sondern eben auch gemeinsames Denken und Handeln, wenn es um eine gemeinsame Zukunft gehen soll. An vielen Stellen wird gerne behauptet, dass BDSM-Beziehungen besonders langlebig sind. Schließlich kann man sich im Gegensatz zu den Vanillas ja alles offen und ehrlich auf den Tisch legen. Und genau das unterscheidet BDSM-Bindungen von Vanilla-Beziehungen, die gerne hinterm Berg halten und sich vorurteilsweise niemand traut dem anderen offen zu sagen, was sie/er im Bett will, richtig?

Ja, aber …

Ein Dom hat es einfach, prinzipiell, denn er kann ja eh tun und machen, was er gerne möchte. Vorzugsweise mit seiner Sub oder mit einer anderen. Er darf Dinge tun, und er darf diese Dinge seiner Sub untersagen. Und nimmt die Sub dies so an, dann darf sie eben nicht mehr „einfach so“, sondern muss fragen. Niemand hat behauptet, dass BDSM einfach ist oder leicht.

Hat eine Sub sich ins Machtgefälle begeben, dann steht es ihr nicht zu, einfach so andere Männer zu daten und mit ihnen Sex zu haben. Jedenfalls dann nicht, wenn es ihr a) vom Dom verboten wurde und sie das so akzeptiert hat, b) sie die BDSM-Beziehung ernst nimmt und c) nicht nur eine „Teilzeit“-Sub ist, die nur dann Sub ist, wenn sie spielen will.

Im Idealfall benötigt eine Sub auch gar niemand anderen, da sie hoffentlich vom Dom genügend Aufmerksamkeit bekommt oder es ist ihr instinktiv klar, dass sie unter Umständen wochenlang nicht bespielt werden kann, weil die Dinge nun mal so sind, wie sie eben sind.

Da kann Sub dann jammern, sehnsüchteln, stalken – wenn die Umstände kein „mehr“ zulassen, dann wird das „mehr“ wollen eher als negativ angesehen, es führt bei beiden zu Frust.

Wir gehen aber nun davon aus, dass Dom und Sub Kommunikation betreiben und beide auf Augenhöhe befindlich, dem anderen etwas sagen wollen oder müssen. Ein Dom hat es immer einfach, er kann einfach anweisen und die Sub hat es zu nehmen. Aber wie formuliert eine Sub, dass sie gerne etwas anders haben möchte?

Wenn der Herr eher im D/s daheim ist, die Sub aber mehr SM braucht. Zum Beispiel.

Wenn der Herr für ganz bestimmte Dinge eben ganz genau nicht steht und nicht zu haben ist, die Sub aber fühlt, dass wenn sie das unterdrückt, ihr etwas fehlt?

Es wird auch im BDSM einige Paarungen geben, die an diesem Punkt scheitern, denn es schwebt die Angst der Sub mit, dass der Herr sich abwendet oder sie muss sich selber abwenden oder den Vorschlag machen zu genau diesem Zweck einen anderen Herrn zu finden, was auf Ablehnung stößt oder oder oder.

Meine eiserne Devise ist, dass manche Entscheidungen eben auch zu Konsequenzen führen. Deswegen sollte eine Sub jedoch niemals hinter dem Berg halten, wenn für sie etwas nicht stimmig ist oder eben etwas fehlt. Persönlich betrachtet lasse ich meinen Subs außerhalb der BDSM-Beziehung einen maximalen Spielraum an freier Entfaltung. Sie dürfen alle und jeden frei vögeln, solange es keinen BDSM-Kontext gibt. Denn das würde mich sehr verletzen, da ich der festen Ansicht bin (aus eigener Erfahrung), dass man keinen zwei Herren dienen kann. Denn jeder Herr möchte in seiner Gesamtheit wahrgenommen werden und eben nicht nur in Teilaspekten und damit partieller Wunscherfüller.

Einschub: Was übrigens auch für eine „O“ gilt, die den einen Herren hat und zu Ausbildungszwecken an einen anderen Herren gegeben wird. Sie dient dann zwar dem anderen Herren, aber im Hintergrund tut sie dies eben alles für diesen einen Herren, welcher sie weiter gegeben hat. Dieser eine Herr beginnt und beendet die Zeit mit dem anderen Herren, so dass der andere Herr tendentiell nur ein Spielzeug der grundlegenden BDSM-Beziehung ist.

 

Wer dient eigentlich wem?

Wie kann Devotion funktionieren?

Ich bin ich. Und ich habe eigene Vorstellungen, einen eigenen Willen, ein eigenes Wollen. Und ich begegne Menschen. Mag man einander, ist interessiert, die Vorstellungen des anderen zu erfahren und dessen Wollen kennen zu lernen. So auch im BDSM. Potentieller Dom trifft potentielle Sub. Beide sind darauf angewiesen, dass der andere sagt was er will. Z.B.: Was für einen Partner? Welches Ziel? Worauf steht er/sie? Wann und wo treffen? Wiedersehen ja oder nein? Beide müssen also etwas wollen und es auch sagen bzw. benennen. Nun die Frage: Wo fängt Devotion an? Ab wann beugt sich Sub dem Dom? Müssen nicht beide wollen, beide Entscheidungen treffen, beide sagen, was sie wünschen? Beide haben Erwartungen. Sagen also beide: „Ich erwarte von dir xyz.“ Und wenn also beide Erwartungen haben und beide sie auch kundtun, weil sie ja sonst nicht wüssten, was der andere will – wie kann dann der eine Teil devot und der andere dominant sein? Beide erfüllen ihre Erwartungen (oder eben nicht, dann gehen sie auseinander), also bekommen beide ihren Willen.

Keiner hat sich dem Willen des anderen unterworfen.

Ist ein Herr nicht eigentlich derjenige, welcher unterwürfig ist?


Diese Frage wurde mir von @InAusbildung gestellt und sie hat mich ziemlich lange beschäftigt. Seit fast einer Woche arbeite ich offline an einer Antwort darauf und wir haben vereinbart, dass ich das hier mache …


Tatsächlich ist es so, dass diese literarische Vorlage, also das eine Frau einem Mann begegnet, der irgendwie so ist, dass sie sich ihm einfach ergeben muss und dann geht es eben ohne weitere Absprachen los, ziemlich selten, wenn nicht sogar pure Fiktion darstellt.

Dieses Ding der Ur-Submission, die einfach auf einem Gefühl beruht, dieses tiefe Gefühl des Vertrauens klingt verlockend ist jedoch ähnlich selten, wie dieses Ding der Ur-Dominanz. Denn was als Submission oder Dominanz wahr genommen wird ist zum Einen höchst unterschiedlich und zum Anderen auch noch höchst komplex.

Frau und Mann werden sich also irgendwie kennen lernen müssen. Mit Hirnventrikel und Tara habe ich sehr viel kommuniziert, viele Dinge besprochen, weil es einfach notwendig war. Mit der momentanen Anwärterin habe ich dies nicht getan, weil es nicht notwendig gewesen ist. Durch das Blog hier kann Frau sich sicherlich ziemlich viel Info anlesen, um zu verstehen, wie der Zirkel und auch ich als Solo-Mann zu nehmen bin.

In dieser Zeit der Kommunikation wird sich eine Frau ein möglichst umfassendes Bild vom vielleicht Dom gemacht haben, um für sich zu entscheiden, dass er es vielleicht werden kann, wenn das Erste Date funktioniert hat und er auch wirklich so daher kommt, wie durch Schriftverkehr erahnt.

Gleiches gilt auch für den Mann, der aufgrund der Reaktion der vielleicht Sub sich Ähnliches denkt, aber nur aufgrund körperlicher Reaktion der Frau auf seine Gesten wirklich entscheiden kann, ob sich hier eine Paarung von Relevanz ergibt, oder nicht.

Da findet sicherlich noch nicht wirklich Unterwerfung oder Dominanz statt, sondern Frau und Mann schlawänzeln unter Annahme dieser Begriffe in einer Art Tanz umeinander herum und prüfen dabei sich und ihre Emotionen, Werte, Grenzen und $WhatEver …


Meiner bescheidenen Meinung nach beginnt tatsächliche Unterwerfung und Submission erst dann, wenn Frau und Mann wirklich bereit sind, den anderen als Sub oder Dom anzunehmen. Wenn anfänglicher Mut einem tiefen Vertrauen gewichen ist, der es erst möglich macht sich als Sub oder Dom gegenüber dem Gegenüber zu empfinden.

Nach einem langen Telefonat mit Tara ist mir hierzu erneut aufgefallen, dass es mir mittlerweile sehr wichtig ist, dass bestimmte Dinge nicht angeordnet werden können. So mag ich es, wenn eine Sub mir zur Begrüßung den Ring an meinem Finger küsst. Ich möchte jedoch, dass die Sub sich dazu entscheidet, es zu wollen und dass sie es nicht tut, weil ich es so möchte. Denn nur dann kann ich dieses äußere Zeichen innerer Verbundenheit als das annehmen, was es wirklich ist: Die Akzeptanz einer Sub, die mich als ihren Herrn anerkennt. So muss die Sub nur wissen, dass ich diese Geste sehr zu schätzen weiß.

Ähnlich ist echte Submission auch dann vorhanden, wenn meine Sub mich als „Mein Herr“ anspricht. Ich ordne das nicht an. Ich will, dass sie weiß, dass ich das als äußerst positiv empfinde. Aber ob sie es macht, muss ganz alleine bei ihr liegen.

Wenn eine Sub also sich zur Begrüßung vor mir verbeugt, meine Hand nimmt, den Ring küsst und dann „Guten Abend, mein Herr“ zu mir sagt, dann geht mir altem Mann das Herz auf. Aber ob und wie dies passiert, ist alleine die Sache der Sub. Ich will ihre Submission spüren und fühlen können.


Echte Dominanz beginnt für mich in dem Augenblick, wo ein Dom eine Sub „einfach so“ in neue Bereiche des BDSM führen kann, ohne dies lang und breit mit ihr besprechen zu müssen. Weil die Sub mir dahingehend vertraut, dass ich sie niemals überfordern würde und einfach denke, dass es soweit ist, dass sie dieses und jenes kennen lernen sollte. Es muss sich leicht anfühlen und ich darf kein schlechtes Gewissen dabei haben. Ich muss meiner Sub eben vertrauen können, dass sie mich als ihren Herrn ansieht und es für sie völlig selbstverständlich ist, dass sie mir gehorcht. Ohne zu Zögern. Ohne weitere Fragen.

Erst wenn das eintritt, kann ich mich wirklich dominant fühlen. Und das geschieht ganz sicherlich nicht beim Ersten Date.

Da gibt es einige Beispiele an welchen ich das festmachen kann. Wenn es keinen größeren Kommunikationsbedarf über bestimmte Themen mehr gibt wäre dies sicherlich gegeben. Wenn es der Sub völlig selbstverständlich erscheint, dass ich meine Launen an ihr auslassen kann. Submission geht dorthin, wo es auch mal richtig weh tut. Wo Lust eventuell seitens der Sub nicht aufkommt. Sie gibt mir ihren Körper und ihre Seele und ist stark genug, in vollem Vertrauen zu mir und in voller Hingabe, dass ihr Hintern auch mal wirklich rot wird. Und vielleicht auch mehr als rot.


Wenn ich also ihren Körper als ein Ventil missbrauchen kann, ohne das hier wirklich von Missbrauch gesprochen werden kann. In Ihrem Wesen gibt sie dem Dom die Möglichkeit Dinge mit ihr zu machen, die sie mehr als andere bereit ist zu ertragen. Dann beginnt Submission.

Dominanz beginnt in dem Augenblick, wo ich sicher sein kann, dass meine Sub dies aber auch wirklich so will. Wenn ich spüre, dass es völlig selbstverständlich ist, dass ich sie z.B. ohrfeigen kann, wenn mir danach ist. Dass ich sie strafen kann, wenn sie einen Fehler macht. Ein Dom muss sich immer vor Augen halten, dass er einen Menschen vor sich hat und kein Möbelstück. Und dieser Mensch hat sich freiwillig, der eigenen Lust folgend, dazu bereit erklärt, es dem Dom auf allen Ebenen Recht machen zu wollen.

Submission ist aber auch, gegen den eigenen Willen zu handeln. In meiner eigenen Zeit als Sub habe ich sehr gerne Schwänze gelutscht, aber nicht so gerne, wenn ich Halsschmerzen hatte. Submission muss sich darüber im Klaren sein, dass sie auch dann Schwänze lutschen „muss“, wenn es unangenehm ist. Submission entspringt zwar dem eigenen Willen und Wunsch zur Submission gegenüber einer Herrschaft, aber sie beinhaltet das Dienen mehr als das Erhalten. Die Lust die Herrschaft zu befriedigen befriedigt die Lust der Submission.

Ich habe immer darauf vertrauen können nicht oral herhalten zu müssen, wenn es mir körperlich nicht so dolle ging. Aber ich habe den Wunsch der Herrschaft immer über mich selbst gestellt und irgendwie ging es mir danach besser, obgleich ich mich vorher nicht so dolle gefühlt habe.


Das soll natürlich keine Blaupause sein. Jede D/s-Beziehung funktioniert mehr oder weniger strikt. Und darüber hinaus auch noch völlig anders. Es gibt jedoch einen ganz definierten Satz, der es tatsächlich und wahrhaft darstellt: Dom und Sub bedingen einander.

Der Dom braucht jemand mit dem er Dinge tun kann. Die Sub braucht jemand, der mit ihr Dinge tut. Es sind zwei starke Persönlichkeiten, die sich einander vertrauen. Keiner von beiden ist schwach. Beide dienen einander. Eben nur jeder auf seine ganz eigene Weise.

Eine Sub „muss“ …

… erstmal gar nichts.


Hier endet so mancher Kommentar in so manchen Foren und ich finde, es stimmt nicht ganz. Tut mir leid, wenn ich dem doch ein wenig widersprechen muss.

Wenn ich mich dem Begriff „Submission“ nähere, dann komme ich immer wieder an den Punkt, dass „Submission“ die freiwillig gewählte Form der Unterwerfung darstellt (jetzt in meinem Kontext des BDSM). Und Unterwerfung bedingt, dass man sich dem Willen des dominanten Partners unterwirft. Was dann auch bedeuten muss, dass es Dinge gibt, die Sub tun muss. Und zwar alle Dinge (bis das Safeword sie retten mag).

So wäre wohl mein Kurztext zu verstehen.


Ist aber auch zu kurz gesprungen.

Obgleich … sucht sich die Sub nicht ihren eigenen Dom aus? Wählt sie nicht weise, ob der Dom mit seinem Ticken zu ihren Tacken passt? Und gibt es dann überhaupt noch ein „Ich muss“?. Kommt eine Paarung dann nicht in den Bereich „Ich will, dass ich muss!“ oder noch besser „Ich will das so!“.

Gerade Anfänger informieren sich in Foren über die verschiedenen Formen, Farben und Varianten und bekommen ziemlich schnell mit, dass es Doms gibt, die es so und so wollen und so kommen viele zum Schluss (nach wenigen Kontakten), dass wohl alle Doms irgendwie gleich sind und Dinge wollen, die Sub eben nicht will.

Meine Frage ist: Warum lässt Sub sich dann überhaupt mit so einem Dom ein, wenn er ihr doch so gar nicht passt? Ist der Druck des Erlebnissex so groß, dass Sub einfach wissen will, wie das ist?

Wer mein Blog gut liest, der hat mitbekommen, dass Natursekt mir sehr wichtig ist und eine Sub (im Zirkel) sich früher oder später damit zu beschäftigen hat. Spätestens im „O“-Bereich wird es Pflicht. Und schon geht das Kopfkino los und Sub begibt sich im WWW auf die Suche und findet allerlei Content, die mit Wassersport zu tun haben. Und ist erschrocken. Und bekommt Angst. Und und und …

In erster Linie ist Sub ein Mensch und erst danach Sub. Die Tatsache, dass ich ab einem bestimmtem Zeitpunkt auf gewisse Dinge bestehe, ist Ergebnis eines langen gemeinsamen Weges. Mit viel Annäherung an die Materie, Üben, Reden, Denken. So entsteht eine glaubhafte, wahrhaftige D/s-Bindung, die vertrauensvoll in die Bereiche vordringen kann, die Natursekt erst möglich machen.

Der Umkehrschluss ist jedoch nicht, dass wenn eine Auszubildende gleich von Anfang an Natursekt in den Mund aufnimmt, weil sie es eben mag, dass dies den Weg in den Zirkel bedeutet. Oder eine bessere Sub als Andere im Zirkel ist. Zudem macht es auch mir keinen Spaß, wenn ich mitbekomme, dass Sub beim Natursekt angeekelt ist und es nur macht, weil sie es eben muss, aber nicht wirklich will.

Um meine Sub (eine Sub im Zirkel) zu sein braucht es schon ein wenig mehr.

Mut muss sie haben. Sie muss den Mut besitzen auch mal dorthin zu gehen, wo es weh tut (und ich meine das nicht körperlich). Sie muss den Mut besitzen mit mir ihre Komfortzone zu verlassen, weil ich um sie und mich eine neue Komfortzone bauen möchte. Sie muss den Mut haben, sich selber entdecken zu wollen. Ich bin auf dem Weg zu ihr selber ein Begleiter, der sie dabei beschützt.

Natürlich habe auch ich ein Bild im Kopf. Und bisher hat noch jede Sub ganz genau wissen wollen, wie dieses Bild ausschaut. Glaubt mir, dies ist alleine mein Geheimnis. Denn ich möchte keine Liste abarbeiten. Würde ich diese veröffentlichen, dann wäre da noch viel mehr Gedankengekreisel aka „Schaffe ich das?“, „Kann ich das?“ und weniger „Will ich das?“. Meine Sub muss wollen. Sie muss meine Dominanz lieben. Es geht nicht um den Penis in meiner Hose, sondern irgendwie um die Befreiung der weiblichen Libido.


Vielleicht nur eines: Meine Sub muss sich darüber im Klaren sein, dass ich nicht nur mit ihr, sondern auch über sie spreche. Voller Stolz. Voller Lob und voller Anerkennung.

Bedürfnisse, Wünsche, Träume und die Realität

Wer auf Twitter (aber auch sicher in anderen sozialen Medien) unterwegs ist und diese durchaus zum Kennenlernen in Sachen #BDSM nutzt, der stößt als Dom immer wieder mal auf eine ganz besondere Gattung Frau.

Diese ist meist in der Beziehung frustriert, vielleicht sogar in der Überlegung die Trennung vom Partner einzuleiten oder gar zu vollziehen. Diese Gattung Frau ist höchst sensibel und Lust stillende Worte fallen zumeist auf sehr fruchtbaren Boden.

Es gibt Frauen, die diesem Ruf nach Submission gerne nachkommen (und fremd gehen) und es gibt andere, die diesem Ruf nicht nachkommen (und treu bleiben). Andere wiederum geben ein Versprechen ab, dass sie darüber ernsthaft nachdenken sich zu treffen, andere wiederum wollen erst den Beziehungsstatus klären, bevor sie sich überhaupt überlegen sich zu treffen.

Mein moralischer Standpunkt hierbei ist wohl klar: Ich dränge niemals – kein Dom sollte das jemals tun. Frauen lassen sich nicht bedrängen, denn eher wenden sie sich völlig ab als das sie auch nur die Spur von Komfortzone verlassen. In aller Regel sind sie „Keeper“ und überlegen sich Dinge sehr gut, bevor sie auch nur einen winzigen Schritt machen.

Und ganz ehrlich: Mir sind das auch die liebsten Gesprächspartner. Denn Submission taugt nur dann etwas und kann auch von der Frau richtig gelebt werden, wenn ihr Kopf frei von Grenzen ist. Und eine ungeklärte Beziehungsfrage ist kein guter Ratgeber.

Mir geht es jedoch nicht um die Beziehungsfrage an und für sich, sondern ab und an auch um die Umstände dessen. Sehr häufig bekomme ich mit, dass Frauen sich in einer Beziehung befinden (Männer aber auch!), die sie nicht nur sexuell nicht mehr erfüllt. Und trotzdem tun sie nichts, damit sich das ändert.

Frauen werden in der Regel alles dafür tun, um eine Beziehung zu halten. Sie werden versuchen mit dem Partner Kontakt aufzunehmen. Leider erlebe ich auch, dass zu softe Worte in der Beziehung nicht weiterhelfen und aus Angst vor Zurückweisung verebben solche Gespräche immer.

Mir geht vor allem dieses „Ich besitze Dich“-Gedönse von Männern auf den Keks, die eine Frau negativ kontrollieren und ihr ständig misstrauen. Das Traurige daran ist, dass sie so nur die eigene Unsicherheit kaschieren und selber nicht mitbekommen, dass eine Frau darunter leidet, wenn nicht sogar daran kaputt geht.

Menschen ändern sich. Jeden Tag tun sie das. Die Frau, die man mit 21 geheiratet hat, ist eine andere als die, die nun 45 ist. Eine Frau bekommt diese Veränderung beim Mann durchaus mit. Männer sind dafür meistens blind. Und ich rede nicht von Äußerlichkeiten. Wenn ich meiner Frau sage, dass ich sie liebe, dann beinhaltet das den ganzen Weg, den wir gemeinsam gegangen sind. Ich akzeptiere und respektiere damit jede Veränderung und nicke diese mit ab.

Im Übrigen ist das auch die Bestätigung, dass ich sie immer noch so sehe wie am ersten Tag und nichts mir ferner liegt als sie regelmäßig durch die Wohnung zu vögeln. Frauen, lasst euch das einfach mal gesagt sein. So am Rande. Eine handfeste Erektion ist auch ein Kompliment.

Ich bin nicht monogam im Sinne der Monogamität. Ich bin anders monogam mit Blick Richtung Polygamie, wenn nicht sogar Polyamorität. Ich suche da noch nach einer Definition. Deswegen fällt es mir leicht meiner Frau den Freiraum zu geben, den sie benötigt um glücklich zu sein. Und vor drei Jahren hätte sie wohl auch noch auf alle Vorzüge der Monogamie geschworen.

Daher kann ich natürlich leicht reden, dass Männer ihren Frauen auch mal einen Dom gönnen sollen. Denn wir sind keine Gefahr für die Beziehung. Eine Frau, deren Mann tolerant und respektvoll mit ihren Wünschen umgeht, den wird keine Frau verlassen. Jedenfalls ist das nicht meine Kenntnis. Diese Frau wird immer wieder gerne nach Hause kommen, weil sie dort mehr findet als bei einem Dom.

Liebe.