Der letzte Sitzkreis // @Svea_Kerling // Rezension

Der Buchrücken bringt nicht alles an den Tag


Nach „Schwarz oder Weiß – Borderliner kennen kein Grau“ und „S. Kerling meets E. A. Poe“ stand nun schon lange die Rezension des dritten Buches meiner Lieblingsautorin aus Österreich an.


Liebe Svea,

es wird wirklich Zeit, dass wir uns mal persönlich begegnen. Es hat schon eine gewisse Faszination sich in Deine Gedanken zu begeben und somit auch Teil Deiner Dir eigenen Welt zu werden.


Letztes Jahr habe ich angefangen „Der letzte Sitzkreis“ zu lesen und habe es seitdem nicht mehr wirklich aus der Hand legen können. Also, ich habe gar nichts anderes mehr so intensiv verschlungen wie diese Schilderung eines Sitzkreises einer Ansammlung von Menschen, die in dieser Therapieform eine Zweck- und auch eine Zwangsgemeinschaft eingehen müssen.


Du schilderst offen und klar, was in den Köpfen aller Beteiligten so vor sich geht und erst wenn man alle Protagonisten für sich erschlossen hat, kommt es zum mehrfachen „AHA“-Effekt.

Aus diversen anderen Gelegenheiten ist mir die Dynamik von Gruppenprozessen mehr als bekannt und bewusst. Dennoch habe ich gelernt, dass die Gräben zwischen Menschen in dieser Konstellation noch viel tiefer sind, als ich diese bisher wahrgenommen habe oder wahr zu nehmen in der Lage war.


Tatsächlich würde ich dieses Buch dennoch als, bitte verzeihe mir, „relativ“ leicht verständlich einordnen. Vom Aufbau her schaffst Du es Stück für Stück dem Leser diverse Welten zu öffnen, die nicht wirklich ein Happy End finden, aber ein großes, recht komplexes, Eins in sich haben.

Ich danke Dir für diese Erzählung, Svea. Wirklich!


Erschienen im Verlag Tredition:
https://tredition.de/autoren/svea-kerling-17882/die-equipe-paperback-96317/

Die Autorin im WWW:
https://www.sveakerling.com/

Die Autorin auf Twitter:
https://twitter.com/Svea_Kerling

 

 

 

Rezension: S. Kerling meets E. A. Poe

Eine Rezension ist eine kritische Besprechung eines Buches, Theaterstücks oder ähnlichem.


Liebe Svea,

es ist mir gelungen, mich in einer kleinen Auszeit mit Deinem zweiten Buch zu befassen und wie auch bereits bei Deinem ersten Buch hatte ich ein ganz klein wenig Angst davor. Für jemanden, der als ziemlich „stabil“ gilt und der auch vor dem gepflegtem Vorurteil trotz oder gerade weil des gehörigen Respektes vor Dir nicht zurück schreckt, ist es schon eine Aufgabe sich in diese Welten zu bewegen.

Schließlich weiß man ja nie, wem man da so begegnet und ob es nicht an der einen oder anderen Stelle ein kleines wenig „Hoppla“ macht, weil man sich ertappt fühlt. Ertappt wegen seiner Vorurteile vor anderen Realitäten, wegen Vorurteilen vor anderen Wahrheiten, wegen Vorurteilen vor anderem Denken und Handeln.

Ich wähle absichtlich die direkte Ansprache, weil wir uns mittlerweile nicht mehr ganz so fremd sind. Und das habe ich Dir zu verdanken. Du schaffst es in Deinen Kurzgeschichten sehr intensiv darzulegen, dass Menschen, die vermeintlich nur in Schwarz rumlaufen und auch nur in Schwarz (oder Weiß) denken, tatsächlich sehr viel mehr Buntes in sich tragen. Und dies wohl auch gegen ihren eigenen erklärten Willen.

Du öffnest in kleinen Schüben kleine Spalten in die Denkweisen von anderes normalen Menschen, die die Mehrheit der anderen anders normalen Menschen für irgendwie krank halten. Du schaffst es, dass ich mich für die Klarheit Deiner Gedanken begeistern kann, obwohl ich immer dachte, dass ich #AusGruenden Dinge auf den Punkt bringe. Durch Dich lerne ich, dass ich wirklich und wahrhaftig von so vielen Dingen einfach keine Ahnung habe und lasse mich von Dir am Nasenring durch die Manege Deiner selbst führen.

Immer wieder ertappe ich mich dabei, dass ich Dich und Deine Protagonisten nicht zuordnen kann, nicht verstehen kann und ihnen einfach ab und an ein gepflegtes „Fresse jetzt!“ zuschimpfen mag, aber am Ende bringst Du mich um meinen und damit zu Deinem Verstand und eröffnest völlig neue Horizonte an Denkweisen, die es zu tolerieren (zu ertragen!) gilt und Du schaffst es, dass ich diese Denkweisen schließlich respektieren kann.

Die verschiedenen Finali sind, so düster sie auch sein mögen, ausnahmslos stimmig, weil ich Dir einfach in Deine Welt folgen muss und Du bringst es fertig, dass ich mich nicht dabei verliere, sondern entlässt mich mit einem sehr guten Gefühl.

Dem Gefühl der Erkenntnis Deiner Wahrheit, die so ganz anderes ist als die der anderen anders Normalen um Dich herum.

Danke <3

Martin


Es ist ja nun nicht das erste Mal, dass ich ein Buch der österreichischen Autorin bespreche. Dem werten Leser ist http://training-of-o.de/blog/2017/02/18/schwarz-oder-weiss-borderliner-kennen-kein-grau-von-svea-kerling-rezension/ garantiert nicht entgangen und auch, wenn das dritte Buch bereits veröffentlicht ist und ich dieses bereits halb durch habe, bleibe ich ganz dem inneren Monk treu und gehe eine Sache nach der anderen an.


 

Buch: S. Kerling meets E. A. Poe
https://www.amazon.de/S-Kerling-meets-E-Poe/dp/3734535948/ref=asap_bc?ie=UTF8

Autorin: Svea Kerling
https://www.sveakerling.com/