2017 – Das Jahr an dem wir Kontakt aufnahmen.

Liebes Tagebuch,

rückblickend auf das Jahr 2017 hat sich einiges getan.

Meine Einstellung zur Sexualität generell und meine eigene im besonderen hat sich wieder einmal gefestigter. Menschen, die im 21. Jahrhundert immer noch Probleme damit haben, meine Sexualität zu respektieren, aber sich heimlich jede RTL2-Doku reinziehen, um mitreden zu können, sind mir noch egaler geworden. Eine gewisse Politikverdrossenheit hat sich Bahn gebrochener, da es mir schleierhaft ist, warum es mehr als 100 Tage nach der Bundestagswahl immer noch keine offizielle Regierung für die Bundesrepublik Deutschland gibt. Irgendwie scheint es nur mit meiner Sexualität aufwärts zu gehen und den Dingen, die sich darum ranken.

Ich bin authentischer geworden, weil ich immer mehr zu meiner eigenen Mitte finde und die Dinge, die mir bis dato völlig Wurst waren immer wurstiger geworden sind. Was nicht bedeutet, dass ich weniger Interesse an meiner Umwelt bekommen habe. Es gibt aber so Themen, die sind derartig ausgelutscht und die Menschen drehen sich einfach im Kreis und es geht einfach nie weiter. Und das im Land der Dichter und Denker.

Zum einen bin ich schockiert über diesen Nationalismus in Deutschland und in Europa. Dieses Einigeln in sich selbst führt zu nichts. Denn das Konstrukt Europa, umzingelt von Freunden, war und ist Garant für einen Frieden nach dem WKII, den wir so lange in Europa noch nie hatten. Zum anderen gab und gibt es immer wieder kleinere Reibereien zwischen Staaten, die entweder diplomatisch oder militärisch gelöst wurden. Manche mögen sagen, dass der Jugoslawienkonflikt inklusive Aufspaltung des Staates selbst ja wohl ganz deutlich ein Krieg war. Ja, das ist richtig. Aber in der Gesamtsumme eben nur ein Fliegenschiss in der Geschichte hervorgegangen aus einem innerstaatlichen Konflikt, welcher bereits gährte als es noch keine Europäische Union gab.

Menschen verlieren den Blick auf die berühmte Gesamtsituation und schaffen es nicht wirklich Zusammenhänge sinnhaftig und korrekt wieder zu geben. Weil sie es einfach nicht mehr können. Wie viele Menschen haben bereits aufgehört diesen Text zu lesen? Erinnert ihr euch noch daran, als Twitter völlig gegenläufig erst die Zeichenanzahl in den DMs frei gab und dann noch die Tweets von 140 auf 280 Zeichen anhob? Was haben wir darüber shitgestormt (Ich war dabei \o/).

Mein persönlicher Fatalismus hält sich dennoch erstaunlich in Grenzen. Weil ich mich auf die Dinge konzentriere, die ich kann. Ich kann BDSM. Meinen BDSM. Und, ich werde immer besser darin. Punktuierter. Gesteuerter. Vertrauter mit mir selber. Ich lerne nie aus. Lerne von Doms, lerne von Subs. Ich bin fest verwoben in diesem Element des Lebens, welcher an mir klebt wie Pattex. Nicht mehr weg zu denken.

Ich habe den #KaminabendBDSM ins Leben gerufen, welcher einen Nachfolger nach sich zieht und es wird schon an 3.0 und 4.0 gedacht. Die #SecretNight zieht an. Ich mag es einfach Licht ins Dunkle zu bringen. Aufklärerisch tätig zu sein in den Dingen, die ich kenne. Meine gewerkschaftlichen Dinge gehen ebenfalls ihren geregelten Gang, wenn auch nicht mehr ganz so ausgeprägt.

Was will ich noch mehr?

Besser als Geld ist eben mehr Geld ;-), aber dafür braucht es halt einen Arbeitsplatz, es sei denn, ich kann mit BDSM für meine Butter auf dem Brot sorgen. Ich wäre dazu bereit 🙂

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