Schutz und Sicherheit im Zeichen des Dom

Wie alles im Leben ist dieser Begriff von Schutz und Sicherheit nicht wirklich zu fassen. Was auch nicht weiter verwundert, denn jede submissive Fachkraft verlangt höchst unterschiedliche Dinge von ihrem Dom, um sich sicher und geborgen zu fühlen. Und ich denke auch, dass dies vollkommen abhängig ist, von der Spielart zum einen und der Spieltiefe zum anderen. Dazu kommen dann noch die komplexen Modelle menschlicher Beziehungsebenen und schon ist die Diskussion in vollem Gange.

Ganz ehrlich: Wenn eine Sub sich nicht sicher und geborgen bei ihrem Dom fühlt, dann sollte sie gehen und nicht auf besseres Wetter hoffen und dass er sich vielleicht nochmal ändert und so wird wie früher. Der XMV („Xunder Menschen Verstand“ – Danke für diesen Fachausdruck <3, liebe Remi) alleine sollte jeder Frau winkend entgegen kommen, wenn sie sich unbehaglich fühlt und das zu jeder Zeit. Aber das nur so als Einschub.

Meine submissive Seite erlebt Schutz und Sicherheit lustigerweise völlig anders als meine dominante Seite. Während ich als Sub eher eine „Wird schon stimmen“-Einstellung habe und AfterCare für mich irgendwie nie so wichtig gewesen ist um wieder Mensch zu werden, so sehe ich das als Dom vollkommen anders und interpretiere Schutz als „Du kannst Deine Sexualität mit mir frei ausleben. Du kannst alles machen was Du willst. Du bist okay.“ und Sicherheit als „Ich bin der Garant dafür, dass Dich niemand verletzen kann, egal was Du ausprobierst und wie sehr Du auch fällst oder fliegst, meine Hand hält Dich fest.“. Es ist schon merkwürdig, wie so zwei unterschiedliche Seelen in meiner Brust wohnen, die auf der einen Seite auf Schutz und Sicherheit einfach vertrauen und es nicht mehr weiter thematisiert wissen wollen und auf der anderen Seite ich selber bereit bin genau diese Meinung als Dom zu torpedieren.

Aber wenn ich so darüber nachdenke, dann präsentiert sich Schutz und Sicherheit im Zeichen des Dom ganz exakt auf diese Weise. Nämlich darin, dass man diese als Sub einfach nur fühlt und gut. Aber als Dom eben einen Haufen Arbeit reinstecken muss, dass dieses Gefühl bei der Sub auch ankommt. Kommunikation und Absprachen hier und Forderung und Förderung dort. Die Waage macht es aus.

Die Frage ist aber auch, was genau die Arbeit eines Doms ist dieses Gefühl zu vermitteln. An die eigene Nase packend, so habe von einer Frau Ideen und Wünsche erhalten und führe sie dann als meine Sub in die Richtung, die für sie passend ist und das ohne mich selber als aktiver Part zu vernachlässigen. Sie wissen ja … diese Wunschzettelsubs 😉 und dabei dann auch diesen Weg konsequent zu gehen, damit gemeinsame Ziele in der Beziehung erreicht werden können. Schutz und Sicherheit im Zeichen des Dom also als das Gefühl, dass Sub sich auf den vereinbarten Weg und dessen konsequente Verfolgung verlassen kann. Als Struktur bildende Maßnahme, mit mehr oder weniger Regeln dazu, die es einfach machen dem Weg auch von Sub-Seite aus treu zu bleiben.

Nach meinem Dafürhalten ist es aber auch die Sub, die selber dafür sorgt, dass dieses Gefühl aufkommt. In ihrem Vertrauen an und in den Dom, dass seine Vorgehensweise für sie die richtige ist. Und sie sich weder über- noch unterfordert fühlt. Sie den einmal vereinbarten Weg nicht in Frage stellt und nur dann, wenn es von der eigenen Emotionslage her wichtig und geboten ist mal ein paar Takte an den Dom gibt. Schutz und Sicherheit also in den Weg, den der Dom ihr bereit ist zu ebnen und ihre Unsicherheit in Bezug auf diverse Dinge in den Dutt zu drücken oder eben nicht dauernd zu thematisieren.

Und vielleicht reden wir da mal ausführlicher drüber. Auf einem #KaminabendBDSM zum Beispiel 🙂

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