#TheTrainingOfO – Wenn die Sub nicht will …

„Ich befehle“ – https://masterdan.net/2017/11/15/ich-befehle/


Lieber Master Dan,

ganz ehrlich und mal so unter uns betrachtet, liest ja keine Sub mit. 😉

Ich erlaube mir ein paar Gedanken zu ergänzen.


Eine D/S Beziehung ist eigentlich ganz einfach: ich befehle und du folgst.
Was aber wenn sie nicht folgt? Will sie eine Bestrafung provozieren? Will sie mich testen? Oder war mein Befehl nicht durchführbar?


Du beschreibst im weiteren Verlauf sehr richtig, dass eine Sub kein Objekt ist und das ein Dom über Einfühlungsvermögen verfügen muss, um den Unterschied zwischen „Ich will die Grenzen des Doms testen.“ oder „Ich bin an meiner Grenze angekommen.“ zu erkennen.

Fachkreise tendieren dabei zu der Feststellung, dass ein Dom eine Sub lesen können muss und ja, ich kann und will diesem unbedingt zustimmen.


Jedoch möchte ich für mich den Faden an der Stelle weiterspinnen, wo es darum geht, dass eine Sub Ungehorsam als Methode für sich entwickelt, um entsprechend gestraft zu werden. Wenn sie also das Machtgefüge absichtlich torpediert und dies ohne große Not.


Liebe Sub,

ich empfinde so etwas als überhaupt nicht lustig und Du würdest Dich wundern mit welcher Härte, die Du eventuell nicht kennen lernen möchtest, ich Dich in Deine Schranken weise. Das absichtliche Aufbegehren gegenüber der freiwillig angenommenen Herrschaft halte ich grundsätzlich für falsch, um die Grenzen des Doms zu testen. Denn Du darfst mir glauben, dass die Grenzen des Doms in aller Regel weiter gefasst sind, als Deine eigenen.

Nehmen wir an, dass Du Ohrfeigen bewusst ausgeklammert hast und ich habe dieses NoGo für Dich in mir abgespeichert. Du bist Dir sicher bewusst, dass in provozierten Szenarien ich eventuell auf solche Dinge keine Rücksicht nehmen werde, weil ich (durchaus berechtigt) im Affekt handele? Lieferst Du mir also durch Provokation die aktive Erlaubnis Deine Grenzen überschreiten zu dürfen?

Bist Du Dir wirklich darüber im Klaren was geschehen kann, wenn Du mir gestattest (wenn auch nur für einen kurzen Moment) meine Contenance zu verlieren?

Das ist nicht mal böse gemeint, denn wenn ich mit meinem Handeln auch darauf achten will, es mit Dir nicht zu weit zu treiben, um das Safeword Deinerseits nicht zu provozieren, so ist die bewusste Heraufbeschwörung einer notwendigen Disziplinierung durchaus mit der Nutzung eines Safewords zu vergleichen. Ein ganz eindeutiges Stop-Signal meinerseits an Dich.

Und ich denke, dass ich in diesem Spiel durchaus die gleichen Rechte habe wie Du diese für Dich in Anspruch nimmst (oder zumindest könntest). Deswegen möchte ich Dich bitten, Dir ganz genau zu überlegen, wie Deine Provokation bei mir ankommt und ob Du bereit bist die Konsequenzen für Dein Handeln entsprechend auch anzunehmen.

Denn, fürwahr, es gibt einen Unterschied zwischen Spanking und Spanking.

Herzlichst

Dein Dom


Was ich aufzeigen will ist, lieber Master Dan, dass BDSM keine Einbahnstraße ist und dass auch seitens der submissiven Fachkraft Einfühlungsvermögen zu erwarten ist. Regeln und Gebote gelten für beide Seiten der Leine, wie eben auch Rechte und Pflichten. Das wird Dir sicherlich ganz exakt auch so bewusst sein. Deswegen habe ich das einfach mal schriftlich ergänzt.