So … Du bist also submissiv, was …?

Und er setzte sich hin und schrub: So … Du bist also dominant, was …?


(Dies hier so als Antwort an alle submissiven Fachkräfte, die in den weiten Welten des Internets glauben, dass ein Dom immer und ausnahmslos Rücksicht üben muss. Das es immer und stets nur ihr Tempo sein kann. Ich beziehe mich dabei auf diverseste Tweets, Postings und Blogs und ich mache mir nun mal ein wenig Luft. Stichwort: #Rant)


Jetzt mal unter uns.

Du sagst, dass Du mir Dein Vertrauen schenkst und mit mir Deine submissive Ader erforschen möchtest. Aber irgendwie kommen wir nicht zu Potte. Jedesmal, wenn wir auch nur an die kleinste Grenze kommen, fängst Du an zu jammern und schleuderst mir das Safeword entgegen. Und ich fühle mich dabei wie der letzte Depp.

Dabei haben wir doch noch gar nichts gemacht!

Hast Du eigentlich eine Ahnung, wie ich mich dabei fühle? Trotz aller Beteuerungen Deinerseits fühle ich mich ungeliebt, bedeutungslos. Du vertraust mir nicht. Hast Du das eigentlich jemals getan?

Ist es nicht meine Aufgabe, Dir über Grenzen zu helfen? Dass Du diese gefahrlos austesten kannst? Wenn ich Dir jedoch nur ein oder zwei Klappse mehr auf den Hintern gebe, dann bin ich ja schon ein Grobian!

Vielleicht sollten wir mal erneut darüber reden, was Submission so ist? Respektive, verstehen wir beide darunter das Gleiche? Man reißt doch nicht gleich das ganze Haus ein, nur weil jemand in den Vorgarten gepisst hat!

Submission, Hingabe, Vertrauen sind die Basis unserer Beziehung. Und diese geht momentan nur in eine Richtung. Nämlich von mir Dom zu Dir Sub. Ich muss Rücksicht auf Deine Belange nehmen, ich muss immer auf Dich acht geben. Ja, das tue ich und zwar gerne. Aber liegt in der Submission nicht auch der Wunsch verborgen, für mich auch da hin zu gehen, wo es wirklich mal weh tut? Oder möchtest Du mir einfach einen Wunschzettel vorlegen, den Du von mir abgearbeitet wissen willst?

Wie sieht es denn mal damit aus, wenn Du mal ganz intensiv mit Dir selber sprichst, ob BDSM überhaupt Dein Ding ist? Ob Du überhaupt bereit bist Dir Dinge angedeihen zu lassen, die wir nicht 100 Tage im Vorraus besprochen haben und in die kleinsten Einzelteile zerlegt. Denn wenn wir das immer machen müssen, dann habe ich da irgendwann einfach keinen Bock mehr drauf.

Also Bock schon, aber vielleicht nicht mehr mit Dir?

Ja. Du hast ja recht. Ohne Dich bin ich als Dom bedeutungslos. Aber ohne mich bist auch Du – nichts. Wir benötigen einander, aber ich bekomme immer mehr das Gefühl, dass Du einfach keine Kontrolle abgeben willst. Du willst aus Deiner „ach so submissiven“ Haltung das Geschehen kontrollieren, aber so funktioniert die Magie des BDSM nicht.

Alles baut darauf, dass wir uns zumindest in Rollen wiederfinden und so als Dom und Sub respektieren. Und das bedeutet zumindest, dass ich mich auf Deine „roten“ Grenzen verlassen muss und Dein Vertrauen habe, dass ich mich in diesen Grenzen frei bewegen darf. Dass Du wünschst, dass ich das so mache.

Wenn Du noch mitreden willst, wie feste ich schlage, wie häufig ein Orgasmus für Dich vorkommen muss, ob ich überhaupt in einer Session mit Dir ficke und und und, dann hast Du leider ein völlig falsches Bild von dem, was wir uns mal vorgenommen haben. So wirst Du niemals die Magie erleben, die Du selber sein solltest.

Und dann kannst Du auch keine submissive Fachkraft sein. Sondern irgendwie eine kniende Dommse, die immer das letzte Wort haben möchte. Vielleicht eine dominante Masochistin?

Natürlich müssen wir kommunizieren und im Austausch über alles bleiben, aber während einer Session muss ich das Gefühl von Vertrauen Deinerseits haben. Ansonsten passen wir einfach nicht zusammen.


Ende des #Rant an die Unbekannte Sub.