So … Du bist also dominant, was …? #MeeToo

„Mach‘ mal was Dominantes!“ – Tara, #CircleOfFalbalus


Aus einer Scherzsituation heraus entstand eine Unterhaltung, die schon ein paar Monate her ist. Es ging dabei um die Tatsache, dass es gefühlt 3*X^5 Männer gibt, die sich dominant nennen. Und die davon ausgehen, dass nur starkes Auftreten gepaart mit Lauten im Dezibelbereich eines Brüllaffen ausreichen, um eine Frau zum Schmelzen zu bringen.

Und dass man diese Männer mit der einfachen Nachfrage (siehe oben) ziemlich leicht aus dem Konzept kriegen wird. Und damit auch entlarven. Eine kluge Frau, die sich anschickt submissives Gedankengut in der Realität auszuüben, in welcher Form auch immer, wird immer gegenfeuern, wenn die Art des Gegenübers nicht passt.

Und ich rede hierbei nicht von gespielter Gegenwehr aka gewolltem „Ich will nicht!“. Zu diesem Zeitpunkt ist es überhaupt nicht soweit, dass ein Mann einfach mal anfassen kann. Und ich denke, dass auch im BDSM so ziemlich sehr viele #MeeToo – Dinge geschehen sind (und wohl leider noch immer geschehen), weil Männer diese Nachfragen falsch deuten und eben nicht als ablehnendes Signal wahr nehmen.


Ich frage mich dann immer wieder, wie ich mich dominant schimpfen kann, wenn mir dieses Selbstbewusstsein fehlt, schon in der Anbahnungsphase (also die Dame weiß nur noch nicht, dass sie angebahnt wird!) gleich mal die Grenze des Anstands und des Respektes zu überwinden? Und auch, warum bei mir dann immer das Gefühl der ultimativen Fremdscham für meine Gattung einsetzt?

Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich eine Erziehung genossen habe und eventuell ein wenig länger auf der Schule war?

Ich weiß es nicht.


Wie an anderer Stelle schon mal geschrieben empfinden Frauen grundsätzlich Dominanz höchst unterschiedlich. Deswegen passt, wie in anders normalen Bindungen, eben nicht jeder Dom zu jeder Sub. Eines ist Dominanz jedoch ganz sicher nicht: Bedrohlich.

Wenn Doms den Subs gleich zu Beginn das Gefühl geben, dass man Angst vor ihnen haben muss, wieso sollte sich eine Sub auch nur annäherungsweise diesem Dom hingeben? Zumal sie diesen Mann ganz sicher nicht als Dom sieht, sondern als gefährlich und bereits auf dem Fluchtweg befindlich ist?


Natürlich kann es innerhalb einer BDSM-Beziehung mal zu einer Situation kommen, in welcher ein Dom seine Sub mal herausfordert. Augen verbinden und einfach irgendwo mal festbinden kann jedoch nur dann funktionieren, wenn die Sub absolutes Vertrauen zu ihrem Dom hat. Selbst dann, wenn sie sowas garantiert niemals nicht haben wollte.

Egal, welches „Bedrohungsszenario“ im Spiel aufgebaut wird, das Grundgefühl der Sicherheit muss bei der Sub existieren. Vielleicht Unsicherheit, aber gepaart mit Herzklopfen. Vielleicht Verwirrung, aber gepaart mit dem Wissen, dass über sie gewacht wird. Stets und ständig und immer.


Liebe Frauen, die ihr euch der Submissivität hingeben wollt.

Seid bitte wachsam, wer da vor euch beim Kaffee sitzt. Achtet auf euch. Denn es geht ganz alleine um euch und nicht um den Mann mit dem Flogger. Wahrhaft dominante Menschen nehmen sich selbst aus dem Fokus und stellen die Frau in den Mittelpunkt. Und machen euch und eure Wünsche nicht klein oder behandeln euch geringschätzig.

Sie wissen nämlich genau, wer oder was sie sind. Dafür brauchen sie keine Bestätigung seitens der Sub. Sie sind in ihrem Leben insgesamt gefestigt und wenn das aufgrund persönlicher Belange mal nicht so sein sollte, dann würden sie lieber auf BDSM verzichten, als auf Teufel komm‘ raus einer Seele hinterher zu jagen.

Dominante Menschen jagen nicht. Jedenfalls nicht so vordergründig, dass man das Bedürfnis nach dominantem Sex gleich schon riechen kann. Sie sind sich ihrer selbst bewusst. Sie machen Angebote, Andeutungen und entweder diese werden angenommen oder eben nicht. Und wenn nicht, dann ist das eben so.

Sie sind sicherlich Menschen aus Fleisch und Blut und haben Sorgen und Nöte und jahaaaa, manchmal auch #MiMiMi ^^ – Aber sie sind verlässliche Gestalten und stellen das Wohl anderer über ihr eigenes. Denn nur so kann eine Sub sich in der Nähe dieses Doms sicher und geborgen fühlen.

Und irgendwie macht dies Doms zu recht submissiven Wesen. Will halt nur kein Dom so hören. Also … jedenfalls die, die mal „was Dominantes“ machen sollen.